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	<title>Lafontaines Linke &#187; Oskar Lafontaine</title>
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		<title>Vor dem Landesrat</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 08:48:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Norden wirkt der Streit um das Verfahren zur Basisbeteiligung bei der Wahl der neuen Linkenspitze nach: Vor dem Landesrat in Schleswig-Holstein kursiert ein Antrag, mit dem das Ja des Vorstands zu einer Mitgliederbefragung „missbilligt“. Es geht in der Angelegenheit aber nicht nur um statuarische Prinzipien, sondern auch um den Kurs der Nord-Linken vor dem Hintergrund schlechter Umfragewerte]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Norden wirkt der Streit um das Verfahren zur Basisbeteiligung bei der Wahl der neuen Linkenspitze nach: Vor der nächsten Sitzung des <a href="http://www.linke-sh.de/nc/politik/termine/?tx_cal_controller[view]=event&amp;tx_cal_controller[type]=tx_cal_phpicalendar&amp;tx_cal_controller[uid]=15&amp;tx_cal_controller[lastview]=view-list|page_id-7&amp;tx_cal_controller[year]=2012&amp;tx_cal_controller[month]=02&amp;tx_cal_controller[day]=12&amp;cHash=5f075e14cc727932a34568e5fbe75269" target="_blank">Landesrates</a> in Schleswig-Holstein kursiert ein Antrag, mit dem das Ja des Vorstands zu einer Mitgliederbefragung „missbilligt“ und entsprechende Beschlüsse aufgehoben werden sollen. Die Antragsteller kritisieren, dass zuvor weder in den Kreisverbänden noch im Landesrat über diese „grundsätzliche politische und organisatorische“ Frage eine Meinungsbildung stattgefunden – und mithin der Vorstand seine Kompetenzen überschritten habe. Es geht in der Angelegenheit aber nicht nur um statuarische Prinzipien, sondern um Meinungsverschiedenheiten, die im Streit um eine mögliche Basisbefragung eine Art Brennglas gefunden haben.</p>
<p>Anfang November 2011 konnte man erstmals <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/kandidatur-fuer-den-linken-parteivorsitz-bartsch-schweigt-sich-aus-1.1183275" target="_blank">in der Zeitung lesen</a>, dass auch in der Nord-Linken „großes Interesse“ an einer Mitgliederbefragung bestehe. Hintergrund sei die Sorge, dass Personaldebatten die Chancen der Partei bei der Landtagswahl im Mai gefährden. „Wir stellen uns es wenig hilfreich vor, wenn so eine Personaldebatte mitten in unseren Wahlkampf fällt“, wurde Jannine Menger-Hamilton zitiert. Eine Mitgliederbefragung solle vorzugsweise bis Anfang April abgeschlossen sein. Mitte November <a href="http://www.forum-ds.de/article/2119.wir_sehen_uns_in_der_tradition_von_klaus_stoertebeker.html" target="_blank">erklärte</a> die Landeschefin, man sei mit anderen Verbänden im Gespräch, eine entsprechende Initiative auf den Weg zu bringen. Die ist inzwischen unter Verweis auf juristische Argumente vom Linken-Vorstand als „nicht zulässig“ <a href="https://www.die-linke.de/nc/presse/presseerklaerungen/detail/browse/2/zurueck/presseerklaerungen/artikel/geschaeftsfuehrender-parteivorstand-beriet-ueber-antrag-auf-durchfuehrung-eines-mitgliederentscheids/" target="_blank">gestoppt worden</a>.</p>
<p>Doch so ein innerparteilicher Konflikt-Dampfer hat einen langen Bremsweg. Deshalb kommt das Thema nun noch einmal auf den Tisch. „Die einsame Entscheidung des Landesvorstandes wurde nicht nur parteiintern, sondern in der bundesweiten Öffentlichkeit und Presse fälschlicherweise als Position unseres Landesverbandes dargestellt und wahrgenommen“, heißt es in der Begründung zum Antrag an den Landesrat. Die Spitze der Nord-Linken habe der Partei „Schaden zugefügt“ und „uns alle lächerlich gemacht“. Ein hinter der Kritik stehendes Motiv wird im nächsten Satz deutlich: „Wir werden infolgedessen bundesweit bereits als ,FDS-Landesverband‘ wahrgenommen – was mit der tatsächlichen Situation der Landespartei wenig zu tun hat.“ Außerdem habe sich der Verdacht „leider erhärtet“, dass es „im wesentlichen um die Unterstützung eines bestimmten Kandidaten ging, der seine Kandidatur bereits angekündigt hatte“.</p>
<p>Also Dietmar Bartsch. In einer Sitzung des schleswig-holsteinischen Landesvorstands im September hatte Menger-Hamilton <a href="http://www.linke-sh.de/uploads/media/Protokoll_LaVo_04.09.2011.pdf" target="_blank">erklärt</a>, „dass es seitens der Parteigremien des Landesverbandes keine Anfrage und keine Stellungnahme zu einer Unterstützung von Dietmar Bartsch als künftigem Vorsitzenden gegeben hat“. Spätere Erklärungen des Gremiums zur Bewerbung des früheren Bundesgeschäftsführers lassen sich zumindest in den Medien nicht finden. Den Antragstellern selbst gehe es auch nicht darum, sich „gegen Mitgliederentscheide und den Ausbau innerparteilicher Demokratie“ zu positionieren. „Im Gegenteil: dies ist wichtig und darüber muss gesprochen werden.“ Mehr Basisdemokratie müsse aber „von unten nach oben wachsen“. Auf einem Parteitag solle die Linke im Norden daher alsbald „eine Grundsatzdiskussion zum Thema“ führen und über „eine Position des Landesverbandes zur Frage einer möglichen Änderung der Bundessatzung“ beraten – allerdings erst nach der Landtagswahl.</p>
<p>Deren Termin rückt rasch näher. Erster Höhepunkt wird der zweite <a href="http://www.linke-sh.de/nc/presse/detail/zurueck/aktuell/artikel/fuer-eine-demokratische-erneuerung-parlamentariertag-der-linken/" target="_blank">Parlamentariertag</a> der Linken in Kiel sein. Erwartet werden dazu 300 Mitglieder von Europaparlament, Bundestag und Landtagen; diskutiert werden soll über „Möglichkeiten und Notwendigkeiten einer Weiterentwicklung der Demokratie“. Oskar Lafontaine und schlewsig-holsteinische Wahlkämpfer werden sprechen, eingeladen sind auch Linke aus Spanien, Italien und Dänemark. Es soll Workshops geben und Gregor Gysi ist mit einer „Kieler Rede zur Euro-Krise“ angekündigt. 2011 fand der erste Parlamentariertag <a href="http://www.linksfraktion.de/fotostrecken/1-parlamentariertag-linken/" target="_blank">in Magdeburg</a> statt – und zwar kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Die Aktion soll also nicht nur der Selbstverständig dienen, sondern auch öffentlichen Rückenwind für die Linkspartei bringen. Was diese will, hat die schleswig-holsteinische Landesvorsitzende Menger-Hamilton gerade <a href="http://www.linke-sh.de/nc/presse/detail/zurueck/aktuell/artikel/wahlkampfvorbereitung-der-linken-sh/" target="_blank">knapp skizziert</a>: „Ob im Saarland oder in Schleswig-Holstein, ob in Regierungsverantwortung oder als starke Opposition: allein die Linke steht für gerechte Bildung, soziale Teilhabe, gute Arbeit und Löhne und eine konsequente Friedenspolitik. Und das bedeutet: Es braucht die Linke in deutschen Landtagen.“</p>
<p>Dass auch die Landesvorsitzende selbst im Landtag gebraucht werden könnte, hat die Basis der Nord-Linken gerade erst verneint: Menger-Hamilton fiel bei der <a href="http://www.linke-sh.de/wahl_2012/kandidatinnen_und_kandidaten/" target="_blank">Listenaufstellung</a> durch. „In diesem Landesverband wurde schon immer viel Wert auf die Trennung von Amt und Mandat gelegt“, hat die Vizevorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Cornelia Möhring, die Entscheidung <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/schleswig-holstein-linke-demontiert-landeschefin/6125656.html" target="_blank">kommentiert</a>. Aber klar ist auch, dass hinter dem Ergebnis der Listenwahl vor allem Differenzen über den Kurs der Nord-Linken und letztlich auch die Haltung zur Frage des Mitgliederentscheids stehen. „Linke demontiert Landeschefin“, lautete eine Schlagzeile, die 33-Jährige habe in ihrer bisherigen Amtszeit nicht den nötigen Rückhalt finden können.</p>
