Lautstarke Funktionäre
Zu den acht Fragen aus dem kleinen Baukasten für das Linken-Interview gehört die nach einer möglichen Rückkehr Oskar Lafontaines auf die Berliner Bühne. Auf der ist der Saarländer derzeit fast genauso präsent wie zu Zeiten als Parteivorsitzender: er diskutiert bei Günther Jauch über die Rente, erklärt in der Welt die Formschwäche der Linken und lässt im Stern auch noch den hundertsten Versuch abtropfen, ihm ein Wort zur Personaldebatte zu entlocken. Die führen andere und das mit immer neuen Umdrehungen.
In der Superillu ist jetzt Bodo Ramelow gefragt worden: „Müsste Oskar Lafontaine wieder zurückkehren nach Berlin, um die Partei zu retten?“ Nein, sagt der Thüringer Fraktionschef, „wir müssen nicht gerettet werden“. Sahra Wagenknecht ist in der Leipziger Volkszeitung zumindest teilweise anderer Meinung – und schlägt schon einmal eine neue, alte Doppelspitze vor: die für den kommenden Wahlkampf. Dorthinein, hofft Wagenknecht, sollten Lafontaine und Gregor Gysi die Partei führen, „so eine Konstellation wird von der übergroßen Mehrheit der Linken gewünscht“. Der Saarländer stehe für den größten Erfolg der Partei, und „so ein Ergebnis wieder zu kriegen, ist ein enormer Anspruch. Wir müssen unser Personal so aufstellen, dass die Linke gestärkt und nicht geschwächt in den nächsten Bundestag kommt“. Was zweifellos als kleiner aber deutlicher Hinweis an jene zu verstehen ist, die sich ebenfalls für Spitzenämter interessieren.
Apropos Spitzenämter: Ramelow hat sich in seinem Interview recht klar gegen eine Doppelspitze in der Linksfraktion ausgesprochen, Gysi werde „als starke Alpha-Figur ohnehin immer ein Solitär bleiben“, außerdem sei die überall eingeführte Doppelbesetzung in den meisten Fällen „eine Sturzgeburt, die keines der Probleme gelöst hat“. Wenn sich die Linke von diesen doppelten Doppelstrukturen nicht trenne, „werden wir nie eine Partei sein, sondern drei oder vier Parteien mit einer Art Holding obendrüber. Und das muss schief gehen.“ Einzig an der Parteispitze befürwortet Ramelow das Duo – und hat auch gleich einen Vorschlag: „Ich könnte mir eine Doppelspitze vorstellen, die von Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch gebildet wird. Für mich wäre das eine überzeugende Kombination von visionärer Kraft und Pragmatismus. Dietmar Bartsch jedenfalls hat bereits bewiesen, dass er eine Großorganisation lenken, leiten und führen kann – gerade auch dann, wenn’s richtig ungemütlich wird.“ Und Ramelow würde sich auch freuen, „wenn bei einer Urabstimmung der Basis über eine neue Doppelspitze auch Sahra Wagenknecht mit ihrem ökonomischen Sachverstand als Kandidatin zur Verfügung stünde“.
Wagenknecht, die vor einiger Zeit erklärt hat, nicht Parteivorsitzende werden zu wollen, hat derweil in der Leipziger Volkszeitung beklagt, „dass wir zu vielstimmig geworden sind. Unser Kurs des Erfolges von 2009 wird von einzelnen allerdings sehr lautstarken Funktionären unserer Partei immer wieder in Frage gestellt“. Um wen es sich bei diesen „immer wieder die gleichen vier oder fünf Leute aus der Partei“ handelt, „die öffentlich erzählten, dass sie diese Führung nicht wollten“, sagt Wagenknecht zwar nicht. Aber dies: „Dieser Führung wurde wirklich vom ersten Tag an, auch aus den eigenen Reihen, das Leben verdammt schwer gemacht. Beide wurden immer wieder aus den eigenen Reihen heraus demontiert.“ Die Antwort kannte man natürlich irgendwie schon, sie liegt im kleinen Baukasten für das Linken-Interview gleich neben der Frage nach der Rückkehr von Lafontaine. (tos)
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och Treitinger – das sie sich da nun auch wieder “einschalten” müssen (!) Für Sie hatte ich den Spruch „Sie verkörpern Dick und Doof in einer Person.”: Karsten Voigt (SPD) zu Martin Bangemann…. in Reserve. (Um wieder zum Thema zurück zu kommen)
Selbst Schuld jetzt!
linker Beobachter
ehrlich gesagt ich habe nicht verstanden, warum du mir das gesagt hast und das als @ Karl Sorgen ? Wenn Du dich mit meinem Schreibstil und meinen Argumentationen genauso intensiv beschäftigen würdest, wie mit Rechtschreibfehlern-würdest du leicht feststellen dass es zwischen mir und Raabe einige Unterschiede gibt-also Karl ist nicht Jens und Jens ist nicht Karl, was nicht heisst das ein und das ansere Mal auch unabhängige Diskutanten zu ähnlichen Analysen kommen können-und wann habe ich wen grottenhaft beschimpft ?-Kritisiert ja und das sollte hier ja legitim sein…
@Jens
Häh, soll das Gesabbel jetzt Sinn ergeben? Mir ist er entgangen.
Du solltest nicht immer soviel deinem eigenen Phantasiemümmel zuhören.
@Sissy Fuss,
erst einmal Eintschuldigung fuer die ulkige Schreibung Ihres Namens, die ich waehlen muss, aber die auslaendischen Tastaturen haben eben keinen deutschen Zeichenvorrat und allzu viel Fummelei scheint mir uebertrieben. Ich hoffe, Sie koennen es verzeihen.
In der Sache stimme ich Ihnen zu. Insbesondere seit der “Kritik” der rot-gruenen Opposition an der Libyen-Politik der Bundesregierung sollte sich fuer DIE LINKE, egal auf welchem Fluegel man sich herumtreibt, jede Spekulation auf rot-rot-gruen erledigt haben.
Falls Bartsch das anders sehen sollte, weiss er entweder sehr viel mehr als ich ueber die Verhandlungsfaehigkeit der SPD und der Gruenen als ich, oder er sieht nicht ganz klare Bilder.
Es ging mir eben nur so, dass ich mich ueber den ganzen Hass wundere, der sich auf die Person Bartsch zu fokussieren scheint.
Mit freundlichen Gruessen
Der Hetzer
Hui, Seine Königliche Hoheit der Kronprinz von Vulgarien sind ja mal wieder in Hochform … Some got balls, some got brains.
Fuß
nu erklärn sie sich mal nicht auch noch zur Königlichen Hoheit!
Manche haben übrigens beides – auch wenn Sie nicht mit einem von beiden dienen können. Sind Sie eigentlich am Samstag anwesend?
gestern bei Phoenix “Unter den Linden” hab ich einen sehr guten Dietmar Bartsch gesehen. Heute bei Anne Will einen sehr guten Klaus Ernst.
@Aries:
Nee, jetzt komm, aber und also: Nun auch noch eine Dolchstoßlegende
Huch, falscher Thread… Grad mal rüberkopiert…