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	<title>Lafontaines Linke &#187; Wahlen 2009</title>
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		<title>Messfehler?</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 08:01:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der aktuelle Saarlandtrend war noch nicht veröffentlicht, da hat der Landeschef der Linken, Rolf Linsler, schon die Ergebnisse zurückgewiesen und von einem Messfehler gesprochen: Die Partei rutscht in der Umfrage ab, hatte zuletzt bei Wahlen aber stets besser abgeschnitten, als von den Demoskopen vorausgesagt]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der aktuelle Saarlandtrend war noch nicht veröffentlicht, da hat der Landeschef der Linken, Rolf Linsler, schon die Ergebnisse <a href="http://www.dielinke-saar.de/nc/politik/presse/detail/zurueck/aktuelles/artikel/rolf-linsler-saarlandtrend-misst-fuer-die-linke-immer-falsches-ergebnis/" target="_blank">zurückgewiesen</a>: „Wir kennen die Ergebnisse des neuen Saarlandtrends nicht, die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass die Umfrageergebnisse für die Linke kräftig nach oben korrigiert werden müssen.“ Inzwischen ist der Ausgang der Befragung veröffentlicht, die Linkspartei kommt auf zwölf Prozent &#8211; fünf Punkte weniger als vor einem Jahr und fast zehn Prozent hinter dem Ergebnis der Landtagswahl von 2009. Linsler ging im Voraus schon davon aus, „dass der jetzige vom Saarlandtrend gemessene Wert“ für seine Partei „um fünf bis sechs Prozent nach oben korrigiert werden muss“. Schließlich hätten die tatsächlichen Wahlergebnis der Linken in der Vergangenheit stets in dieser Höhe über den Ergebnissen der <a href="http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/saarland.htm" target="_blank">Umfragen</a> gelegen. Vor der Landtagswahl 2009 wurden 15 Prozent gemessen &#8211; die Linke holte dann 21,3 Prozent; vor der Bundestagswahl 2005 wurde die Partei auf 13 Prozent taxiert, erreichte dann aber 18,5 Prozent. Linsler hat nun darum gebeten, „bei der Berichterstattung über den Saarlandtrend auf diesen systematischen Messfehler hinzuweisen“. Der Saarländische Rundfunk <a href="http://www.sr-online.de/nachrichten/30/1323449.html" target="_blank">hat das getan</a>, zitiert zugleich aber den Generalsekretär der Landes-CDU, der die Linkspartei als klaren Verlierer der Umfrage bezeichnete und erklärte, dass „billiger Populismus“ bei den Menschen offenbar nicht mehr ankomme. Die Union, welche die Ministerpräsidentin stellt, stagniert seit den letzten Wahlen beim Saarlandtrend &#8211; die SPD hat ihren Vorsprung leicht ausgebaut und feierte nun die „Herbstmeisterschaft“. Jamaika, das hat der Landeschef der Sozialdemokraten, Heiko Maas, hervorgehoben, habe keine Mehrheit mehr. Wenn auch nur in der Sonntagsfrage liegt die rot-rote Opposition mit 47 Prozent vorn. (vk)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=23347&amp;md5=ee52ed3169d574bfcdbd23b75a6f778e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Richtige Richtung</title>
		<link>http://www.lafontaines-linke.de/2011/11/richtige-richtung-bverfg-karlsruhe-urteil-sperrklausel-starre-listen-reaktionen/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Nov 2011 22:59:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Werner Drebius]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Karlsruher Urteil zur Sperrklausel bei Europawahlen hat bei Linken, Grünen und Piraten für Beifall gesorgt - und die Forderung nach einem Ende der Fünfprozent-Hürde auch bei den Bundestagswahlen bestärkt. In der Entscheidung steckt aber noch mehr, unter anderem eine hochmütige Watsche für das Europaparlament und eine Bestärkung des Systems der immer wieder kritisierten starren Listen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das <a href="http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/cs20111109_2bvc000410.html" target="_blank">Karlsruher Urteil</a> zur Sperrklausel bei Europawahlen hat bei Linken, Grünen und Piraten für Beifall gesorgt &#8211; und die Forderung nach einem Ende der <a href="http://www.wahlrecht.de/lexikon/fuenf-prozent-huerde.html" target="_blank">Fünfprozent-Hürde</a> auch bei den Bundestagswahlen bestärkt. Die (eher knappe) Entscheidung sei „ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, <a href="https://www.die-linke.de/nc/presse/presseerklaerungen/detail/zurueck/presseerklaerungen/artikel/fuenfprozenthuerde-ist-undemokratisches-relikt/" target="_blank">sagte der</a> Bundesgeschäftsführer der Linken, Werner Dreibus. Die Klausel wäre „ein undemokratisches Relikt, das nicht in die Zeit passt“, Wahlergebnisse verzerrt und Politikverdrossenheit stärkt. „Wer ja zur Demokratie sagt, muss auch Vertrauen in die Bürgerinnen und Bürger haben.“ Parlamentsgeschäftsführerin Dagmar Enkelmann <a href="http://www.presseportal.de/pm/57706/2144575/saarbruecker-zeitung-linke-wollen-fuenf-prozent-huerde-jetzt-auch-bei-bundestagswahlen-kippen" target="_blank">meinte</a> mit Blick auf die Klausel bei Bundestagswahlen: „Ich bin dafür, sie zu kippen.