Das hat einen Ulbricht-Bart!
Aktuelle Stunden, heißt esbeim Bundestag, geben den Abgeordneten „Gelegenheit zur weiteren Aussprache, etwa, „um Themen von allgemeinem aktuellem Interesse zu debattieren“. Am Donnerstag stand die Überwachung von Linken-Politikern im Plenum auf dem Programm. Statt wie üblich 60 Minuten dauerte der Tagesordnungspunkt etwas länger. Hier lesen Sie exklusiv die Kurzfassung
(die Aussprache ist eröffnet, der Saal nicht allzu voll, aber der sozialistische Elan unverkennbar)
Volker Kauder (CDU/CSU): Vorwärts Genossen!
Heiterkeit und Beifall bei der LINKEN
Wolfgang Wieland (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Na, na, na!
Harald Weinberg (DIE LINKE): Bewerbungsrede als V-Mann?
Hans-Christian Ströbele (DIE GRÜNEN): Na ja, hört sich nicht so an!
Volker Beck (DIE GRÜNEN): Wirklich nicht?
Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE): Schlechter als die vorhergehende Rede kann es eigentlich nicht mehr werden!
Hans-Christian Ströbele (DIE GRÜNEN): Das stimmt!
(während die Sonne in den Bundestag scheint, wogt die Debatte hin und her)
Karl-Georg Wellmann (CDU/CSU): So ein Quatsch!
Alexander Süßmair (DIE LINKE): Das ist eine Unterstellung!
Josef Philip Winkler (DIE GRÜNEN): Deswegen kann es trotzdem Quatsch sein!
Heiterkeit und Beifall bei der LINKEN
(dann wird es ernst: der Demokrat kommt)
Hans-Christian Ströbele (DIE GRÜNEN): Jetzt kommt der Demokrat!
Zurufe von der LINKEN: Oh! Oh!
Patrick Kurth (FDP): Eine Diktatur ist gut, haben wir jetzt gelernt!
Hartfrid Wolff (FDP): Wenn Sie das definieren, wundert mich das nicht!
Gesine Lötzsch (DIE LINKE): Ich wundere mich gar nicht!
Patrick Kurth (FDP): Proletariat ist gut!
Gesine Lötzsch (DIE LINKE): Ich sehe das anders!
Zurufe von der LINKEN: Oh! Oh!
Alexander Süßmair (DIE LINKE): Ist das verfassungsfeindlich?
Arnold Vaatz (CDU/CSU): Allerdings!
Katrin Kunert (DIE LINKE): Sie sind ja ein ganz Schlauer, was? Ein ganz schlauer Spießer!
(eine Aktuelle Stunde über die Linke kommt nicht ohne Klassiker aus, deshalb hat auch Fidel Castro seinen Auftritt)
Eva Högl (SPD): Ganz so banal ist es auch wieder nicht!
Klaus Ernst (DIE LINKE): Genau! Jawohl!
Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU
Patrick Kurth (FDP): Das darf ja wohl nicht wahr sein!
Widerspruch bei der LINKEN
Martin Lindner (FDP): Ihr sitzt ja bei dem Castro immer noch auf dem Schoß!
Volker Kauder (CDU/CSU): Pfui!
Hans-Christian Ströbele (DIE GRÜNEN): Da hätte ich gern Akteneinsicht!
Michael Hartmann (SPD): Das ist aber ein bisschen schwierig!
Hans-Christian Ströbele (DIE GRÜNEN): Na ja!
Zurufe von der LINKEN: Oh! Oh!
Manfred Grund (CDU/CSU): Das hat ja einen Ulbricht-Bart!
Steffen Bockhahn (DIE LINKE): Das hatten wir doch alles schon!
(die Wiederholungsspirale dreht sich immer schneller, für Abwechslung sorgt daher, dass die Abgeordneten offenbar selbst Gefallen an der Überwachung finden)
Alexander Süßmair (DIE LINKE): Was ist mit der Deutschen Bank?
Volker Kauder (CDU/CSU): Genau!
