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	<title>Lafontaines Linke &#187; Wahlen 2010</title>
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		<title>Schlechtes Ergebnis</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Oct 2010 20:02:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Ein Flensburg für alle!“, so lautete das Wahlkampfmotto von Heinz-Werner Jezewski. Doch der Oberbürgermeisterkandidat der Linken konnte damit in der nördlichsten kreisfreien Stadt Deutschlands nur wenige überzeugen. Mit 3,7 Prozent blieb der gebürtige Duisburger deutlich hinter den Erwartungen. „Einfach ein schlechtes Ergebnis“, kommentierte der schleswig-holsteinische Landessprecher Björn Radke den Wahlausgang. Es sei nicht gelungen, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Ein Flensburg für alle!“, so lautete das <a href="http://www.ein-flensburg-fuer-alle.de/" target="_blank">Wahlkampfmotto</a> von Heinz-Werner Jezewski. Doch der Oberbürgermeisterkandidat der Linken<br />
konnte damit in der nördlichsten kreisfreien Stadt Deutschlands nur wenige überzeugen. Mit <a href="http://db.flensburg.de/wahlergebnisse/flensburg/OB2010.html" target="_blank">3,7 Prozent</a> blieb der gebürtige Duisburger deutlich hinter den Erwartungen. „Einfach ein schlechtes Ergebnis“, kommentierte der schleswig-holsteinische Landessprecher Björn Radke den Wahlausgang. Es sei nicht gelungen, die Bürger „von der Notwendigkeit einer aktiven Mitgestaltung in der Kommune zu überzeugen“. Die endgültige Entscheidung über das Amt fällt am 21. November in einer <a href="http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regioline_nt/hamburgschleswigholstein_nt/article10656463/Stichwahl-bei-Flensburger-OB-Wahl-notwendig.html" target="_blank">Stichwahl</a> zwischen der gemeinsamen Kandidatin von CDU und Grünen, Elfi Heesch, und Simon Faber vom SSW. (tos)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=15050&amp;md5=68764f7acb64f51d60185a4842b94444" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Stichwahl in Potsdam</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Sep 2010 11:31:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der erste Durchgang der Oberbürgermeisterwahl in Potsdam war praktisch ein Abziehbild der Geschehnisse vor acht Jahren: Jann Jakobs (SPD) und Hans-Jürgen Scharfenberg (Linke) kommen mit rund 42 bzw. 33 Prozent in die Stichwahl (3. Oktober), der Rest landet abgeschlagen. CDU, Grüne und FDP bleiben weit unter ihren Erwartungen und bekommen zusammen rund 19 Prozent. Wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der erste <a href="https://egov.potsdam.de/wahl/obm/index.html" target="_blank">Durchgang</a> der Oberbürgermeisterwahl in Potsdam war<br />
praktisch ein Abziehbild der Geschehnisse vor acht Jahren: Jann Jakobs (SPD) und Hans-Jürgen Scharfenberg (Linke) kommen mit rund 42 bzw. 33 Prozent in die Stichwahl (3. Oktober), der Rest landet abgeschlagen. CDU, Grüne und FDP bleiben weit unter ihren Erwartungen und bekommen zusammen rund 19 Prozent. Wenn man so will: ein Erfolg für Rot-Rot in Brandenburgs Landeshauptstadt und eine heftige Niederlage für die bürgerliche Opposition, die in der Stadt und im Land heftig gegen die rot-rote Landesregierung zu Felde zieht. Das hat allerdings bisher weder in Landesumfragen verfangen noch in der politischen Stimmung in Potsdam, wie man nun sieht. Das ist die Botschaft des Wahlsonntags, der eine bei kommunalen Wahlen inzwischen übliche schwache Wahlbeteiligung von deutlich unter 50 Prozent brachte. <span id="more-14028"></span></p>