“ Ausformuliert ist die Forderung bereits in einem <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/058/1705896.pdf" target="_blank">Antrag der Linken</a> zur Änderung des Wahlrechts vom Mai dieses Jahres &#8211; nicht zuletzt entspricht sie den Zielen von Organisationen wie <em>Mehr Demokratie</em>. „Wenn die Bürgerinnen und Bürger immer unterschiedlichere Ansichten und Lebensstile haben, muss sich das auch bei den Volksvertretern widerspiegeln&#8221;, <a href="http://www.mehr-demokratie.de/6033.html?&amp;tx_ttnews[backPid]=5859&amp;tx_ttnews[tt_news]=11369&amp;cHash=fb31d4ae52ecbd9fca99800b4a83c5f7" target="_blank">erklärte</a> Vorstandssprecher Michael Efler. Die Grünen <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article13706857/5-Prozent-Huerde-bei-Europawahl-verfassungswidrig.html" target="_blank">legten einen</a> etwas anderen Schwerpunkt und meinen, da das Urteil auf den Grundsatz der Wahlrechtsgerechtigkeit abhebe, dass es auch ein Signal für den bevorstehenden Verfassungsstreit um Überhangmandate sei. <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,796887,00.html" target="_blank">So sieht das auch</a> der Politikwissenschaftler Joachim Behnke: „Die Chancen, dass das neue Wahlgesetz sofort wieder vom Verfassungsgericht kassiert werden könnte, scheinen mit dem vorliegenden Urteil also noch einmal gestiegen.“</p>
<p>Bei den <a href="http://www.bundeswahlleiter.de/de/europawahlen/EU_BUND_09/ergebnisse/bundesergebnisse/" target="_blank">Europawahlen 2009</a> waren wegen der Sperrklausel nur sechs Parteien berücksichtigt worden &#8211; nämlich die so genannten Etablierten: CDU, SPD, Grüne, FDP, Die Linke, CSU. Nicht in die Verteilung der Sitze einbezogen wurden die Sonstigen, die zusammen auf 10,8 Prozent gekommen waren. „Hiervon hätten ohne die Sperrklausel sieben weitere Parteien und politische Vereinigungen einen Sitz oder zwei Sitze im Europäischen Parlament errungen“, urteilt das Bundesverfassungsgericht. Zum Beispiel die Freien Wähler, die Renter und die Familienpartei. Sie und andere hätten, ohne Hürde, den bunten Reigen der über 160 nationalen Parteien im Europaparlament vergrößert. Das Tohuwabohu ist freilich gar nicht so groß &#8211; die Vielfalt ordnet sich in sieben Fraktionen.</p>
<p>Die Befürworter der Klausel haben stets das Argument der Funktionsfähigkeit des Parlaments, sozusagen der Stabilität der Demokratie ins Feld geführt. Christian Rath hat in der <em>Tageszeitung</em> auf <a href="https://www.taz.de/Kommentar-Fuenf-Prozent-Klausel/!81581/" target="_blank">etwas hingewiesen</a>, dass im Lichte der Umfragen ein ebenso nahe liegender Gedanke ist: Eine Absenkung der Sperrklausel könnte derzeit „etablierten Parteien wie der FDP und bald vielleicht auch der Linken nützen. Das sind politische Kräfte, die in den nächsten Jahrzehnten vermutlich nicht von der politischen Bildfläche verschwinden, zurzeit aber eine Durststrecke überwinden müssen“. Fällt die Fünfprozent-Hürde oder wird sie gesenkt, wäre das ein Beitrag „also nicht nur für mehr Offenheit und Differenzierung, sondern auch für Kontinuität“. Ines Wallrodt meint im <em>Neuen Deutschland</em> <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/210779.kippt-sie-ganz.html" target="_blank">hingegen</a>: „Die Etablierten sollten ihre Unattraktivität nicht dadurch kompensieren dürfen, dass sie einfach die Konkurrenz aussperren.“</p>
<p>Ein Blick auf die <a href="http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_09/ergebnisse/bundesergebnisse/index.html" target="_blank">Ergebnisse der Bundestagswahl</a> vom September 2009 legt nahe, dass hinter den sechs im Bundestag vertretenen Parteien lange Zeit erst einmal nichts kommt und dann die Piraten mit 2 Prozent und die NPD mit 1,8 Prozent. Mag sein, dass es noch andere durch die Sperrklausel am Einzug ins Parlament gehinderte Kräfte gibt. Aber diese sind es tatsächlich: Splitter. Wäre ihr Ergebnis anders ausgefallen, wenn das taktische Element, das durch die Sperrklausel gestärkt wird, fehlte? Würde für Tierschutz und Bibeltreue jemand im Bundestag sitzen? Hätten die Piraten mehr erhalten? Würde so die „Politikverdrossenheit“ tatsächlich eingedämmt?</p>
<p>Es taucht in der Diskussion über das Karlsruher Urteil vom Mittwoch aber noch <a href="http://blog.wawzyniak.de/?p=3756" target="_blank">eine andere Frage</a> auf: Welche europapolitische Botschaft steckt darin? Heribert Prantl ist in der <em>Süddeutschen</em> <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/sperrklausel-urteil-des-verfassungsgerichts-ist-eh-schon-wurst-1.1185059" target="_blank">regelrecht empört</a>: Die Entscheidung sei „ärgerlich, mehr noch &#8211; sie ist hanebüchen“, weil sie das Europaparlament „missachtet“. Dabei geht es unter anderem um folgende Passage aus der Begründung: „Die Fünf-Prozent-Sperrklausel findet bei der Wahl zum Deutschen Bundestag ihre Rechtfertigung im Wesentlichen darin, dass die Bildung einer stabilen Mehrheit für die Wahl einer handlungsfähigen Regierung und deren fortlaufende Unterstützung  nötig ist (&#8230;). Eine vergleichbare Interessenlage besteht auf europäischer Ebene nach den europäischen Verträgen nicht. Das Europäische Parlament wählt keine Unionsregierung, die auf seine fortlaufende Unterstützung angewiesen wäre. Ebenso wenig ist die Gesetzgebung der Union von einer gleichbleibenden Mehrheit im Europäischen Parlament abhängig, die von einer stabilen Koalition bestimmter Fraktionen gebildet würde und der eine Opposition gegenüberstünde.“</p>
