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Zehn Prozent

Die Berliner Linkspartei klebt in den Umfragen fest: zehn, elf Prozent – wirkliche Veränderungen hat es seit der Wahl im Herbst 2011 nicht gegeben. Dabei macht es die Konkurrenz der Partei ja eigentlich nicht allzu schwer, wieder an Boden zu gewinnen. Dass dieser derzeit trotzdem außer Reichweite liegt, zeigt einmal mehr, wie schwer es für die Linke ist, verlorenes Terrain wieder gut zu machen. Einer Umfrage für die Berliner Zeitung zufolge hat die CDU erstmals seit Jahren die Sozialdemokraten überholt. Was Klaus Wowereit mit seinem Flughafenfiasko einbüßt, kommt in der Popularität eher einem Frank Henkel zugute. Interessant ist auch, dass die SPD auch mit einem linken Landeschef nicht punkten kann: Ein Jan Stöß, sagt Forsa-Mann Manfred Güllner, „holt auch keinen Wähler zurück“. Und die, welche den Sozialdemokraten die Zustimmung verweigern, verlassen die Wahlbühne offenbar ganz. Die Berliner SPD, so Güllner, verliere seit langer Zeit unter Arbeitern und in der Mittelschicht immer mehr Wähler – die dann zu Wahlverweigerern würden. Die Rolle in der Opposition, die Unterstützung des Protestes in der Stillen Straße, die Versuche, auf der Seite der Anwohner das Riesenproblem Flughafen zu beackern, die neue Präsenz von Themen wie Re-Kommunalisierung, die Kritik an der Teilausschreibung der S-Bahn, der Personalabbau in den Bezirken usw. – all das hat der Linken bisher keinen Zuwachs an Zustimmung verschafft. Vielleicht liegt es auch daran, dass es die Linke mitunter eher mit Themen in die Öffentlichkeit schafft, die nur kleinere Wählergruppen betreffen (Club-Offensive, Kiffen). Was nicht heißt, dass die Partei zu den „harten Fragen“ keine Antworten hat – aber Stadtgespräch sind zum Beispiel „die Initiativen der Linken für den Berliner Doppelhaushalt 2013/2014“ ja nun auch nicht gerade. (tos)

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