<p>Einmal von möglichen persönlichen Unverträglichkeiten abgesehen, über die auch berichtet wird, spiegeln sich in den Konflikten die bekannten strategischen Meinungsverschiedenheiten. Als Menger-Hamilton es im Herbst als Aufgabe der Linken bezeichnet hatte, „einer möglichen rot-grünen Koalition auf die Finger zu schauen, wenn sie sich an sozialer Politik versucht“, setzte es zum Beispiel umgehend eine <a href="http://www.linke-sh.de/nc/partei/debatte/detail/kategorie/die-linke-im-landtag/zurueck/positionen-diskussionen/artikel/stellungnahme-der-landesmitgliederversammlung-der-linksjugend-solid-schleswig-holstein/" target="_blank">geharnischte Erklärung</a> aus der Linksjugend. Dies solle wohl heißen, stand darin, dass die Linke „im Prinzip (&#8230;) in dieselbe Richtung wie Rot-Grün“ wolle. Dieser Meinung sei man aber „ganz und gar nicht“, ebenso wenig erwarte der Jugendverband eine „soziale Politik“ von einer zukünftigen rot-grünen Landesregierung. Der sozialdemokratische Spitzenkandidat hat eine Kooperation im Prinzip bereits ausgeschlossen. Den <a href="http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/schleswig-holstein.htm" target="_blank">Umfragen</a> nach ist eine Beteiligung der Linken auch gar nicht nötig.</p>
<p>Die bewegt sich derzeit „am Rand der politischen Bedeutungslosigkeit“, wie es der frühere Landessprecher Björn Radke Ende Januar in einem Beitrag <a href="http://www.nord-links.de/analysen_ansichten/detail/artikel/neue-zeitrechnung-fuer-schleswig-holstein/" target="_blank">formuliert hat</a>. Menger-Hamilton dürfte also bei der Listenwahl auch in Haftung für den schlechten Stand in den Umfragen genommen worden sein. Dieser habe „zum Teil bundespolitische Hintergründe“, so Radke. „Gleichwohl bleibt die Herausforderung, dass sich die Landespartei auch kritisch überprüfen und sich selbst neu erfinden muss.“ Das wird so einfach nicht sein, vor allem nicht angesichts der Herausforderungen der Landespolitik, die für eine Linke auf Oppositionskurs dieselben sind wie für eine, die sich die Option einer alternativen Reformkoalition offenhalten will. In den Mittelpunkt der Auseinandersetzungen steht auch hier die „Schuldenbremse“.</p>
<p>In einer <a href="http://www.nord-links.de/analysen_ansichten/detail/artikel/spd-im-norden-viel-wind-kaum-loesungskompetenz/" target="_blank">Kurzanalyse</a> der Wahlkampf-Positionen der SPD hat Radke auf die Alternativen zu einem Schuldenabbau über Kürzungen im öffentlichen Sektor hingewiesen, wie sie von Lafontaine umrissen wurden: die Vorgaben des Stabilitätsrates könnten auch über die Erhöhung der Einnahmen erfüllt werden. „Wir haben jetzt durch die rot-grüne Mehrheit im Bundesrat die einmalige Chance“, so Lafontaine, „eine gerechtere Besteuerung der hohen Einkommen und Vermögen durchzusetzen.“ Der Saarländer knüpft hier an die von ihm orchestrierte sozialdemokratische Blockadepolitik gegen Helmut Kohl in den neunziger Jahren an. Richtig ist aber auch, dass eine rot-grüne &#8220;Gestaltungsmehrheit“, von der ebenso <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/linkspartei-lafontaine-verfassungsschutz-muesste-sich-selbst-ueberwachen/6112970.html" target="_blank">die Rede war</a>, in der Länderkammer zurzeit nicht existiert. Das macht das Argument freilich noch nicht zu einem falschen, demzufolge ein echter Politikwechsel erst dort beginnt, wo die herrschende Logik – Schuldenabbau durch Ausgabenkürzung – umgekehrt und durch eine Logik der steuerlichen Umverteilung von oben nach unten ersetzt wird. (tos)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=25333&amp;md5=70f60fd18d23ebbca089f059f06135b5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Drei nach Neun (8)</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 11:27:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sigmar Gabriel äußert im "Vorwärts" Selbstkritik an der SPD-Politik der vergangenen Jahre. Oskar Lafontaine erinnert passend dazu in der "Zeit", wie er seinerzeit mit Vorschlägen zur Finanzmarkt-Regulierung gegen nicht zuletzt sozialdemokratische Wände lief. Bei der innerparteilichen Solidarität der Linken sieht der Saarländer jedoch Nachholbedarf. Genauso wie Dietmar Bartsch, der davor warnt, „die Dominanz der eigenen Strömung und der Erfolg über angebliche innerparteiliche Kontrahenten zur Messlatte werden“ zu lassen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sigmar Gabriel äußert im <em>Vorwärts</em> <a href="http://www.vorwaerts.de/artikel/wir-werden-kaempfen" target="_blank">Selbstkritik</a> an der SPD-Politik der vergangenen Jahre. Man habe auf dem &#8220;Arbeitsmarkt Zustände zugelassen, die unvertretbar sind&#8221;, habe einen &#8220;wirklich finsteren Niedriglohnsektor&#8221; geschaffen. Zur Riester-Rente sagt gabriel, es war &#8220;ein Fehler, sie so einzuführen&#8221;. Nun, die Liste ist nicht vollständig, aber immerhin. Oskar Lafontaine <a href="http://www.zeit.de/2012/06/Interview-Lafontaine" target="_blank">erinnert</a> passend dazu in der <em>Zeit</em>, wie er seinerzeit mit Vorschlägen zur Finanzmarkt-Regulierung gegen nicht zuletzt sozialdemokratische Wände lief und sagt, die Linke sei „die einzige Partei, die die Diktatur der Finanzmärkte brechen und den Sozialabbau stoppen will“. Bei der innerparteilichen Solidarität sieht der Saarländer jedoch Nachholbedarf. Genauso wie Dietmar Bartsch, <a href="http://www.dietmar-bartsch.de/kolumne/items/fuer-eine-bunte-aber-kenntliche-partei.html" target="_blank">der davor warnt</a>, „die Dominanz der eigenen Strömung und der Erfolg über angebliche innerparteiliche Kontrahentinnen und Kontrahenten zur Messlatte werden“ zu lassen – und es als „selbstverständlich“ ansieht, dass er sich vor Kommunistische Plattform und Antikapitalistische Linke stelle, wenn es darauf ankommt. (tos)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=25203&amp;md5=d79ada0f1718b9d52a91fbff3cade2e6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Spaniol und Linsler</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 07:07:40 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die saarländische Linke hat in Neunkirchen und Saarbrücken die Wahlkreislisten für die vorgezogene Landtagswahl im März bestimmt. Kommende Woche folgen die Wahlkreisliste Saarlouis sowie die Landesliste]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die saarländische Linke hat die Hälfte ihrer Kandidaten für die vorgezogene <a href="http://www.saarland.de/SID-3E724395-291C5220/10663.htm" target="_blank">Landtagswahl</a> im März bestimmt. Am Samstag <a href="http://www.dielinke-saar.de/nc/politik/presse/detail/zurueck/presse/artikel/barbara-spaniol-fuehrt-die-liste-der-linken-im-wahlkreis-neunkirchen-an/" target="_blank">nominierte</a> die Partei die Abgeordnete Barbara Spaniol auf Platz 1 der Wahlkreisliste Neunkirchen, am Sonntag <a href="http://www.dielinke-saar.de/nc/politik/presse/detail/zurueck/aktuelles/artikel/rolf-linsler-fuehrt-wahlkreisliste-der-linken-in-saarbruecken-an/" target="_blank">folgte</a> Landeschef und Fraktionskollege Rolf Linsler an der Spitze der Wahlkreisliste Saarbrücken. Kommende Woche folgen die Bewerber der Wahlkreisliste Saarlouis sowie die Landesliste, für die Oskar Lafontaine bereits als Spitzenkandidat vorgeschlagen wurde. Der Fraktionschef und frühere Parteivorsitzende hatte am Samstag in Homburg die Kandidatenkür <a href="http://www.dielinke-saar.de/nc/politik/presse/detail/zurueck/presse/artikel/oskar-lafontaine-die-grosse-koalition-gegen-die-kleinen-leute-verhindern/" target="_blank">eröffnet</a> und sich zuversichtlich gezeigt, dass der politische Wettbewerb in den kommenden Wochen trotz der großkoalitionären Vorfestlegungen von SPD und CDU doch noch etwas ändern könne: „Sollte die CDU wirklich zweitstärkste Partei werden, da ist sie noch nicht ohne weiteres bereit, eine Große Koalition zu machen.“ Und sollte die SPD zweitstärkste Partei werden, würden in der SPD einige nachdenken, ob nicht ein rot-rotes Bündnis besser wäre. „Aber am besten wäre es noch, wir würden stärker als die SPD.“ Davon ist die Saar-Linke derzeit noch ziemlich weit entfernt, in <a href="http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/saarland.htm" target="_blank">Umfragen</a> kommt die Partei im Vergleich mit den Sozialdemokraten auf weniger als die Hälfte der Zustimmung.</p>