<p>Den Tenor fasst Prantl so zusammen: „Wenn es ums Europaparlament geht, ist eh schon alles Wurst, ist eh schon alles egal; es kommt dort, in diesem angeblichen europäischen Durcheinander, auf noch ein paar Kleinst- und Splitterparteien mehr auch nicht mehr an &#8230; Bei so einer Begründung kann man nur sagen: Danke, liebes Verfassungsgericht, für eine solche Stärkung der europäischen Demokratie!“ Und in der <em>Berliner Zeitung</em> sieht es Christian Bommarius <a href="http://www.berliner-zeitung.de/meinung/kommentar-europa-hat-kein-parlament,10808020,11126036.html" target="_blank">genauso</a>: „Man kann dem europäischen Parlament natürlich auch anders bescheinigen, dass es kein echtes Parlament, kein Kontrolleur der Exekutive ist, aber so geht es natürlich auch.“</p>
<p>Im allgemeinen Echo auf die Karlsruher Entscheidung ein wenig unter geht übrigens der zweite Teil des Urteils, der sich dem System der starren Listen bei der Europawahl widmet. Die Beschwerde läuft daraus hinaus, dass starre Listen in die Grundsätze der unmittelbaren und freien Wahl der Abgeordneten durch den Wähler eingreifen. „Würden die Parteien die Abgeordneten erst nach der Wahl benennen, wäre die Beeinträchtigung der Freiheit und Unmittelbarkeit offensichtlich. Es könne aber keinen Unterschied machen, ob die Bestimmung der einzelnen Abgeordneten durch die Parteien vor oder nach der Wahl erfolge. In beiden Fällen habe der Wähler keine Möglichkeit, sich für einzelne Abgeordnete zu entscheiden, und müsse die Vorgaben der Parteien durch die von ihnen durchgeführte Reihung akzeptieren“, fassen die Karlsruher Richter das Problem zusammen. Es sei „wahrscheinlich, dass bei der Wahl mit freien Listen sich das Kontingent der deutschen Abgeordneten anders zusammengesetzt hätte“.</p>
<p>Starre Listen sind nach dem Urteil zwar weiter zulässig, <a href="https://www.piratenpartei.de/Pressemitteilung/f%C3%BCnf-prozent-h%C3%BCrde-bei-europawahlen-verfassungswidrig" target="_blank">kritisiert</a> Andreas Popp, der Spitzenkandidat der Piratenpartei bei der Europawahl war. „Das heißt aber keineswegs, dass sie gut sind.“ Er sprach sich für ein Wahlrecht aus, „das den Wählern mehr Einfluss auf die Zusammensetzung der Parlamente gewährt. Die Wähler müssen entscheiden können, wer sie politisch vertritt, nicht die Parteigremien.“ (tos)</p>
<p>&nbsp;</p>
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 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=23165&amp;md5=db36897287363bd9a18a5dafb18baedc" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Saarländer Allianzen</title>
		<link>http://www.lafontaines-linke.de/2011/02/saarland-allianzen-jamaika-linke-schulreform-wahlanfechtung/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Feb 2011 07:08:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von einer „neuen Politik-Verbindung“ ist nun im Saarland schon die Rede - die Linkspartei will die Schulreform der Jamaika-Regierung unterstützen, welche die SPD ablehnt, weil sie ihr nicht weit genug geht. Die Entscheidung, die Landesvorstand und Fraktion am Mittwochabend in Dillingen trafen, hat zwei Facetten: eine politisch-inhaltliche, in der es um die Zugeständnisse geht, die das Bildungsministerium den Linken macht, damit diese die nötigen Stimmen für die Verfassungsänderungen geben; eine parlamentarisch-kulturelle, schließlich war es vor allem die Linkspartei, die das Jamaika-Bündnis nach den Wahlen von 2009 als halbkriminelle Veranstaltung und Bündnis des Wahlbetrugs gegeißelt hatten. Nun also kooperiert man]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von einer „neuen Politik-Verbindung“ ist nun im Saarland schon <a href="http://www.saarbruecker-zeitung.de/aufmacher/lokalnews/Saarbruecken-Schulreform-Parteien-Gemeinschaftsschule-Verfassung-Linke-Reform;art27857,3636769" target="_blank">die Rede</a> &#8211; die Linkspartei will die Schulreform der Jamaika-Regierung unterstützen, welche die SPD ablehnt, weil sie ihr nicht weit genug geht. Die Entscheidung, die Landesvorstand und Fraktion am <a href="http://www.dielinke-saar.de/nc/politik/presse/detail/zurueck/aktuelles/artikel/saar-linke-entscheidet-am-mittwochabend-ueber-ihre-haltung-zur-schulreform/" target="_blank">Mittwochabend</a> in Dillingen trafen, hat zwei Facetten: eine politisch-inhaltliche, in der es um die <a href="http://www.dielinke-saar.de/politik/aktuelles/gemeinschaftsschule/" target="_blank">Zugeständnisse</a> geht, die das Bildungsministerium den Linken macht, damit diese die nötigen Stimmen für die Verfassungsänderungen geben; eine parlamentarisch-kulturelle, schließlich war es vor allem die Linkspartei, die das Jamaika-Bündnis nach den Wahlen von 2009 als halbkriminelle Veranstaltung und Bündnis des Wahlbetrugs gegeißelt hatten. Nun also kooperiert man.</p>