<p>Für die Stichwahl muss das Sonntagsergebnis noch nicht viel bedeuten; im Jahre 2002 hatte Scharfenbergs Rückstand auf Jakobs nach dem ersten Wahlgang sogar 14 Prozent betragen, und dann hatte er es mit 49,86 Prozent doch noch fast geschafft. Auch diesmal kann man davon ausgehen, dass CDU, FDP und Grüne offen oder indirekt den Sozialdemokraten Jakobs unterstützen; viel wird deshalb von der Wahlbeteiligung am 3. Oktober abhängen &#8211; und auch davon, wie deutlich Scharfenberg sich bis dahin als Alternative verkaufen kann. Unabhängig vom Ergebnis gab es schon mal ein Signal an die Potsdamer SPD: Künftig will die Linke als stärkste Fraktion im Stadtparlament mehr mit der SPD kooperieren und so die Quasi-Koalition in der Stadt zwischen SPD, CDU, Grünen und FDP ablösen. Jakobs <a href="http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regioline_nt/berlinbrandenburg_nt/article9756588/Jakobs-weist-Kooperationsangebot-der-Linken-zurueck.html" target="_blank">lehnte</a> das Angebot erwartungsgemäß ab. Das wird sich bis zur Stichwahl nicht ändern. Mal sehen, ob sich danach etwas tut. (wh)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=14028&amp;md5=cbe3c622a7bec0539ab3bb46d1956379" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ampel auf Rot</title>
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		<pubDate>Fri, 14 May 2010 21:40:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
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		<description><![CDATA[Das nordrhein-westfälische FDP-Theater hat ein Ende &#8211; wenn auch ein groteskes: Die Liberalen, beleidigt wegen der rot-grünen Gesprächsangebote auch an die Linke, wollen nicht mehr. SPD und Grüne hätten &#8220;eine klare Entscheidung getroffen für eine linksradikale Parteneroption und gegen eine liberale Partneroption&#8221;, teilte FDP-Landeschef Andreas Pinkwart am Freitag mit. Beides falsch: Entschieden hat die FDP, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das nordrhein-westfälische FDP-Theater hat ein Ende &#8211; wenn auch<br />
ein groteskes: Die Liberalen, beleidigt wegen der rot-grünen Gesprächsangebote auch an die Linke, wollen nicht mehr. SPD und Grüne hätten &#8220;eine klare Entscheidung getroffen für eine linksradikale Parteneroption und gegen eine liberale Partneroption&#8221;, teilte FDP-Landeschef Andreas Pinkwart am Freitag mit. Beides falsch: Entschieden hat die FDP, während Rot-Grün beide Varianten offen gehalten hatte. Die Behauptung stimmt nur in der verqueren Logik der NRW-FDP, nach der man mit der Linken überhaupt nicht reden darf. Die Marktradikalen mit Angst vor dem politischen Wettbewerb. <span id="more-9992"></span>Nun ist die Frage, ob die SPD ernsthaft an Rot-Grün-Rot interessiert ist oder am Ende alles auf eine große Koalition zusteuern soll. Die Sondierungen werden es zeigen. Immerhin bauen führende Linkspolitiker Brücken in Richtung Rot-Grün. Der designierte Parteichef Klaus Ernst relativierte dpa zufolge gegenüber dem Südwestrundfunk Forderungen des NRW-Landesverbandes: Sowohl die Vergesellschaftung von Energiekonzernen als auch der Übergang zur 30-Stunden-Woche seien von einer Landesregierung allein nicht zu leisten, wird Ernst zitiert. Bundestagsfraktionsvorsitzender Gregor Gysi erklärte noch kurz vor der FDP-Absage, es würde der SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft schwer fallen, ihren Wählern die Kompromisse zu erklären, die die Liberalen verlangen. &#8220;Da werden ihr die Kompromisse, die sie mit uns machen muss, leichter fallen&#8221;, sagte Gysi den Stuttgarter Nachrichten. So wird gute Stimmung für die Sondierungen nächste Woche gemacht. Mal sehen, welches Echo Ernst und Gysi vorher auf dem Rostocker Parteitag finden. (wh)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=9992&amp;md5=b56b3ac7a5e18a16993cb43d79455c19" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gehampel mit Ampel</title>
