Dez 23rd, 2011
Was Linksfraktionschef Gregor Gysi so träumt? Ein bisschen zumindest von einer linken Boulevardzeitung, „denn es gibt so viele Leute, die können nicht so viel lesen, die brauchen das übersetzt, einfach, schnell und visuell“. Warum überlasse die Linke „das alles der Bild?“, fragt sich Gysi - und hat keine richtige Antwort darauf
Nov 22nd, 2011
Von Austritten und Nachwuchssorgen der Linken, die im Bericht der Projektgruppe 2020 zwar nicht erstmals genannt, aber jedenfalls noch einmal auf einen warnenden Nenner gebracht werden, hatte bereits der Tagesspiegel berichtet. Darüber allerdings, was die Partei unternehmen will, um ihr „höchstes Gut“ zu hegen und zu pflegen, steht in der Zeitung nichts. Zielzahlen, neue Strukutur der Geschäftsstellen, Erhöhung des Mindestbeitrags, Mitgliedermagazin: Es soll hiermit, nachdem sich der Vorstand am Wochenende damit befasst hat, nachgetragen werden
Nov 20th, 2011
Ob man beim Kommunistischen Bund im Jahr 1971 davon ausgegangen ist, dass der „Arbeiterkampf“ einmal seinen 40. Geburtstag feiern würde, lässt sich so leicht nicht beantworten. Die Frage ist angesichts der neuen Ausgabe der ak, die schon lange analyse & kritik heißt, aber auch nicht die allerwichtigste. „Unsere Zeitung hat einen bestimmten Zweck: Sie soll diejenigen Bewegungen unterstützen und Teil der Bewegung sein, die die Verhältnisse zum Tanzen bringen, sie soll einen Gebrauchswert für politisch aktive Linke haben". Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Außer: Glückwunsch und Weiter so!
Nov 7th, 2011
„Die neue Mitte“, hat der Spiegel ein langes Porträt von Sahra Wagenknecht überschrieben. Die ausführliche Würdigung hat eine gewisse Ironie, hatte die Linken-Vize doch oft Grund, sich über die "infamen Methoden" des Magazins zu beschweren, das seine "ganze Macht" nutze. Eine Macht, die nun wiederum Wagenknecht nutzt
Okt 24th, 2011
„Natürlich gehört auch dazu“, so hat es der Bundesgeschäftsführer der Linken, Werner Dreibus zum Abschluss des Erfurter Parteitags formuliert, „der Dank an die Journalistinnen und Journalisten, Dank für die vielen Beiträge, Dank nicht für alle, aber Dank für das stetige Bemühen für, uns sozusagen in der Öffentlichkeit darstellen zu können. Vielen Dank.“ Kommentare zum neuen Programm der Linken
Okt 19th, 2011
Ein Nachrichtengewitter ist am Mittwoch aufgezogen: „Ramelow will Linkspartei wegen Streit um Kirchen verlassen“, tickert epd um 10.19 Uhr. Wirklich? Sechs Minuten später hängt die Agentur ihre Meldung etwas tiefer: „Ramelow erwägt Austritt aus Linkspartei wegen Streit um Kirchen“. Um 10.41 Uhr zieht dapd nach: „Ramelow schließt Parteiaustritt aus Linke nicht aus“. Was für ein Streit? Die Antwort lieferte Ramelow um 12.11 Uhr selbst: Wenn in Erfurt der Leitantrag angenommen werde, „gibt es keinen Grund für mich, die Partei zu verlassen“. Eine kleine Aufklärung
Okt 17th, 2011
Im Vorstand der Linken bleibt das Thema Junge Welt auf der Tagesordnung. Auf der Sitzung am Wochenende haben sich vier Mitglieder gegen die Entscheidung des Gremiums gewandt, der Zeitung auf dem Erfurter Parteitag einen Stand zur Verfügung zu stellen. Raju Sharma, Katina Schubert, Halina Wawzyniak und Gerry Woop begründeten dies mit der Mauer-Provokation des Blattes vom August. Für den Parteitagsstand sollen dem Vernehmen nach etwa zwei Drittel des Vorstandes votiert haben
Sep 6th, 2011
Man kann die "Sozialismus" zu den wichtigsten Zeitschriften der gewerkschaftlichen und politischen Linken in Deutschland zählen. Dass die Auflage mit 3.500 Exemplaren nicht in den Himmel wächst, steht in einem auch anderen Publikationen bekannten Widerspruch zum oft interessanten Inhalt - siehe die Kommentare zur Linkspartei. Natürlich braucht die Redaktion Leser, Abos, Beiträge. Einen kleinen Beitrag für größere Attraktivität hat sie selbst mit dem Septemberheft geleistet: Die "Sozialismus" hat sich ein dezent neues Layout verpasst
Sep 3rd, 2011