<p>Landtags-Fraktionschef Oskar Lafontaine wies im <em>Saarländischen Rundfunk</em> allerdings <a href="http://www.sr-online.de/nachrichten/30/" target="_blank">darauf hin</a>, dass die Linke kein Mehrheitsbeschaffer für Jamaika sei, sondern die Partei, die mit der Forderung nach Gemeinschaftsschule in den Wahlkampf gezogen war, diese nicht ablehnen könne, nur weil sie von CDU, FDP und der Hubert-Ulrich-Partei vorgeschlagen wurde. Zumal, und das soll den Ausschlag gegeben haben, der federführende Minister Klaus Kessler von den Grünen der Linkspartei in wichtigen Fragen entgegengekommen sei &#8211; etwa 90 neue Stellen gegen Unterrichtsausfall. Die SPD will der Verfassungsänderung nicht zustimmen, weil ihr die Schulreform nicht weit genug geht. Die <em>Saarbrücker Zeitung</em>, die der Linkspartei nicht unbedingt fern steht, hat die Entscheidung als „schlüssig“ vorausgesehen und <a href="http://www.saarbruecker-zeitung.de/aufmacher/lokalnews/Saarbruecken-Schulreform-Parteien-Gemeinschaftsschule-Verfassung-Linke-Reform;art27857,3636769" target="_blank">interpretiert</a> das Ja auch als Versuch der Linken, zu zeigen, dass sie die Schulpolitik maßgeblich gestalten kann „und nicht (mehr) als Fundamentalopposition wahrgenommen“ will. Anzumerken ist, dass die Linkspartei nicht zum ersten Mal parlamentarisch mit Jamaika in einer Reihe steht, in dieser Woche zum Beispiel steht ein Antrag zur Beamtenbesoldung im Landtag auf der Tagesordnung, den alle Fraktionen gemeinsam einreichen &#8211; auch die SPD.</p>
<p>Es gibt in diesen Tagen noch eine zweite Jamaika-Linke-Kooperation. Am Donnerstag stehen im Landtag die <a href="http://www.landtag-saar.de/de/dokumente/Ag14_0404.pdf" target="_blank">Einsprüche</a> gegen die Landtagswahl zur Abstimmung, die <em>Tageszeitung</em> <a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/alle-lieben-neunkirchen/" target="_blank">berichtet</a> im Voraus, CDU, FDP, Grüne und Linke würden diese ablehnen &#8211; aber für CDU und Linke sei damit eine „peinliche Causa längst noch nicht aus der Welt“. Es geht um Vorwürfe, welche die SPD gegen die CDU erhebt und bei denen gefälschte Stimmzettel im Wahlkreis Neunkirchen sowie unerlaubte Wahlwerbung durch die Staatskanzlei von Peter Müller im Raum stehen. Bei der Linken werden „chaotische Zustände bei der Listenaufstellung“ moniert &#8211; und zwar aus den eigenen Reihen. Ein Politiker der CDU, die sonst keine Gelegenheit auslässt, auf die Linke einzudreschen, wird mit den Worten zitiert, im Falle der Lafontaine-Partei stehe doch „Aussage gegen Aussage“. Und die rechtspolitische Sprecherin der Linksfraktion Birgit Huonker meint zu den Vorwürfen gegen die CDU, diese wiegen zwar schwer, hätten doch aber nicht die Wahl mitentschieden. Die Sozialdemokraten würden sich, schreibt die <em>Tageszeitung</em>, über die „merkwürdige Allianz“ wundern &#8211; und gleich nach der schwarz-gelb-grün-roten Verwerfung der Einsprüche im Landtag das Landesverfassungsgericht anrufen. (tos)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=18021&amp;md5=299706c8ec8f9c6b371a782dc32f5c5c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Rot-rot-grüne Defensive</title>
		<link>http://www.lafontaines-linke.de/2010/04/rot-rot-gruen-wahlergebnisse-karten-riebau/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Apr 2010 07:06:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Rot-Rot-Grün]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen 2005]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen 2009]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Herbst 2005 gewann das rot-rot-grüne Lager in 136 Wahlkreisen 40 Prozent und mehr der Zweitstimmen aller Wahlberechtigten. Bei den Bundestagswahlen 2009 waren es nur noch 21 Wahlkreise. Was kann man aus elektoralen Daten über die Chancen und Schwierigkeiten einer solidarischen Mehrheit lernen? Ulf Riebau hat Aspekte einer rot-rot-grünen Bundestagswahlanalyse 2009 zusammengetragen &#8211; das mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://lafontaines-linke.de/wp-content/uploads/2010/04/Bild-1.png"><img class="alignleft size-full wp-image-8862" style="margin-bottom: 10px; margin-right: 200px;" title="Bild 1" src="http://lafontaines-linke.de/wp-content/uploads/2010/04/Bild-1.png" alt="Bild 1" width="280" height="160" /></a></p>
<p>Im Herbst 2005 gewann das rot-rot-grüne Lager in 136 Wahlkreisen<br />
40 Prozent und mehr der Zweitstimmen aller Wahlberechtigten. Bei den Bundestagswahlen 2009 waren es nur noch 21 Wahlkreise. Was kann man aus elektoralen Daten über die Chancen und Schwierigkeiten einer solidarischen Mehrheit lernen? Ulf Riebau hat <em>Aspekte einer rot-rot-grünen Bundestagswahlanalyse 2009</em> zusammengetragen &#8211; das mit vielen Karten und Diagrammen illustrierte Papier gibt es <a href="http://vg04.met.vgwort.de/na/7118f8903d484c18b06b04d6396b5486?l=http://www.uri-text.de/20100406_BTW09_Analyse_rrg1_uri-text.pdf" target="_blank">hier</a>. (tos)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=8851&amp;md5=511d478a076ca15b97bf24c3122ac7c5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Klage in Kiel</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 06:19:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Schleswig-Holstein]]></category>
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		<description><![CDATA[Nachdem die Linke in Schleswig-Holstein kürzlich durch Nachzählung der Stimmen ein sechstes Landtagsmandat bekommen hat, geht es nun ums Ganze: Die Partei reichte Klage beim Landesverfassungsgericht gegen die Sitzverteilung im Landtag ein. Diesmal geht es nicht um korrekt oder unkorrekt gezählte Wählerstimmen, sondern um Grundlagen des Wahlrechts im Nordwesten. Bei der Wahl am 27. September [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem die Linke in Schleswig-Holstein kürzlich durch Nachzählung<br />