<p>Wo aus Sicht der Linken die Zuspitzungen im saarländischen Wahlkampf liegen, machte Lafontaine in seiner Homburger Rede auch klar. Er sprach CDU-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und den SPD-Spitzenmann Heiko Maas direkt an und forderte sie auf, ihre Sparpläne offenzulegen. „Wollt ihr über 5.000 Arbeitsplätze in der Landesverwaltung abbauen – ja oder nein? Wollt ihr wirklich Lehrer-Stellen abbauen? Und wie soll dann der Unterricht aussehen?“ Die Linke stehe für den Versuch, „eine große Koalition gegen die kleinen Leute“ zu verhindern. Lafontaine macht beide Parteien einerseits „für Leiharbeit, Hungerlöhne, Niedriglohnsektor und Rentenkürzung“ verantwortlich, andererseits sprach er indirekt den beiden Spitzenkandidaten die Eignung zur Lösung der Probleme ab: Das Saarland brauche keine politischen Leichtgewichte, sondern Professionalität. Wenn die Linke an der Regierung beteiligt werde, wolle sie unter anderem die Wirtschaftsförderung an die Zahlung von fairen Löhnen binden und zugleich auf Bundesebene für Mindestlöhne eintreten. „Wenn wir an der saarländischen Regierung beteiligt sind, werden wir Anzeigen veröffentlichen“, so Lafontaine, „aus denen hervorgeht, in welchen Betrieben Löhne von vier und fünf Euro bezahlt werden. Das wirkt.“</p>
<p>In Saarbrücken erhielt Linsler bei der Listenwahl 77 Prozent der Stimmen. Auf den nächsten drei Plätzen folgen drei Frauen: die Saarbrücker Kreisvorsitzende Astrid Schramm (MdL) , die Ex-Grüne, frühere Wahlkreismitarbeiterin und Landtagsabgeordnete Lafontaines Birgit Huonker (MdL) sowie Julia Maus, die zurzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Linksfraktion arbeitet. Lafontaine hatte zuvor für Linsler mit den Worten <a href="http://www.s-o-z.de/?p=61759" target="_blank">geworben</a>: „Gerade jetzt im Kampf um die Arbeitsplätze im Öffentlichen Dienst, bei dem die SPD ja von der Fahne gegangen ist, haben wir Glück, dass wir mit ihm einen langjährigen erfahrenen Ver.di-Vorsitzenden haben, der bewiesen hat, dass er sich für die Beschäftigten einsetzt, der glaubwürdig ist.“ In Neunkirchen wurde die Abgeordnete Spaniol ebenfalls mit 77 Prozent auf den ersten Platz der Wahlkreisliste gesetzt. Ihr folgen Ralf Georgi (MdL), Pia Döring und die stellvertretende Landesvorsitzende Sandy Stachel. (vk)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=25197&amp;md5=8f7adae8da31af6f9226719aae7b47c3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Drei Mal Krise</title>
		<link>http://www.lafontaines-linke.de/2012/02/krise-finanzmaerkte-auswege-lafontaine-theorie-begriff-kurz-bischoff-busch/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 07:28:24 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Linke, darauf besteht laut einer Vorabmeldung der Zeit ihr saarländischer Fraktionsvorsitzender Oskar Lafontaine, sei die einzige Partei, die den Ausweg aus der Krise kenne. Ob man den Ausweg aus einer Krise kennt, hängt wesentlich davon ab, wie man diese verstanden hat. Über das Wesen der Krise, ihre theoretische Aneignung durch die Linke, das in Stellung gebrachte Begriffsinstrumentarium und die möglichen Kurzschlüsse ist hier bereits viel diskutiert worden. Drei aktuelle Publikationen spinnen den Faden der Debatte weiter]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Linke, darauf besteht <a href="http://www.zeit.de/vorabmeldungen/neu-in-der-aktuellen-zeit/seite-2" target="_blank">laut einer Vorabmeldung</a> der <em>Zeit</em> ihr saarländischer Fraktionsvorsitzender Oskar Lafontaine, sei die einzige Partei, die den Ausweg aus der Krise kenne. Dazu zählte Vorschläge zur Regulierung der Finanzmärkte, mit denen er als SPD-Minister „damals keine Chance“ gehabt hatte. Heute indes seien „alle dafür“, so Lafontaine – nur könne weder die Union behaupten, bereits „wirklich etwas Ernsthaftes, Einschneidendes gegen die Diktatur der Finanzmärkte getan zu haben“, noch seien die Forderungen von SPD und Grünen mehr als „Lippenbekenntnisse in der Opposition“. Dafür, dass nur die Linke „wirklich regulieren“ wolle, spreche auch, dass sie im Unterschied zu den anderen Parteien, „nicht durch Spenden von der Allianz oder der Deutschen Bank korrumpiert ist“. Ob man den Ausweg aus einer Krise kennt, hängt wesentlich davon ab, wie man diese verstanden hat. „Strenge Finanzmarktregulierung, direkte Kreditvergabe durch die Zentralbank an die europäischen Staaten und Millionärssteuer“, so hat Lafontaine die drei Punkte der Linken umrissen. Dagegen spricht zunächst einmal nichts, ob damit die Krise zu bewältigen wäre, ist aber eine ganz andere Frage. Über das Wesen der Krise, ihre theoretische Aneignung durch die Linke, das in Stellung gebrachte Begriffsinstrumentarium und die möglichen Kurzschlüsse ist hier bereits viel diskutiert worden (zuletzt <a href="http://www.lafontaines-linke.de/2012/01/harald-weinberg-hans-ulrich-joerges-stern-thesen-klausur-linksfraktion/comment-page-1/#comment-24680" target="_blank">entsponn sich hier</a> eine längere Debatte über das analytische Modell der Krise, auf das die Linke vertraue). Drei aktuelle Publikationen spinnen den Faden der Debatte weiter.</p>
<p>Robert Kurz regt sich <a href="http://www.konkret-verlage.de/kvv/in.php?text=&amp;jahr=2012&amp;mon=02" target="_blank">in der neuen</a> <em>konkret</em> heftig über das seiner Meinung nach hegemoniale Krisendenken einer postmodern gewordenen Linken auf, die sich keinen Begriff mehr von den Zuständen machen könne, weil ihr „der innere historische Zusammenhang der kapitalistischen Entwicklung“ egal geworden sei. Kurz geht aber noch einen Schritt weiter und weist die zurzeit prominenteste Erklärung für die Krise zurück, derzufolge wir es mit einem Problem der Überakkumulation zu tun haben, das irgendwann krisenhaft entwertet wird. Auf diese Weise werde die Krise zu einem „ahistorischen Event“ gemacht, nach dem dann alles wieder von vorne losgeht. Kurz verwiest jedoch auf Marx‘ Überlegungen, wonach „langfristig nicht die periodisch mangelnde Realisierung des Mehrwerts auf dem Markt das Problem“ sei, „sondern viel grundsätzlicher seine mangelnde Produktion selbst“. Man könne die Theorie vom tendenziellen Fall der Profitrate nicht zum „bloßen Hirngespinst“ erklären, wie es die neuere Marx-Lektüre gern tut. Kurz geht davon aus, dass der Kapitalismus im Begriff ist, „seine Klimax“ zu erreichen, weil die „innere Expansion von der Produktivkraftentwicklung eingeholt wird“ und dann der „relative Fall der Profitrate in einen absoluten Fall der gesellschaftlichen Mehrwert- und damit Profitmasse“ umschlägt. Es gebe „einige Indizien“, so Kurz, „dass die kapitalistische Entwicklung mit der dritten industriellen Revolution in diesen zustand eingetreten ist“.</p>
<p>Der „Diktatur des Finanzmärkte“ widmet sich auch <a href="http://www.widerspruch.ch/widerspruch-61/inhaltsverzeichnis" target="_blank">der Schwerpunkt der Schweizer Zeitschrift</a> <em>Widerspruch</em>. Wobei es hier weniger um begriffliche oder theoretische Analyse geht, sondern um politische Debatte der verschiedenen Bearbeitungsstrategien. Wie sich diese in Griechenland auswirken, beschreiben Gregor Kritidis und Giorgos Kassimatis. Mehrere Beiträge nehmen sich die Widersprüche zwischen europäischer Integration, Verfassungsdebatte, Wachstumshoffnung und Austeritätsregime an. In einem weiteren Beitrag von Vasco Pedrina geht es um die Gewerkschaften „zwischen nationalem Rückzug und europäischer Gegenoffensive“. Das gesamte Inhaltsverzeichnis findet sich hier. Eingangs des Heftes skizziert Joachim Bischoff in einer Art Leitartikel zunächst jedoch einen Grundriss der Krise: „Seit Jahrzehnten sehen wir eine massive Expansion von Vermögensansprüchen, von privaten wie öffentlichen Schulden im Verhältnis zur Realökonomie. Die massive Expansion der Vermögenstitel trifft auf ein dereguliertes Finanzsystem. Zugleich hat sich in der historischen Entwicklung des Kapitalismus die Herrschaftsstruktur von Finanzkapital und gesellschaftlicher Akkumulation verschoben.“ Seit „gut zwei Jahrzehnten“ stehe die „industrielle Akkumulation“ unter die „Herrschaft der Finanzmärkte“.</p>