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		<pubDate>Thu, 13 May 2010 12:13:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Nordrhein-Westfalen wird jetzt jedes Wort genau begutachtet: Nach dem ersten Treffen von SPD und Grünen, die zunächst mit der FDP reden wollen, hat deren Landeschef Andreas Pinkwart erklärt, Gespräche könne es nur geben, „wenn SPD und Grüne eine Koalition mit extremistischen Parteien wie der Linkspartei ausschließen“. Die „Bewegung“ ist eine um Millimeter: Die Liberalen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Nordrhein-Westfalen wird jetzt jedes Wort genau begutachtet: Nach dem ersten Treffen von SPD und Grünen, die zunächst mit der FDP reden wollen, hat deren Landeschef Andreas Pinkwart erklärt, Gespräche könne es nur geben, „wenn SPD und Grüne eine Koalition mit extremistischen Parteien wie der Linkspartei ausschließen“. Die „Bewegung“ ist eine um Millimeter: Die Liberalen hatten bislang zur Bedingung gemacht, dass Rot-Grün nicht nur eine Koalition, sondern sogar „Gespräche“ mit der Linken ausschließt. Fraktionschef Gregor Gysi hat das „Sprechverbot“ als „wirklich absurd“ und „auch grundgesetzwidrig“ bezeichnet. Aber was ist eigentlich dran an der Ampel? Ist das rot-grüne Angebot an die Liberalen nur ein taktischer Zug? Und was will die FDP? <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/tom-strohschneider/gehampel-mit-ampel-das-nrw-koalitionsgerangel-und-die-fdp" target="_blank">Weiter</a> auf <em>freitag.de</em></p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=9972&amp;md5=b9c58a135513c031a2382433ae2090b3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kühne These</title>
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		<pubDate>Wed, 12 May 2010 23:18:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Einzug der Linkspartei in den Düsseldorfer Landtag hat in Potsdam ein ganz spezielles Echo ausgelöst. Bei der Brandenburger Linken ist man erleichtert darüber, dass man nun nicht die eigene Regierungspolitik als Grund für einen nordrhein-westfälischen Misserfolg dingfest machen kann. Tatsächlich hatte es in der Linken Befürchtungen gegeben, dass sich die Kompromisse aus dem Brandenburger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Einzug der Linkspartei in den Düsseldorfer Landtag hat in Potsdam<br />
ein ganz spezielles Echo ausgelöst. Bei der Brandenburger Linken ist man erleichtert darüber, dass man nun nicht die eigene Regierungspolitik als Grund für einen nordrhein-westfälischen Misserfolg dingfest machen kann. Tatsächlich hatte es in der Linken Befürchtungen gegeben, dass sich die Kompromisse aus dem Brandenburger Koalitionsvertrag etwa in der Kohlepolitik und beim Thema Landeshaushalt negativ auf den NRW-Wahlkampf auswirken könnten. Fakt ist auch, dass Regierungsbeteiligungen der Linken in den westlichen Landesverbänden deutlich kritischer diskutiert werden als in den östlichen. &#8220;Der befürchtete Schaden ist nicht eingetreten&#8221;, konstatierte das <em>Neue Deutschland</em> in einem Artikel, in dem auch Brandenburgs Linksfraktionschefin Kerstin Kaiser mit den Worten zitiert wird, sie habe ohnehin nicht geglaubt, dass Rot-Rot schaden würde. Das sind zwei kecke Behauptungen, die sich allerdings kaum prüfen lassen. <span id="more-9960"></span>Denn kein Mensch kann sagen, wie das Ergebnis ohne Rot-Rot in Brandenburg ausgefallen wäre. Ob die in NRW erreichten 5,6 Prozent &#8211; sie bewegen sich eher im unteren Bereich der Umfragen &#8211; viel oder wenig sind, wie groß überhaupt der Einfluss der Brandenburger Landespolitik auf die Wahlentscheidung in Nordrhein-Westfalen gewesen sein mag &#8211; wer will das wissen? Was man sicher sagen kann: Wenn es einen Brandenburger Einfluss gegeben hat, dann war er nicht so furchtbar, dass er die Linke unter fünf Prozent gezogen hätte. Kritik am Mitregieren aber wird bleiben &#8211; die nächste Gelegenheit, das zu besichtigen, dürfte der Rostocker Parteitag am Wochenende bieten. Und auch in der auf Touren kommenden Programmdebatte spielt das Thema eine Rolle. Übrigens war am Mittwochabend