Klaus Ernst (DIE LINKE): Was treiben denn die Bayern?
Lachen bei der CDU/CSU und der FDP
Volker Beck (Köln) (DIE GRÜNEN): Was bringt das denn?
Klaus Ernst (DIE LINKE): „Frühwarnsystem“?
Hans-Christian Ströbele (DIE GRÜNEN): Nach dem Motto können wir Sie auch überwachen!
Patrick Kurth (FDP): Nicht alle!
Zuruf von der LINKEN: Wir auch!
Beifall bei der CDU/CSU und der FDP
Hans-Christian Ströbele (DIE GRÜNEN): Sie auch!
Wolfgang Wieland (DIE GRÜNEN): Aber Heilige bespitzelt man doch nicht, Herr Kollege!
Alexander Süßmair (DIE LINKE): Wir haben dazugelernt!
Wolfgang Wieland (DIE GRÜNEN): Meinen Sie die Justizministerin oder wen?
Wolfgang Wieland (DIE GRÜNEN): Sie kennen den auch!
Zuruf vom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Keine Namen!
(natürlich fallen dann doch welche)
Manfred Grund (CDU/CSU): Gysi? Der ist doch gar nicht angesprochen worden!
Fritz Rudolf Körper (SPD): Ramelow!
Klaus Ernst (DIE LINKE): Jawohl! Bravo!
Hans-Christian Ströbele (DIE GRÜNEN): Sehr gut!
Gesine Lötzsch (DIE LINKE): Bitte ins Protokoll: Herr Ramelow ist immer noch wichtig!
Josef Philip Winkler (DIE GRÜNEN): Das wissen wir doch aus der Zeitung!
Zuruf von der FDP: Hört! Hört!
(die Konzentration der Abgeordneten lässt unverkennbar nach, ein Liberaler versucht es mal mit einem neuen Thema)
Patrick Kurth (FDP): Nie wieder „Bündnis 90“!
Klaus Ernst (DIE LINKE): Was hat das mit Überwachung zu tun?
Heiterkeit und Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Klaus Ernst (DIE LINKE): Genau, wir treten alle in die CSU ein!
Hans-Christian Ströbele (DIE GRÜNEN): So weit kommt es noch!
Volker Kauder (CDU/CSU): Genau!
(dennoch: das Ende ist nicht mehr aufzuhalten)
Serkan Tören (FDP): Die in Ihren Reihen klatschen gar nicht mehr!
Zurufe aus der Fraktion DIE LINKE: Hallo! Hallo! Aufwachen!
Steffen Bockhahn (DIE LINKE): Auf Wiedersehen!
(alle Zitate sind Zwischenrufe und stammen aus dem vorläufigen Plenarprotokoll der von der Linksfraktion beantragten Aktuellen Stunde zur Überwachung von Abgeordneten durch den Verfassungsschutz am Donnerstag, tos)
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Herrlich. Mehr davon
na ja Bockhahn´s Rede war ja inhaltlich nicht schlecht – aber die gespielte Empörung am Anfang war schlechtes Laiendarstellerniveau… ähnlich seiner Trändendrüsenrede anlässlich PDI… man kanns auch übertreiben mit der Schauspielerei! Schade eigentlich – weil die Rede wie gesagt innhaltlich nicht schlecht war!
Unstrittig eine gute Rede von Bockhahn…
Friedrich aber geradezu ein Polit-Genie: Die Arbeit des Verfassungsschutz unter dem Begriff “Transparenz” zu verkaufen – ich bin beeindruckt.
Hallo Jens,
ob Du es mir glaubst oder nicht, genau das gleiche dachte ich gestern auch.” Mein Gott, was hüpft der anfangs denn so aufgeregt am Pult herum….” Wollte wohl Temperament und/ oder Empörung zeigen, aber es wirkte wirklich aufgesetzt.
Ansonsten fand ich die Rede auch gut, sie hat mir gefallen. Schön wie er Herrn Friedrich die Diktatur des Proletariats erklärte…
Nun mal eine blöde Frage: was ist PDI? Nicht lachen…ich bin halt kein Insider mehr…
Sorry Jutta – ich meinte PID.