<p>Hierzu passt <a href="http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Standpunkte/Standpunkte_03-2012.pdf" target="_blank">ein Standpunkte-Papier</a> der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dass sich dem Begriff „Finanzindustrie“ widmet, der einerseits „ein neuartiges Phänomen der Ökonomie pointiert beschreibt und besser als jede andere Kategorie ,auf den Begriff‘ bringt. Vor allem wegen seiner kategorialen ,Breite‘ und relativen Unbestimmtheit, aber auch wegen der Kombination zweier vermeintlich gegensätzlicher Inhalte unter dem Dach eines Begriffs“, wie es Ulrich Busch formuliert. In „offiziellen Verlautbarungen oder wissenschaftlichen Publikationen“ findet sich „Finanzindustrie“ aber kaum, sieht man einmal von wenigen Ausnahmen ab, zu denen auch <em>Freiheit statt Kapitalismus</em> von Sahra Wagenknecht gehört, dies diesen Begriff „als Synonym für monetäre Finanzinstitute verwendet“. Busch sieht es einerseits skeptisch, dass hier ein „übergreifendes Synonym für die Geld- und Finanzbranche“ alle Bereiche derselben in den Raum gestellt wird und damit „die ganze Vielfalt monetärer und finanzieller Institutionen und Prozesse (&#8230;) gänzlich undifferenziert und unterschiedslos unter einen Begriff subsumiert“ wird. Dadurch erhielten „Geld und Finanzen, welche in der traditionellen Ökonomie unterschiedlichen Bestimmungen unterliegen, per se eine allgemeinere Bedeutung und ein größeres Gewicht“. Andererseits, so Busch, stelle die Kombination der Begriffe Finanzen und Industrie „eine ungewöhnliche und auf den ersten Blick irritierende Wortverbindung dar“, hat man beide doch bisher als Termini für zwei „sich einander ausschließender Bereiche“, also die Geld- beziehungsweise die Realsphäre genommen. „Hier aber, im Begriff ,Finanzindustrie‘, fällt beides zusammen. Dadurch erlangt der Finanzbegriff eine völlig neue Relevanz. In gewissem Sinne legt diese Wortwahl nahe, dass an die Stelle der ,alten‘ Industrie jetzt eine ,neue‘ Industrie getreten ist, dass sich eine ökonomische Transformation vollzogen hat, eine Transformation vom Industriekapitalismus zum Finanzkapitalismus. Die Wortverbindung ,Finanzindustrie‘ erweist sich daher auf den zweiten Blick als durchaus sinnvoll und den veränderten Gegebenheiten adäquat.“ (tos)</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=25139&amp;md5=0f3400ab79bc5f3be86db12f337fe002" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sechs Prozent plus x</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 09:08:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Antje Jansen]]></category>
		<category><![CDATA[Heinz-Werner Jezewski]]></category>
		<category><![CDATA[Jannine Menger-Hamilton]]></category>
		<category><![CDATA[Neumünster]]></category>
		<category><![CDATA[nordLINKS]]></category>
		<category><![CDATA[Oskar Lafontaine]]></category>
		<category><![CDATA[Schleswig-Holstein]]></category>
		<category><![CDATA[Uli Schippels]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[(mit Update: die Wahlergebnisse) Schafft die Linke im Norden den Wiedereinzug am 6. Mai? Sechs Prozent plus x strebt die Vorsitzende der Partei in Schleswig-Holstein, Jannine Menger-Hamilton, an. Das erscheint im Licht der letzten Umfragen ambitioniert. „Wir kämpfen darum, ins Parlament einzuziehen“, sagt Oskar Lafontaine. Mit wem, das wird am Samstag bei der Aufstellung deer Landesliste entschieden. In den 100 Tagen bis zur Wahl wird es dann um die Kunst gehen, in einer schwierigen Konstellation und gegen einen rot-grünen "Wechsel"-Trend, deutlich zu machen, worin für die potenziellen Wähler der konkrete Nutzen liegt, die Linke anzukreuzen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schafft die Linke im Norden den Wiedereinzug am 6. Mai? Sechs Prozent plus x <a href="http://www.linke-sh.de/nc/presse/detail/zurueck/aktuell/artikel/noch-100-tage-bis-zur-wahl-sechs-prozent-plus-x-ist-das-wahlziel-der-linken/" target="_blank">strebt</a> die Vorsitzende der Partei in Schleswig-Holstein, Jannine Menger-Hamilton, an. Das erscheint im Licht der letzten <a href="http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/schleswig-holstein.htm" target="_blank">Umfragen</a> ambitioniert, der saarländische Fraktionsvorsitzende Oskar Lafontaine will von einem Scheitern an der Fünfprozent-Hürde aber nichts wissen: „Wir kämpfen darum, ins Parlament einzuziehen“, <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/linkspartei-lafontaine-verfassungsschutz-muesste-sich-selbst-ueberwachen/6112970.html" target="_blank">sagte</a> er dem <em>Tagesspiegel</em>. 100 Tage vor der Wahl stellt die Linke am Samstag in Neumünster ihre Landesliste für den Urnengang auf. Für den ersten Platz <a href="http://www.linke-sh.de/nc/partei/parteitage/vertreterinnenversammlung_2012/bewerbungen/" target="_blank">bewirbt</a> sich die Fraktionsvorsitzende Antje Jansen, auf Platz zwei wird das Rennen schon etwas enger – hier haben neben dem früheren Fraktionschef Heinz-Werner Jezewski und Parlamentsgeschäftsführer Uli Schippels noch zwei weitere Bewerber ihre Kandidatur erklärt. Mindestens vier Bewerbungen gibt es für Platz drei der Liste, darunter Menger-Hamilton, die erstmals ein Landtagsmandat anstrebt.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Livestream vom Parteitag &#8211; <a href="http://www.linke-sh.de/" target="_blank">hier</a><br />
Neues Deutschland: Kampf um die vorderen Plätze &#8211; <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/216883.html" target="_blank">hier</a></em></p>
<p>Die 33-Jährige verweist auf das <a href="http://www.linke-sh.de/uploads/media/Wahlprogramm-SH__5_.pdf" target="_blank">Wahlprogramm</a> und bezieht einen gewissen Optimismus daraus, dass der Hype um die Piraten vorbei sei. Die Landesvorsitzende zeigte sich <a href="http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regioline_nt/hamburgschleswigholstein_nt/article13837352/Nord-Linke-trotz-Umfrage-Tiefs-zuversichtlich.html" target="_blank">überzeugt</a>, dass ihre Partei bei Themen wie Transparenz und Bürgerbeteiligung punkten könne. Im Zentrum aber stehen soziale Themen, die Linken wollten sich nicht „mit Massenarbeitslosigkeit und Billiglöhnen abfinden, stehen für Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich, für öffentlich geförderte Beschäftigung und den gesetzlichen Mindestlohn“. Bei der Landtagswahl im September 2009 hatte die Linke sechs Prozent geholt und <a href="http://www.linksfraktion-sh.de/fraktion/abgeordnete/" target="_blank">sechs Abgeordnete</a> in den Kieler Landtag entsandt. Von den bisher im Landtag vertretenen Parteien, die mit dem ja zur Schuldenbremse deutlich gemacht hätten, dass sie ihren Kurs langfristig fortsetzen wollten, sei nichts zu erwarten. „Die von der Politik in Schleswig-Holstein Betroffenen haben nun die Möglichkeit den Widerstand gegen die Politik der etablierten Parteien zu stärken“, so MengerHamilton, „damit die Interessen der großen Mehrheit der Bevölkerung eine stärkere Stimme erhalten und der Macht der Banken und Konzerne eine humane, solidarische Alternative entgegengesetzt wird.“</p>
<p>Für die Linke wird das trotz der Abgrenzung von den andern Parteien nicht so einfach sein. Schleswig-Holstein erwartet einen stark von der Konstellation geprägten Wahlkampf, bei dem Rot-Grün sich als Lager des Wechsels inszenieren kann. Dass die Sozialdemokraten mit Verwies auf die schwierige Lage im Norden womöglich noch eine große Koalition in Hinterhand haben, ist zwar klar, ändert aber die Ausgangsposition für die Linke nicht. Die wird sich anstrengen müssen, hat Björn Radke schon vor ein paar Monaten <a href="http://www.nord-links.de/nc/archiv/analysen_ansichten/detail/artikel/rot-gruen-zwischen-den-meeren-1/" target="_blank">formuliert</a>, „wenigstens ihre politische Relevanz zu verdeutlichen. Dies nur mit einer besseren Imagekampagne anzugehen, dürfte nicht ausreichen“.</p>
<p>Wenn auf der einen Seite SPD und Grüne sowohl für einen Regierungswechsel stehen als auch eine zurzeit offenbar nicht unpopuläre „Ehrlichkeit“ vor sich hertragen, also einen Wahlkampf bereits mit Kürzungsankündigungen machen, weil eine Sparpolitik angeblich alternativlos ist, muss die Linke die Kunst beherrschen, einerseits die Zusammenhänge zwischen Schuldenbremse und politischem Handlungsspielraum, zwischen Haushaltsfixierung und Teilhabeorientierung, zwischen öffentlicher Nachfrage und regionale Wirtschaftsentwicklung zu „erklären“, gleichzeitig aber für ihre potenziellen Wähler deutlich zu machen, worin der konkrete Nutzen liegt, die Linke anzukreuzen. Dies zumal, da die Partei in er Vergangenheit zu einem beträchtlichen Teil jene Angesprochen hat, die am stärksten von den Verhältnissen betroffen sind &#8211; und die sich am ehesten auch wieder enttäuscht aus dem politischen Partizipationsgeschehen zurückziehen, wenn sich nicht sichtbar etwas ändert.</p>
