Inga Nitz jetzt in der SPD
Die frühere Sprecherin des Forum Demokratischer Sozialismus und Bremer Linken-Abgeordnete Inga Nitz ist in die SPD gewechselt. Einem Zeitungsbericht zufolge wählten die Sozialdemokraten im Norden der Hansestadt Nitz zur stellvertretenden Afa-Vorsitzenden im Unterbezirk. Nach mehreren Monaten, in denen die 32-Jährige Gast bei den Afa-Runden war, habe sie die Möglichkeit gern ergriffen, „mich wieder und weiter politisch zu engagieren“. Nitz war im vergangenen März zunächst als FdS-Bundessprecherin zurückgetreten und hatte wenige Monate später ihren Austritt aus der Linken erklärt. (vk)
Drucken
Die Krieg der Strömungen geht augenscheinlich in die nächste Runde.
Es scheint auf den ersten Blick so als ob Frau Nitz auch ein Opfer dieser total schwachsinnigen Grabenkämpfe geworden ist.
Anstatt das wir in einer respektvollen Umgangsform miteinander den gemeinsamen höchsten Nenner finden, wollen manche den scheinbar alleine festlegen und beschimpfen jeden der eine andere Meinung hat als käuflich und rechts, von Parteizusammenhalt weiterhin keine Spur, so wird das bestimmt was mit der besseren Welt.
Und auf der anderen Seite dijenigen die die Namen der KPF´ler offenlegen wollen, was auch ohne Ende böses Blut erzeugen würde, ihr seid doch alle irre.
Warum nicht Marxismus?
Die Hoffnung auf die Befreiung durch den Marxismus haben die vergangenen Jahrzehnte vollkommen zunichte gemacht. Da der Marxismus die Ursache der Ausbeutung irrigerweise im Privatbesitz an den Produktionsmitteln sucht, anstatt in der Beseitigung der Monopole, kann auch sein Rezept, die so genannte Vergesellschaftung (die praktisch nur eine Verstaatlichung ist) ebenso wenig wie die so genannte Planwirtschaft (die praktisch nur eine Ausweitung der Monopole bedeutet), niemals zum Sozialismus, zu einer ausbeutungs- und daher klassenlosen Gesellschaftsordnung führen, sondern ganz im Gegenteil lediglich zur Umwandlung des drückenden Privatkapitalismus in einen noch viel drückenderen Staatskapitalismus, zur Vergötzung des Staates und allmächtigen Herrschaft einer praktisch verantwortungs- und erbarmungslosen Bürokratie.
Im Staatskapitalismus, wo der Arbeitgeber Staat nicht nur der einzige Polizist, Richter und Gefängnisaufseher, sondern auch der einzige Unternehmer ist, wird ihm der Werktätige rettungslos ausgeliefert, gehen die letzten Reste persönlicher Freiheit endgültig verloren.
Otto Valentin (aus “Warum alle bisherige Politik versagen musste”, 1949)
Mehr gibt es zum “Denkfehler Marxismus” nicht zu sagen. Dass es sogar im 21. Jahrhundert noch marxistische Dummschwätzer gibt, ist darauf zurückzuführen, dass der so genannte “Unglaube” gegenüber dem “Opium des Volkes” absolut wirkungslos ist:
http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html
Halina
ist ja gut , dass du dir darüber Gedanken machst…sollte man schon – bist ja zugegeben wahrlich kein Extremfall in dieser Hinsicht…
festhalten kann man dann wohl, dass diejenigen die ihr seinerzeit abwanderungstendenzen zur spd bescheinigten – und dadurch ihrer beleidigten kritik ausgesetzt waren – recht behalten haben… der kreis schließt sich – sie ist genau da – in der spd!
kann übrigens nicht feststellen was hier von den üblichen verdächtigen wieder vorgehalten wird. wer beleidigt sie menschlich? es wird sachlich festgestellt was sich schon länger abzeichnete. und ja – fds passt besser zur spd – vor allem wenn sie sich nicht damit abfinden demokratisch unterlegen zu sein.
Ich kenne Inga Nitz nur vom Namen her ,denke aber .da es erstmal ihr gutes Recht ist,in die SPD zu wechseln,gleichwohl muss man es aber auch möglich sein sie zu kritisieren ,solange man sie nicht persönlich beleidigt.Obwohl die SPD hier in Bremen doch etwas weiter links steht als in anderen Bundesländern wird Nitz`Eintritt dort mit Sicherheit nicht für einen Linksruck dort sorgen.Zu Groß ist letztendlich auch hier die Dominanz der Seeheimer und Schröderianer.
