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	<title>Lafontaines Linke &#187; Programm</title>
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		<title>Eine Mentalitätsfrage?</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Dec 2011 07:29:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gesine Lötzsch]]></category>
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		<description><![CDATA[Gesine Lötzsch ist in der "Tageszeitung" zur mauen Beteiligung der Landesverbände im Westen beim Mitgliederentscheid zum Programm gefragt worden. Der Unterschied, schlug die Linken-Vorsitzende als eine mögliche Erklärung vor, „könnte eine Mentalitätsfrage sein“: der Ossi beantwortet ordentlich einen Brief, wenn der von der Partei kommt. Der Wessi denkt, es ist eh schon alles gelaufen. Inzwischen sind auch die heimlichen offiziellen Zahlen dazu bekannt]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gesine Lötzsch ist in der <em>Tageszeitung</em> zur mauen Beteiligung der Landesverbände im Westen beim Mitgliederentscheid zum Programm <a href="https://www.taz.de/Gesine-Loetzsch-ueber-die-Linkspartei/!84323/" target="_blank">gefragt worden</a>. Der Unterschied, schlug die Linken-Vorsitzende als eine mögliche Erklärung vor, „könnte eine Mentalitätsfrage sein“. Wie also ticken die Linken hier und da? „Der Ossi sagt sich: Da kommt ein Brief von der Partei, den beantworte ich ordentlich. Im Westen haben vielleicht einige nach dem Ergebnis des Parteitags gedacht, ist doch sowieso alles gelaufen.“ Daran, dass sich die Mitglieder im Westen von den Mitgliedern im Osten dominiert fühlen, liege es jedenfalls nicht – „denn dann hätten sich diese Genossinnen und Genossen bestimmt mit 100 Prozent beteiligt“. Haben sie aber bekanntlich nicht, und inzwischen sind auch die heimlichen offiziellen Zahlen dazu bekannt.</p>
<p>Die Linke hatte die Länderauswertung mit dem Hinweis auf eine Zählpanne nicht veröffentlichen wollen. Zugleich war bekannt worden, dass in der Parteispitze offenbar schon vor der Auszählung darauf gedrängt worden war, das Ergebnis nicht nach Ländern aufzuschlüsseln. Über die Gründe lässt sich ebenso nur spekulieren wie über diejenigen, die zu der deutlich geringeren Beteiligung im Westen führte: Mentalität? Karteileichen? Rückläufer? Aus der <a href="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/uploads/2011/12/Ergebnisse_ME_Tabelle.pdf" target="_blank">vorliegenden Statistik</a> geht das nicht hervor. Die Zahlen weisen an mindestens zwei Stellen Unschärfen auf: Wie berichtet, sollen bei der Auszählung Voten aus Bayern auf einem Berliner Stimmzettel-Stapel gelandet sein; es war von rund 400 Briefen die Rede. Rechnet man diese zurück, kommt man auf die von den Landesverbänden inoffiziell angegebenen Quoten. Die Angaben von Berlin und Bayern können im Folgenden also keine Rolle spielen. Der Zählfehler verzerrt zudem die Durchschnittszahlen für den Osten und den Westen.</p>
<p>Der Rest ist bereits weitgehend bekannt. In fünf Landesverbänden in den alten Ländern lag die Beteiligung unter 30 Prozent (Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein), in zweien sogar unter 25 Prozent (Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz). Die geringste anteilige Zustimmung für das Programm gab es im Saarland (90,41), in Schleswig-Holstein (90,61) und in Nordrhein-Westfalen (91,34); die meisten Ja-Stimmen kamen in Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern zusammen (jeweils über 97 Prozent). Eigens ausgewiesen sind übrigens auch die Abstimmungszahlen der direkt bei der Bundesgeschäftsstelle geführten Mitglieder – von denen nahm gut die Hälfte am Mitgliederentscheid teil, die Zustimmung fiel hier mit 90,48 Prozent vergleichsweise gering aus. (tos, Foto: Linke)</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=24296&amp;md5=a62cba90463d69ef9d6c7af1e5138129" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Keine Therapiegruppe</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 07:09:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Dietmar Bartsch]]></category>
		<category><![CDATA[Gesine Lötzsch]]></category>
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		<description><![CDATA[Gesine Lötzsch hat der Elgersburger Runde am vergangenen Wochenende eine Art Strategiepapier vorgelegt. Die Linkenvorsitzende plädiert darin unter anderem für größeren Einfluss der Mitglieder und für eine dienende Rolle des Apparats. Vor allem aber geht es ihr um eine erweiterte Auffassung der eigenen Partei als "Oase der Solidarität" und "handelndes System"]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gesine Lötzsch hat der Elgersburger Runde am vergangenen Wochenende eine Art Strategiepapier vorgelegt. Die aus Frage und Antwort bestehenden Gedanken der Linkenvorsitzenden zur aktuellen Lage fanden sich zunächst zwar nicht auf der Website der Partei oder von Lötzsch selbst, sondern wurden auszugsweise in der <em>Jungen Welt</em> <a href="http://www.jungewelt.de/2011/12-10/046.php" target="_blank">dokumentiert</a>. Nun ist <a href="http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/zurueck/aktuell/artikel/10-fragen-und-10-antworten/" target="_blank">das Papier aber online</a>: „Wir dürfen die Probleme in unserer Partei“, schreibt Lötzsch, „nicht nur auf schlechte Kommunikation, die sicherlich verbesserungswürdig ist, reduzieren.“ Sie plädiert für größeren Einfluss der Mitglieder und für eine dienende Rolle des Apparats. Vor allem aber geht es ihr um eine erweiterte Auffassung der eigenen Partei.</p>
<p>„Wenn Mitglieder das Gefühl haben, daß ihre Partei die Gesellschaft nicht verändert und ihre Partei keine politische Heimat ist, dann ziehen sie sich aus der aktiven Arbeit zurück oder verlassen sogar die Partei. Eine Partei muss nicht nur ein lernendes, sondern auch ein handelndes System sein.“ Dies, so Lötzsch, verlange nach einer Linken, die „Oase der Solidarität in einer neoliberalen Wüste“ ist. „Wir können Genossenschaften gründen, in denen die Genossen über ihre Miete selbst entscheiden.“ Dafür müsse die Partei allerdings ihr „Selbstverständnis ändern. Ein Mandat in einer Genossenschaft kann für unsere Partei genauso wichtig sein wie ein Mandat im Bundestag. Wir müssen unsere außerparlamentarische Arbeit wieder stärken und ihr größere Wertschätzung entgegenbringen.“ Jeder Landesverband solle zudem „ein Referenzprojekt zur Umsetzung des Parteiprogramms“ entwickeln. Diese Frage will Lötzsch auch ins Zentrum der Personaldiskussion stellen: Die Sorge, diese könne die inhaltliche Arbeit überlagern, sei „dann berechtigt, wenn wir weiter darüber fabulieren, wer mit wem kann und wer mit wem nicht kann. Doch eine Partei ist keine Therapiegruppe“. Lötzsch erwarte daher, dass das Kandidatenrennen „ganz eng mit Ideen zur Umsetzung des Programms verbunden“ wird.</p>