in der ARD ein schönes Beispiel zu erleben, wie Medien mit der weithin als extremistisch, unseriös, nicht regierungsfähig usw. verschrienen NRW-Linken umgehen. Bei &#8220;Hart aber fair&#8221; wurde über die Folgen der NRW-Wahl diskutiert; am Tisch saßen ein Journalist, sowie Vertreter von CDU, SPD, Grünen und FDP, die sich über die Frage stritten, ob man mit &#8220;denen&#8221; (den Linken) koalieren oder überhaupt nur reden darf. &#8220;Die&#8221; waren nicht dabei. Das überholte Vier-Parteien-System hat sich noch einmal selbst bespiegelt. (vk)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=9960&amp;md5=808cfe0e2cfb38e2c4079f27a25a93dc" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gerüchteküche</title>
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		<pubDate>Tue, 11 May 2010 04:31:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Regierungsfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen 2010]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Regierungsbildung in Nordrhein-Westfalen liefert derzeit Stoff für viele Gerüchte. Solange die SPD, welche die Initiative zu Gesprächen beansprucht, nicht aktiv wird, geht das so weiter. Zwar beteuern maßgebliche Sozialdemokraten immer wieder, dass ihre geringschätzige Meinung über die Linke sich nicht geändert habe, aber eine Hintertür bleibt in allen Formulierungen einen Spalt breit offen – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Regierungsbildung in Nordrhein-Westfalen liefert derzeit Stoff für viele Gerüchte. Solange die SPD, welche die Initiative zu Gesprächen beansprucht, nicht aktiv wird, geht das so weiter. Zwar beteuern maßgebliche Sozialdemokraten immer wieder, dass ihre geringschätzige Meinung über die Linke sich nicht geändert habe, aber eine Hintertür bleibt in allen Formulierungen einen Spalt breit offen – nach der Wahl ist der Spalt sogar etwas größer geworden. Die Grünen zeigen sich da ein wenig offener, was den Druck auf Hannelore Kraft noch verstärkt. Niemand weiß im Moment Genaueres – außer manchen Beobachtern. Beispielsweise kann man <a href="http://www.berlinkontor.de/10.05.2010/linke-nrw-chef-soll-minister-werden.html" target="_blank">hier</a> nachlesen, dass eigentlich alles schon geritzt ist. Kraft soll „wild entschlossen“ sein, mit der Linken und den Grünen zu koalieren; man habe dem Linke-Spitzenkandidaten Wolfgang Zimmermann sogar schon das Arbeits- und Sozialministerium angeboten. Leider hat das Ganze keine Quelle; es ist eben ein Gerücht, wenngleich ein Nettes. An Gerüchten ganz anderer Art basteln Leute, die Rot-Grün-Rot um jeden Preis verhindern wollen.<span id="more-9905"></span></p>
<p>Politische und journalistische Gesinnungsprüfer durchleuchten – wie schon vor der Wahl – auch jetzt akribisch die neue Linksfraktion und sind auf der Jagd nach einer möglichst hohen Extremistenquote. Um die zu erreichen, darf man nicht kleinlich sein. Einigen Linksabgeordneten wird beispielsweise in anklagendem Ton vorgeworfen, dass sie die DDR für einen legitimen Versuch halten. Das ist offensichtlich ein mittelschweres Vergehen. Die Frage ist, was nach Meinung der Gesinnungsprüfer korrekt wäre: Die DDR als Verbrecherladen von Anfang an – etwas in der Art? Eine Abgeordnete der Linken kann sich nicht mit dem Begriff Unrechtsstaat anfreunden. Dass dieser politische Kampfbegriff unter Juristen schwer umstritten ist, das ist den Gesinnungsprüfern wurscht. Differenzierte Betrachtung offenbar sowieso. Da fragt man sich, wann beispielsweise die Unrechtsstaats-Leugnung unter Strafe gestellt wird. Der Berliner Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer sagte in Report Mainz dazu, es gebe &#8220;immer noch Personen innerhalb der Linken, die die DDR-Vergangenheit verklären und sie auch zu legitimieren versuchen&#8221;. Was soll das heißen: die DDR zu legitimieren versuchen? Hat sie womöglich gar nicht richtig existiert? Da wäre der Professor aus Berlin noch eine Erklärung schuldig.</p>
