Neu-Erfindung

Neu-Erfindung

Dass Parteien ein Nachwuchsproblem haben, weil zwischen den etablierten Strukturen und Kulturen in Parteien auf der einen sowie den Ansprüchen und Wünschen von denen, die sich engagieren würden, auf der anderen Seite, ein wachsender Graben klafft, ist kein neues und auch kein Problem der Linken allein. Aber sie hat es eben auch – und deshalb widmet sich in der Kommission zur Parteireform der Brandenburger Linken eine Projektgruppe „Ideenpool Nachwuchsförderung“ der Frage, wie sich die Linke „als zukunftsfähige Mitgliederpartei“ neu erfinden kann. Ein Beitrag dazu von Daniel Förster. (vk, Foto: Linke)

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29 Kommentare zu “Neu-Erfindung”

  1. Bronstein sagt:

    Wie wärs mit leadership building statt Jugendwahn? Das wär echt total caring revolutionary, transfromatory und voll geil emanzipatorisch. Und dient der guten alten Kaderbildung, -förderung.

  2. Sebald sagt:

    Auf einen bemerkenswerten Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung will ich noch hinweisen:

    “Adieu, Kameraden, ich bin Gutmensch

    Nicht mehr unter Rechten: Der Konservativismus hat sich selbst verraten. Er ist zu einer Ideologie der Großindustrie und der Kriegsverkäufer geworden.”

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/debatte-adieu-kameraden-ich-bin-gutmensch-11481906.html

    Dieser Artikel zeigt, dass auch im sogenannten “bürgerlichen Lager” einiges in Bewegung ist. Ich denke, Die Linke sollte diese Entwicklungen aufmerksam verfolgen und auch den Dialog mit progressiven Kräften aus dem “bürgerlichen Lager” suchen. Das aktuelle Säbelrasseln aus Washington könnte da ein guter Anlass sein.

  3. Mümmel Treitinger sagt:

    @Bronsteni
    Kader? Selbstorganisation!

  4. Frank Heinze sagt:

    @ Sebald,

    für das, wo Leute wie Lorenz Jäger nun hingehen (und dafür als “progressiv” gelobt werden) wandle ich mal ein Zitat ab:

    Wenn all das Kommunismus ist, ist Antikommunismus eine vertretbare, ehrenwerte und vor allem moralisch begründbare Haltung.

  5. Die demografischen Probleme sind auch in allen Parteien vorhanden.
    Durch unerträgliche innerparteilicher Machtansprüche ist DIE LINKE
    für junge Menschen unintrssant geworden.

  6. Michael Wippold sagt:

    Mein Lob für die meist zutreffenden analytischen Betrachtungen des jungen Verfassers. Hervorzuheben ist die Schilderung der auf viele sektenhaft wirkenden “Hinterzimmergruppen”. Dieses Phänomen ist aber Generationen übergreifend. Bei den Jüngeren heißt das Hinterzimmer u.a.”Facebook” und hat mit seinen Wirkungen schon so manch konstruktives Gremium bei der Meinungsfindung abgewürgt oder durch streuen von Informationen neutralisiert. Es gibt also auch Jüngere, die Teil des Problems sind, warum es der Linken als Partei an Attraktivität mangelt.

  7. Heinz sagt:

    “Projektgruppe „Ideenpool Nachwuchsförderung“ ”

    Wenn ich schon das Wort Projekt höre im Zusammenhang mit einer Partei der Arbeiterklasse wird mir ehrlich gesagt übel. Es geht doch nicht darum den arbeitenden Menschen eine “Produkt” schmackhaft zu machen. Sie wollen eine organiserte Kraft die konsequent ihre Interessen vertritt nicht mehr und nicht weniger…..Diese ganze “Projektgruppen” sind wieder mal Arbeitsbeschaffungmaßnahmen für die Parteibürokratie. Eine marxsitische Analyse der Lage der BRD würde der Partei sicherlich mehr helfe….

  8. Dirk sagt:

    @ Heinz

    Diese “marxistischen Analysen” gab und gibt es doch nun wirklich zu Hauf in in allen möglichen Schattierungen von Lenin bis Brie. Nicht, dass ich sowas nicht als wichtig erachte, aber es sollte doch schon um die Frage gehen, WIE man es als Partei schafft, nicht zuletzt auch diese Analysen unters “Volk” zu bringen. Was nützen uns denn all diese tollen Analysen, wenn sich niemand dafür interessiert? Und mit Verlaub, wir sind nicht nur die Partei der Arbeiterklasse…