<p>Das Papier von Lötzsch darf man als einen Beitrag dazu verstehen. Dietmar Bartsch hat in seiner Bewerbung ebenfalls einige Überlegungen zur Umsetzung des Programms aufgeschrieben. Von den Strömungen, der Fraktion und den Landesverbänden liegen auch jede Menge Erklärungen zur Umsetzung des Programms vor, es werden Konferenzen abgehalten mit dem Ziel, den Kurs zu halten oder ihn zu verändern. Es gibt Kongresse zur Krise, zum sozial-ökologischen Umbau und so weiter. Lötzsch stellt hier die Frage, ob das reicht: „Wir verfassen Papiere, starten Kampagnen, führen Konferenzen durch, aber wir fragen zu selten, welche Folgen diese Papiere, diese Kampagnen und diese Konferenzen haben.“ (vk)</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=24009&amp;md5=b88cb36bfeaf740fa570c7ae2dfe3025" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Noch nicht befriedigend&#8221;</title>
		<link>http://www.lafontaines-linke.de/2011/12/noch-nicht-befriedigend-mitgliederentscheid-programm-zwischenstand/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 08:52:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Basis]]></category>
		<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
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		<description><![CDATA[MIT UPDATE In gut einer Woche endet bei der Linken die Urabstimmung über das neue Programm. Die Delegierten des Erfurter Parteitags hatten dem Papier mit großer Mehrheit zugestimmt – die Basis zeigt sich dagegen bisher vergleichsweise zurückhaltend. Jedenfalls was die Beteiligung am Mitgliederentscheid angeht. Die Zahlen variieren zwischen den Landesverbänden und Kreisorganisationen bisweilen jedoch erheblich. Ein unvollständiger Zwischenstand]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In gut einer Woche endet bei der Linken die <a href="http://www.die-linke.de/programm/mitgliederentscheid/" target="_blank">Urabstimmung</a> über das neue Programm. Der Erfurter Parteitag hatte dem Papier mit großer Mehrheit zugestimmt – die Basis ist dagegen bisher vergleichsweise zurückhaltend. Jedenfalls was die Beteiligung am Mitgliederentscheid angeht. Zwar wollte man im Berliner Karl-Liebknecht-Haus eine <em>Spiegel</em>-<a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,801620,00.html" target="_blank">Meldung</a> nicht bestätigten, wonach „die Basisbefragung über das Grundsatzprogramm nur schleppend vorankommt“. Für einen großen Run sprechen allerdings die Zwischenstände aus einigen Ländern auch nicht gerade.</p>
<p>Zum Teil hat das ganz offenbar mit technischen Fragen zu tun. In Brandenburg zum Beispiel waren in der Landesgeschäftsstelle dieser Tage die Voten von rund einem Viertel der Genossen bereits eingegangen. Da allerdings auch auf der Ebene der Kreisverbände gesammelt wird, nicht zuletzt um die Portokosten des Entscheids einzudämmen, sind weitere ausgefüllte Abstimmungsunterlagen bereits abgegeben, aber noch auf dem Weg in die Landesgeschäftsstelle. In der Brandenburger Linken heißt es daher, der Mitgliederentscheid laufe eher normal. Verwiesen wird auch auf Probleme wie das Fehlen der Mitgliedsnummer auf den Anschreiben, das womöglich Genossen verunsichere. Außerdem gebe es eine beträchtliche Zahl von Rückläufern aufgrund falscher Adressen – in Brandenburg machen allein die schon knapp vier Prozent der Mitgliederzahl aus.</p>
<p>In Nordrhein-Westfalen ist die Rückläufer-Quote sogar noch höher. Nach Informationen der Landesgeschäftsstelle sollen es an Rhein und Ruhr fast zehn Prozent der Mitgliedschaft sein. „Ein Teil ist offensichtlich durch die Post einfach nicht verteilt worden“, heißt es <a href="http://scharf-links.de/90.0.html?&amp;tx_ttnews[tt_news]=20280&amp;tx_ttnews[backPid]=48&amp;cHash=048d8f1930" target="_blank">in einer hier weiterveröffentlichten</a> Email, in der zugleich ein Zwischenstand angegeben ist – allerdings ohne Datum: „Bis zum heutigen Tag haben sich ca. 14 Prozent unserer Genossinnen und Genossen beteiligt.“ Diese Zahl sei „noch nicht befriedigend“. In Schleswig-Holstein wiederum hatten bis zum Dienstag dieser Woche rund ein Viertel der Mitglieder bereits über das Programm abgestimmt. Die Landessprecherin Jannine Menger-Hamilton sagte, man werde die Beteiligung seitens des Vorstandes nun zusätzlich befördern und gehe auch davon aus, dass die Quote bis zum 15. Dezember noch anzieht.</p>
<p>Über die Dimension der noch möglichen Veränderungen geben Zahlen aus dem Landesverband Niedersachsen Auskunft. Dort hatten bis zum 6. Dezember 24,6 Prozent der Mitglieder abgestimmt, nicht einmal eine Woche vorher waren es noch 20,8 Prozent. Die Steigerung lag in einigen Kreisverbänden im zweistelligen Prozentbereich. Deutlich wird auch, wie unterschiedlich die regionale Beteiligung ist. Es gibt Kreisverbände wie jenen in Wittmund, wo den Zahlen zufolge bisher nur zwei von 44 Mitgliedern abgestimmt haben. In Rotenburg/Wümme dagegen lag die Quote bereits bei 50 Prozent. Der Landesvorstand in Hannover hat „als Zusatzmotivation“ am vergangenen Wochenende beschlossen, „den Kreisverband mit der höchsten Beteiligung im Landtagswahlkampf 2013 mit einer Promiveranstaltung zu belohnen“.</p>
<p>UPDATE: Im Landesverband Sachsen liegt <a href="http://portal.dielinke-in-sachsen.de/dokumente/Registrierung_Urabstimmung_06-12-2011.pdf" target="_blank">die Beteiligung</a> schon jetzt deutlich höher. Bis zum 6. Dezember hatten im Freistaat über 41 Prozent der Genossen über das Programm abgestimmt.</p>
<p>UPDATE 8.12. In der Landesgeschäftsstelle Nordrhein-Westfalen bisher 1.600 Briefe eingegangen, das wären gut 18 Prozent der Ende 2010 angegeben Mitglieder.</p>