<p>Im Prinzip ist dies eine der ständigen Herausforderungen der Linken vor allem im Westen, wo sich bisher keine große Stammwählerschaft entwickeln konnte und die Linke von vielen eher als Protestpartei betrachtet wird. Die Verstetigung von Anhängerschaft, mehr noch: der Schritt von der Delegation (Wahl) zum Selbermachen (Engagement) vollzieht sich weniger auf Landesebene als konkret vor Ort. Welche Möglichkeiten hier noch offen stehen und was das im Norden heißen könnte, sind Fragen, die auf einer neuen Debattenseite angesprochen werden. <a href="http://www.nord-links.de/nc/analysen_ansichten/" target="_blank">nordLINKS</a> will „Analysen, linke Ansichten &amp; Alternativen zu gesellschaftlichen Entwicklungen und politischen Problemen in Ländern, Städten und Gemeinden“ bündeln und damit einem größeren Kreis öffnen – als „unabhängiges linkes Projekt, der LINKEN wohlgesonnen, aber immer auf der Suche nach breiteren Kooperationen“. Mitgestaltet wird nordLINKS vom früheren Landessprecher Björn Radke. Eine weitere Debattenseite unter anderem zu landespolitischen Fragen findet sich auf der <a href="http://www.linke-sh.de/nc/partei/debatte/positionen_diskussionen/" target="_blank">Website</a> der Linken. (tos)</p>
<p><em>Update &#8211; die Ergebnisse der Wahl:</em><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Platz 1:<br />
</strong>Antje Jansen: 70 Stimmen (76 Prozent)</p>
<p><strong>Platz 2:</strong><br />
Uli Schippels: 53 Stimmen<br />
Manuela Bombosch: 7 Stimmen<br />
Hein-Werner Jezewski: 16 Stimmen<br />
Miro Berbig: 18 Stimmen<br />
gewählt: Uli Schippels</p>
<p><strong>Platz 3:</strong><br />
erster Wahlgang<br />
(Durchgang musste wiederholt werden, weil beim ersten Mal mehr Stimmen (97) abgegeben wurden, als Delegierte (96) anwesend waren)</p>
<p>Seyran Papo: 36 Stimmen<br />
Daniela Assmussen: 30 Stimmen<br />
Jannine Menger-Hamilton: 24 Stimmen<br />
Manuela Bombosch: 2 Stimmen</p>
<p>Stichwahl:<br />
Seyran Papo: 51 Stimmen<br />
Daniela Assmussen: 41 Stimmen<br />
gewählt: Seyran Papo</p>
<p><strong>Platz 4:</strong><br />
Björn Thoroe (54 Prozent)</p>
<p><strong>Platz 5:</strong><br />
Daniela Asmussen (nach Stichwahl, 57,4 Prozent)</p>
<p><strong>Platz 6:</strong><br />
Klaus-Dieter Brügmann (nach Stichwahl, mit 68,8 Prozent)</p>
<p>Platz 7: Ilka Wenzelis<br />
Platz 8: Heinz-Werner Jeszewski<br />
Platz 9: Mareike Bahlo<br />
Platz 10: Rainer Konrad Bachmann<br />
Platz 11: Elke Gronow<br />
Platz 12: Christoph Nogacki<br />
Platz 13: Sabine Heinze-Große<br />
Platz 14: Jörn Niklas Revilla Parra<br />
Platz 15: Karin Puschinski<br />
Platz 16: Bernd Kunert</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=25023&amp;md5=fe6a667be1f9f5038795de3e9baa6e3a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Unabweisbares Angebot?</title>
		<link>http://www.lafontaines-linke.de/2012/01/unabweisbares-angebot/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 23:32:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Annegret Kramp-Karrenbauer]]></category>
		<category><![CDATA[Heiko Maas]]></category>
		<category><![CDATA[Jamaica]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Ernst]]></category>
		<category><![CDATA[ND]]></category>
		<category><![CDATA[Neuwahl]]></category>
		<category><![CDATA[Oskar Lafontaine]]></category>
		<category><![CDATA[Rolf Linsler]]></category>
		<category><![CDATA[Saarland]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmar Gabriel]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 25. März wird im Saarland gewählt. SPD-Landesvorsitzender Heiko Maas hat eine rot-rote Koalition klar abgelehnt und erhält dabei Rückendeckung von seinem Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel. Aber Linke-Chef Klaus Ernst sagt, seine Partei werde der SPD ein Angebot machen, das diese nicht ablehnen könne. Das Zauberwort heißt wie bei Spitzenkandidat Oskar Lafontaine: soziale Haushaltsanierung]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Fall dürfte Seltenheitswert besitzen, wenn er nicht sogar einmalig ist: Zwei Parteien setzen die Auflösung des Landtags durch, nachdem sie Sondierungsgespräche über eine gemeinsame Regierung ohne Ergebnis beendeten, nur um danach doch miteinander zu regieren. Die Wähler, in diesem Falle die im Saarland, dürfen also nur noch bestimmen, wer Ministerpräsident wird und wer Stellvertreter, der Rest ist faktisch ausgekungelt. So macht man Demokratie zur Farce.</p>
<p>Die Rede ist von CDU und SPD, die sich offenbar über die nächsten fünf Jahre einig sind und dafür laut Umfragen bislang gut 70 Prozent der Wähler im Rücken haben. Nun steht fest, dass an der Saar am 25. März gewählt wird, nachdem CDU-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer kürzlich die Jamaica-Koalition mit Grünen und FDP überraschend für gescheitert erklärt hatte. Am gleichen Tag noch – Donnerstag Abend – kürte die Linke ihren <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/neuwahlen-im-saarland-lafontaine-wird-spitzenkandidat-der-linke_aid_707320.html">Spitzenkandidaten</a> Oskar Lafontaine, der nun acht Wochen lang Punkte machen soll – für die Landes- und die Bundespartei. Denn Lafontaines Wahlkampfeinsatz ist auch eine unverhoffte Tribüne, auf der das Image der gesamten Partei aufpoliert werden kann.</p>
<p>Worum es im Wahlkampf der Linkspartei inhaltlich gehen soll, hat Landesvorsitzender Rolf Linsler dieser Tage im <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/216308.linke-will-wieder-dritter-werden.html">ND-Interview</a> erklärt: gute Arbeit, Tariftreuegesetz, längeres gemeinsames Lernen, Kampf gegen Billigjobs, gesetzlicher Mindestlohn und anderes. In diesen Punkten ist die Distanz zur SPD nicht groß, aber der SPD-Landesvorsitzende Heiko Maas hat schon mehrfach ausdrücklich Rot-Rot abgelehnt. Der Knackpunkt ist die Schuldenbremse, die von der Linken prinzipiell abgelehnt wird, der die SPD aber nach langem Widerstand inzwischen zustimmt. Lafontaine hat mittlerweile die Hand ausgestreckt, indem er <a href="http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/DEUTSCHLAND/Lafontaine-setzt-weiter-auf-Rot-Rot-an-der-Saar-artikel7887430.php">erklärte</a>, man müsse nicht rigoros sparen, um die Schuldenbremse einzuhalten, sondern könne dies auch mit Hilfe von mehr Steuereinnahmen erreichen.</p>
<p>An diesem Punkt setzt auch Linke-Vorsitzender Klaus Ernst an und kündigte an, die Linke werde der SPD ein <a href="http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2012-01/22535328-lvz-linke-macht-spd-im-saarland-ein-angebot-das-sie-nicht-ablehnen-kann-ernst-ja-zum-schuldenabbau-007.htm">Angebot</a> machen, dass diese „nicht ablehnen kann“. Die Linke wolle gemeinsam mit der SPD den Landeshaushalt sanieren und die Schulden reduzieren, und zwar auf Kosten der Millionäre und nicht auf Kosten der Bürger. Ernst sagte auch einen Satz, der in der Partei noch einigen Nachhall finden dürfte: „Wir haben im Osten bewiesen, dass man Haushaltssanierung und soziales Augenmaß zusammenbringen kann.“</p>
<p>Und wenn die SPD trotzdem dankend ablehnt – wie zuvor schon in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen? Es ist nicht nur Heiko Maas, der sich abweisend zeigt, was sicherlich im Wahlkampf ohnehin kaum anders zu erwarten war. Auch der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/koalitionsaussage-fuer-bundestagswahl-spd-chef-gabriel-schliesst-buendnis-mit-linken-aus-1.1266407">Gabriel</a> hat sich klar gegen rot-rote Konstellationen ausgesprochen – im Bund und im Saarland. Die Linke sei unberechenbar und zerrissen – es ist die alte Nummer der Einteilung in gute und böse Genossen. Und zum Saarland meint Gabriel, man könne nicht mit jemandem koalieren, der unsolide mit Finanzen umgehe. Das war vor den Äußerungen von Lafontaine und Ernst zu Schuldenbremse und Haushaltsanierung. Aber auch dazu wird Gabriel ein Ablehnungsgrund einfallen.</p>
