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Kreuz für Klarsfeld?

Kreuz für Klarsfeld?

Die Linke lässt nicht locker: Sie will erneut einen Anlauf unternehmen, damit Beate Klarsfeld das Bundesverdienstkreuz erhält. Wie es heißt, will Fraktionschef Gregor Gysi noch in dieser Woche eine entsprechendes Schreiben an Außenminister Guido Westerwelle abschicken. Westerwelle muss entscheiden, weil Klarsfeld nicht in Deutschland lebt. Schon zweimal hatte die Linke diese Ehrung für die Antifaschistin beantragt, aber das Außenministerium hatte dem weder unter Joschka Fischer bzw. Frank-Walter Steinmeier noch unter Westerwelle stattgegeben. Steinmeier hatte erst jüngst am Rande der Bundesversammlung behauptet, er wisse nicht, woran die Sache gescheitert sei. Im Zuge ihrer Präsidentschaftskandidatur für die Linke war Beate Klarsfeld wieder ins Blickfeld der deutschen Öffentlichkeit gelangt. Politiker verschiedener Parteien hatten ihrer Lebensleistung Respekt gezollt, diverse Medien – auch zutiefst bürgerliche – hatten sich positiv zu einer Auszeichnung für Klarsfeld geäußert. Sollte es diesmal auch wegen des öffentlichen Zuspruchs klappen, würde der neue Bundespräsident Joachim Gauck seiner Kontrahentin den Orden verleihen. Der will dem Vernehmen nach prüfen, warum die Anträge der Linken bisher abgelehnt wurde. Es wäre, wenn es dazu kommt, eine weitere schöne Gelegenheit für den selbst ernannten Freiheitslehrer, ein paar Sentenzen über 56 Jahre Diktatur loszuwerden. (wh, Foto: Michael Chlistalla, GNU FDL)

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15 Kommentare zu “Kreuz für Klarsfeld?”

  1. Jens Raabe sagt:

    taktisch unklug!
    anstatt jetzt einfach mal abzuwarten ob gauck sein wort hält…

    in ein- zwei jahren hätte man da viel nachdrücklicher nachhaken können. aber taktik scheint eh nicht die stärke unserer führung zu sein.

  2. Linksman sagt:

    Wäre eine schöne Ohrfeige für Rosagrün, wenn ausgerechnet der gelbe Guido mehr Sinn für Geschichte beweist als seine Vorgänger.

  3. Juergen Angelbeck sagt:

    Bemerkenswert die Energie, mit der sich Linke für die Verleihung des einst von den “Bonner Ultras” gestifteten Ordens ins Zeug legen.
    Das nenne ich Fortschritt !

  4. Clara sagt:

    http://krz.ch/M9p2

    Vielleicht kann denen mal jemand sagen das einige von uns einfach nicht gewußt haben das Frau Klarsfeld Nicolas Sarkozy unterstützt.
    Anstatt wieder Unterstellungen zu verbreiten kann man ja vielleicht das nächste Mal, wenn wieder emotional ohne Hintergrundwissen Entscheidungen herbeigejubelt werden vorher die Informationen veröffentlichen die manchen augenscheinlich fehlen.
    Deswegen sind Demokratie und kollektive Entscheidungsfindung ja so wichtig, damit man sich möglichst fundiert eine Meinung bilden kann.

    Das Frau Klarsfeld dieses Verdienstkreuz noch immer nicht bekommen hat läßt die deutschen Konservativen mal wieder überhaupt nicht gut aussehen.

  5. MichaelH. sagt:

    Beate Klarsfeld sollte stolz darauf sein, so gelebt zu haben, dass sie kein Bundesverdienstkreuz bekommen hat und die PDL sollte nicht an Möglichkeiten für Westerwelle und Gauck basteln, sich zu profilieren.

  6. Clara sagt:

    Frau Klarsfeld ist halt eine Konservative und leidet sehr darunter von den deutschen Konservativen ausgestoßen worden zu sein, wir versuchen im Grunde nur diese Wunde etwas zu heilen.
    Wir denken nicht daran wer sich dadurch profilieren könnte, wir stehen selber auch überhaupt nicht auf das ganze Ordensgedöns (hoffentlich), uns geht es nur darum Frau Klarsfeld eine Freude zu machen, so verwerflich finde ich das nun auch wieder nicht.