<p>Die Frage der Beteiligung wird zweifellos noch zu einigen Diskussionen führen. Nicht zuletzt, weil die Linken-Spitze an sich selbst einen Anspruch <a href="http://www.die-linke.de/fileadmin/download/parteivorstand/2010/111015_beschluss_mitgliederentscheid_anlage1.pdf" target="_blank">formuliert hat</a>: &#8220;Unser Ziel ist eine hohe Beteiligung.&#8221; Bei der letzten Basisbefragung zur Doppelspitze hatte die Beteiligung 48,3 Prozent <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,691135,00.html" target="_blank">gelegen</a>. Es ging seinerzeit allerdings auch um eine Strukturentscheidung, die noch nicht vollzogen war. Bei der Programm-Urwahl jetzt scheinen viele Linken-Mitglieder ihr Votum ohnehin nur als nachträgliche Bestätigung eines allgemein unumstrittenen Beschlusses zu betrachten. In Erfurt hatten sich die zentralen Kompromisslinien als haltbar erwiesen. Es geht allerdings nicht nur um die basisdemokratische Legitimation des neuen Programms. Die Beteiligung beim Mitgliederentscheid wird auch ein Licht auf die Mobilisierungsfähigkeit der Partei werfen. Und damit möglicherweise Auswirkungen auf den politischen Umgang mit kommenden Mitgliederentscheiden haben. (tos)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=23885&amp;md5=898b2f89a9bd05f13b35dc4f4ee9a03b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Purpur und Piraten</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 09:02:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Sozialdemokraten starten heute in Berlin ihren Parteitag, die Piraten haben ihren in Offenbach fast hinter sich. Mit den beiden Kongressen geht eine Runde wichtiger Positionierungen im „linken Lager“ zu Ende – die Linkspartei hatte in Erfurter den Anfang gemacht, die Grünen bei ihrer BDK in Kiel nachgezogen. Über den Begriff „linkes Lager“ könnte man lange streiten - dennoch sollte die programmatische Entwicklung bei den vier Parteien als "kommunizierendes System" stärker in einen gemeinsmen Blick genommen werden]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Sozialdemokraten starten heute in Berlin ihren Parteitag, die Piraten haben ihren in Offenbach fast hinter sich. Mit den beiden <del>Delegiertentreffen</del> Kongressen geht eine Runde wichtiger Positionierungen im „linken Lager“ zu Ende – die Linkspartei hatte mit ihrem Erfurter <a href="https://www.die-linke.de/programm/mitgliederentscheid/" target="_blank">Programmparteitag</a> den Anfang gemacht, die Grünen bei ihrer BDK in Kiel nachgezogen. Zwar ist der Begriff „linkes Lager“ nicht besonders beliebt. Das gilt für Teile der Linken, die SPD, Grüne und zum Teil auch die Piraten auf der anderen Seite der antineoliberalen Barrikade sehen, ebenso wie für das rot-grüne Establishment, welches wiederum die Linkspartei gern mit dem Hinweis auf ihre angebliche Politikunfähigkeit exkommuniziert. Die Piraten hatten zuletzt durchaus noch das Glück, als Neuling auf der Bühne mit einer gewissen Nachsicht betrachtet zu werden. Hinzu kam, dass die bereits etablierten Parteien ihren Aufstieg mit dem Bekenntnis veredelten, hier werde entlang einer sehr wichtigen, von SPD, Grünen und Linken zu wenig beachteten Linie der Repräsentation organisiert: gemeint waren vor allem Netzpolitik und Transparenz.</p>
<p>Über den Begriff „linkes Lager“ könnte man lange streiten, er bleibt eine Konstruktion, selbst wenn man abschließend klären könnte, was „links“ ist. In Zeiten der abnehmenden Repräsentation durch Parteien beschreibt ein „Lager“ aus SPD, Grünen, Linken und Piraten zudem nur noch einen kleiner werdenden Teil der politischen Wirklichkeit. Hinzu kommt, dass die relative Nähe der programmatischen Positionen der vier Parteien die Konkurrenz untereinander verstärkt. Die Zugehörigkeit zum „Lager“ kommt also gerade darin zum Ausdruck, dass man dem jeweils anderen bestreitet, dazuzugehören. Wahlpolitisch bleibt es ja dabei, dass die vier genannten Parteien um eine Wählerschaft wetteifern, die grob gesprochen für einen „partizipativen sozialökologischen Wohlfahrtsstaat“ (Michael Vester) gewinnbar ist. Mit so einem „Lager“ sind Widersprüche und gegeneinander gerichtete Interessen natürlich nicht aufgehoben. Aber die Entwicklungen links bleiben aufeinander viel stärker bezogen als, sagen wir: auf das, was im „bürgerlichen Lager“ passiert.</p>
<p>Die programmatische Entwicklung des „Lagers“ insgesamt, die ja ohnehin ineinander greift, aufeinander bezogen ist, gegenseitig reagiert, müsste wohl stärker in den Blick genommen werden, was allerdings voraussetzt, dass eine Beschäftigung mit den inhaltlichen Konflikten der anderen überhaupt stattfindet. Und zwar oberhalb der Ebene der medialen angetriebenen Konkurrenz, auf der alles einfach wegkommentiert wird: Das haben wir schon früher so gesehen, das geht nicht weit genug, damit wird man bündnisunfähig, das ist ein leeres Versprechen. Die Veränderungen, die stattfinden, mögen für sich genommen als unzureichend bewertet werden &#8211; mit ihnen wird aber an Stellschrauben gedreht, welche die Konstruktion „linkes Lager“ insgesamt verändern. Dabei geht es nicht nur um <a href="http://www.designtagebuch.de/tag/purpur/" target="_blank">Farbwechsel</a> und neue Designs, wie jetzt bei der SPD, die den Würfel fallen gelassen hat, zum Quadrat zurückkehrt und sich mit der Farbe Purpur präsentiert. Sondern zum Beispiel um den Ausgang der steuer- und rentenpolitischen Debatten bei der SPD oder um die Beschlüsse der Piraten zu Grundeinkommen und Mindestlohn.</p>
<p>Letztere werden von den Zeitungen als „Angriff von links“ interpretiert, ein Spin, der sich wohl durchsetzen wird &#8211; obwohl das aus der Beschlusslage für das Wahlprogramm 2013 gar nicht unbedingt hervorgeht. Votiert haben die Piraten dafür, eine Enquete-Kommission einzusetzen, die Möglichkeit einer Volksabstimmung auf Bundesebene einzuführen, BGE-Modelle dann zur Abstimmung zu stellen. Bis dahin wolle man sich für einen gesetzlichen Mindestlohn stark machen &#8211; eine Höhe haben die Piraten nicht beziffert. Auch der Parteitag der SPD steht unter dem Motto „möglicher Linksrutsch“, jedenfalls ist das eine der vorherrschenden medialen Erzählungen (neben jener vom „Schaulaufen der Kanzlerkandidaten“). Die sozialdemokratische Linke will steuerpolitisch <a href="http://www.freitag.de/politik/1148-womit-die-sozialdemokratie-wahlen-gewinnt" target="_blank">nachjustieren</a>, ein Teil des Flügels will auch eine rentenpolitische Revision, auch gibt es <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/verschiebungen-in-der-spd-linken-mattheis-gewaehlt-nahles-gestraft-11544660.html" target="_blank">Verschiebungen</a> innerhalb der DL21. „SPD darf nicht nach links rutschen“, <a href="https://www.ftd.de/politik/deutschland/:sozialdemokraten-spd-darf-nicht-nach-links-rutschen/60136075.html" target="_blank">warnt die</a> <em>Financial Times</em>. So oder so wird die Herausforderung für die Linkspartei größer, ihre Position im Lager kenntlich zu halten. (tos)</p>
<p>Ein kleiner Überblick:</p>
<p><strong>Piraten</strong></p>
<p>Piratenpartei rückt nach links &#8211; <a href="http://www.tagesschau.de/inland/piratenpartei192.html" target="_blank">ARD.de</a><br />
Piraten starten Angriff von links &#8211; <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,801547,00.html" target="_blank">Spiegel online</a><br />
„Das Grundeinkommen ist nicht links“ &#8211; <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/parteitag-der-piraten-in-offenbach-mehrheit-fuer-das-grundeinkommen-1.1225654" target="_blank">Süddeutsche.de</a><br />