der Stimmen ein sechstes Landtagsmandat bekommen hat, geht es nun ums Ganze: Die Partei <a href="http://www.linksfraktion-sh.de/nc/presse/detail/zurueck/aktuelles/artikel/die-linke-klagt-beim-landesverfassungsgericht-gegen-die-wahlfeststellung/" target="_blank">reichte</a> Klage beim Landesverfassungsgericht gegen die Sitzverteilung im Landtag ein. Diesmal geht es nicht um korrekt oder unkorrekt gezählte Wählerstimmen, sondern um Grundlagen des Wahlrechts im Nordwesten. Bei der Wahl am 27. September hatten CDU und FDP zwar nach den absoluten Stimmen keine Mehrheit erzielt; die Umrechnung in Landtagsmandate allerdings ergab einen Vorsprung für Schwarz-Gelb von drei Mandaten gegenüber der Opposition aus SPD, Grünen, Linkspartei und Südschleswigschem Wählerverband (SSW). Aus dem vorläufigen 49:46 wurde ein 48:47, als die FDP im Rahmen der Ergebniskorrektur einen Sitz an die Linke abgeben musste. Gegenstand der nun eingereichten Klage ist die Regelung zu den Überhangmandaten, die aus einer krassen Differenz zwischen den Erst- und den Zweitstimmen für die CDU resultieren und die Schwarz-Gelb den Vorsprung bescherten. Wären alle Überhangmandate der CDU ausgeglichen worden, stünde es im Landtag 51:50 gegen Schwarz-Gelb; die Regierung Carstensen hätte keine Grundlage mehr. Allerdings glich die Landeswahlleiterin eben nicht alle Überhangmandate aus, sondern nur einen Teil und berief sich dabei auf das Landeswahlgesetz.<span id="more-6445"></span></p>
<p>Die Linke spricht nun vom ignorierten Wählerwillen  und von einer Scheinmehrheit der Landesregierung. Bemängelt wird zudem, dass Beschwerden gegen das ganze Verfahren bislang die Landeswahlleiterin selbst prüfte &#8211; erwartungsgemäß erkärte sie ihre eigene Arbeit für einwandfrei. Auch Grüne und SSW hatten nach der Wahl angekündigt, gegen die umstrittene Mandatsverteilung zu klagen; nun ist ihnen die Linke zuvorgekommen. Deren Fraktionschef Heinz-Werner Jezewski fasste die etwas schwierige Materie in einem griffigen Bild zusammen: &#8221; Durch das sechste Mandat nach der Neuauszählung haben wir das Stück Kuchen bekommen, das wir schon im September bezahlt hatten. Die Bäckerei aber betreiben weiterhin CDU und FDP, obwohl Wählerinnen und Wähler dies anders entschieden haben.&#8221; (wh)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=6445&amp;md5=6462107ebb6f84815ad04908df7f0c4c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Fünf plus eins</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jan 2010 19:42:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Schleswig-Holstein]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen 2009]]></category>

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		<description><![CDATA[Fast vier Monate mussten vergehen, bis die unkorrekte Auszählung der Landtagswahl in Schleswig-Holstein korrigiert wurde. Obwohl die Linke schon kurz nach der Wahl am 27. September darauf hingewiesen hatte, dass ihr offensichtlich in einigen Wahlbezirken zu wenige Stimmen angerechnet wurden, schob die Landeswahlleiterin die Angelegenheit auf die lange Bank. Am Freitag nun, nach Überwindung diverser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fast vier Monate mussten vergehen, bis die unkorrekte Auszählung der Landtagswahl in Schleswig-Holstein korrigiert wurde. Obwohl die Linke schon kurz nach der Wahl am 27. September darauf hingewiesen hatte, dass ihr offensichtlich in einigen Wahlbezirken zu wenige Stimmen angerechnet wurden, schob die Landeswahlleiterin die Angelegenheit auf die lange Bank. Am Freitag nun, nach Überwindung diverser bürokratische Hürden, ergab die Nachzählung im Wahlbezirk Husum 003, dass die Linkspartei 32 Zweitstimmen mehr erreichte als nach dem zunächst festgestellten Ergebnis. Das ist nicht viel, aber dennoch von entscheidender Bedeutung: Denn nur vier Stimmen hatten der Linken für ein sechstes Landtagsmandat gefehlt. Dieses ist nun fällig; es geht an den 25-jährigen Björn Thoroe. Im Gegenzug verliert die FDP ein Mandat, weshalb die Kieler CDU-FDP-Regierung sich im Landtag nur noch auf eine Stimme Mehrheit stützen kann. Ein Linkspartei-Vertreter hatte sich dieser Tage gerechtfertigt, es gehe seiner Partei um das Vertrauen der Bürger in eine korrekte Wahl und nicht um das sechste Mandat. Warum eigentlich nicht? Es ist schließlich nicht ehrenrührig, sein Recht zu verlangen. Deutlich weiter ging nach der erneuten Auszählung Gregor Gysi; er sagte, nun sei zu klären, ob Thoroe die Abgeordnetenbezüge für die letzten Monate nachgezahlt werden müssten.<span id="more-5642"></span></p>
<p>Neu belebt werden dürfte nach der Korrektur des Wahlergebnisses die Debatte um die Regelung der Überhangmandate im Lande. Nur dank dieser Regelung hatte Schwarz-Gelb im Parlament eine Mehrheit erreicht, die es nach absoluten Stimmen nicht gibt. Dagegen wenden sich Klagen, die beim Landesverfassungsgericht anhängig sind. Wenn denen irgendwann stattgegeben wird, könnte das weitere Folgen haben: Die Landesregierung Carstensen wäre nicht legitimiert, ihre Zustimmung zum Wachstumsbeschleunigungsgesetz, um das Carstensen heftig gefeilscht hatte, wäre womöglich nicht zustande gekommen. Da stehen noch interessante Auseinandersetzungen ins Haus. (wh)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=5642&amp;md5=7ad3864ed633e92cd5fdf455a3175e32" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Nahles‘ Prognosen</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 08:31:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ampel]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Nahles]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen 2009]]></category>