Denen die sagen niemand braucht eine zweite SPD kann ich nur zustimmen.Es braucht darüber hinaus auch niemand ein weitere neoliberale Partei.Angesichts der großen Herausforderungen in Deutschland und Europa braucht es eine Linke mit einem scharfen Profil ,die ganz Klar eine Politische Alternative zum neoliberalen Zerstörungswerk bietet.Es mag ja sein , das man auf kommunaler Ebene mit einigen Sozialdemokraten in dieser Richtung konstruktiv zusammen arbeiten kann,jedoch bereits auf Landesebene sind deren entscheidene Gremien mit Seeheimern,Netzwerkern und Schröderianern durchsetzt,von der Bundesebene ganz zu schweigen.Mit solchen neoliberalen Überzeugungstätern ist ein Grundlegender Politikwechsel wie ihn Deutschland und Europa braucht nun einmal nicht möglich.
Welche Folgen Koalitionsfähigkeit wie einige sie fordern hat zeigt ja das Beispiel Berlin sehr deutlich gezeigt.Ein weiteres Desaster dieser Art sollte die Linke sich nicht leisten,sondern vielmehr daraus lernen.
Natürlich fragt man sich als ehemaliges Mitglied dieser sich die Linke nennenden Partei ab und an, ob der Austritt richtig war. Ein kurzer Blick in diesen Blog verschafft aber immer wieder sehr rasch Klarheit:
Hier verbreiten sich in beachtlicher Stärke offenbar zum zivilisierten Gedankenaustausch unfähige Fundamentalisten, die sich im permanenten “Heiligen Krieg” zu wähnen scheinen. Armselig!
Na, ich kenn Inga Nitz zwar nicht persönlich, aber wenn ich mir die Videos auf youtube und die Fotos im Netz anschaue, bedeutet ihr Austritt doch einen Verlust, – verglichen mit Tanja Krienen und Jörg Fischer…
Und ihr Vorwurf “Beutegemeinschaft” trifft ja nun auf alle Strömungen zu. Ist schon traurig mit der Linken, liegt aber auch an den harten Zeiten. Mit der Einführung des Bürgergeldes würde Ruhe in die Linke einziehen.
jürgen – wo bist du denn gelandet? falls es die spd ist – sieh dir mal an wie sie lafo seinen wechsel nachtragen! armselig
Ich hätte mal eine Frage: erfolgte der Wechsel von Frau Marquard von der
PDS zur SPD oder von der Linken zur SPD?
Dann noch eine Beobachtung, viele Menschen haben die Politik von ROT/GRÜN scharf und heftig kritisiert. Die SPD brauchte sich nicht zu verteidigen, andere zum Teil auch Personen vom FdS haben mit einigen
Entschuldigungen ihr Vorgehen z. B. in Berlin zu rechtfertigen versucht.
Für mich ist das ein unglaublicher Vorgang.
Diese böse Vergangenheit sollte aufgearbeitet werden. Deshalb sind die
roten Haltelinien so wichtig.
@wolfgang: hast du dir nicht schon ein urteil gebildet?… aber vielleicht hilft es ja was: frau marquardt war nie in der linken und relativ lang parteilos, nachdem sie die pds verlassen hatte
Eine der ersten Aktionen der Marquardt in der SPD war ja ein Antideutschen-Aufmarsch in Leipzig. Da war ich happy, dass sich nun DIE mit so ‘nem verquasten Geschwurbel rumschlagen dürfen.
Das macht doch gar nichts. Wenn alle Genossen, die eigentlich lieber in der SPD wären, konsequent rübermachen würden, wäre das doch durchaus einer Profilschärfung der Partei DIE LINKE dienlich.
@ Jens:
“festhalten kann man dann wohl, dass diejenigen die ihr seinerzeit abwanderungstendenzen zur spd bescheinigten – und dadurch ihrer beleidigten kritik ausgesetzt waren – recht behalten haben… der kreis schließt sich – sie ist genau da – in der spd!”