Ein gutes Stück nach links &#8211; <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/parteitag-der-piraten-schlingernd-nach-backbord-1758497.html" target="_blank">Stern.de</a><br />
Antragsheft zum Offenbacher Parteitag &#8211; <a href="http://www.gacel.de/Piratenpartei_Antragsbuch_BPT_2011_2_v9.pdf" target="_blank">hier</a><br />
Grundeinkommen und Mindestlohn &#8211; <a href="https://www.piratenpartei.de/Pressemitteilung/piraten-sprechen-sich-f%C3%BCr-bedingungsloses-grundeinkommen-und-mindestlohn-aus" target="_blank">hier</a><br />
Grüne und Piraten: Die Freibeuter der Leere &#8211; <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitales-denken/gruene-und-piraten-die-freibeuter-der-leere-11538418.html" target="_blank">FAZ.net</a></p>
<p><strong>Grüne</strong></p>
<p>Beschlüsse der BDK in Kiel &#8211; <a href="http://www.gruene-partei.de/cms/default/rubrik/19/19817.beschluesse.htm" target="_blank">hier</a></p>
<p><strong>SPD</strong></p>
<p>Website zum Berlienr Parteitag &#8211; <a href="http://www.spd.de/aktuelles/Parteitag_2011/" target="_blank">hier</a><br />
Antragsbuch zum SPD-Parteitag &#8211; <a href="http://www.spd.de/linkableblob/19322/data/2011_bpt_antragsbuch.pdf" target="_blank">hier</a><br />
Livestream zum Parteitag &#8211; <a href="http://spd.talk42.de/" target="_blank">hier</a><br />
Sascha Vogt: Bei Steuern ist die SPD zu zaghaft &#8211; <a href="https://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=in&amp;dig=2011%2F12%2F02%2Fa0062&amp;cHash=b78f883452" target="_blank">hier</a><br />
Ottmar Schreiner: Wir haben den falschen Weg eingeschlagen &#8211; <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/wir-haben-den-falschen-weg-eingeschlagen/5910252.html" target="_blank">hier</a><br />
Horst Peter: Die SPD muss raus aus der Beliebigkeit &#8211; <a href="http://www.fr-online.de/meinung/gastbeitrag-die-spd-muss-raus-aus-der-beliebigkeit,1472602,11241828.html" target="_blank">hier</a><br />
Rettet die Währungsunion: Europaaufruf linker SPD-MdB &#8211; <a href="http://www.spd-oberpfalz.de/index.php?nr=40543&amp;menu=1" target="_blank">hier</a><br />
Schröder schweigt, Steinbrück schließt aus &#8211; <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/steinbrueck-schliesst-grosse-koalition-aus-die-spd-schiesst-sich-auf-merkel-ein_aid_690640.html" target="_blank">Focus.de<br />
</a>SPD schielt nach links &#8211; <a href="http://www.wiwo.de/politik/deutschland/parteitag-spd-schielt-nach-links/5909764.html" target="_blank">Wirtschaftswoche</a><br />
Andrea Nahles: Den Laden zusammenhalten &#8211; <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/andrea-nahles-im-gespraech-es-ist-auch-meine-aufgabe-den-laden-zusammenzuhalten-11548774.html" target="_blank">hier</a><br />
SPD-Spitze fürchtet kalten Putsch &#8211; <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,801132,00.html" target="_blank">Spiegel online</a><br />
Lagerkampf der neuen Purpurträger &#8211; <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-12/spd-parteitag-k-frage" target="_blank">Zeit online</a><br />
Gabriels Schlafwagen &#8211; <a href="http://www.freitag.de/politik/1148-gabriels-schlafwagen" target="_blank">freitag.de</a></p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=23802&amp;md5=b6ff85c92173b10828c1a641a5db95d8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Welche Arbeiterklasse?</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 19:07:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Wehr]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeiterklasse]]></category>
		<category><![CDATA[Olaf Michael Ostertag]]></category>
		<category><![CDATA[Programm]]></category>
		<category><![CDATA[Ralf Krämer]]></category>

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		<description><![CDATA[In der vorigen Woche ist in der Jungen Welt ein längerer Text von Andreas Wehr zum neuen Programm der Linken erschienen. Ralf Krämer hat hier im Blog bereits eine Erwiderung dokumentiert, in der es unter anderem um die Frage nach dem Subjekt der Veränderung und den Stellenwert der Arbeiterklasse geht. Krämer hält es zudem für „einigermaßen daneben“, wegen einiger Passagen im Programm gleich einen „Kotau vor den Positionen der emanzipatorischen Linken“ zu sehen – wie es Wehr formuliert hat. Jetzt mischt sich auch Olaf Michael Ostertag von der Emanzipatorischen Linken ein: mit einem GASTBEITRAG]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>In der vorigen Woche ist in der </em>Jungen Welt<em> ein längerer Text von <a href="http://www.andreas-wehr.eu/" target="_blank">Andreas Wehr</a> zum neuen Programm der Linken <a href="http://www.lafontaines-linke.de/2011/11/kein-endpunkt-programm-wehr-sozialdemokratie/" target="_blank">erschienen</a> – dies sei „in der Analyse ist es antikapitalistisch, in der Strategie sozialreformerisch“. Ralf Krämer hat <a href="http://www.lafontaines-linke.de/2011/11/kein-endpunkt-programm-wehr-sozialdemokratie/comment-page-1/#comment-19616" target="_blank">hier im Blog</a> bereits eine Erwiderung dokumentiert, in der es unter anderem um die Frage nach dem Subjekt der Veränderung und den Stellenwert der Arbeiterklasse geht. Krämer hält es zudem für „einigermaßen daneben“, wegen einiger Passagen im Programm gleich einen „Kotau vor den Positionen der emanzipatorischen Linken“ zu sehen – wie es Wehr formuliert hat. Jetzt mischt sich auch Olaf Michael Ostertag von der <a href="https://emanzipatorischelinke.wordpress.com/" target="_blank">Emanzipatorischen Linken</a> in die Diskussion ein: mit einem Gastbeitrag</em></p>
<p><strong>Reden wir über die Macht der Arbeiterklasse!</strong><br />
<strong>Eine Reaktion auf Thesen von Andreas Wehr</strong><br />
<strong>Von Olaf Michael Ostertag, Bundessprecher der Emanzipatorischen Linken</strong></p>
<p>Über die Emanzipatorische Linke werden zurzeit gerne Gerüchte verbreitet. Ein solches Gerücht besagt, dass wir Fragen der „Erwerbsarbeit, der gesellschaftlichen Verteilung und eine verbesserte staatliche Daseinsvorsorge“ als „überkommen, langweilig und für die Zukunft irrelevant“ abtäten. Wir stünden damit im Gegensatz zur Sozialistischen Linken, für die diese Themen im Mittelpunkt stehen.</p>
<p>Wenn das das Kriterium ist, dann besteht zwischen Sozialistischer und Emanzipatorischer Linker kein Unterschied: Wir sehen sehr wohl die zentrale Bedeutung der genannten Themen für die gesellschaftliche Auseinandersetzung. Ebenso sind wir, mit Andreas Wehr, der Auffassung, dass DIE LINKE an der Seite der Arbeiterklasse zu stehen hat. Worüber die Meinungen allerdings horizontweit auseinandergehen, ist die Frage, wer heute die Arbeiterklasse ist, sprich: Wer ist das historische, das handlungsfähige Subjekt der Veränderung?</p>