<p>Gerücht Nummer drei bezieht sich auf eine brachiale Lösung des Koalitionsproblems. Angeblich fühle die SPD bei den Linksabgeordneten vor, ob nicht ein Überläufer zu finden ist. Dann nämlich würde es für SPD + 1 und Grüne reichen. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, am Montag in einem Fernsehinterview danach befragt, antwortete vielsagend lächelnd, leider fielen Ostern und Weihnachten nur selten auf einen Tag. Ein Dementi war das beim besten Willen nicht. Vielleicht ist es ja nur ein Gerücht, dass es sich dabei um ein Gerücht handelt.</p>
<p>Definitiv kein Gerücht ist indessen, dass die Linkspartei es ablehnt, in NRW eine rot-grüne Minderheitsregierung zu tolerieren. Was vor zwei Jahren in Hessen noch diskutiert und versucht wurde, kommt offenbar nicht mehr in Frage. Die Linke, jetzt in sieben westdeutschen Landtagen vertreten, besteht darauf, als vollwertiger Partner akzeptiert zu werden. Thüringens Fraktionschef Bodo Ramelow bezeichnete eine Düsseldorfer Linksregierung inklusive Linke als Tauglichkeitstest für seine Partei. Man darf hinzufügen: Angesichts der Größe des Landes und seiner bundespolitischen Bedeutung würde der Tauglichkeitstest um einiges härter, als er etwa im Kleinstaat Saarland ausgefallen wäre. Insofern darf man einem künftigen Sozialminister Zimmermann schon jetzt alles Gute wünschen – falls das mehr ist als nur ein Gerücht. (wh)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=9905&amp;md5=306e37246044f0907acdbd2071956a49" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Verlierer gewinnt</title>
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		<pubDate>Mon, 10 May 2010 04:41:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es war eine lange Nacht und sie kennt einen zumindest zahlenmäßigen Gewinner, der selbst schon nicht mehr daran geglaubt hatte: Jürgen Rüttgers‘ CDU liegt am Ende in Nordrhein-Westfalen mit 6.200 Stimmen vorn – jener Mann, der am Wahlabend schon Interviews abgesagt und sich rar gemacht hatte. Schwarz-Gelb ist abgewählt, aber Rot-Grün hat keine Mehrheit. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://lafontaines-linke.de/wp-content/uploads/2010/05/Bild-24.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-9897" style="margin-bottom: 10px; margin-right: 200px;" title="Bild 2" src="http://lafontaines-linke.de/wp-content/uploads/2010/05/Bild-24-300x88.png" alt="Bild 2" width="300" height="88" /></a></p>
<p>Es war eine lange Nacht und sie kennt einen zumindest zahlenmäßigen <a href="http://www.wahlrecht.de/news/2010/landtagswahl-nordrhein-westfalen-2010.htm" target="_blank">Gewinner</a>, der selbst schon nicht mehr daran geglaubt hatte: Jürgen Rüttgers‘ CDU liegt am Ende in Nordrhein-Westfalen mit 6.200 Stimmen vorn – jener Mann, der am Wahlabend schon Interviews abgesagt und sich rar gemacht hatte. Schwarz-Gelb ist abgewählt, aber Rot-Grün hat keine <a href="http://www.wahlergebnisse.nrw.de/landtagswahlen/2010/aktuell/dateien/a133lw1000.html" target="_blank">Mehrheit</a>. Die Grünen haben noch einmal ihre Bereitschaft zu Gesprächen mit der CDU erklärt – wollen aber auch die Option Rot-Rot-Grün noch nicht zu den Akten legen. Die Linke warnt vor einer großen Koalition, diese „wäre nach diesem CDU-Desaster unverantwortlich“, sagte Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch der <em>Sächsischen Zeitung</em>. Die Linke sei bereit und „mit ihren politischen Inhalten selbstverständlich uneingeschränkt regierungsfähig“. Am Montag kommen in Berlin die Gremien der Parteien zusammen. Inzwischen ist auch die traditionelle <a href="http://www.benjamin-hoff.de/serveDocument.php?id=661&amp;file=8/3/598.pdf" target="_blank">Wahlnachtanalyse</a> von Benjamin Hoff erschienen: „Das Wahlergebnis der Linken kann als leichte Ausweitung der Stammwählerschaft interpretiert werden. Sie dürfte in NRW derzeit knapp an die Fünf-Prozenthürde heranreichen.“ Aber: Die Partei erhielt am Sonntag knapp 356.000 Stimmen weniger als bei der Bundestagswahl 2009. (tos)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=9884&amp;md5=69f769efea826f824a3c0542ffd68899" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wer wählte die Linke?</title>
