Bull kandidiert
Birke Bull, die Vizechefin der Linken in Sachsen-Anhalt will Landesvorsitzende werden. Sie „stehe zur Verfügung“, sagte die 48-Jährige, sie könne „die Partei nicht im Stich lassen“. Der bisherige Landeschef Matthias Höhn war am Wochenende zum Geschäftsführer der Bundespartei gewählt worden und will auf das Amt verzichten. Am Dienstagabend soll es ein Treffen zwischen dem Vorstand und den Kreisvorsitzenden geben – aus deren Reihen wurde bereits Unterstützung laut, allerdings hätte sich mancher wohl gewünscht, dass Bull sich erst nach der Runde öffentlich zu ihren Plänen äußert. In einem Interview mit der Volksstimme sagte die Bildungspolitikerin, sie sei „um Ausgleich bemüht. Sachlichkeit und Substanz liegen mir näher als die politische Zuspitzung. Ich habe eine gewisse Grundskepsis gegenüber einfachen Losungen und Lösungen.“ Ihr Verhältnis zu Matthias Höhn sei gut, man sei „in den zurückliegenden Jahren in allen wesentlichen politischen Fragen sehr nah beieinander“ gewesen. Sie wolle „auch künftig keine Wolkenkuckucksheime“ bauen, sondern politisch das fordern, „was wir für notwendig, finanzierbar und umsetzbar halten“. Bull will „die Parteibasis in Meinungsbildungsprozesse einbinden und dabei Kontroversen und offene Fragen zulassen“. Ob es noch weitere Kandidaturen für den Landesvorsitz gibt, ist zunächst offen. Die Wahl könnte auf einem Sonderparteitag oder beim nächsten regulären Parteitag im November stattfinden. (vk)
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