<p>Von Wehr erfahren wir zunächst einmal, wer nicht dazugehört: „Lehrer, Erzieher, Sozialarbeiter sowie Selbständige“ und andere Angehörige des „klassischen Kleinbürgertums“. Angesichts der Aussagen im Kommunistischen Manifest „Sie (die Bourgeoisie) hat den Arzt, den Juristen, den Pfaffen, den Poeten, den Mann der Wissenschaft in ihre bezahlten Lohnarbeiter verwandelt“ und „Die bisherigen kleinen Mittelstände, die kleinen Industriellen, Kaufleute und Rentiers, die Handwerker und Bauern, alle diese Klassen fallen ins Proletariat hinab, teils dadurch, daß ihr kleines Kapital für den Betrieb der großen Industrie nicht ausreicht und der Konkurrenz mit den größeren Kapitalisten erliegt, teils dadurch, daß ihre Geschicklichkeit von neuen Produktionsweisen entwertet wird. So rekrutiert sich das Proletariat aus allen Klassen der Bevölkerung“, angesichts dieser Aussagen ist Wehrs Apodiktum „diesen Zwischenschichten (fehlen) generell Einsicht und Wille, für eine andere Gesellschaftsform, für den Sozialismus zu kämpfen“ sowohl ahistorisch als auch gegenwartsblind. Bei Marx und Engels war die Eingemeindung ins Proletariat umfassend, wenn man Wehr genau analysiert, bleibt fast überhaupt niemand mehr übrig.</p>
<p>Dabei stimmt folgender Satz heute wie damals: „Die Interessen, die Lebenslagen innerhalb des Proletariats gleichen sich immer mehr aus, indem die Maschinerie mehr und mehr die Unterschiede der Arbeit verwischt und den Lohn fast überall auf ein gleich niedriges Niveau herabdrückt.“ Ebenso: „Und die Vereinigung, zu der die Bürger des Mittelalters mit ihren Vizinalwegen Jahrhunderte bedurften, bringen die modernen Proletarier mit den Eisenbahnen in wenigen Jahren zustande“. Ich möchte hinzufügen: Die heutigen Proletarier mit dem Internet in wenigen Stunden. Diese Passagen aus dem Manifest von 1848 sind heute brandaktuell. Andreas Wehr allerdings wäre schon 1848 von vorvorgestern gewesen.</p>
<p>Zwar ist es richtig, dass innerhalb der heutigen Arbeiterklasse nicht nur deutliche Einkommens- und Prekarisierungsstufen, sondern auch deutliche Milieu- und Schichtenzugehörigkeiten festzustellen sind. Einerseits erfolgt also eine Angleichung in der Situation gegenüber dem Kapital, andererseits ist eine enorme Ausdifferenzierung hinsichtlich der sozialen Situationen, Einbindungen in und Ausgrenzungen aus gesellschaftlichen und Produktionsprozesse/n und sozialen Absicherungssysteme/n zu verzeichnen. Daher gibt es auch sehr unterschiedliche Wahrnehmungen der gesellschaftlichen Realität und unterschiedliche Strategien der Emanzipation und Selbstermächtigungen. Aber: Die Orientierung auf Interpretationen und Logiken des klassischen Industrieproletariats können heute absolut nich mehr greifen, weil ihr Gegenstand sich verflüchtigt hat. Wer sie zum Maßstab gesellschaftlicher Veränderungen nimmt, lässt den weitaus überwiegendenTeil der Lohnabhängigen außen vor und ist somit nicht in der Lage, diese anzusprechen.</p>
<p>Und das ist das Hauptproblem bei seiner Diskussion über die Rolle der Arbeiterklasse: Er kennt sie nicht. Die „Maschine“, die die Arbeiterklasse von heute täglich und stündlich knechtet, ist nicht die Fabrik, sondern der Computer. Dreher und Schweißer, Automechaniker und Stahlarbeiter, ja, selbst Bäcker und Bauern, sind heute Anwender und teils auch Entwickler von Computertechnologie. Der Computer hat viele Aufgaben auf eine Weise standardisiert und rationalisiert, dass der mit und an ihm Arbeitende jederzeit ersetzbar geworden ist. Aber ebenso ist wahr: Der Computer trägt im Keim Freiheitspotenziale, dazu unten mehr.</p>
<p>Wehr behauptet nun, das Charakteristikum der Arbeiterklasse sei das Machtmittel Streik. Die einzigen Berufsgruppen, die dieses Machtmittel heute noch einsetzen können, sind die als unverzichtbar geltenden: Piloten und Fluglotsen, Ärzte und Lokomotivführer. Diese gehören jedoch nach Wehr nicht zur Arbeiterklasse, da sie bürgerlich sind, ebenso wie die von ihnen unterhaltenen Spartengewerkschaften.</p>
<p>Natürlich findet auch heute noch Warenproduktion in klassischer Industrie statt, was wir an unserem täglichen Konsum ablesen können. Aber unser Warenkonsum wird zum überwiegenden Teil aus China und anderen entfernteren Ländern bedient; dort ist die klassische Arbeiterklasse, und hat auch nicht wirklich die Möglichkeit, das Machtmittel Streik einzusetzen. Stattdessen zeigen sich dort erschütternd hohe Suizidraten.</p>
<p>Und viele, die hierzulande die klassische Arbeiterklasse bilden würden, wäre sie nicht oft auf den Einsatz von Computertechnologie umgestellt, wegrationalisiert oder ins Ausland verlagert worden, beziehen Transferleistungen. Hier zerrinnt das Machtmittel Streik, wie es schon Dietrich Kittner beschrieb: „Heute nehm’ ich meine Stütze nicht – Kampfmaßnahme!“ fällt als Drohung aus.</p>
<p>Da, wo Andreas Wehr die Arbeiterklasse vermutet, ist fast keine mehr. Die Arbeiterklasse von heute findet sich am Computer, also im Internet. Und anders als von Dietmar Dath behauptet, ist diese Klasse nicht bewusstseinslos, sondern bildet ihr Bewusstsein eben erst heraus – aber eben anders als sich Wehr und Dath es vielleicht wünschen. Gerade deshalb ist es so wichtig für DIE LINKE, Anschluss an die Diskurse „bei Grünen und Piraten“, besser stünde hier: bei Netzfreiheits- und Occupy-Bewegung, zu halten. Ja, ich gestehe: Ich will, dass DIE LINKE diskursfähig bleibt. Mit der Arbeiterklasse. Mit dem Proletariat. Denn das sind 99%. So sahen es auch Marx und Engels. Wie viel Prozent sieht Andreas Wehr? 10? 6? 2? Auf jeden Fall zu wenig.</p>
<p>Wer, wie Andreas Wehr, jegliche zivilisatorische Entwicklungspotenziale in der gegenwärtigen Gesellschaft leugnet, der ist nicht nur blind für den Effekt, dass die „virale“ Verbreitung von Informationen und Meinungen via Internet neue Verbindungen schafft, Kommunikationsnetzwerke, also Kooperationen der Menschen, durch die gerade ein neues Klassenbewusstsein entsteht, sondern der argumentiert vor allem antimarxistisch. Denn, wie Wehr eigentlich wissen müsste, kann sich eine neue Gesellschaftsordnung nur durchsetzen, wenn ihr Keim bereits im Schoße der alten angelegt war. Wenn also Wehr nirgendwo einen Keim sehen will, dann hat wohl er sich vom Ziel der Überwindung des Kapitalismus verabschiedet, nicht DIE LINKE, der er dies unterstellt. Auf Marx kann sich Wehr hier nicht mehr berufen, denn der war hellsichtig und wußte im Gegensatz zu Wehr, dass die Entwicklung der Maschinen, der Fortschritt der Technologie, der allgemeine Stand der Wissenschaft und deren Anwendung auf die Produktion und die Ausbreitung der immateriellen Arbeit genau diese Keime einer Gesellschaft jenseits kapitalistischer und jenseits jeglicher Verwertungsprozesse in sich tragen, nachzulesen in den Grundrissen der Kritik der politischen Ökonomie.</p>