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		<pubDate>Sun, 09 May 2010 20:13:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
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		<description><![CDATA[Es wird inzwischen etwas genauer auf das Wahlergebnis von Nordrhein-Westfalen geschaut. Infratest dimap hat Zahlen vorgelegt: Danach konnte die Linkspartei von allen Parteien Wähler hinzugewinnen (170.000) – sie verlor allerdings auch Anhänger ans stetig wachsende Lager der Nichtwähler (20.000). Die sind an Rhein und Ruhr wieder einmal stärkste Kraft geworden – nur zählt das eben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es wird inzwischen etwas genauer auf das Wahlergebnis von Nordrhein-Westfalen geschaut. Infratest dimap hat <a href="http://wahlarchiv.tagesschau.de/wahlen/2010-05-09-LT-DE-NW/index.shtml" target="_blank">Zahlen</a> vorgelegt: Danach konnte die Linkspartei von allen Parteien Wähler hinzugewinnen (170.000) – sie verlor allerdings auch Anhänger ans stetig wachsende Lager der Nichtwähler (20.000). Die sind an Rhein und Ruhr wieder einmal stärkste Kraft geworden – nur zählt das eben nicht. Der Anspruch der Linken, die Enttäuschten wieder an die Wahlurne zu bewegen, muss sich daran messen lassen. Da die Linkspartei in der zahlenmäßig starken Gruppe ab 60 eher schlechter punkten konnte, wirken sich die sieben Prozent bei den 45- bis 59-Jährigen nicht sonderlich aus. Das zeigt sich auch bei den Werten nach Tätigkeit: Bei Rentnern liegt die Linke mit vier Prozent unterdurchschnittlich, dem stehen die Erwerbslosen (15 Prozent) und Arbeitern (10 Prozent) gegenüber. Wieder haben mehr Männer als Frauen die Linke gewählt. Fast die Hälfte der Linkenwähler gibt an, dass „Schwarz-Gelb verhindern“ für die Wahlentscheidung sehr wichtig war. Interessanterweise war die Griechenland-Krise nur für drei Prozent der Linkenwähler ein wahlentscheidendes Thema. (tos)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=9878&amp;md5=a684a02f561ac7ee8cc6636848e5dabd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Hessen-Kopie</title>
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		<pubDate>Sun, 09 May 2010 18:28:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hannelore Kraft ist im Laufe des NRW-Wahlkampfes oft als „Kraftilanti“ tituliert und beschimpft – man kann auch sagen verhöhnt – worden. Und zwar von rechts. CDU und FDP haben nichts unversucht gelassen, die SPD-Spitzenfrau in der Linkspartei-Frage in die Ecke zu drängen und festzunageln: Entweder sollte sie einer Koalition unter Einbeziehung der Linken definitiv abschwören [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hannelore Kraft ist im Laufe des NRW-Wahlkampfes oft als „Kraftilanti“ tituliert und beschimpft – man kann auch sagen verhöhnt – worden. Und zwar von rechts. CDU und FDP haben nichts unversucht gelassen, die SPD-Spitzenfrau in der Linkspartei-Frage in die Ecke zu drängen und festzunageln: Entweder sollte sie einer Koalition unter Einbeziehung der Linken definitiv abschwören und sich damit selbst einer Machtoption berauben. Oder sie sollte sich zur rot-grün-roten Variante bekennen und damit Schwarz-Gelb eine scharfe Waffe für die Wahlkampfpolemik in die Hand geben. Von links sah man die Sache natürlich anders, freilich auch mit Hessen-Bezug: <span id="more-9868"></span>Kraft befinde sich, so hörte man aus der Linkspartei, in der Ypsilanti-Falle – sie wolle die