Dort diese Rede http://www.youtube.com/watch?v=P8ZmPF5jE28
Eigentlich auch eine gute Rede nur sehr theatralisch am Schluß. Wirkt auch nicht sonderlich ehrlich – eher wie ein schlechter Laiendarsteller. Aber scheinbar kann er nicht anders – und dies erkärt auch manche seiner wöchentlichen selbstdarstellerischen Videos. Nun gut – liegt in diesem Fall vielleicht auch an meinen im Vorfeld erworbenen Vorurteilen gegen ihn und seine Freunde.
@ Jens Raabe
@ Jutta
Ja, wenn die Überwachung von Bockhahn dazu führt, dass er aus persönlichem Ärger zumindest mal Marx und Engels im Bundestag erklärt, dann – bitte mehr von dieser Medizin. (Vorsicht, das war ironisch !)
Unerreicht ist aber nach wie vor der einfache und schlagende Satz von Oskar Lafontaine:
” Unsere Verfassung schützt kein spezielles Wirtschafts-System und schon gar nicht die Diktatur der Finanzmärkte”.
So einfach und so schön ist alles gesagt.
Danke Jens
für den Link.
Nun ja, weinen mußt ich nicht, und gerührt war ich auch nicht…Aber inhaltlich volle Zustimmung.
Aber lassen wir das lieber mit dem Gen.Bockhahn. Ich bin genausowenig objektiv wie Du. Ich sage ganz ehrlich, dass ich ihn nicht mag, und mir wünsche, dass meine Befürchtungen/Ahnungen nicht zutreffen…
Schönes Wochenende!
@Jutta: Das Problem ist, dass unsere Politiker, die schon als Berufsjugendliche in die Politikkarriere gestartet sind sowas wie echtes Temperament und/ oder Empörung gar nicht kennen! (Bestenfalls bei innerparteilichen Konflikten)
mal ganz was anderes. die ganzen ehemaligen bürgerrechtler sollten sich doch mal aufmachen und gerechter weise pullach, berlin und die landesverfassungsschutzämter stürmen und die akten sichern. es wäre wirklich interressant was da so alles zu tage kommen würde!
nachdem ja schon bekannt geworden war dass bis 1990 ALLE briefsendungen und päckchen/pakete von ost nach west im WESTEN geöffnet und untersucht wurden, teilweise auch dinge ohne benachrichtigung der empfänger entnommen wurden, würden mich weitere enthüllungen nicht wundern. ein museum könnte man in stammheim einrichten. dort könnte man auch zellen “nach erinnerungen” von gefangenen einrichten. eigentlich könnte man sich auch darauf einigen – zur vereinfachung – v-leuten nun auch die bezeichnung IM zu geben. vergleichbares sollte man auch vergleichbar bezeichnen.