  7. Ralf Henrichs sagt:

    Natürlich geht es uns auch um uns. Seit Jahrzehnten wird Klarsfeld das Bundesverdienstkreuz verweigert. Wenn sie jetzt, nachdem sie unsere Kandidatin zur Bundespräsidentin war, das Bundesverdienstkreuz erhält, haben wir die Neoliberalen vorgeführt.

  8. Manuel sagt:

    ich kann diesen hype innerhalb der linken um das amt des bundespräsidenten und besonders “unsere” kandidatin nicht nachvollziehen. gut eigentlich, dass mit der wahl gaucks das thema erstmal durch ist. warum man jetzt noch nachlegt und um einen orden für “unsere” kandidatin ringt, erschliesst sich mir nicht. keinem menschen in diesem land geht es auch nur ein stück besser, wenn es die linke schafft durch die verleihung des bundesverdienstkreuzes an eine in frankreich lebende konservative irgendwen vorzuführen… aber wenn man sonst nix zu tun hat.

  9. Dirk sagt:

    @ Manuel

    Ging der “hype” etwa von uns aus? Wir haben ihn mit der Kandidatur von Beate Klarsfeld lediglich einigermaßen genutzt. Angesichts der NSU-Mordserie und Existenz einer NPD in diesem Land halte ich es für sehr angebracht, die Zivilcourage von Menschen wie Frau Klarsfeld entsprechend zu würdigen. Ich kenne übrigens viele Leute, denen es durchaus “besser” ginge, wäre dies in der BRD bereits allgemeiner Konsens…

  10. Linksman sagt:

    Die Potemkin-Leute scheinen mit Antifaschismus nicht viel am Hut zu haben.

  11. Statt den Namen Klarsfeld und die peinliche Nominierung endlich zu vergessen eine Steilvorlage für Gauck und Klarsfeld, ihre Totalitarismusthese an die Frau zu kriegen. Beide verharmlosen den Holocaust, indem sie das Engagement gegen die Nazis und gegen die DDR gleichsetzen.

  12. Dr. No sagt:

    Warum in aller Welt ist Frau Klarsfeld so scharf drauf, dieses Gebembel zu bekommen? Also wenn jetzt der Bundespräser damit ankäme, dann sollte sie sagen: “Lass man stecken” Das wäre ne Reaktion. So ein Affentheater für so einen Kabbes.

  13. Jens Raabe sagt:

    wenn ich mal halbwegs mit manuel böhm einer meinung bin – muss ich irgendwie falsch liegen…. kann nicht anderes sein!

  14. Jens Raabe sagt:

    linksman

    die frau ist nur antifaschistin wenns um judenverfolgung geht. zu den anderen verfolgten hat sie sich meines wissens noch nicht geäußert. vielleicht lieg ich ja falsch – aber bisher kam da noch kein gegenbeleg!

  15. Ignaz sagt:

    Würde Ralf Henrichs zustimmen. Hier geht es natürlich um Parteiinteressen. Vorweg eines: wenn man kritisiert, dass sich die Linke für das Bundesverdienstkreuz stark macht, dann muss man auch ihr gesamtes Agieren auf parlamentarisscher Ebene kritisieren. Es gibt keine moralische Differenz zwischen den politischen Institutionen (Parlamente; Verfassungsklage) und den politischen Symboliken (Auszeichnungen) des Staates. Alles fällt in eins und hängt miteinander zusammen.

    Dass Beate Klarsfeld persönlich konservative Politikvorstellungen haben mag, das sie in einer für staatskritische Linke zweifelhaften Weise, die Anerkennung der Staatsmacht “als Deutsche” beansprucht sucht, ist ebenfalls für die LINKE unter gegebenen Bedinungen wohlfeil. Ernst Thälmann 2.0 hätte man nicht für die Bundesversammlung nominieren brauchen. Hier ging es auch darum, andere Parteien ein Stück weit vorzuführen, denn mit der Ablehnung ihres Engagements gegen NS-Verbrecher, bleibt natürlich etwas hängen, auch wenn man sich dafür auf dem Markt der Demoskopie derzeit nicht viel kaufen kann. Die LINKE setzt hier eher auf eine gewisse Kontinuität in Sprache und Handlung.

    Also bitte, eines geht nur: entweder radikale Institutionenkritik, aber dann muss man hier auch nicht für Mindestlöhne und irgendwelche Gleichstellungspolitiken werben, oder aber die Akzeptanz, dass sich die LINKE als offizielle Partei derzeit einen Platz in der Parteienlandschaft zu erstreiten sucht, um überhaupt institutionell anerkannt zu werden.

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