<p>Doch auch ohne Regierungsbeteiligung kommt die Wahl der Linken wie gerufen. Denn ein Erfolgserlebnis kann die gebeutelte Partei dringend gebrauchen – selbst wenn nicht gleich, wie mancherorts <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/wahlen-im-saarland-lafontaine-entscheidet-ueber-aufstieg-und-fall-der-linken/6114782.html">orakelt</a> wird, das Schicksal der ganzen Partei auf dem Spiel steht. Von den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein (Mai 2012)  und Niedersachsen (Januar 2013) ist der große Ruck nur sehr begrenzt zu erwarten; dort kann die Partei froh sein, wenn sie die Fünf-Prozent-Hürde überwindet. Im Saarland aber kann es durchaus wieder zweistellig werden. Zwar sind die 21,3 Prozent vom letzten Mal ein extrem anspruchsvoller Maßstab, aber Landesvorsitzender Linsler ist optimistisch, dass die Linke wieder drittstärkste Kraft wird und erneut rund zehn Prozent mehr schafft als die Linke im Bundesdurchschnitt. Das wären – hochgerechnet vom jetzigen Umfragestand für die Bundestagswahl &#8211; 16 bis 17 Prozent.</p>
<p>Eine aktuelle <a href="http://www.forschungsgruppe.de/Aktuelles/Politbarometer-Extra/">Umfrage</a> der Forschungsgruppe Wahlen bescheinigt der Linken 13 Prozent. Allerdings schreibt das Institut dazu – was in den Medienberichten glatt übersehen wird – ,dass die erhobenen Projektionswerte „lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wieder(geben) und … keine Prognose für den kommenden Wahlausgang“ darstellen. Noch ist also alles möglich. (wh)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=24998&amp;md5=4a10756e1ac782f646b56c0277d011e1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Rot-rot-grüner Zündstoff</title>
		<link>http://www.lafontaines-linke.de/2012/01/rot-rot-gruen-jahrestagung-dl21-frankfurter-rundschau/</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 22:49:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Dietmar Bartsch]]></category>
		<category><![CDATA[Hilde Mattheis]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen Trittin]]></category>
		<category><![CDATA[Oskar Lafontaine]]></category>
		<category><![CDATA[Rot-Rot-Grün]]></category>
		<category><![CDATA[Saarland]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmar Gabriel]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[SPD-Linke]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Frankfurter Rundschau berichtet von Plänen für die Jahrestagung der SPD-Linken – und so wie sie das tut, klingt es ein wie eine mediale Verhinderungskampagne: „Trotz offizieller Dementis der Parteispitze arbeiten die SPD-Linken auf eine rot-rot-grüne Koalition nach der Bundestagswahl 2013 hin.“ Dies sei, wird ein anonymes Vorstandsmitglied der SPD zitiert, "zurzeit politisch und strategisch fahrlässig“. Offenbar gerät wieder jede rot-rot-grüne Regung zum Konfliktstoff, was einen Rückfall hinter den bereits erreichten Stand der Normalisierung bedeutet]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <em>Frankfurter Rundschau</em> berichtet (noch nicht online, hie eine kurze <a href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1264693" target="_blank">Agenturmeldung</a>) von Plänen für die Jahrestagung der SPD-Linken – und so wie sie das tut, klingt es ein wie eine mediale Verhinderungskampagne: „Trotz offizieller Dementis der Parteispitze arbeiten die SPD-Linken auf eine rot-rot-grüne Koalition nach der Bundestagswahl 2013 hin.“ Aufgeboten wird auch ein anonymes Vorstandsmitglied „das dem linken Parteiflügel zugeordnet wird“ und in dem Blatt mit den Worten wiedergegeben wird, „es sei zurzeit politisch und strategisch fahrlässig“, die Linke zu einer solchen Veranstaltung einzuladen. Spielt da jemand mit Feuer? Nun ja, es handelt sich dabei weder um Koalitionsverhandlungen noch sonst irgendeine Runde „von oben“, sondern um die Jahrestagung eines innerparteilichen Flügels, in dem unlängst die Vorsitzende gewechselt und als einen ihrer Schwerpunkte die Arbeit an rot-rot-grüner Bündnisfähigkeit <a href="http://www.forum-dl21.de/meldung.php?meldung=333&amp;page=15" target="_blank">ausgegeben hatte</a>. Was daran „politisch und strategisch fahrlässig“ sein soll, wenn – wie es in dem Entwurf zum Tagungsprogramm heißt – auf einem Podium SPD-Chef Sigmar Gabriel, Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin und Linkspartei-Fraktionsvize Dietmar Bartsch über „eine linke sozial-ökologische Alternative“ debattieren, würde man gern wissen.</p>
<p>Dass die SPD-Führung bundespolitisch auf Rot-Grün setzt und zumindest Gabriel auf einen klaren Lagerwahlkampf hinorientiert, ist bekannt. Aber gerade deshalb macht es ja durchaus Sinn, diejenigen Parteien mit in die Debatte einzubeziehen, die zwar nicht zur gewünschten Mehrheit gehören, die aber doch in den selben sozialen Milieus wie SPD und Grünen um Wähler konkurrieren – weshalb ja auch die Piratenpartei eingeladen werden soll. Einmal von der Unsicherheit der rot-grünen Strategie abgesehen, der es womöglich doch an den nötigen Stimmen fehlt. Und dass die SPD-Linke sich zumindest diskursiv gegen den Automatismus einer großen Koalition stellt und das politische Gespräch über einen Politikwechsel sucht, klingt auch eher vernünftig als nach einem Skandal. Derzeit aber gerät offenbar jede <a href="http://www.lafontaines-linke.de/2011/12/offen-halten-rot-rot-gruen-wahlen-2013-koalition-kooperation/" target="_blank">rot-rot-grüne Regung</a> zum Konfliktstoff, was einen Rückfall hinter den bereits erreichten Stand der Normalisierung bedeutet.</p>
<p>Um nicht missverstanden zu werden: Es geht hier nicht um Regierungseuphorie, sondern um eine der Optionen, die seit Jahren weniger aus inhaltlichen denn aus machttaktischen Gründen links liegen gelassen werden. Die Mehrheits-SPD sucht auf dem Wege der Ignoranz die Linkspartei auf Landesebene klein zu halten und kooperiert dafür lieber gegen ihr eigenes Wahlprogramm mit der Union. Und die Linkspartei, die das stets und auch richtigerweise kritisiert, lässt auch kaum einmal von ihrer vergangenheitsbezogenen Abgrenzungsrethorik ab. An den Beitrag von SPD und Grünen zu Deregulierung, Pirvatisierung etc. pp. zu erinnern ist sicher umso nötiger in Zeiten, in denen in der Oppositionen alle von sozialer Gerechtigkeit und Verteilungsfrage reden. Aber die Wahlen finden nicht als historisches Seminar statt. Die Empörung über frühere Fehler anderer gehörte zum Treibstoff der Linken nach 2005, inzwischen interessieren sich die Leute aber wohl eher für Antworten auf die Zukunft.</p>
<p>Vielleicht liegt ein Grund für den Ton, welchen die <em>Frankfurter Rundschau</em> anschlägt, aber auch ganz woanders – nämlich im Saarland. Dort ist rot-rot wohl weniger eine Option als ein Problem für die SPD, die offenbar eine große Koalition anstrebt, aber zu erklären hat, warum sie nicht mit der grundsätzlich bereiten Linken kooperieren will. Mit der immerhin hatte man 2009 fast schon einen Koalitionsvertrag ausgehandelt, landespolitisch gibt es viele Übereinstimmungen und auch beim schwierigen Thema Haushaltspolitik scheint eine Brücke möglich – jedenfalls könnte man die Aussagen Oskar Lafontaines zur Schuldenbremse als eine gangbare Kompromisslinie interpretieren. Je stärker die Signale auf der Linken werden, desto hektischer suchen die Sozialdemokraten nach Gründen, warum es gemeinsam doch nicht gehen soll. Pläne von Leuten, die sich ein gewisses Maß an politischer Normalität zwischen Parteien nicht versagen wollen, stören da nur. (tos, Foto: freitag.de)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=24899&amp;md5=9274a11afe2fbddbcb405eea04e405b0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>In der Saarschleife</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 07:35:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die saarländische Landespolitik hat an diesem Mittwoch ein volles Programm. Doch auch noch so viel Bewegung nach dem Untergang von Jamaika kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass alle von den Akteuren für möglich gehaltenen Wege zum selben Ziel führen: eine große Koalition. Die Linkspartei hat "Rot-Rot unter dem Diktat der Schuldenbremse" eine Absage erteilt - und die SPD unter Heiko Maas ihre kritische Position zum Sparknebel aufgegeben]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die saarländische Landespolitik hat an diesem Mittwoch ein volles Programm: Am Morgen wurden die vier Minister von Grünen und FDP entlassen, danach wollte die CDU über eine vorübergehende Ressortverteilung entscheiden und am Nachmittag gehen die Sondierungsgespräche mit der SPD weiter. Ein Thema dabei: Der <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/saarland-spd-will-vorgezogene-wahlen-2013-11610661.html" target="_blank">Vorschlag</a> der Sozialdemokraten, die Landtagswahl auf 2013 vorzuziehen und parallel zur Bundestagswahl abzuhalten. Die CDU ist bisher dagegen, die SPD sei jedoch auf diese Position „festgelegt“, heißt es. Gegebenenfalls werde es eben Neuwahlen geben. Doch die hätten, passiert nichts Saarbewegendes mehr, so ziemlich dasselbe Ergebnis: eine große Koalition. Also auch hier scheint die Sache bereits „festgelegt“.</p>