Ist es denn so abwegig, dass sich Steffen Bockhahn völlig zu recht in einer nicht gespielten Weise aufregt? Warum soll ausgerechnet in dieser Situation wieder alles nur als Showeffekt interpretiert werden? Dafür fehlen mir die Argumente, bislang hat es den Anschein, dass nur missliebige Parteimitglieder angezählt werden sollen. Wenn jemand im parlamentarischen Kontrollgremium sitzt, dann ist es natürlich ein Affront, wenn die zu kontrollierenden Geheimdienste, die Abgeordneten selbst überwachen. Mir ist klar, dass darin ein gewaltiger Vertrauensvorschuss in die Integrität der herrschaftlichen Institutionen steckt, aber an dieser Stelle und aufgrund der bislang gesammelten Erfahrung einiger Parlamentarier, würde ich die Empöfung sogar unterstützten. Machen wir ein Gedankenexperiment:
Angenommen, die Linksfraktion würde beständig in abgeklärter Weise jeglichen Angriff auf ihre Integrität und ihre Kompetenz als “bourgeoises Affentheater” abtun, wie wäre die Reaktion einer Vielzahl von Wählern, Interessenten, Medien, aber auch politischen Gegnern? Wahrscheinlich niederschmetternd, weil ablehnend. Mit einem kommunistischen Denkstil (wobei ich mir nicht sicher bin, welche politische Auffassung einige User hier wirklich vertreten, außer pauschalen Meinungen höre ich hier selten Argumente) oder gar einem anarchokommunistischen Denken, wird man in diesen herrschaftlichen Insitutionen von vornherein scheitern. Es sollte doch einleuchten, dass ein Parlament unter den gegebenen Bedingungen weder ein Ort zur beständigen Rezitation der “Kritik der politischen Ökonomie” sein kann, noch dazu angetan ist, einen grundlegenden marxistischen Politikstil zu leisten. Wenn die innerparteilichen Diskussionen der letzten Wochen eines aufgezeigt haben, dann, dass die LINKE nur als fragiles Projekt zu verstehen ist, in dem es auf Rücksicht und Kompromiss ankommt, um bestimmte, klar abgrenzbare Entscheidungen herbeizuführen. Alles andere, vom verbalen Klassenkampf bis zur politischen Agitation, kann und muss woanders geschehen. Denken Sie nur an den Thread über Ingo Schulzes Wortmeldung, dass in der Krise nurmehr ein Denken in Sachzwängen und eine lähmende Verknappung des Diskurses (“Es ist kein Geld da!”) vorherrscht. Dies bezog sich ja nicht nur auf die Performance von Regierungsvertretern – auch wenn sich diese Lesart aufdrängen mag -, sondern auf die gelebten Alltagsideologien, die sich auch in einfachen Freund-Feind-Schemata reproduzieren. In dem Maße, wie ein bestimmtes Denken auch innerhalb der Partei hegemonial werden soll, ist mit Abwanderung von anderen zu rechnen. Und das schadet einem Projekt, das letztlich nur dazu da sein kann, kurz- und mittelfristige Linderungen kapitalistischer Produktion herbeizuführen.
Persönlich empfand ich die Aufregung von Bockhahn, aber auch den anderen Redner (inkl. Wiefelspütz Zugeständnis) als äußerst angenehm und nicht einem ewigen Zynismus verhaftet. Aber jenseits davon hätte auffallen können, dass alle anderen Parteien es versucht haben, die LINKE moralisch zu diskreditieren. Entweder im Wege des konzilianten Fingerzeigs eines Volker Becks (“Die muss man doch nicht beobachten mit ihren kruden Thesen!” und scheint mit seiner Kritik an einem Betonmarxismus mancher ja sogar richtig zu liegen), noch die Heuchelei von SPD und CDU, die sich erst dazu erheben, den VS als Institution zu rechtfertigen (“Kein Geheimdienst!”), nur um in der Folge sämtliche Klischees und die Unwissenheit über die aktuelle Programmatik zu wiederholen. Wie ich letzens im Thread “Erkenntnisresistent” vermutete, wird eine solche Schlammschlacht dennoch ihr Ziel erreichen und die LINKE bei bestimmten Wählern diskreditieren. Es geht nicht zuletzt darum potenzielle politische Gegner – auch in den Ländern -, mit den Mitteln politischer Justiz zurückzusetzen. Ob dies dann ein Strukturelement demokratischer und Herrschaftsinstiutionen allgemein ist oder nur einer bestimmte Ausprägung des Regierungshandelns im Status quo (z.B. “Postdemokratie”) entspricht, darüber könnte man streiten (z.B. mit Chantal Mouffe: Über das Politische, Suhrkamp oder Colin Crouch: Postdemokratie, Suhrkamp usw.).
Der Verfassungsschutz dient nicht dem Schutz der Verfassung, die bereits mehr als 50 mal verändert und verschlimmbessert wurde (Bundeswehr, Asylrecht, etc.) sondern der Absicherung ökonomischer und politischer Macht der herrschenden Klassen.
Insofern ist es eigentlich ehrenhaft, als Linker vom VS “beobachtet” zu werden. Wäre es nicht so, würden wir irgendwas falsch machen.