Thüringen erlebt gerade einen Medienstreit - wegen des unterirdischen Leserbriefs. Die Landespartei sieht „eine beispiellose Kampagne“ gegen Bodo Ramelow laufen; der fragt sich, ob der Vorgang lustig oder traurig ist. Und die Thüringer Allgemeine walzt sich eine Geschichte
Jul 11th, 2011
Die einen sehen „nichts wirklich Überraschendes“ im Programm der Linken, den anderen „schießt der ideologische Sperrmüll“ ins Auge, ja sogar „marxistisch-leninistische Klassentheorie“. Mancher immerhin lässt bei ihren Kommentaren über den Leitantrag die Reflexautomatik ausgeschaltet und schreibt, man könnte den Entwurf ja beinahe „mal ganz ohne Mäkelei begrüßen“. Wer hofft, da suche eine Partei nach einer großen Erzählung, „die in der Auseinandersetzung neugierig macht, nicht abstößt; eine politische Kraft, die die Verhältnisse zum Tanzen bringt und nicht sich selbst“, der findet hier eine kleine Übersicht aus den Zeitungen
Mai 20th, 2011
In der vergangenen Woche, im Büro von Gesine Lötzsch hat man das nachgezählt, tauchte die Linke im heute Journal des ZDF wie oft auf? Gar nicht. Die Liberalen dagegen acht Mal, die Union fünf, die Grünen vier und die SPD immerhin noch ein Mal. Über das Verhältnis der Linkspartei zu den Medien sagt dieser Schnappschuss erst einmal nicht viel, das Thema wird trotzdem immer wieder gerne diskutiert: Zum Beispiel auf der Frühlingsakademie der Linken am Werbellinsee, wo heute die stellvertretenden Chefredakteure Wolfgang Hübner (ND) und Rüdiger Göbel (Junge Welt) sowie Tom Strohschneider vom Freitag über das Verhältnis den Stand des linken Zeitungswesens und das Verhältnis zur Linkspartei reden wollen
Mai 18th, 2011
Klaus Ernst hat mit der Nachrichtenagentur dapd gesprochen. Beziehungsweise diese mit ihm. Der Linkenvorsitzende erhöht damit seine Medienquote, und die Newsmacher ihre Produktionszahlen: Gleich drei Einzelmeldungen tickerte die Agentur am Mittwochmorgen, um 5 Uhr räumte Ernst eine „Mitschuld an schwachen Wahlergebnissen“ ein; eine Stunde später warf er der „SPD Abschreiben vor“ und um sieben setzte der Linkenchef „weiter auf Lafontaines Rat“
Mai 17th, 2011
Aufmerksamkeitsökonomisch mag es ein Vorteil sein, wenn ein so wichtiges Papier wie der überarbeitete Programmentwurf der Linken mit großer Geheimhaltung umgeben wird – das steigert die mediale Neugier, befeuert die Suche nach dem Gral und sorgt gegebenenfalls für eine Erwähnung der um Erwähnung sich sorgenden Partei. Ein demokratiepolitischer Nachteil freilich ist es, wenn der begehrte Lesestoff nur tröpfchenweise in die Öffentlichkeit gerät: Erst berichtete exklusiv die Welt, dann erhielten Neues Deutschland und Junge Welt als „parteinahe Medien“ die Synopse und nn liegt das Papier auch der Süddeutschen sowie der DuMont-Redaktion vor – nur eben der Partei nicht, die doch von dem Streit, über den nun schon berichtet wird, am ehesten betroffen ist
Mai 15th, 2011
Ein Topthema der Linken im Frühjahr war ihr eigener Umgang mit den Medien. Die einen erfanden die Kategorie Medienfoul, die anderen forderten ihre Genossen in bisweilen derber Sprache auf, nicht länger anonyme Anwürfe zu adressieren. Eine Mischung aus beidem veröffentlicht nun die Junge Welt in ihrer Online-Ausgabe: einen offenem Brief, der den Reformern „schwerste Schuld“ anhaftet und der Strömung nahelegt, darüber nachzudenken, „ob sie sich aus der Linkspartei ausgliedern will“ - einen Absender erfährt man allerdings nicht
Apr 30th, 2011
Die Initiatoren der Fair-Play-Kampagne sprechen jetzt von einem großen Erfolg. Angesichts der nachgetragenen Regeländerung und der Einstellung der Rubrik „Medienfouls“ sieht es eher nach Jubeln im Rückwärtsgang aus. Die Anfang an in das Projekt eingebauten Fehler und seine negative Wirkung lassen sich nicht trennen. Hier im Blog ist Anfangs davon die Rede gewesen, dass bei aller Kritik vielleicht der Anstoß zu einer Debatte über das Verhältnis von Linken und Medien gegeben werde. Das war ein Irrtum. Ein kleiner Versuch über Linke und Journalismus
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