<p>Nach dem Schiffbruch von Jamaika hatten für ein paar Tage noch andere Farbspiele eine kleine Nebenrolle auf der Bühne: Die Linkspartei <a href="http://www.bospace.de/nachrichten/welt/specials/lafontaine-offen-fr-rot-rot-grn-im-saarland-5405" target="_blank">erklärt</a>, bei aller Kritik an den Grünen wolle sie sich auch Rot-Rot-Grün nicht verschließen, es komme jedenfalls auf die Inhalte an. Auch auf dem linken SPD-Flügel konnte man manche Einlassung so verstehen, dass Neuwahlen mit dem Ergebnis Rot-Rot doch besser seien als ein Bündnis mit der CDU. Davon ist inzwischen nicht mehr die Rede. Die Saar-Politik ist eben „festgelegt“. Die Ironie daran ist, dass das Festgelegtsein seinen Grund in der Beweglichkeit der Sozialdemokraten in einer entscheidenden Frage hat: der Haltung zur Schuldenbremse. Landeschef Heiko Maas gehörte lange zu den Kritikern dieses Instruments. „Schuldenbremse heißt: weniger Bildung und weniger Sozialstaat“, sagte er <a href="http://jusos-nonnweiler.de/index.php?id=3401&amp;tx_ttnews[pointer]=16&amp;tx_ttnews[tt_news]=54547&amp;tx_ttnews[backPid]=3400&amp;cHash=c54588b2cf" target="_blank">im vergangenen März</a>. Und als im Herbst selbst Annegret Kramp-Karrenbauer ein Licht aufging und sie beklagte, dem Land fehle es an Handlungsspielraum, <a href="http://www.spd-saar.de/index.php?id=3335&amp;no_cache=1&amp;tx_ttnews[tt_news]=55059&amp;tx_ttnews[backPid]=3002" target="_blank">erinnerte Maas</a> die CDU-Ministerpräsidentin daran, dass es ihre Partei war, welche die Schuldenbremse „gegen alle Bedenken der SPD durchgedrückt“ habe.</p>
<p>Die Bedenken hat Maas <a href="http://www.stern.de/panorama/saar-cdu-und-spd-sondieren-chancen-fuer-koalition-1773914.html" target="_blank">inzwischen verloren</a>, aber es ist dies keine Frage der Einsicht oder grundlegend veränderter Voraussetzungen. Sondern bloß eine der landespolitischen Taktik. Maas hat, als Signal an die CDU und die Linkspartei, durchblicken lassen, dass die Sozialdemokraten im Saarland nun auch bereit seien, die Schuldenbremse zu akzeptieren. Im Gegenzug kann die SPD von der Union Entgegenkommen erwarten, und die Linkspartei wird auf eine Weise auf Distanz gehalten, die ihr selbst einen Schwarzen Peter zuspielt: Er, Maas, wolle, ja müsse gewissermaßen die Möglichkeiten einer großen Koalition ausloten, weil die Linkspartei „die Realitäten“ <a href="http://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-berichte/themen/Maas-und-Kramp-Karrenbauer-naehern-sich-grosser-Koalition-an;art2825,4129850#.TxZ1HL-5M5s" target="_blank">nicht akzeptiere</a>, also: die Schuldenbremse und mit ihr einhergehende Kürzungen. Abgesehen davon heißt es in der SPD, „mit ersprießlichen rot-roten Gesprächen sei an der Saar nicht zu rechnen“, wie die <em>Tageszeitung</em> <a href="https://www.taz.de/Personaldebatten-der-Linkspartei/!85622/" target="_blank">schreibt</a>, „weil Lafontaine undurchschaubare Absichten auf Bundesebene verfolge“. Der Fraktionschef der Linken hat entgegnet, es könne keine Koalition mit Sozialdemokraten geben, welche ihre kritische Position zur Schuldenbremse geräumt haben, denn diese bedeute „Sozialabbau und Einschnitte bei der Bildung“. Auch hier also: Man zeigt sich „festgelegt“. (Hier wird in der Linken übrigens gerade eine neue &#8220;rote Haltlinie&#8221; gezogen. Auch wenn der Begriff &#8220;Schuldenbremse&#8221; im Erfurter Programm seltsamer Weise gar nicht vorkommt: SPD und Grüne befürworten das volkswirtschaftlich fragwürdige Kredittabu mit Verfassungsrang, daraus folgt eine bündnispolitische Schließung, welche vor allem für das reformsozialistische Lager knifflige Fragen aufwirft.)</p>
<p>Für die Saar-Linke ist das zweifellos eine Frage der viel zitierten Glaubwürdigkeit, die zu verteidigen allerdings auch schwierig sein wird. In den Medien wird der Linkspartei die Schuld an der landespolitischen Alternativlosigkeit gegeben. Lafontaines, vom linken Landesvorsitzenden Rolf Linsler unterstützte Absage, hätte CDU und SPD „praktisch zur Zusammenarbeit gezwungen“, <a href="http://www.saarbruecker-zeitung.de/aufmacher/Saarbruecken-Lafontaine-Rot-Rot-Koaltion-Schuldenbremse;art27856,4133550#.TxZqfL-5M5s" target="_blank">schreibt</a> die <em>Saarbrücker Zeitung</em>. Die <em>Süddeutsche</em> <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/koalitionsgespraeche-im-saarland-mathematik-und-oskars-wort-1.1259553" target="_blank">kommentiert</a> die Lage mit den Worten, „die Linke hat sich mit dem Lafontaine-Interview auf Opposition festgelegt. Also müssen CDU und SPD sich zusammenraufen.“ Kommen die nicht auf einen gemeinsamen Nenner, wird es Neuwahlen geben. Sowohl der linke SPD-Flügel als auch Seeheimer (<a href="https://twitter.com/#!/jkahrs/statuses/159406021067018240" target="_blank">etwa hier</a>) plädieren ohnehin dafür. Stattfinden könnte so ein Urnengang im März oder April. Und auch in der CDU heißt es nun, man sei auch für eine schnelle Neuwahl gut vorbereitet. Mag sein, dass sich jede Partei ihre Chancen dabei ausrechnet. Demokratiepolitisch aber ist die Lage nicht besonders günstig – letzten Endes geht es um Wahlen, deren Ergebnis bereits „festgelegt“ erscheint. (tos, Foto: Wolfgang Staudt, CC BY 2.0)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=24797&amp;md5=d69766995f380e41d3f83d80bbf952e0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Eigentorschützen</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 05:04:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(Mit Update: Bartsch, Ernst, Lötzsch) Oskar Lafontaine ist offenbar sauer: „Wir haben zu viele Eigentorschützen, die ununterbrochen über Personalfragen quatschen“, meldet sich der Ex-Vorsitzende in der "Saarbrücker Zeitung" zu Wort – und meint damit nicht zuletzt Fraktionschef Gregor Gysi. Der Saarländer erneuerte kurz vor der Entscheidung über eine Mitgliederbefragung auch seine Ablehnung: „Wenn die Linke sich das zur Gewohnheit macht, ist sie nur noch mit Personaldebatten beschäftigt.“ Auch Dietmar Bartsch meint, "die permanente Personaldiskussion, die hilft uns nicht." Unterdessen hat sich der Landesverband Sachsen-Anhalt den Anträgen für eine Basisbefragung angeschlossen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oskar Lafontaine ist offenbar sauer: „Wir haben zu viele Eigentorschützen, die ununterbrochen über Personalfragen quatschen“, <a href="http://www.presseportal.de/pm/57706/2179099/saarbruecker-zeitung-lafontaine-kritisiert-personaldebatten-bei-den-linken-zu-viele" target="_blank">meldet sich</a> der Ex-Vorsitzende in der <em>Saarbrücker Zeitung</em> zu Wort – und warnt vor den Folgen. Wenn es zu viele davon in einer Partei gebe, verliere diese an Zustimmung beim Wähler. Ob es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Personaldebatte und Umfrageergebnissen gibt, sei einmal dahingestellt. Lafontaines Intervention ist deshalb interessant, weil sie nicht zuletzt auf eine <a href="http://www.lafontaines-linke.de/2012/01/gregor-helmut-peer-kandidatur-bundestagswahl-2013-gysi-lafontaine/" target="_blank">Wortmeldung</a> von Gregor Gysi folgt. „Es gehört zu meinen Grundsätzen, über Personalfragen nicht öffentlich zum falschen Zeitpunkt zu schwadronieren“, antwortet der Saarländer auf dessen Vorstoß, er und Lafontaine könnten zur Bundestagswahl erneut als Spitzenkandidaten ins Rennen gehen. „Wenn die Entscheidung ansteht, dass ein Parteitag die Spitzenkandidatur festlegt, werde ich mich dazu erklären.“ Vor der Sitzung der Linken-Spitze in Sachen Mitgliederbefragung erneuerte Lafontaine seine klare Ablehnung: „Ich halte es für völlig unmöglich, ein halbes Jahr vor Ende der Amtszeit von Vorsitzenden eine Befragung über alternative Kandidaturen durchzuführen“, so Lafontaine. „Wenn die Linke sich das zur Gewohnheit macht, ist sie nur noch mit Personaldebatten beschäftigt.“ Ob Lafontaine nicht unlängst auch selbst eine solche angestoßen hat, in dem er sich zum Spitzenkandidaten für mögliche Neuwahlen im Saarland ins Spiel brachte? Zugegeben: Die große Frage, wer in diesem Fall kandidieren sollte, stellt sich wahrlich nicht. Und es ist im Unterschied zur Wahl der Linken-Spitze nicht ganz ausgeschlossen, dass es nicht mehr ein halbes Jahr dauert.</p>