  9. Mümmel Treitinger sagt:

    @Dirk
    Wie?
    Durch gute Lösungen?
    Was ist eine gute Lösung?
    Eine Lösung die bestimmte Kriterien erfüllt.
    Welche Kriterien sind das?
    Hängt von der weltanschaulichen, ethischen, moralischen oder/und poltiischen Grundannahmen ab.
    Was heißt dass für die LINKE?
    Sie muss a) Kriterien für gute Lösungen entwickeln (ist leicht, da man für die Kriteriensuche die letzten Jahhrunderte hernehmen kann – ich komme z.B. immer auf: Egalität, Selbstbestimmung, Gegenseitigkeit und Fortschritt) b) Konkrete Begebenheiten verstehen (schiweiriger da immer wieder neu) c) Konkrete Lösungen zu den Begebnheiten entlang der Kriterien entwickeln (Herausforderung an Innovation und Kreativität) d) die kommunizieren e) es umsetzen

    @Heinz
    In welcher Welt lebst du? Wo bist du gelandet?
    “Eine Kraft die ihre eigenen Interessen vertritt?” Das nennt man Lebewesen – ist hinlänglich so definiert. Was seine Interessen vertritt und kein Lebewesen ist, ist ein Fetisch.

  10. Antikapitalist sagt:

    @ Dirk:Marxistische Analysen? Von Brie?

    Gehts noch?????????????

  11. Heinz sagt:

    @Dirk “Was nützen uns denn all diese tollen Analysen, wenn sich niemand dafür interessiert?”

    Die PDS und später die Linke hat sich doch eher immer geschämt nur irgend einen Begriff zu benutzen der dem Marxismus entstammt. Das geht bis heute. Da mußte vor ein paar Jahren der bekennende Nichtmarxist Lafontaine kommen um den Begriff Kapitalismus im täglichen öffentlichen Sprachgebrauch zu reaktivieren. Nun kommt man ja langsam wieder auch auf den Imperialismus zu sprechen, seit dem die Krise und ihre Folgen zu offensichtlich wird.
    Ich würde mal sagen das der Programmentwurf eine Schritt in diese Richtung ist, will sagen das man wieder beginnt die gesellschaftliche Lage zu beurteilen und daraus Handlungsweisen für die Partei abzuleiten.

  12. Mümmel Treitinger sagt:

    @Heinz
    Es gibt nicht DEN Marxismus. Es gibt das Werk von Marx und die verschiedenen Dinge, die andere dann daraus gemacht haben.
    Und das Wort Kapitalismus hat auhc nciht seinen Ursprung bei Marx.
    Überhaupt ist Marx weniger ein Schöpfer einer neuen Terminologie gewesen (ausser der dt. bei spezifischen Überestzungen frz. Begrifflichkeiten), sondern ein Analytiker von Prozessen.
    Un eben weil es Prozesse sind, gibt es kein zurück zu Merx mehr, sondern nur noch ein über-Marx-hinaus.
    Der arme Mann darf doch nicht zu einer biblischen Schöpfungsfigur werden – das hat er nicht als Strafe verdient.
    Und wie geht man über Marx hinaus? Indem man sich neuen Problemen bzw. neuen Erschieungen alter Probleme widmet und die Grundmethodik von Marx bei deren Betrachtung wiederaufgreift. Aber nicht indem man Marx inzwischen veraltete Ergebnisse (dashalb nciht falsch, sondern nur veraltet) ohne Bezug zur konkreten Realität gleich Psalmen vor sich herbetet.

  13. Michael Wippold sagt:

    @Mümmel Treitinger

    Mümmel Treitinger hat ab sofort einen Fan! Völlig richtig! Alles fließt! Die Marx´sche Dialektik als wissenschaftliches Instrument der Analyse und Grundlage von Erkenntnissen zur Entwicklung gesellschaftlicher Gruppen und Prozesse

  14. sfr sagt:

    @ Sebald: Über Lorenz Jäger und seinen Abschied vom “Konservatismus” heißt es in der aktuellen Jungle World (noch nicht online): “Der Mann war immer schon ein Nationalbolschewist. [...] Jäger wird über kurz oder lang bei ihnen landen oder bei Jürgen Elsässers ‘Volksfront’ oder einem vergleichbaren nationalen, sozialen Querfrontprojektchen.”

    Ich trauer mir nicht zu, den Herren und seine ideologoschen Wandlungen (wenn es da welche gibt) einzuschätzen. Aber ob dieser u.a. von der Jungen Freiheit gefeierte Journalist tatsächlich, wie Sie vermuten, zu den “progressiven Kräften” im bürgerlichen Lager gehört, da wäre ich dann doch vorsichtig. Was verstehen Sie denn darunter?

