Lafontaines Veranlassung
Die Zukunftspläne von Oskar Lafontaine bewegen offenbar weiter Partei und Presse: Wie die Saarbrücker Zeitung unter Berufung auf Vertraute des saarländischen Fraktionschefs berichtet, sehe der allerdings „nicht die geringste Veranlassung“, sich jetzt bereits dazu zu äußern. Spekuliert worden war immer wieder, ob Lafontaine als Spitzenkandidat für die Bundestagswahl 2013 oder gar für den Linken-Vorsitz in Frage käme. Personelle Entscheidungen stünden aber „frühestens in einem Jahr“ an, schreibt das Blatt – „das gelte auch für den Bundesparteivorsitz“. Was nicht ganz stimmt, schließlich wird der Vorstand nach derzeitigem Stand im kommenden Mai gewählt. Was die Saar-Genossen bei all dem auch bewegt ist eine landespolitische Frage: Lafontaine war der Garant für herausragende Wahlergebnisse im Südwesten – über 21 Prozent bei Bundestags- und Landtagswahl 2009. Für die saarländischen Linken sei klar, so die Zeitung, dass Lafontaine auch weiterhin im Saarland gebraucht werde. „Wir gehen davon aus, dass er bleibt“, wird Landeschef Rolf Linsler zitiert. Und Barbara Spaniol sagt, „wir werden gemeinsam mit ihm in den Landtagswahlkampf 2014 ziehen“. Lafontaine wird dann über 70 Jahre alt sein. (vk, Foto: Dirk Vorderstraße, CC BY 3.0)
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Kleines Kabinettstück – DIE LINKE, ehemals kommunistisch, ex-sozialdemokratisch (nach einer wahren Begebenheit):
Naktar: Hallo Ptelaj, schön dich zu sehen. Wie gehts? Mir geht es gut und dir scheint es nicht schlechter zu gehen als sonst. Wenn ich dich schon mal sehe, da hab ich doch gleich eine Frage an dich,….
Ptelaj: An mich? Wie kommt’s?
Naktar: Du bist ja politisch und so und ich will mcih da jetzt auch mal engagieren. Und ich will das auch so richtig konsqeuent machen. Es liegt ja soviel im Argen…
Ptelaj:… im Argen…
Naktar: Ja im Argen. Und ich denke, dass alles geändert werden muss…
Ptelaj:…alles….
Naktar: Ja alles. Keiner soll mir mehr befehlen oder was rauben, mich ausbeuten oder mir schaden….
Ptelaj: … dir schaden …
Naktar: Genau, mir nicht und dir natürlich auch nicht und niemanden von unserem Freunden und niemanden, der das nicht verdient…
Ptelaj: …verdient…
Naktar: Na und da dachte ich, red doch mal mit Ptelaj. Hat ja Ahnung von sowas, macht sowas ja schon lang. Und ich dachte mir, Ptelaj wird mir bestimmt sagen, dass ich links werden soll – und richtig so. Und du kennst mich ja…
Ptelaj:…ja…
Naktar: Und du weißt ja, dass ich immer 100%ig hinter dem stehe zu was ich mich entscheide…
Ptelaj:…100%ig… außer du schläftst.
Naktar: Aber das tue ich ja gerade nicht und so ein Nickerchen kann mir ja schon gönnen.
Ptelaj: Ich gönn dir alles.
Naktar: Nun lass mich aber endlich mal zur Sache kommen. Ich will jetzt links sein – hab ich ja schon gesagt. Aber so richtig. Wenn sollte ich da denn unterstützen? Sozialdemokraten geht natürlich nicht, da sagen sogar die Nachbarn, dass die nicht mehr links sind….
Ptelaj: Waren die jemals links?
Naktar: Die Sozialdemokraten?
Ptelaj: Die Nachbarn.
Naktar: Keine Ahnung, die sind ja auch nicht wichtig. Da dachte ich an die Grünen, aber die Kollegen habe mich aufgeklärt, dass die auch nicht mehr links sind.
Ptelaj: Waren die jemals links?
Naktar: Die Grünen?
Ptelaj: Die Kollegen.
Naktar: Nun dachte ich an die LINKEN, immerhin nennen die sich ja auch noch links. Und da wird schon was dran sein.
Ptelaj: Da ist was dran.
Naktar: Aber du verstehst mich sicher, dass ich da nicht enttäuscht werden will. Also will ich diejenigen dort unterstützen die noch linker sind, damit die LINKE nicht wie die Grünen oder die Sozialdemokraten wird…
Ptelaj:..oder wie die Nachbarn und Kollegen.