Linksoption um jeden Preis vermeiden, statt damit gegen Schwarz-Gelb in die Offensive zu gehen. Kraft und Genossen entschieden sich fürs Lavieren: Man wolle Rot-Grün-Rot nicht, man brauche die Linke im Landtag nicht, sie sei nicht regierungsfähig, sie sei inhaltlich nicht nötig, Rot-Grün werde es allein schaffen. Immerhin – soviel hat man nicht von Hessen, sondern aus dem sozialdemokratischen Hessen-Debakel gelernt – vermied es Kraft, Rot-Grün-Rot absolut und verbindlich auszuschließen. Was ihr von Rüttgers immer wieder als eine Art Hochverrat an der Demokratie vorgeworfen wurde.</p>
<p>Zumindest in den ersten Stunden nach Schließung der Wahllokale an Rhein und Ruhr ist nicht klar, wohin in Düsseldorf die Regierungsreise geht. Schwarz-Gelb ist abgewählt, aber im Spektrum Schwarz-Grün, Rot-Grün, Schwarz-Rot bzw. Rot-Schwarz und Rot-Grün-Rot ist vorerst alles möglich. Angesichts der Ungewissheit ist eine kleine historische Parallele von Interesse. Denn das nordrhein-westfälische Wahlergebnis ist nahezu ein Abziehbild jenes hessischen Wahlergebnisses vom Januar 2008, dem ein Jahr Hauen und Stechen, die Demontage der SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti und schließlich der selbst verschuldete Absturz der hessischen Sozialdemokratie folgten – und ein weiterregierender CDU-Ministerpräsident Roland Koch.</p>
<p>Für den sah es allerdings sehr finster aus, als am Abend des 27. Januar 2008 die Landtagswahl in Hessen zu Ende gegangen war. Die Koch-CDU hatte mehr als zehn Prozent verloren – ganz ähnlich wie jetzt die Rüttgers-CDU. Die SPD hatte mit einer Frau an der Spitze, die der Parteirechten ein Dorn im Auge war, im Wahlkampf eine unerwartet erfolgreiche Aufholjagd hingelegt und ging praktisch gleichauf mit der CDU durchs Ziel. Die Linke schaffte erstmals den Einzug in den Landtag und brachte die althergebrachte Parteienarithmetik durcheinander: keine Mehrheit mehr für Schwarz-Gelb oder Rot-Grün. Um eine große Koalition zu vermeiden, die angesichts der Unbeliebtheit des amtierenden Ministerpräsidenten Roland Koch niemand in der SPD wollte und bei der wegen des knappen Wahlausgangs beide Seiten erbittert die Führung beansprucht hätten, sondierte Andrea Ypsilanti nicht nur mit den Grünen, sondern auch ganz nach links. Allerdings wurden ihr dann von einigen Genossen aus den eigenen Reihen die Beine weggehauen.</p>
<p>Soweit die Geschichte. Für die Gegenwart bietet sie einige Lehren an. Ob sie beherzigt werden, müssen die nächsten Tage zeigen. Dabei wird die Linke im Wort stehen: Ein Politikwechsel werde an ihr nicht scheitern, hatte sie immer wieder erklärt. Was heißt: Wenn wesentliche Inhalte stimmen und die Partner es wollen, wird mitregiert. In Hessen stand man seinerzeit kurz vor einem Tolerierungsvertrag für eine rot-grüne Minderheitsregierung, bei dem natürlich auch die Linke sichtbare Zugeständnisse machen musste. Gewiss hat mancher Linke aufgeatmet, als es zu dieser Nagelprobe nicht kam, und insgeheim den SPD-Dissidenten gedankt. Mal sehen, was diesmal aus der politischen Mitte-Links-Mehrheit wird.</p>
<p>Übrigens räumte das NRW-Wahlergebnis wieder einmal mit einer liebevoll gepflegten Legende auf, derzufolge SPD, Linke und Grüne sich im gleichen Wählerreservoir gegenseitig die Stimmen abjagen und die Linke der SPD und den Grünen schade. NRW hat gezeigt: Bei überzeugenden Wahlangeboten können alle drei Parteien gewinnen bzw. erfolgreich abschneiden. (wh)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=9868&amp;md5=1730f1c0d0ab835763bd0489933e9b43" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Von NRW nach NRW</title>
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		<pubDate>Sun, 09 May 2010 17:39:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Dietmar Bartsch]]></category>