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		<description><![CDATA[Andrea Nahles hat die Bundesregierung kritisiert. Das ist erstens ihr Job als Generalsekretärin der SPD, zweitens nicht so schwer, weil die Merkel-Koalition einen zerstrittenen Eindruck macht &#8211; und es ist drittens in der Form, in der es geschieht, doch ein wenig verwunderlich. Schwarz-Gelb trage große Konflikte aus „und zwar in Grundsatzfragen“, sagte Nahles in dieser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Andrea Nahles hat die Bundesregierung kritisiert. Das ist erstens ihr<br />
Job als Generalsekretärin der SPD, zweitens nicht so schwer, weil die Merkel-Koalition einen zerstrittenen Eindruck macht &#8211; und es ist drittens in der Form, in der es geschieht, doch ein wenig verwunderlich. Schwarz-Gelb trage große Konflikte aus „und zwar in Grundsatzfragen“, <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1100858/" target="_blank">sagte</a> Nahles in dieser Woche im <em>Deutschlandfunk</em>. Dagegen habe „es in der Großen Koalition nie solche heftigen Auseinandersetzungen gegeben“. Wenn SPD und Union zur „vernünftigen“ Kooperation fähig waren, Union und FDP es dagegen wegen essenzieller Differenzen nicht sind, muss es ja an den Liberalen liegen. Das wirft ein helles Licht auf die Fähigkeit von Nahles, potenzielle politische Partner einzuschätzen. Dass sich die Westerwelle-Partei auf der Regierungsbank als das entpuppt, wofür sie im Wahlkampf geworben hat, hätte man vorher wissen können. Doch da war die als Parteilinke geltende Nahles noch zu sehr damit beschäftigt, für eine Ampelkoalition zu trommeln.  <span id="more-5226"></span></p>
<p>Am Tag nach der Bundestagswahl 2005, die künftige Koalition war noch nicht absehbar, <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2005/0920/seite1/0036/index.html" target="_blank">meinte</a> das damalige Präsidiumsmitglied Nahles, ein Bündnis mit FDP und Grünen sei die beste Lösung. Im Mai 2007, Union und SPD regierten bereits eine Weile miteinander, <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-51448979.html" target="_blank">forderte</a> sie eine „Konstruktion“, in der die SPD „wieder mehr Raum zur politischen Gestaltung“ hat &#8211; dies könne auch eine Ampel sein. (Von Rot-Rot-Grün wollte Nahles nicht reden, weil das seinerzeit noch tabuisiert war.) Ein Jahr später <a href="http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article537636/Nahles-setzt-auf-Ampel-Koalition.html" target="_blank">hieß es</a>, Nahles „Lieblingskonstellation ist Rot-Grün“, da aber nun im Fünf-Parteien-System sehr wahrscheinlich nur Dreierkonstellation eine Mehrheit haben werden, „setze ich klar auf die Ampel“.</p>
<p>Noch Anfang 2009, das war die Zeit in der Leute wie der FDP-Mann Martin Zeul riefen „der Neoliberalismus weist uns den Weg aus der Krise“, <a href="http://www.bild.de/BILD/news/politik/2009/01/04/andrea-nahles/die-spd-sagt-nein-zu-steuersenkung-2.html" target="_blank">glaubte</a> Nahles „daran, dass wir auch mit der FDP eine verantwortliche Politik machen können“. Diese Haltung wurde im Wahljahr immer absurder, weil die Liberalen recht früh der Ampel eine deutliche Absage erteilt hatten und es für Hoffnung auf ein Erstarken des Bürgerrechtsflügels in der FDP keinen Anlass gab. Ein unausgesprochenes Motiv der SPD war sicher, die potenzielle aber wie das Weihwasser gefürchtete Mehrheit mit Grünen und Linkspartei hinter irgendeiner anderen „Alternative“ zur Großen Koalition verschwinden zu lassen. Der lächerliche Höhepunkt dieser „Taktik“ war erreicht, als führende Sozialdemokraten wie Steinmeier und Müntefering die Liberalen wegen ihres Neoliberalismus attackierten und zugleich als Koalitionspartner umwarben.</p>
<p>Jetzt ist die FDP an der Regierung, bedrängt die Union mit ihren Steuersenkungsplänen und treibt so einen Keil in die Koalition. Nahles‘ Kritik an dieser Regierung der Umverteilung von unten nach oben, die dem Staat als gesellschaftlichen Akteur eine gefährliche Abmagerungskur aufzwingt, wird erst glaubwürdig, wenn Nahles die Fehleinschätzung der FDP eingesteht. Das würde in der Konsequenz auch den bündnispolitischen Spielraum der Sozialdemokraten einengen. Aber unterhalb dessen, ohne eine klare Absage an die Liberalen, ist ein Neuanfang der SPD nicht zu machen. (tos)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=5226&amp;md5=b469e6d5c56e82fa8b18e501b73a70c6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ende der Feindseligkeit</title>
		<link>http://www.lafontaines-linke.de/2009/11/linke-sachsen-vorstand-neuwahl-fluegelstreit/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 07:13:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen 2009]]></category>