  15. Sven Kindervater sagt:

    traurig. da verfasst endlich mal ein junger genosse eine wirklich gute analyse über unsere partei und hier wird eine debatte geführt, die ferner von der gesellschaft kaum weg sein könnten. der genosse ist mitglied in brandenburg, der einzige verband, der bisher in 18 projektgruppen eine gewaltige parteireform umsetzt. eine davon ist selbstverständlich auch die nachwuchsförderung. diese sehr ehrliche und teilweise auch schmerzende analyse zeugt von viel mut und veränderungsdenken und sollte nicht durch diese beschämende debatte um den richtigen marximus geschmäht werden. dieses elfenbeinturmdenken, dieses gefitzel… wir wollen, dass sich menschen bei uns einmischen, mit ihren ideen zu uns kommen, wir gemeinsam druck gegen das system aufbauen. und ihr verkeift euch in deutungshoheiten. aber ich verstehe grad, warum gerade ihr ein problem mit der parteireform habt.
    @michael wippold: ich muss zu dir nicht mehr sagen, als dass gerade du zur problematik um attraktivität für junge menschen rein gar nichts mehr sagen solltest. als im sommer ganze fünf jüngere aus eurem kreisvorstand zurückgetreten sind, kam von dir ein presseecho, diese seien an der verantwortung gescheitert. oder ist am ende nicht etwa die partei an den jungen gescheitert?

  16. Michael Wippold sagt:

    @Sven Kindervater
    Du hast ja so recht, ich gehe in mich und werde Deinem weisen Ratschlag folgen und zur attraktivität für junge Menschen “rein gar nichts mehr sagen” ! Isss recht so?
    Gefällts Dir so?
    Schönen Tag noch.

  17. Linksman sagt:

    Hallo sfr,
    nicht soviele antisozialistische Blätter wie Dschugaschworld lesen.

  18. Jens Raabe sagt:

    Herr Wippold
    …wenn Sie der Herr Wippold sind den ich vermute – also mitnichten ein junger Mann – dann sollten Sie vielleicht Ihrem obigen Vorschlag folgen! Denken Sie nicht – dass Junge Leute eher wissen was bei Jungen Leuten ankommt? Und dieses pseudointellektuelle auseinander pflücken welches hier auch von dem Möchtegern-Historiker Treitinger betrieben wird – mit Fanbekundungen zu unterlegen – zeugt von weiter Ferne zur Jugend!

  19. Mümmel Treitinger sagt:

    @Jens
    Ich dachte wir wollten uns hier nciht mehr ohne Not gegenseitig beleidigen? Wortbrüchig bist du also auch noch.

    (P.S. ich bin 30 – das gilt in der Partei noch als jung).

  20. Sven Kindervater sagt:

    @mümmel: also den größten konflikt der 14-25jährigen sehe ich gerade mit der generation 30-45. denn diese glaubt noch jung zu sein und zu wissen, aber jeder, der schon mal über einen schulhof gelaufen ist, der weiß, dass zwischen dem abijahrgängen 1995 und 2010 welten liegen. dieses gefühlt jung sein führt zu gleichsetzungen von älteren (DIE jugend = alles unter 40) und verkennt, dass wir im Zuge nötiger Reformen nicht nur das Denken von 30 jährigen, sondern auch von 15 jährigen beachten müssen.

  21. Mümmel Treitinger sagt:

    @Sven
    Ich fördere aktiv möglichst alle unter 25 jährigen innerhalb der Partei und des Jugendverbandes, soweit diese das auch wollen. Klappt ganz gut.
    (Kleines Beispiel: ich hab mit 27 Jahren das Amt als Jugendpoltiischer Sprecher – trotz 100% Zustimmung in einer geheimen Vorwahl – aus Altersgründen abgegeben und setze mich immer dafür ein, dass keine 30+ irgendwelche Reprästentations- oder FUnktionsämter des oder im Jugendverband übernehmen).
    Das Problem der 15jährigen (die wenigen die wir im Landesverband haben sind eigentlich sehr positiv auf mich zu sprechen) mit älteren, sind Probleme mit der Alterskolonne 45-60 (die nehmen häufig alles unter 35 nicht ernst). Kann natürlich in anderen Landesverbänden anders sein.

  22. Jens Raabe sagt:

    treitinger

    ich bin nicht Wortbrüchig – Deinen Historiker kannst Du Dir aber klemmen! Mal ganz ehrlich – hätte ich mit 30 so alt ausgesehen wie Du… na jaaaaaa…. Ich kann nicht einen “Fred” finden wo du die von dir selbst behaupteten Ansichten kundtun würdest! Nicht einen!

