Bürgerschaft ohne Bischoff

Bürgerschaft ohne Bischoff

Der Hamburger Linken-Abgeordnete Joachim Bischoff legt sein Mandat in der Bürgerschaft nieder. Der Mitgründer der Wahlalternative nannte gesundheitliche Gründe für seinen Schritt. Bischoff ist Sprecher für Wirtschaft und Finanzen und gehört zu den wichtigsten Intellektuellen in der Linkspartei. Der 67-Jährige hat dem Landesparlament in der Hansestadt seit der Wahl 2008 angehört und ist Mitherausgeber der Zeitschrift Sozialismus.

„Die Kontrolle der Exekutive und politische Initiativen erfordern vollen Einsatz”, schreibt Bischoff. “Trotz aller Widrigkeiten hat die Linksfraktion gezeigt, dass sie durch politische Opposition mitgestalten kann und will. Ich persönlich bin jedoch an einem Punkt, wo dieser Einsatz nicht mehr im erforderlichen Maße gewährleistet werden kann. Die Fraktion und damit die Bürgerschaft haben zu Recht einen Anspruch, den ich nicht mehr einzulösen vermag.“ Die Fraktionsvorsitzende Dora Heyenn sagte, Bischoff hinterlasse eine Lücke, die schwer zu füllen sei. Die Hamburger Linke wollte „den Nachfolger und die neue Aufgabenverteilung in Kürze vorstellen“. Nachrücker könnte Markus Schneider-Johnen werden, ob der als Nachrücker sein Mandat annehmen wird, sei aber noch unklar – die Entscheidung, heißt es hier unter Berufung auf die Linksfraktion, werde noch „einige Tage dauern“.

Auch außerhalb der Linken ist Bischoffs Entscheidung mit Bedauern aufgenommen worden. Der Grüne Karl-Heinz Karch sagte, die Linke in der Hansestadt „verliert ihren schlauesten Kopf“. Hier wird sein Rückzug als „schwerer Schlag für die Debattenkultur“ in der Bürgerschaft bezeichnet. Der Sozialdemokrat Hansjörg Schmidt nannte Bischoff einen „kundigen Abgeordneter und scharfzüngigen Redner“, dessen Rückzug auch SPD-Fraktionskollegin Annkathrin Kammeyer „sehr schade“ findet.
(tos, Foto: Die Linke Segeberg)

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3 Kommentare zu “Bürgerschaft ohne Bischoff”

  1. Kong sagt:

    Natürlich mögen die Grünen, Genossen, die dann doch ein bißchen Kapitalismus möchten, lieber. Angesichts des geballten Stumpfsinns, der ansonsten in der Hamburger Bürgerschaft zelebriert wird, war Bischoff allerdings eine Ausnahmeerscheinung.

  2. Linksman sagt:

    Beste Wünsche zur Genesung, Joachim!

  3. Vielen Dank für deine Arbeit und alles gute!!!

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