Umgangssprachlich nennt sich das wohl auch self-fulfilling prophecy…
@ Lisa: Vielleicht machen die ja nicht rüber, weil sie eigentlich gar nicht in der SPD sein wollen, sondern in der LINKEN? Nur so ein Gedanke…
@ Lisa
Ja gewiss doch, aber glaube mir, gewisse Leute würden ruckzuck wieder neue “Feinde” ausmachen und dieses Spiel solange betreiben, bis auch der letzte Widerspruch zur “reinen Lehre” endlich ausgemerzt wäre. Das Profil wäre dann natürlich scharf wie eine persische Streitaxt, fragt sich nur, ob das dann noch irgendjemanden außerhalb dieser Sekte interessiert…
@ Juergen Angelbeck
Wir befinden wir uns hier im Internet, nenne mir einen Blog oder ein Forum, wo es keine “Fundamentalisten” gibt… Es fällt mir immer wieder auf, wie schnell gerade unsere Ehemaligen dabei sind, Blog und Partei in einen Topf zu werfen. Klar sollten wir unbedingt an unserer Streitkultur arbeiten, gar keine Frage. Allerdings wird diese Aufgabe nicht unbedingt leichter, wenn “gute” GenossInnen bereits bei mittelstarkem Gegenwind die Segel streichen…
dirk
wer will den “die reine lehre”? du diffamierst doch hier einfach mal pauschal leute denen dieses aufweichen linker positionen zu weit geht! ich kann nicht erkennen das hier irgend jemand etwas fordert was du da unterstellst!!! außerdem – wer hat denn zum angriff auf die innerparteilichen gegner geblasen? die linken? ich hab noch kein ton der entschuldigung von den reformern gehört – eine grundbedingung für eine aussöhnung und/oder neuanfang.
Unvergessen: Halina hat damals Sylvia-Yvonne Kaufmann(Ex-LINKE) bis zum Schluss verteidigt, ich erinnere mich noch gut an die Artikelchen im ND.(alles archiviert) Dort hatte man SYK immer Doppelseiten für ihre EU-Apologetik eingeräumt. Dann kurz vor dem EU-Urteil des BVerfG ging sie zur SPD – und bekam das Bundesverdienstkreuz für ihr Schweigen über die Geheimnisse des sog. EU-Verfassungkonvent.
Aber es geht nicht um SYK, sondern um Gen. Waw. und um C. Ernst (MdEP), J. Nagel(Mitarbeiterin von SYK/Ernst) die eine Aufarbeitung und öffentl. Erklärung verhindern und
diese Politik bis heute fortsetzen.
@RN: Aha, es wird schon alles für die nächste Revolution “archiviert”, damit die “Verräter” besser dingfest gemacht werden können. Merkt Ihr gar nicht, dass Ihr mit Eurer Diffamierung die besten Leute der LINKEN auf kurz oder lang in die Arme der SPD treibt? Nun ja, Fundamentalisten in der Partei werden ja “von oben” gedeckt.
(
mz
“Umgangssprachlich nennt sich das wohl auch self-fulfilling prophecy…”
nö… umgangssprachlich heißt das “die richtige vorahnung haben”
@rn: helf mal meiner erinnerung auf die sprünge und sag datum und seite des nd-artikels, dann kann ich nachlesen
@ Stefan Wehmeier
Bei Marx sollte man Kritik von Schlußfolgerung trennen.
Es gibt einige Bereiche bei denen es besser ist wenn sie gemeinnützig und nicht gewinnorientiert arbeiten.
Weder eine komplette Privatisierung, noch eine komplette Vergesellschaftung ist m.E. anstrebenswert.
An der “reinen Lehre” lässt sich halt schwerlich ein Makel finden, in der Tat wird sie jeden Tag aufs Neue bestätigt. Und mitnichten handelt es sich dabei um eine Religion. Auch der Sektenvorwurf ist eher platt.
Woran es immer haperte ist die adäquate, zeitgemäße Umsetzung der “reinen Lehre”. Das kennen wir allerdings auch von Religionen.
Gewisse radikalere Kreise der Linken arbeiten, ebenso wie SPD, DGB (…) mit einem veralteten Arbeitsbegriff.
Abhängige Beschäftigung halten zunehmend mehr Menschen nicht mehr für erstrebenswert. Sorgt sie ja nicht mal mehr für Planbarkeit des Lebens oder Sicherheit, gleichwohl bleiben die meisten Arbeitnehmer bezahlte Befehlsempfänger. Es macht kaum einen Unterschied, ob der Arbeitgeber nun der Staat ist oder Private. Der Abstand zum Sklaventum bemisst sich an der Höhe des Gehaltes, denn Freiheit kann man im Kapitalismus mit Geld messen. Wenn nun alle selbständig werden, fördert das mit Sicherheit nicht die Solidarität,
allerdings gibt es ja auch Alternativen zur Einzelselbstausbeutung.