  23. Mümmel Treitinger sagt:

    @Jens
    Dass ich älter aussehe liegt daran, dass ich jahrelang sehr krank war und an den Folgen immer noch leide.
    Einfach mal die Finger von der Tastatur lassen.

  24. Jens Raabe sagt:

    treitinger

    Das mit Ihrer Krankheit tut mir sehr leid. Ihren Vorsatz nun die Finger ein wenig still zu halten finde ich dagegen super! Nur Mut zur Lücke!

  25. Michael Wippold sagt:

    Der „Generationskonflikt“ ….
    Immer wieder fallen auch wir bei der Linken auf diesen untauglichen, weil ablenkenden Begriff der bürgerlichen Soziologie herein. Es geht immer, immer (!) um inhaltliche Konflikte, egal wie alt der jeweilige Vertreter einer „Position“ ist. Die Konfliktlinien verlaufen immer an einer genauen Kenntnis der Wirklichkeit, ihrer genauen Analyse, ihrer genauen Reflexion.
    Dabei spielen natürlich Erfahrung, Bildung, eigene Aktivität und politisches Handeln (nicht reduziert auf Sprechblasen und Textgewusel), intensive Kommunikation und ein großes soziales und  politisches Beziehungsfeld eine wesentliche Rolle. 
    .„Jugend“ endet mit ca. 25, ob man will oder nicht. Danach beginnt Verantwortung! Auch wenn sich einer nicht so verhält. Oder mehrere. …Und, wer auf alle Fragen und Probleme nur die stereotype Antwort hat; “lasst uns Jungen ran, wir machen das schon”, hat mit Sicherheit keine inhaltlichen Konzepte oder ist nur auf Posten aus (oder Beides).

  26. Timo K sagt:

    Lieber Michael Wippold,
    ich danke Dir sehr für den uns gewährten tiefen und ungeschminkten Blick in Deine Seele. Danke auch dafür, dass Du ein weiteres Mal die Rechtfertigung lieferst, dass die Jugend bei Euch ihre eigenen Wege geht. Was sie ja offenbar ziemlich erfolgreich tun – selbst ohne ein altes Ruderboot zu reinigen.
    DANKE!

  27. Marco Stumpf sagt:

    Lieber Micha,

    meinst du nicht auch das gewisse Konflikte, hier der “Generationskonflikt”, nicht auch geschürt werden? Indem man einige Sachen nicht komplett verstanden hat und nicht nochmal zum Verständnis nachfragt – es sei denn man will es erst gar nicht. Erinnere dich mal bitte selbst an eine Kreisvorstandssizzung, in welcher du rückhaltlose Anschuldigungen mir gegenüber machtest bezüglich unserer älterer Genossen?! Wenig später musstest du diese Aussagen ja revidieren. Ich frage dich nun was das mit Verantwortung zu tun hat? Einen Konflikt schüren, welcher nicht vorhanden ist!

  28. Eckernförder sagt:

    @Alle

    Wer hat den Text von Daniel Förster eigentlich gelesen? Von den bisherigen Diskutanten anscheinend nur Sven Kindervater?

    Wer wissen will, wie der Juso-Flügel der LINKEN tickt, sollte sich doch mal der Mühe unterziehen, da reinzulesen, auch wenn’s schwer fällt: Begriffs-Geschwurbsel von vorn bis hinten.

    Beispielsweise mahnt der Autor zu Beginn: “Sollte die notwendige, in ihrem Ausmaß beinahe schon revolutionär zu nennende Umgestaltung der Parteiorganisation, die die LINKE ins 21.Jahrhundert heben kann, zu lange auf sich warten lassen oder gar scheitern, droht der Rückfall in die gesellschaftliche Bedeutungslosigkeit.” Um dann zum Schluß die grandiose Perspektive aufzuzeigen: “Wir müssen zurück zu dem Punkt, an dem die sozialistischen Parteien die Parteien der Zukunft waren.”

    Joijoijoi… So wird das nix.

  29. Micha sagt:

    @eckernförder
    Es gab zur Parteireform “Die LINKE 2020″ im Vorfeld des LPT und auf dem LPT eine heftige Debatte und -für Brandenburg untypisch- einen Alternativen Antrag. Dieser hat zumindest dazu geführt, das der LV-Antrag inhaltlich aufgebessert wurde. Ich weiss ja nicht, wie leicht es in Deinem LV ist, dicke Bretter zu bohren aber in Brandenburg ist das Schwerarbeit.

    Sven und Daniel versuchen die Ideen aus beiden Anträgen zu entwickeln. Das lässt sich dann durchaus in der Sprache nachweisen. Ich jedenfalls wünsche den beiden und ihren Mitstreitern, dass sie Erfolg haben.

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