<p>In diesem Zusammenhang müssen wir die wohl uns zugeschriebene Autorschaft des Satzes „Die Lohnabhängigen haben das gemeinsame Interesse, ihre Einkommen, Arbeitsbedingungen und ihre soziale Absicherung durch betriebliche, tarifliche und gesetzliche Regelungen zu verbessern und so die kapitalistische Herrschaft und Ausbeutung zu beschränken“, zurückweisen. Der Satz stammt von der Sozialistischen Linken, die Andreas Wehr offenbar zu loben beabsichtigt, wiewohl er einschränkt, dass deren Mitglieder „in der Regel nicht eine Systemüberwindung im Sinn haben“.</p>
<p>Diesen Vorwurf macht er als Rundumschlag natürlich der ganzen LINKEN, vor allem aber den „Rechten“ vom Forum Demokratischer Sozialismus und uns, der Emanzipatorischen Linken. Im Gegenteil trifft aber zu: Die Emanzipatorische LINKE hat die Systemüberwindung und nicht nur die Beschränkung der kapitalistischen Herrschaft im Sinn, allerdings aufgrund einer modernen Gesellschaftsanalyse und unter klarer Benennung und Einforderung des eigentlichen Ziels Marxscher Philosophie und revolutionärer Theorie, nämlich einer Gesellschaft, &#8220;worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung der freien Entwicklung aller ist&#8221;. Dazu gehört sowohl die theoretische und praktisch-politische Kritik der entfremdeten Arbeit, die nach Marx die Ursache der Flucht aus der Erwerbsarbeit und nach kritischer Theorie die Ursache der Flucht des Proletariats in den Konsumismus ist. Ebenso gehört dazu die Anerkenntnis der Marxschen These vom wahren Reich der Freiheit, das jenseits auch weitgehend nicht entfremdeter und demokratisch organisierter notwendiger Produktion liegt und in dem die menschliche Kraftentwicklung stattfindet, &#8220;die sich als Selbstzweck gilt&#8221;. (Kapital, Bd. 3)</p>
<p>Wehrs Ablehnung von nahezu allem, was nach Marx fraglos zum Proletariat zu zählen ist, lässt uns fassungslos zurück. Es scheint hier ein vollkommen schrankenloser Chauvinismus auf: Wenn Wehr den Feminismus ablehnt, meint er eigentlich Frauen, wenn er Soziale Bewegungen ablehnt, meint er eigentlich Selbstbefähigung, wenn er Selbstverwirklichung außerhalb des Arbeitslebens als bloßes Gerede abtut, so drückt er seinen tief empfundenen Ekel vor frei und selbstbestimmt lebenden (und arbeitenden) Menschen aus. Es drängt sich der Schluss auf: Andreas Wehr will keine Verbündeten. Und er hat keine Verbündeten.</p>
<p>Dabei hat er in einem völlig Recht: Wollen wir den Sozialismus durchsetzen, dann müssen wir das Bündnis mit der Arbeiterklasse suchen. Aber mit der real existierenden, nicht mit einer von ihm halluzinierten.</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=23299&amp;md5=15ba1686252cb9b16714c3aa5d3a150d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kein Endpunkt</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Nov 2011 07:18:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[Ist nach dem Programm vor dem nächsten? So oder so – es ist ja eher eine Frage der Zeit und des Bedürfnisses nach Neuformulierung. Und das besteht offenbar bereits. Andreas Wehr meint: Der in Erfurt beschlossene Text dürfe "nicht Endpunkt der Debatte über den weiteren Weg der Partei Die Linke sein"]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ist nach dem Programm vor dem nächsten? So oder so – es ist ja eher eine Frage der Zeit und des Bedürfnisses nach Neuformulierung. Und das besteht offenbar bereits. <a href="http://www.andreas-wehr.eu/" target="_blank">Andreas Wehr</a>, der lange in der SPD war, an den Herforder Thesen der Jusos mitwirkte und heute für die Linke im Europaparlament arbeitet, hat in der <em>Jungen Welt</em> den in Erfurt beschlossenen Text einer längeren Würdigung unterzogen – deren Ergebnis man so zusammenfassen könnte: „In der Analyse ist es antikapitalistisch, in der Strategie sozialreformerisch“, es würden an zentralen Stellen „lediglich alte sozialdemokratische Konzepte wieder hervorgeholt&#8221;. Wehr nennt hier Wirtschaftsdemokratie, Belegschaftseigentum und Solidarökonomie. Diese hätten sich &#8220;bereits in der Vergangenheit als untauglich und als illusionäre Hoffnungen auf die Veränderung der kapitalistischen Realität erwiesen“. Die Linkspartei müsse „aber aus dem Schatten der Sozialdemokratie treten, will sie eine dauerhafte Existenzberechtigung gewinnen. Das beschlossene Programm darf daher nicht Endpunkt der Debatte über den weiteren Weg der Partei Die Linke sein“. Teil I findet man <a href="http://www.jungewelt.de/2011/11-10/006.php" target="_blank">hier</a>, den zweiten Teil <a href="http://www.jungewelt.de/2011/11-11/020.php" target="_blank">hier</a>. (tos)</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=23204&amp;md5=49aba781825cb2c865e1cad2f005019c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wendl verlässt Linke</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Nov 2011 12:47:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bayern]]></category>
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		<description><![CDATA[Der frühere Landeschef der Linken in Bayern, Michael Wendl, ist aus der Partei ausgetreten. Anlass für den streitbaren Gewerkschafter, der auch dem Münchner Kreisverband vorstand, sei vor allem das neue Programm gewesen. Der Linken gab der Soziologe und Volkswirt eine schlechte Prognose. Wendl stand für eine zwar kontroverse aber stets an der Sache und an der kritischen Verwendung von politischen Begriffen orientierte Diskussion - nicht zuletzt hier im Blog]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der frühere Landesvorsitzende der Linken in Bayern, Michael Wendl, ist aus der Partei ausgetreten. Anlass für den streitbaren Gewerkschafter, der auch dem Münchner <a href="http://www.dielinke-muc.de/partei/muenchen/kreisverband_muenchen/" target="_blank">Kreisverband</a> vorstand, sei vor allem das neue Programm gewesen, <a href="http://www.sueddeutsche.de/g5638Q/303393/Kleinkrieg-und-keine-Manieren.html" target="_blank">berichtet</a> die <em>Süddeutsche</em>. Es sei in weiten Passagen „theoretisch falsch und politisch desorientierend“. Da er weder ständig das Programm kritisieren noch den Text von vornherein nicht ernst nehmen wolle, habe er sich zum Austritt entschieden. Der Linken gab Wendl, der 2008 zur Partei gestoßen war, eine schlechte Prognose: „Wir haben das Zeitfenster, das die SPD mit ihrer unsozialen Politik geöffnet hatte, nicht nutzen können. Mit diesem Programm werden wir sie nicht unter Druck setzen, die Gewerkschaften auch nicht.