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		<description><![CDATA[Die sächsische Linke hat eine neue Spitze. Beim Parteitag in Burgstädt wurde der bisherige Landesgeschäftsführer Rico Gebhardt zum Vorsitzenden gewählt. Es gab keine Gegenkandidaten. Vorgängerin Cornelia Ernst sitzt inzwischen im Europaparlament. Zur Debatte stand zudem der Leitantrag „Aufbruch in ein neues Jahrzehnt“ &#8211; und von einem solchen war denn auch sehr oft die Rede. Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-4006" title="Bild 1" src="http://lafontaines-linke.de/wp-content/uploads/2009/11/Bild-11.png" alt="Bild 1" width="320" height="159" /></p>
<p>Die sächsische Linke hat eine neue Spitze. Beim Parteitag in Burgstädt wurde der bisherige Landesgeschäftsführer Rico Gebhardt zum Vorsitzenden gewählt. Es gab keine Gegenkandidaten. Vorgängerin Cornelia Ernst sitzt inzwischen im Europaparlament. Zur Debatte stand zudem der Leitantrag „Aufbruch in ein neues Jahrzehnt“ &#8211; und von einem solchen war denn auch sehr oft die Rede. Der Landesverband hat schon bessere Zeiten gesehen, die Mitgliederzahl schrumpft in einer vor allem im Westen wachsenden Partei, bei den Wahlen verlor die Linke Stimmen. Als ein Grund dafür wurden am Wochenende immer wieder Flügelstreitereien genannt. Die Konflikte zwischen den Lagern passten dabei nie so recht ins bekannte Strömungsregister der Partei. Man habe sich „in den letzten Jahren viel zu viele Schattengefechte, viel zu viele persönliche Reibereien, viel zu viele Egoismen geleistet“, sagte Ernst. Der frühere Fraktionschef Klaus Bartl sprach von „Führungsfehlern, Grabenkämpfen, Rivalitäten“ &#8211; „nahezu logenartig funktionierende“ Gruppen würden sich „einander bis zur Feindseligkeit“ gegenüberstehen. Das soll sich nun ändern: An der Spitze stehen sowohl Vertreter der PDS-Gründergeneration (Bartl) und  der so genannten Jugendbrigade (Sebsatian Scheel). Außerdem wurde mit der Leipziger GEW-Chefin Cornelia Falken eine außerparlamentarisch gut verdrahtete Gewerkschafterin in den Vorstand gewählt. Berichte dazu im <em>Neuen Deutschland</em> (<a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/158805.die-logen-sollen-geschlossen-werden.html" target="_blank">hier</a>) und der <em>Leipziger Volkszeitung</em> (<a href="http://www.lvz-online.de/aktuell/content/116148.html" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.lvz-online.de/aktuell/content/116200.html" target="_blank">hier</a>) sowie die <a href="http://portal.dielinke-in-sachsen.de/partei.asp?iid=1855&amp;mid=8&amp;uid=459" target="_blank">Liveberichterstattung</a> der Linkspartei mit den Beschlüssen und Wahlergebnissen zum Nachlesen. (tos)</p>
<p><em>Foto: Linke Sachsen/Flickr</em></p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=3999&amp;md5=396d317480e80d18fb39801aedd861c5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Über die Medien</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 08:46:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[SPD-Linke]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen 2009]]></category>

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		<description><![CDATA[Als linke Sozialdemokratin kann man nicht auf faire Berichterstattung hoffen. Wer wüsste das besser als Andrea Yspilanti. Eben noch schlagzeilte die Welt, die hessische SPD-Politikerin arbeite „an ihrem politischen Comeback“, obwohl sie weder „Schuldbewusstsein“ zeige noch etwas „bereut“. Zwei Tage später liest man im selben Blatt, dass Ypsilanti „ein Jahr nach ihrer gescheiterten Regierungsübernahme eigene [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als linke Sozialdemokratin kann man nicht auf faire Berichterstattung hoffen. Wer wüsste das besser als Andrea Yspilanti. Eben noch <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article5017600/Ypsilanti-kommt-wieder-in-Fahrt-und-bereut-nichts.html" target="_blank">schlagzeilte</a> die <em>Welt</em>, die hessische SPD-Politikerin arbeite „an ihrem politischen Comeback“, obwohl sie weder „Schuldbewusstsein“ zeige noch etwas „bereut“. Zwei Tage später <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article5036749/SPD-Debakel-in-Hessen-Ypsilanti-uebt-Selbstkritik.html" target="_blank">liest man</a> im selben Blatt, dass Ypsilanti „ein Jahr nach ihrer gescheiterten Regierungsübernahme eigene Fehler eingeräumt“ habe &#8211; ganz so, als ob die 52-Jährige überhaupt erstmals Selbstkritisches geäußert hätte. Nun muss man sich nicht besonders in der SPD auskennen, um über diese Partei zu schreiben. Hinderlich ist das allerdings auch nicht. Beim SPD-Landesparteitag in Darmstadt im Februar zum Beispiel <a href="http://www.andrea-ypsilanti.de/db/docs/doc_22270_200933115048.pdf" target="_blank">sagte</a> Ypsilanti: „Ich habe mich in den letzten Monaten wiederholt zu Fehlern bekannt. (&#8230;) Ich trage schwer an diesen Ereignissen und habe deshalb meinen Teil der Konsequenzen gezogen. Ich muss leben mit dieser Verantwortung und damit, unter öffentlicher und innerparteilicher Anklage zu stehen.