<p>Auch Dietmar Bartsch hat sich <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1649380/drucken/" target="_blank">zu Wort gemeldet</a>: Die Debatte über Spitzenkandidaten komme zu früh, sagte er im <em>Deutschlandfunk.</em>: &#8220;Entscheidungen trifft man dann, wenn sie anstehen und diese Entscheidung steht nicht an.&#8221; Auf die Frage, wen Lafontaine damit gemeint haben könnte, antwortete der Fraktionsvize: &#8220;Ich weiß nicht, ob Oskar Lafontaine Gregor Gysi gemeint hat, aber er hat zweifelsfrei recht. Ich bin der Auffassung, dass die ständige mit uns selbst Beschäftigung uns nicht voranbringt. Wir müssen thematisch wieder in die Offensive kommen.&#8221; Auch der Debatte um die künftige Parteiführung versuchte Bartsch die Fahrt zu nehmen. &#8220;Die permanente Personaldiskussion, die hilft uns nicht.&#8221; Im <em>Neuen Deutschland</em> will Klaus Ernst der Entscheidung des Geschäftsführenden Vorstands am Donnerstag <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/215266.auf-der-suche-nach-breiter-legitimierung.html" target="_blank">nicht vorgreifen</a>, hofft aber weiter auf eine &#8220;plurale und kooperative Führung&#8221;, die &#8220;in großer Einmütigkeit&#8221; bestimmt werde. Seinen Vorschlag zur Beteiligung der Mitglieder vom Sommer habe er &#8220;gemacht, um eine Debatte anzustoßen. Das ist gelungen&#8221;. Es sei ihm auch darum gegangen, &#8220;eine möglichst breite Legitimierung der künftigen Parteiführung zu erreichen&#8221; und Solidarität zu stiften: Er wolle, dass die Linke &#8220;immun gegen Versuche wird, der Partei durch Demontage der Führung zu schaden oder ihr irgendwelche Debatten zu Nebenfragen mit hohem Streitpotenzial aufzuzwingen&#8221;. Ernst setzt sich aber zugleich ein bisschen von seiner ursprünglichen Idee ab: Der Vorschlag sei &#8220;von einer großen Mehrheit der Landesverbände mit guten Gründen eher kritisch gesehen&#8221; worden, außerdem gebe es nun &#8220;auch starke rechtliche Bedenken. Das muss ich zur Kenntnis nehmen.&#8221;</p>
<p>In einem <a href="http://www.freitag.de/politik/1202-raus-aus-den-hinterzimmern" target="_blank">Gastbeitrag für freitag.de</a> schreibt Gesine Lötzsch, die Linke werde &#8220;schnell an Attraktivität gewinnen, wenn unsere Politik konkreter wird und zum Mitmachen anregt&#8221;. Dazu müsse sich die Linke aber &#8220;grundlegend ändern. Es reicht nicht, nur jünger, moderner und weiblicher werden zu wollen. Wir wollen eine progressive, emanzipatorische Partei sein, wir wollen anders als die anderen Parteien sein, verhalten uns aber häufig konservativer und patriachalischer als die anderen.&#8221; Die Linke fordere zum Beispiel mehr Demokratie, wenn es aber darum gehe, &#8220;wie wir unsere Parteiführung auswählen wollen, fallen wir in alte Muster zurück, die eher an die Wahl eines Papstes erinnern&#8221;. Lötzsch verwies auf das Vorbild der französischen Sozialisten, deren Auswahl der Spitzenkandidaten mobilisierend gewirkt habe und mahnt: &#8220;Viele Menschen schauen sehr genau hin, ob wir selbst den demokratischen Anspruch leben, den wir proklamieren. Wenn wir es nicht tun, werden wir an Glaubwürdigkeit verlieren.&#8221; Die Basis der Linkspartei würde zu Recht &#8220;erwarten,  dass sie in Entscheidungen der Partei stärker einbezogen werden, auch wenn es um die Auswahl des neuen Parteivorstandes geht&#8221;. Lötzsch spricht sich daher abermals für einen solchen Entscheid aus, sieht „wasserdichte“ Verfahren aber ebenso als nötig an.</p>
<p>Unterdessen hat der Landesvorstand der Linken in Sachsen-Anhalt „nach ausführlicher Debatte über aktuelle Situation und Kontroversen in der Partei zu Personal und Mitgliederentscheid“ mit großer Mehrheit beschlossen, sich dem Antrag aus Mecklenburg-Vorpommern zu einem empfehlenden Mitgliederentschied anzuschließen. Darüber hinaus appellierten die Genossen in Magdeburg an die „gemeinsame Verantwortung“ in der Linken. „Bundesparteitag gemeinsam vorbereiten“, ist ein zweiter Beschluss überschrieben, in dem ein Mitgliederentscheid über personelle Empfehlungen zum Göttinger Parteitag als „Möglichkeit für mehr Mitgliederbeteiligung und Transparenz“ bezeichnet wird. „Der Mitgliederentscheid kann produktiv verlaufen und Ausstrahlung über die Partei hinaus entwickeln, wenn er mit einer Debatte über politische Inhalte und Schwerpunkte verbunden wird“, heißt es weiter. Alle Landesverbände stünden „in einer gemeinsamen Verantwortung, den kommenden Bundesparteitag und die dort anstehenden Wahlen des Parteivorstandes konstruktiv vorzubereiten. Es muss gelingen, einen Gesamtvorstand zu wählen, der eine regionale Ausgewogenheit ebenso abbildet wie die Pluralität innerhalb der Linken.&#8221; (vk)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=24619&amp;md5=97bf63423d394f0d472fa01ac2ce66b0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gregor, Helmut, Peer</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 08:21:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tos</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Oskar Lafontaine]]></category>
		<category><![CDATA[Personalfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Vorschlagsrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen 2013]]></category>

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		<description><![CDATA[„Ich bin bereit, zur nächsten Bundestagswahl wieder als ein Spitzenkandidat anzutreten“, bringt sich Gregor Gysi wie ein früherer SPD-Finanzminister selbst ins Spiel, um dann, wie ein früherer SPD-Kanzler, noch eine Nominierung auszusprechen: „Ich nehme an, Oskar ist dazu auch bereit.“ Aus der gegenwärtigen Kandidatenfindung für den Vorsitz, so geht die Meldung weiter, wolle sich Gysi „weitestgehend“ heraushalten. Da haben wir hier herzhaft gelacht. Die Helmut-Schmidt-Plakette und das Peer-Steinbrück-Banner sind ihm trotzdem sicher]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Normalerweise gehört es zu den Standards für Politiker der Linken, genau das <em>nicht</em> zu tun, was Sozialdemokraten machen. Gregor Gysi bricht nun mit der goldenen Regel und schafft es sogar, den Steinbrück und den Schmidt gleichermaßen zu geben. „Ich bin bereit, zur nächsten Bundestagswahl wieder als ein Spitzenkandidat anzutreten“, <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article13807132/Gysi-sieht-Lafontaine-als-moeglichen-Spitzenkandidaten.html" target="_blank">bringt sich</a> der Fraktionschef in der <em>Superillu</em> erst wie der frühere SPD-Finanzminister selbst ins Spiel, um dann, wie der frühere SPD-Kanzler, noch eine Nominierung auszusprechen: „Ich nehme an, Oskar ist dazu auch bereit.“ Keine Frage, Gysi und Lafontaine sind die Zugpferde der Linken. Aber warum man in einer Situation, in der die eigene Partei schon eine Personaldebatte am Hals hat gleich noch die nächste aufmacht, lässt schon grübeln. Wer hat eigentlich in der Linken das berühmte „Vorschlagsrecht“? Und wäre es nicht zumindest klug, die Wahl der nächsten Parteispitze abzuwarten? Aus der gegenwärtigen Kandidatenfindung für den Vorsitz, so geht die Meldung weiter, wolle sich Gysi „weitestgehend“ heraushalten. Da haben wir hier herzhaft gelacht. Und sind uns sicher: Die Helmut-Schmidt-Plakette und das Peer-Steinbrück-Banner sind ihm trotzdem sicher. (tos, Foto: Ausriss Wahlplakat der Linken 2005)</p>
 <p><a href="http://www.lafontaines-linke.de/?flattrss_redirect&amp;id=24605&amp;md5=3018c61282bbb522cc0a8bea46fdded6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.lafontaines-linke.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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