Naktar: Wie jetzt? Ist ja auch egal. Nun wen soll ich da bei den Linken untersützten? Sicher doch den Lafontaine – der hat die Sozialdemokraten verlassen, als die nicht mehr links waren…
Ptelaj: So alt ist der schon?
Naktar: Ist doch keine Frage vom Alter. Der redet auch gut. Dem hören die Leute zu.
Ptelaj: Für was braucht der dich dann?
Naktar: Na damit ihm noch mehr zuhören.
Ptelaj: Was sagt er denn so.
Naktar: Viel gutes und er klagt Unrecht an.
Ptelaj: Meinst du jetzt Folter und so und die Lage von Flüchtlingen und fremde Arbeiter?
Naktar: Genau, da sagt er viel Gutes zu. Der redet richtig gut.
Ptelaj: Aber ich glaub der ist nicht links….
Naktar: Wie kommst du denn darauf? Natürlich ist der links, sogar sehr links,….
Ptelaj: Ich mein ja nur, dass jemand der viel Gutes zur Folter sagt, mir jetzt nicht so links vorkommt.
Naktar: Vielleicht hast du recht, er könnte echt schon zu alt sein. Aber die Wagenknecht… hast du die letztens im Fernsehen gesehen?
Ptelaj: Nein,…
Naktar: Die war da doch hervorragend, fandest du nicht auch?
Ptelaj: Ich habe es nicht gesehen.
Naktar: Musst du aber. Von der kann man eine Menge lernen…
Ptelaj: Z.b. wie man hervorragend im Fernsehen ist?
Naktar: Genau, aber noch viel mehr. Die erklärt die Wirtschaft und ähnliche Dinge.
Ptelaj: Is aber nett von ihr.
Naktar: Eben … und das macht die nicht mal für Geld.
Ptelaj: Hervorragend… von was lebt die eigentlich?
Naktar: Weiß ich jetzt nicht, aber so hervorragende Leute müssens ich um sowas keine Sorgen machen.
Ptelaj: Ich wär auch gern hervorragend.
Naktar: Die war sogar mal Kommunistin. Das ist doch jetzt mal so richtig links.
Ptelaj: So wie beim Lafontaine, der war auch mal Sozialdemokrat.
Naktar: Eben. Aber die braucht Unterstützung, die hat in ihrer Partei Kritiker.
Ptelaj: Bestimmt keine ehemaligen Kommunisten und Ex-Sozialdemokraten.
Naktar: Genau. Gegen die müssen wir ihr doch beistehen. Sie ist doch so hervorragend.
Ptelaj: Aber wie können wir ihr denn helfen, sie ist doch so hervorragend und wir so einfach?
Naktar: Das wird sie uns schon sagen.
Ptelaj: Hervorragend…. Aber Naktar , sag mal, ist die nicht auch dagegen, dass alle Leute in der Partei bei Urwahlen mitabstimmen. Will die wirklich unsere Hilfe?
Naktar: Aber natürlich will sie die, solange du links bist und nicht niemals ex-sozialdemokratisch oder ehemals kommunistisch warst. Nur die anderen sollten besser nicht abstimmen, deine Stimme will sie bestimmt. Du warst ja schon immer links.
Ptelaj: Ich verstehe. Wem sollen wir da eigentlich noch helfen, wenn wir schon dabei sind.
Naktar: Ich hab da so ein paar Namen gehört…
Ptelaj: Zoe, Claude, Erasmus, Pippi, Ludwig, Sandra…
Naktar: Nein, nein – richtige Namen von richtigen Menschen; Dehm, Dagdelen, Ernst, Dreibus, Maurer….denen müssen wir helfen.
Ptelaj: Warum?
Naktar: Die helfen Wagenknecht.
Ptelaj: Das sind dann also unsere Kampfgenossen?
Naktar: Genau Kampfgenossen…
Ptelaj: Und gegen wen kämpfen wir dann?
Naktar: Na gegen deren innerparteilichen Gegner.
Ptelaj: Wir müssen also mit unseren Kampfgenossen gegen andere Genossen kämpfen?
Naktar: Exakt.
Ptelaj: Das sind dann also die Bekämpfungsgenossen.
Naktar: Sicher – die bekämpfen unsere Genossen. Aber wir müssen gewinnen.
Ptelaj: Und wenn wir verlieren?
Naktar: Dann wird die LINKE nicht mehr links sein.
Ptelaj: Also nicht mehr ehemals kommunistisch und ex-sozialdemokratisch.