Allerdings kann es auch keinen Zweifel geben, dass die Sozialdemokratie gescheitert ist und bis zur Unkenntlichkeit pervertiert wurde. Anstatt Grundlegendes zu verändern, hat sie sich wie einschläfernder Mehltau über das Land gelegt und Veränderungen im Sinne des Proletariats verzögert. Jetzt auf Schnarchtransformation, am besten noch mit grünen Imperialisten und Sozen, zu setzen, ist ein Irrweg, der für weitere Verzögerung sorgt.
Ein Teil des Kommentars wurde gelöscht.
@ Jens Raabe
Ihr habt mich glaube ich, missverstanden, vielleicht habe ich es ja auch etwas unglücklich formuliert. Ich wollte keine “Leute” diffamieren, sondern eine bestimmte Haltung kritisieren. Das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe, schon allein deshalb, weil es eben mal die eine und mal die andere “Seite” betrifft. “Fundamentalisten” gibt es überall…
@ clara
Die Meinung
…wollen manche den scheinbar alleine festlegen und beschimpfen jeden der eine andere Meinung hat ”
Richtig. Ich habe die schwachsinnigen Grabenkämpfe erlebt. Da wurde alles gebeugt, was zum biegen da ist. Die Hauptsache, der selbsternannte Silberrücken, hat seine Meinung für alle geltend gemacht. Auch ich hege den Gedanken aus der Partei auszutreten…
@ Jens Raabe:
Klare Antwort: Ich bin dort gelandet, wo Linke sind, die es in der PDL nicht mehr ausgehalten haben. Die SPD ist das naturgemäss nicht !
@ Dirk
Guter Vorsatz, an der Streitkultur arbeiten zu wollen. Besinnungslosigkeit, die wohl die Ursache für solche Kulturmängel ist und keineswegs nur im Internet oder in Blogs offenbar wird, als mittelstarken Gegenwind zu bezeichnen, halte ich für genau die Art von Verniedlichung, die eine Beordnung schlicht verunmöglicht. Irgendwann ist halt Schluss mit dem Bemühen und den Versuchen, wenn sich das “Objekt” als hochgradig resistent und somit als untauglich erweist.
jürgen
ich hoffe es ist die dkp! dafür hätte ich verständnis.
@ Halina
Mein Urteil steht schon lange fest und ist im Blog mehrfach zu finden.
@DerDoctor
Chapeau-besser hätte ich meine Gedanken auch nicht formulieren können.
Es geht mir übrigens auch nicht um Kritik an “Wechselwilligen” meine Kritik gilt denen , die nicht wechseln sondern die Partei in Richtung SPD umkrempeln wollen. Dies wäre eine wirklich bedauerliche Entwicklung. Eine Genossin mit sozialdemokratischem Hang, die wechselt ist mir lieber – als eine nervenaufreibende Schlammschlacht innerhalb der Partei
@Bianca görke
Danke für die Blumen.Völlig richtig ,Wenn Leute wie Frau Nitz lieber SPD-Politik machen wollen ,dann ist es für alle das Beste ,wenn sie auch zur SPD gehen,daher soll man sie ruhig ziehen lassen.Von Mangel an Sachargumenten zeugt es M.E.,wenn die Ablehnung von Regierungsbeteiligungen unter Preisgabe Grundlegender Prinzipien als Fundamentalismus abgetan wird.
Wie man es besser machen kann,zeigt gut das Beispiel NRW.Dort stimmt die Linksfration Projekten der Rot-Grünen Minderheitsregierung nur zu ,wenn es inhaltlich stimmt,ansonsten lehnt sie sie ab.So bleibt man dort seinen Prinzipien Treu ,und die Prügel für für falsche Politik bezieht Rot-Grün selber.Niedrige Umfragewerte dort sind Folgen des Bundestrends und der Unart einiger aus dem sog. Reformerlager,innerparteiliche Konflikte über die Presse, zu lösen,um sich durch schiessen gegen die eigene Partei bei Springer u.Co zu Profilieren.Albrecht Müllers kritischer aber wohlmeinender Artikel in den NDS anlässlich der Antisemitismusvorwürfe im letzten Jahr war in sofern absolut berechtigt.Übrigens hat bei SPD und Grünen dieses spiel der Aufteilung in Realos und Fundis und deren Instrumentalisierung zur Fremdbetimmung von deren Politik gut Funktioniert.Beispiele wie Bartsch,Brie u.a. zeigen ,das dieses Spiel nun auch mit der Linken betrieben werden soll.Die Bemühungen sich dagegen zu wehren als Fundamentalismus zu bezeichnen ist ziemlich kurzsichtig.