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		<description><![CDATA[Man konnte es auch noch kurz vor Schließung der Wahllokale hören: Die Linkspartei in Nordrhein-Westfalen sei weder regierungsfähig noch koalitionswillig. Es war nicht die Konkurrenz, die da im Fernsehsender Phoenix abermals die Gebetsmühle drehte. Sondern ein Politikwissenschaftler, eingeladen als unabhängiger Experte. Die Episode vom Wahlsonntag illustriert, welchen Wert der Einzug der Linken in den Düsseldorfer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man konnte es auch noch kurz vor Schließung der Wahllokale hören:<br />
Die Linkspartei in Nordrhein-Westfalen sei weder regierungsfähig noch koalitionswillig. Es war nicht die Konkurrenz, die da im Fernsehsender Phoenix abermals die Gebetsmühle drehte. Sondern ein Politikwissenschaftler, eingeladen als unabhängiger Experte. Die Episode vom Wahlsonntag illustriert, welchen Wert der Einzug der Linken in den Düsseldorfer Landtag wirklich hat: Die Partei musste sich gegen eine übergroße Koalition aus Parteien und Öffentlichkeit behaupten.<span id="more-9854"></span></p>
<p>Wenn CDU und FDP ihr Heil in einem bisweilen lächerlich wirkenden Antikommunismus suchten, dann sagte das vor allem etwas über ihre – wie sich nun zeigt – berechtige Sorge aus, am Wahltag für Landes- und Bundespolitik abgestraft zu werden. Allen Ernstes behauptete man, mit der Linkspartei an der Regierung würde die „sozialistische Planwirtschaft“ eingeführt, jedes Kind könne „Haschisch im Supermarkt kaufen“ und die Leute „hätten dann nur noch einen Tarifvertrag und ein Einheitshandy“. Ein Anti-Wahlkampf, der auf das Ressentiment setzte, das eigene Klientel mobilisieren und vor allem die Sozialdemokraten treffen sollte. Und Hannelore Kraft tappte dann ja auch mit mindestens einem Bein in die Ypsilanti-Falle.</p>
<p>Bei großer inhaltlicher Übereinstimmung in landespolitischen Fragen und trotz der Aussicht auf ein gemeinsames bundespolitisches Signal gegen Schwarz-Gelb verlegten sich die Sozialdemokraten auf einen Anti-Wahlkampf bar jeder inhaltlichen Auseinandersetzung. Nicht die Vorstellungen der Linken, zu der neben den Zielen immer auch die Kompromissbereitschaft zählt, wurde zum Argument, sondern das angebliche Betragen einer Partei. Kraft und Co. plapperten nach, was ihnen die veröffentlichte Meinung soufflierte. Am Ende wusste auch Sigmar Gabriel das Schauermärchen von den verstaatlichten Pommesbuden zu erzählen.</p>
<p>Der SPD-Chef hätte sich stattdessen einmal eine nahe liegende Frage stellen sollen: Warum erheben es die Sozialdemokraten zum erklärten Ziel, eine Partei aus dem Landtag herauszuhalten, die in wichtigen Fragen wie dem Mindestlohn, der Bürgerversicherung, der Schulreform, des Atomausstiegs, der Regulierung der Finanzmärkte und und und ein Bündnispartner sein könnte. Und warum gab es eine ähnliche Kampagne nicht gegen die Steuersenkungsirren von der FDP? Nun stellen sich die Sozialdemokraten als Sieger dar – eine Partei, die noch einmal Prozente verloren hat.</p>
<p>Wie es in NRW weitergeht, werden erst die nächsten Tage zeigen. Ob die Linke die Gelegenheit erhält, sich politisch in die Koalitionsbildung einzumischen, bleibt zunächst offen. Ihr Bundesgeschäftsführer hat am Sonntagabend von einem „grandiosen Tag“ und einem „großen Sieg“ gesprochen. Dietmar Bartsch war die besondere Freude anzumerken – der oberste Wahlkampfmanager wird sein Amt mit beachtlicher Bilanz verlassen. Die Linke ist heute in 13 Landtagen vertreten, sie ist im Westen etabliert. Nach den heftigen Streitereien der vergangenen Monate sorgt das für Ruhe vor dem Parteitag in Rostock. Dort wird die Partei am kommenden Wochenende nicht nur einen kompletten Führungswechsel vollziehen, sondern auch ihre Gründungsphase abschließen. Begonnen hatte diese Geschichte vor fünf Jahren – nach einer Wahl in Nordrhein-Westfalen. (tos)</p>
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