Naktar: Richitg. Also ich trete morgen ein .. du doch auch – wir sehen uns morgen. (geht ab)
Ptelaj: Ich trete morgen also in die LINKE mit Naktar ein, damit die ex-sozialdemokratisch und ehemals kommunistisch wird. Und weil hier auch mal jemand zuhören muss. Und um Genossen zu bekämpfen.
(Der Text hätte hier nirgends wirklich reingepasst, aber ich denke, dass er zumindest nicht komplett vorenthalten werden sollte – insofern bitte ich um das leichte off-Topic als lässliche kleine Sünde hinzunehmen).
jenseits der Erörterung der inhaltlichen Positionen von Christa Müller hat mich die heutige Meldung schon geschockt:
http://www.boulevard-baden.de/ueberregionales/politik/2011/11/15/christa-muller-nicht-mehr-familien-sprecherin-der-saar-linken-445933/
“Christa Müller ist vorerst nicht mehr familienpolitische Sprecherin der Linken im Saarland. Der Posten sei nun vakant, sagte Landesgeschäftsführer Sigurd Gilcher dem “Tagesspiegel” (Mittwochausgabe). Der neue Landesvorstand werde im Januar über die Sprecherfunktionen beraten.”
POLITISCH gesehen finde ich es rumänisch-unterirdisch, dass wenn der Landtagsfraktionsvorsitzende die Trennung von seiner Ehefrau bekannt gibt, zwei Tage später der Pressesprecher der Landespartei erklärt, die Partei habe sich auch von der Ehefrau als Familien-politische Sprecherin getrennt.
Wenn man dann weiß, dass die Sprecher nicht vom Landesparteitag demokratisch gewählt, sondern vom”Landesvorstand in Kooperation mit der Landtagsfraktion berufen werden” (so auf der website der Landespartei) , wird das ganze noch anrüchiger.
Seit Ceausescu sollte dies Vorgehen in linken Parteien eigentlich out sein. Was der Napoleon von der Saar sich in der Linkspartei ohne Widerspruch erlauben kann, entwürdigt immer mehr, jene, die sich das gefallen lassen.
Dass es nebenbei frauenfeindlich ist, sei nicht vergessen, wenn sich eine Funktion einer Ehefrau ausschließlich über den Ehemann definiert
@ M.Oberhof
was soll das…..?
Noch ist gar nichts genaues bekannt, und hier wird schon wieder Stimmung gemacht…
Das finde ich unterirdisch!
@Mümmel Treitinger,
Herr K. sagte einmal: “Der Denkende benützt kein Licht zuviel, kein Stück Brot zuviel, keinen Gedanken zuviel!
@Mathis, was will man da noch sagen?
@Frank
Aber wenn es Freude macht, dann doch…
Jutta
das Problem ist doch einfach-würden wir wie es Mathis ja so entschieden will und wollte-immer nur noch gegen den sogenannten ,,Stalinismus als System´´ kämpfen-wären wir doch heute längst auf FDP-Umfrageniveau…
die meldung des tagesspiegel zu christa müller ist ewas widersprüchlich: einerseits heißt es dort, der posten der familienpolitischen sprecherin sein seit dem parteitag am wochenende vakant, andererseits steht da ein paar zeilen weiter, christa müller habe sich schon vor gut einem halben jahr aus der parteiarbeit zurückgezogen. nichts genaues weiß man nicht …
Eingedenk des Mumpitz, den Christa Müller in der Vergangenheit von sich gegeben hat, ist dies eine gute Nachricht.
Die schlechte Nachricht: alle glauben zu wissen, warum sie es seinerzeit geworden ist….
Was ist da so ungewöhnlich dran? Die Sprecherfunktionen werden in allen Landesverbänden durch die Vorstände bestimmt – auch im PV ist das nicht anders. Parteitage wählen sowas nicht, wäre auch sehr komisch.
Und wenn jemand nicht mehr für den Landesvorstand antritt (der auf eben dem vergangen Parteitag gewählt wurde), dann kann er auch seine Funktion im Vorstand nicht mehr ausüben. Ist doch jetzt das normalste der Welt.
Manche Skandalisierung ist echt Bild-Niveau.
Na gut, dann ist ja jetzt alles zum Thema Christa Müller gesagt, und wer will, könnte sich zu dem oben eigentlich behandelten Gegenstand (kandidiert Lafontaine wieder und wenn ja wofür?) äußern.
Und wieder ein öder Blogbeitrag zur Endlospersonaldebatte.
Wenn Lafo antritt, wird PV, wenn nicht, dann nicht.
Ist es ernsthaft nötig, das Thema so breitzutreten?
Als Hintergrundinfo die aktuelle Umfrage aus dem Saarland:
http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/saarland.htm