“ Dass die Parteimitgliedschaft von Wendl „von Anfang an ein großes Missverständnis war“, wie die <em>Süddeutsche</em> behauptet, wird dem Wirken des früheren ÖTV-Landesvorsitzenden keineswegs gerecht. Der Soziologe und Volkswirt hatte, nicht nur in seiner 77 Tage währenden Amtszeit an der Spitze der Bayern-Linken, für eine zwar kontroverse aber stets an der Sache und an der kritischen Verwendung von politischen Begriffen orientierte Diskussion gestanden. Nicht zuletzt hier im Blog. Dass Wendls Meinung – in politischen wie in innerorganisatorischen Fragen – dabei auch auf Ablehnung stieß, wäre wohl kaum das Problem gewesen. Auf welche Weise die Kritik an dem früheren Sozialdemokraten jedoch in der bayerischen Linken bisweilen geübt wurde, hat offenbar zu seinem Rückzug beigetragen. (tos, Foto: Linke)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=23150&amp;md5=36c42a150021f468440babefcaba9005" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sieben Leitanträge</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 04:39:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Parteitag]]></category>
		<category><![CDATA[Programm]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[SPD-Linke]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine seltsame Stille ist das, auch im Vergleich zur Linkspartei: Einen Monat vor dem Parteitag der SPD, bei dem es weder um Peer Steinbrück noch ausschließlich um eine organisationspolitische Reform geht, wird zwar viel über die Sozialdemokraten, ihre Chancen bei kommenden Wahlen und ihr Verhältnis zu den Grünen gesprochen. Kaum aber über die Ergebnisse jener programmatische Selbstbeschäftigung, welche die SPD nach der historischen Pleite bei den Bundestagswahlen 2009 unter der Überschrift „Neuaufstellung“ begonnen hat. Nicht weniger als sieben politische Leitanträge sind eingebracht - doch es scheint, die Linke interessiert sich dafür so wenig wie für die Positionen der SPD-Linken]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine seltsame Stille ist das, auch im Vergleich zur Linkspartei: Einen Monat vor dem <a href="http://www.spd.de/aktuelles/Parteitag_2011/" target="_blank">Parteitag</a> der SPD, bei dem es weder um Peer Steinbrück noch ausschließlich um eine organisationspolitische Reform geht, wird zwar viel über die Sozialdemokraten, ihre Chancen bei kommenden Wahlen und ihr Verhältnis zu den Grünen gesprochen. Kaum aber über die Ergebnisse jener programmatische Selbstbeschäftigung, welche die SPD nach der historischen Pleite bei den Bundestagswahlen 2009 unter der Überschrift „Neuaufstellung“ begonnen hat. Nicht weniger als <a href="http://www.spd.de/aktuelles/Parteitag_2011/17294/110909_antraege_des_pv.html" target="_blank">sieben politische Leitanträge</a> (und einen zur Organisationsreform) sind bereits vorgestellt worden – es geht um einen linken Fortschrittsbegriff, um solidarische Gesundheit, die Familienpolitik, Demokratie und Europa. In der veröffentlichten Meinung ist von den Inhalten nur wenig zu hören, hier einmal ein Worte zur Steuerpolitik, dort einmal ein bisschen Diskussion um die Bürgerversicherung. Dass die SPD nichts weniger vorbereitet als eine Neubestimmung ihres Standorts unter den Bedingungen von Eurokrise, Oppositionsführerschaft, aufsteigenden Grünen und Piraten sowie mit Blick auf die Linkspartei, wird kaum wahr- geschweige denn als intellektuelle Kampfansage genommen. Ob man die SPD nun mehr als möglichen Partner oder doch eher als Folie begreift, an der es sich gut abarbeiten lässt, ob sie einem die historische Verräterin aller revolutionären Ideale ist oder doch nur die zweitstärkste politische Kraft, ob man zur Kenntnis nimmt, dass sie aus mehr besteht als aus Agenda 2010 und den Stones, oder ob einem immer nur Hartz und Schröder einfällt – so oder so müssten die politischen Texte des Berliner Parteitags der Sozialdemokraten für Linke (auch über die Partei hinaus) doch eigentlich eine Rolle spielen. Von fundierter Kritik (nicht bloß im Sinne der Ablehnung, Zurückweisung oder des Übertrumpfens, sondern im Sinne von Beurteilung, Auseinandersetzung, des sich selbst in Feagestellens) von links ist bisher aber nichts zu hören. Übrigens auch nicht am <a href="http://www.forum-dl21.de/service/FortschrittdurchGerechtigkeit-PositionspapierVorstandDL21.pdf" target="_blank">Positionspapier</a> der SPD-Linken (siehe <a href="http://www.lafontaines-linke.de/2011/10/zweierlei-reaktionen-spd-erfurter-programm-brandt-gabriel-gysi-oppermann/" target="_blank">auch hier</a>), das die Herausforderung, die in der programmatischen Debatte der Sozialdemokraten für die Linkspartei steckt, am deutlichsten zeigt. (tos)</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=22931&amp;md5=29ef0c116a7049a91e0e82473f915078" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Nachbetrachtungen</title>
		<link>http://www.lafontaines-linke.de/2011/10/nachbetrachtungen-parteitag-erfurt/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 11:02:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erfurter parteitag]]></category>
		<category><![CDATA[Programm]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach dem Programmparteitag ziehen die Strömungen Bilanz, schildern Beobachter ihre Eindrücke und denken Linke über die Signale, die von Erfurt ausgehen. Ein kleiner Überblick ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach dem Programmparteitag ziehen die Strömungen Bilanz, schildern Beobachter ihre Eindrücke und denken Linke über die Signale, die von Erfurt ausgehen. Ein kleiner Überblick (um Hinweise auf weitere Texte wird gebeten):</p>
<p>Wie weiter nach Erfurt? Ein offensiver aufrechter Gang ist das eine, ein noch so oft herausgestelltes »Wir wissen alles« wird der Suche der Menschen nach Lösungen und begehbaren Wegen aus der Krise nicht gerecht. Von <strong>Hasko Hüning und Gerd Siebecke</strong> auf sozialismus.de &#8211; <a href="http://www.sozialismus.de/kommentare_analysen/detail/artikel/wie-weiter-nach-erfurt/" target="_blank">hier</a></p>
<p>Ein konsequent antikapitalistisches und antimilitaristisches Grundsatzprogramm! Erklärung der <strong>Antikapitalistischen Linken</strong> &#8211; <a href="http://www.antikapitalistische-linke.de/article/416.ein-konsequent-antikapitalistisches-und-antimilitaristisches-grundsatzprogramm.html" target="_blank">hier</a></p>
<p>Die <strong>Sozialistische Linke</strong> hat als bedeutende Strömung im Zentrum der Partei ihren Beitrag zu einem antikapitalistischen und zukunftsorientierten Programm geleistet. Wir freuen uns, dass alle relevanten Kräfte der Partei sich im Programm wiederfinden können und es auf dem Parteitag eine Mehrheit von 97 Prozent gefunden hat &#8211; <a href="http://www.sozialistische-linke.de/politik/beschluesse/450-die-partei-der-99-prozent" target="_blank">hier</a></p>