In diesem Sinne: “Beobachtet mich!” (Sie machen’s ja sowieso…)
Rolf Gössner im Neuen Deutschland: “Wer als Bundesinnenminister die geheimdienstliche Ausforschung von Linkspolitikern damit rechtfertigt, dass auch die NPD beobachtet werde, wer also links und rechtsextrem derart unseriös gleichsetzt, der ist als »oberster Verfassungsschützer« fehl am Platz – schon gar angesichts der katastrophalen VS-Fehlleistungen bei der Bekämpfung des Naziterrors. Dieser Geheimdienst mit dem Tarnnamen »Verfassungsschutz« hat seine Legitimation längst verspielt, ist selbst zur Gefahr geworden für Verfassung, Demokratie, Bürgerrechte.” (http://www.neues-deutschland.de/artikel/216904.tarnname-verfassungsschutz.html)
Hallo Eckernförder,
“In diesem Sinne: “Beobachtet mich!””
Yep: http://www.taz.de/Hallo-Verfassungsschutz/!86520/
Über 42 Linken-Bundestagabgeordnete vom VS überwacht, meldet aktuell “Der Tagesspiegel” unter Bezugnahme auf Klaus Ernst.
https://www.tagesspiegel.de/politik/laut-klaus-ernst-verfassungsschutz-ueberwacht-mehr-als-40-linken-abgeordnete/6124564.html
Der Skandal wird immer grösser!!!
“Linke Abgeordnete stärker beobachtet als bisher bekannt”
http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,811946,00.html
wen wundert das ausmaß der überwachung? ich finde es auch verharmlosend die praxis des verfassungsschutzes in bezug auf die nazi-terrorzelle immer eine “panne” zu nennen. das hat system!
Ganz aktuell: Wird hier im Livestream auf plattem Niveau behandelt; zu Gast bei Jauch ist u.a. Dietmar Bartsch: http://goo.gl/YRGdg
Es werden allerhands schwere Geschütze aufgefahren, um das linke Projekt mal wieder zu diskreditieren.
In den Äußerungen insbesondere Dobrindts und Uhls, aber kaum minder auch Friedrichs und Gröhe zeigt sich in aller Deutlichkeit das Bestreben, der Opposition ans Zeug zu flicken. Nach all den Trojanergates, Climategates, Rüttgersgates, Pauligates und sogar Nipplegates, von denen wir stets dankend lesen durften, ist hier eine Parallele zu Watergate tatsächlich nicht nur sprachverhunzenderweise vorhanden.
Warum gerade die Exekutive ein solches Werkzeug in der Hand hat, ist nicht vernünftig zu erklären. Ebensowenig, daß nach veritablen Großskandalen immer noch eine Erweiterung der Kompetenzen gefordert wird, als wollte man heimlich ein “Bundessicherheitshauptamt”.
Gewaltenteilung funktioniert hier offensichtlich nicht: Weder checks noch balances. Und das Problem des exekutiven Übergewichts hat einen stattlichen Umfang: Es reicht bis hin zur Weisungsgebundenheit der Staatsanwälte.
Jene, aktuellen Stunden geben den Regierten vor allem Gelegenheit sich des Ausmaßes des bundesrepublikanischen, parlamentarischen Elends gewahr zu werden.
Am liebsten würde man die versammelten Schaumschläger mit Erdnüssen bewerfen.
Fleischhauer bringt es ganz gut auf den Punkt:
“Was ist eigentlich von den 49 Bundestagsabgeordneten der Linken zu halten, die beim Verfassungsschutz nicht auf der Liste stehen? Wäre ich Mitglied bei diesem Verein, würde ich mich gegen diese flagrante Nichtbeachtung zur Wehr setzen. Als zu harmlos zu gelten, grenzt an Rufschädigung, nicht der umgekehrte Verdacht.”
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,812117,00.html
Ihm scheint nicht viel an Rechtsstaatlichkeit zu liegen, ansonsten würde er mehr darauf bestehen.