“ Was ihr „Comeback“ angeht, von dem inzwischen <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,659019,00.html" target="_blank">auch anderswo</a> die Rede ist, darf man auf die weitere Berichterstattung von dem <a href="http://spd-von-unten.de/einladung.html" target="_blank">Basisratschlag</a> gespannt sein, zu dem einige SPD-Linke heute nach Kassel eingeladen haben. Der Mainstream ist bemüht, den Termin herunterzuspielen, Inhalte werden nur in wenigen Zeitungen überhaupt näher beleuchtet, Akteure kommen nur selten ausführlich zu Wort (etwa <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/158764.es-sind-nur-2-8-prozent.html" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.jungewelt.de/2009/11-07/040.php" target="_blank">hier</a>). Die Kritiker dagegen öfter: Anonyme SPD-Spitzenpolitiker haben das Treffen als irrelevante Selbstbespiegelung von „Outlaws“ abgetan, selbst Leute, die sich dem linken Flügel zurechnen, <a href="http://lafontaines-linke.de/2009/10/spd-linke-basisratschlag-kassel-kritik-14-thesen/" target="_blank">disqualifizierten</a> den Ratschlag mit abfälligen Kommentaren. Wie hieß es in der Einladung nach Kassel? Man müsse den derzeitigen Zustand überwinden, in dem die Willensbildung der Partei „über den Umweg der Medien“ vorbestimmt wird. (tos)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=3960&amp;md5=cdaf39f5a927e8dd9cdf58dae5a3360a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Billig zu kriegen?</title>
		<link>http://www.lafontaines-linke.de/2009/11/brandenburg-rot-rot-linkspartei-koalitionsvertrag/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Nov 2009 18:16:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Rot-Rot]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen 2009]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Fahrplan ist klar: Am 4. November sollen Parteitage von SPD und Linkspartei in Brandenburg den Koalitionsvertrag absegnen, am 5. November soll der Vertrag unterschrieben werden, am 6. November soll Matthias Platzeck als Ministerpräsident gewählt werden. Wahrscheinlich kommt es auch so, was aber nicht heißt, dass alle Unstimmigkeiten beseitigt sind. Bei der SPD grummelt es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Fahrplan ist klar: Am 4. November sollen Parteitage von SPD und Linkspartei in Brandenburg den Koalitionsvertrag absegnen, am 5. November soll der Vertrag unterschrieben werden, am 6. November soll Matthias Platzeck als Ministerpräsident gewählt werden. Wahrscheinlich kommt es auch so, was aber nicht heißt, dass alle Unstimmigkeiten beseitigt sind. Bei der SPD grummelt es noch ein kleines bisschen wegen des designierten Justizministers Volkmar Schöneburg von der Linken. Die Gewerkschaft ver.di hat per <a href="http://tinyurl.com/yh6tbtn" target="_blank">Offenem Brief</a> die Delegierten beider Parteien zur Zustimmung ermuntert. Bei der Linkspartei dagegen ist für den Sonderparteitag richtig <a href="http://www.jungewelt.de/2009/11-03/027.php" target="_blank">Streit angesagt</a>. Denn die Kompromisse gehen nicht wenigen Genossen zu weit. <span id="more-3880"></span></p>
<p>Die Strömung Sozialistische Linke (SL) findet sogar, der Vertrag signalisiere, dass die Linkspartei &#8220;billig zu kriegen&#8221; sei. <a href="http://87.234.244.253/fileadmin/SL-Bund/Dateien_fuer_Startseite/SL_zu_Brandenburg.pdf" target="_blank">Ihr Fazit</a>: Die Linke hat in den Verhandlungen nur bekommen, was die SPD sowieso zugestehen wollte. Beispiel: Die Linke wollte einen öffentlichen Beschäftigungssektor mit 15.000 Stellen, die SPD genau die Hälfte. Der Kompromiss: 8.000. So ein Vertrag sei keine gute Grundlage fürs Mitregieren, heißt es jetzt bei der SL, und man erinnert an die von Gysi und Lafontaine postulierten Grundsätze: kein Personal- und Sozialabbau, keine Privatisierungen öffentlicher Dienstleistungen. Das sieht die SL nicht komplett erfüllt, etwa beim öffentlichen Dienst. Sie fordert deshalb, dass nicht nur ein Parteitag, sondern die Basis in einer Urabstimmung über den Koalitionsvertrag entscheiden soll.</p>
<p>Einer der großen Aufreger sind die Weiterführung des Braunkohleabbaus und die CO2-Speicherung. Auch für eine Gruppe von Mitgliedern, die in einem Antrag an den Parteitag Nachverhandlungen verlangen, was eine Verzögerung der Regierungsbildung bedeuten würde. Die Antragsteller, zu denen der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Neskovic gehört und die von der Linksjugend des Landes unterstützt werden, vermissen den im Wahlkampf versprochenen Politikwechsel und sehen &#8220;vorerst vor allem eine Fortschreibung der Politik der Großen Koalition&#8221;. Schon der aus Brandenburg stammende Parteichef Lothar Bisky hatte bekundet, im Koalitionsvertrag keinen Politikwechsel entdecken zu können.</p>
<p>Dennoch dürfte der geplante Ablauf nach aller Erfahrung über die Bühne gehen. Der Linke-Landesvorstand (18 mal Ja, einmal Nein) und der Landesausschuss (26 mal Ja, zweimal Nein, sieben Enthaltungen) haben den Weg frei gemacht. Auf vier Regionalkonferenzen hat man mit rund 1200 Mitgliedern diskutiert. Und Linksfraktionschefin Kerstin Kaiser gab sich sicher, dass ihre Fraktion am Freitag den Regierungschef geschlossen wählen werde. Nach den jüngsten Erlebnissen in Erfurt und bei der Merkel-Wahl darf man gespannt sein, wie es in Potsdam läuft. Jedenfalls wollen weder Kaiser noch Landesvorsitzender Thomas Nord in Platzecks Appell für eine gesellschaftliche Versöhnung mit den SED-Erben, in dem er an die Geste Kurt Schumachers gegenüber einstigen Mitgliedern der Waffen-SS erinnert, einen unpassenden Vergleich oder gar eine Beleidigung sehen. (wh)</p>
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