<p><strong>Halina Wawzyniak</strong>: Dank Großbildleinwand im Saal des Bundesparteitages konnte man sehen, ich habe mich beim Programm enthalten. Weil es diverse Nachfragen gegeben hat, will ich hier klarstellen, dass das beschlossene Programm selbstverständlich Grundlage meines Handelns sein wird &#8211; <a href="http://blog.wawzyniak.de/?p=3709" target="_blank">hier</a></p>
<p>Auf antikapitalistischem Kurs: Das beschlossene Programm ist eine gute Grundlage, neue Mitglieder für DIE LINKE zu gewinnen. Aber dafür muss die Partei sich nach außen wenden. Von <strong>Nils Böhlke</strong> auf marx21.de &#8211; <a href="http://marx21.de/content/view/1549/32/" target="_blank">hier</a></p>
<p><strong>Dominic Heilig</strong>: Im Ergebnis des Parteitages steht nun nicht nur die Geschlossenheit und der Beweis der Fähigkeit der Partei notwendige Kompromisse für die Interessen der Menschen in diesem Land zu finden, sondern auch der Makel der Disziplinierung der Partei nach innen &#8211; <a href="http://dominic.linkeblogs.de/2011/10/25/ernst-%e2%80%9eein-meilenstein-der-geschichte%e2%80%9c/" target="_blank">hier</a></p>
<p>Wenn es uns gelingen würde, den auf dem Parteitag in Ansätzen spürbaren vertrauensvolleren Umgang miteinander in die Gliederungen zu tragen und damit dazu beizutragen, dass das allenthalben mit den Händen zu greifende Unbehagen bei Mitgliedern, die Tendenz zum stillen Rückzug statt lautem Austritt etc. in erneutes Vertrauen und nicht zuletzt Handlungsfähigkeit umgewandelt werden kann, wäre dies sicherlich ein Gewinn. Dies ist noch lange kein Verzicht auf notwendige Debatten &#8211; Benjamin Hoff vom <strong>Forum demokratischer Sozialismus </strong><a href="http://www.forum-ds.de/article/2104.der_erfurter_parteitag_ein_schritt_um_verlorenes_vertrauen_zurueckzugewinnen.html" target="_blank">hier</a><strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Stefan Liebich</strong>: Auch ich habe sehr gern mit JA gestimmt, weil es gelungen ist, den von Oskar Lafontaine und Lothar Bisky vorgelegten Entwurf an vielen wichtigen Stellen zu verbessern. Dass es auch Punkte gibt, z.B. bei der Konkretisierung unserer Friedenspolitik, bei denen ich mir andere Formulierungen gewünscht hätte, ist kein Geheimnis. Gleichwohl habe ich für den gefundenen Kompromiss geworben, da er große Mehrheiten hinter sich vereinen konnte &#8211; <a href="http://www.stefan-liebich.de/article/2735.schritt-zur-gemeinsamen-partei.html" target="_blank">hier</a></p>
<p>Insgesamt ist dieses Programm gewiss kein marxistisches, aber weitgehend antikapitalistisch, antifaschistisch und klar auf Frieden orientiert. Entscheidend aber wird die politische Praxis sein und <strong>aus Sicht der DKP</strong>, wie sich die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen uns weiterentwickeln werden &#8211; <a href="http://kommunisten.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=3095:von-erfurt-nach-erfurt-die-linke-gab-sich-ein-programm&amp;catid=42:inland&amp;Itemid=90&amp;utm_source=twitterfeed&amp;utm_medium=twitter" target="_blank">hier</a></p>
<p>Bei allen Schwächen, die diese Partei und ihre (Antrags)Beratungen in Erfurt gekennzeichnet haben, ist damit ein Anknüpfungspunkt für den Widerstand gegen die Barbarei des im Niedergang begriffenen Kapitalismus verteidigt worden &#8211; <a href="http://www.sozialismus.info/?sid=4502" target="_blank">meint</a> die <strong>SAV</strong></p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=22812&amp;md5=1a3eec0a82e1e5023e56a8fd3082d26d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Warten auf Geschichte</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Oct 2011 05:46:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erfurt]]></category>
		<category><![CDATA[geisne Lötzsch]]></category>
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		<description><![CDATA[Es waren große Worte, die Gesine Lötzsch bei ihrer Rede auf dem Programm-Parteitag fand: Man sei nach Erfurt gekommen, um Geschichte zu schreiben. Nachlesen kann man noch nicht, was geschrieben wurde - am Dienstagmorgen waren das neue Programm, die Satzung und diverse Ordnungen der Partei noch nicht lesefertig. Die zuständigen Gremien sind dabei, die Änderungen einzuarbeiten, heißt es bei der Linken. Bis zum Mitgliederentscheid ist es noch ein paar Tage hin. Der wird vom 17. November bis zum 15. Dezember laufen. Am 18. Dezember wird dann öffentlich im Karl-Liebknecht-Haus ausgezählt]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es waren große Worte, die Gesine Lötzsch bei <a href="http://www.die-linke.de/partei/organe/parteitage/2parteitag2tagung/redenundgrussworte/wirsindhierumgeschichtezuschreiben/" target="_blank">ihrer Rede</a> auf dem Programm-Parteitag fand: Man sei nach Erfurt gekommen, um Geschichte zu schreiben. Ob und wie das gelungen ist, werden kommende Debatten, Wahlen, die Entwicklung der Linken überhaupt zeigen. Nachlesen kann man allerdings noch nicht, was geschrieben wurde &#8211; am Dienstagmorgen waren das neue Programm, die Satzung und diverse Ordnungen der Partei noch nicht lesefertig. „Die zuständigen Gremien sind in den nächsten Tagen damit befasst, die vom Erfurter Parteitag beschlossenen Änderungen in die Texte des Parteiprogramms, der Bundessatzung usw. einzuarbeiten“, heißt es bei der Linken. „Unmittelbar nach Fertigstellung werden die entsprechenden Texte hier veröffentlicht.“ Und so warten jene, die nicht jede Änderung selbst mitprotokolliert haben und denen die medialen Kurzzusammenfassungen nicht ausreichen: Es steht ja doch mehr im Programm als Drogen, Nato und Verstaatlichung. Bis zum Mitgliederentscheid allerdings ist es noch ein paar Tage hin. <a href="https://www.die-linke.de/partei/organe/parteivorstand/parteivorstand20102012/vondensitzungen/sofortinformationsitzungam15und16oktober2011/" target="_blank">Der wird vom</a> 17. November bis zum 15. Dezember laufen, und vorher wird den eingeschriebenen Genossen ein gedrucktes Exemplar des Parteiprogramms per Post zugehen. Am 18. Dezember ab 10 Uhr wird öffentlich im Karl-Liebknecht-Haus ausgezählt. Dann wird man erfahren, ob auch an der Basis der Linken die Zustimmung zum Programm bei 96,9 Prozent liegt. Der Text der Urwahl lautet: „Ich stimme dem auf der 2. Tagung des 2. Parteitages der Partei DIE LINKE am 22. Oktober 2011 in Erfurt beschlossenen Programm der Partei DIE LINKE zu.“ (vk, Foto: Linke)</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=22740&amp;md5=2c5305eacc6458e9ffc673aa9b4f7e5e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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