Kaderkommissionen
Das Neue Deutschland präsentiert sich im neuen Layout und hat in der ersten Ausgabe unter dem grünen Titelbalken Gregor Gysi gefragt: Wie nun weiter? Der Linksfraktionschef antwortet über zwei Seiten, unter anderem mit dem Appell zur Wiederentdeckung der Gemeinsamkeit. Der Ruf ist nicht mehr ganz neu, klingt inzwischen aber ziemlich ernst. Er könne und wolle, sagt Gysi, „zumindest was relevante Teile der Partei betrifft, auf keinen verzichten“. Und wiederholt es gleich noch einmal: Er sei „davon überzeugt, dass unsere Partei an Wert einbüßte, wenn sie ihren radikaler oder ihren reformistischer denkenden Teil verlöre.“ Der Pluralismus der Linken, warnt der Fraktionschef, ist gefährdet, „wenn eine Gruppe versucht, über die andere zu siegen, um sie zu verdrängen“. Die Rolle die Gysis sich zuschreibt ist die des „Zentristen“, von denen Lenin in seinem Kampf gegen das “Versöhnlertum” übrigens einmal gesagt hat, sie seien „lediglich eine Erscheinung des Übergangs von der hinter uns liegenden Periode“. Ist die Linke an einem Punkt, wo eine Periode zu Ende ist und eine andere beginnt, eine, in der die Klärungsprozesse, von denen immer mal wieder die Rede ist, abgeschlossen und für eine Seite entschieden sind? Eine „schwierige, gelegentlich auch einsame Rolle zwischen allen Stühlen“, habe er da, sagt Gysi. Zumindest zwischen denen der Strömungsorganisationen, die zwar „das Leben in der Partei bereichern“ könnten, von denen Gysi aber auch sagt, sie seien längst zu „Kaderkommissionen geworden“, die Fragen unter sich ausmachen, über welche die 90 Prozent der Linkenmitglieder, die in keiner Strömung sind, kaum mehr ein Wort mitzureden haben. ”Viele in der Partei neigen dazu, sich für A oder für B zu entscheiden. Ich will A und B, auch wenn das Verhältnis schwierig ist.” (tos, Foto: Armin Kübelbeck, CC BY-SA 3.0)
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Wir wollen große Produktionsbetriebe enteignen, daß finden sehr viele Menschen unvernünftig, deswegen wählen sie uns nicht.
Lenin hat auch einmal gesagt man soll den Kampf gegenüber den Zentrismus nicht übertreiben, nähmlich dann wenn dadurch die Gefahr besteht das große Teile der Arbeiterklasse zum direkten Opportunismus und Sozialchauvinismus getrieben werden. Zur Zeit ist das Bewußtsein der deutschen Arbeiterklasse schon fortschrittlich zu nennen wenn es sich an Gysis Positionen orientiert. Deshalb wird er wohl auch noch eine Weile eine Rolle in der Partei spielen. Das muß sich aber aus Sicht der Kommunisten ändern wenn die allgemeine Krise schärferer Formen annimmt als bisher dann kann man nicht mehr so rumeiern wie der revolutionäre Flügel der SPD ab 1914…..
@Heinz,
“Zur Zeit ist das Bewußtsein der deutschen Arbeiterklasse schon fortschrittlich zu nennen wenn es sich an Gysis Positionen orientiert. Deshalb wird er wohl auch noch eine Weile eine Rolle in der Partei spielen. Das muß sich aber aus Sicht der Kommunisten ändern wenn die allgemeine Krise schärferer Formen annimmt”
Nun weiß ich nicht genau, ob Sie sich zu den Kommunisten zählen, noch weiß ich genau, ob die Kommunisten von Ihnen überhaupt etwas wissen wollen: Aber was mich interessieren würde:
Wer legt fest, wann die Formen der allgemeinen Krise scharf genug sind, damit der Gysi ausgedient hat? Machen das die Kommunisten? Wer kümmert sich darum, dass Gysi wirklich verschwindet? Auch die Kommunisten? Wer sorgt dafür, dass sich das Bewusstsein der Arbeiterklasse “richtig” orientiert? Auch die Kommunisten? Wie machen die das?
Haben Sie eigentlich schon einmal mit “den Kommunisten” geredet, ob die für solchen Unsinn zur Verfügung stehen?
Oder haben Sie einfach nur einen Witz gemacht?
Ist es nicht Gysi der immer gegen die Konsenssoße in der Politik wettert? Gilt das nur für die anderen?
Apropo Lenin. Zeilen aus dem Statut der SED/PDS 1989….: “Partei …auf die Traditionen und das theoretische Erbe der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung” beruft.”Ihre Hauptwurzeln liegen in der kommunistischen und sozialdemokratischen Arbeiterbewegung sowie auch in sozialistischen, pazifistischen und internationalen Traditionen, besonders denen Lenins.”
Gregor will alles und er weiß, das das nicht funktionieren wird. Setzen sich AKL und SL durch, werden wir “sterben”. Nur GG hat noch den Respekt zu retten was zu retten ist und mit jedem vergangenen Tag wird selbst diese Chance kleiner. Warum nur, warum, tun wir nichts gegen unseren bevorstehenden Untergang???????????????????????????????????????????????
Man muss die Strömungen in die Schranken weißen, die Dinge tun wollen, die 99% der Menschen nicht wollen. Tut er das nicht, wird seine Seite in den Geschichtsbüchern am Ende eine traurige sein…….!
@Heinz (Keßler?)
Lenin in Ehren, aber das Statut der SED/PDS gilt in unserer neuen Partei nicht mehr.
Wie will man denn verhindern das die großen Unternehmen abwandern, bevor wir sie enteignen?
@Hetzer
Das sie einer von den ganz Gewitzten sind, können sie sich diese Frage ja selbst beantworten……
http://www.neues-deutschland.de/artikel/208028.na-klar-wir-gehoeren-zusammen.html
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Zitat:
Wir werden aber zugleich sagen, in großen Unternehmen soll Schritt für Schritt Miteigentum der Belegschaften entstehen, denn sie schaffen die Werte und brauchen Mitentscheidungsrechte.
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Werden die Manager die irgendwo in New York sitzen tatenlos dabei zusehen, wenn ihnen in Deutschland die Entscheidungsgewalt über die Unternehmen genommen wird?
Soll die Belegschaft dann die Verwaltung und Produktionsplanung übernehmen?
Nach eigenem Gutdünken oder soll von irgend jemanden ein Produktionsplan erstellt werden?
Wieso geht man nicht an die Gewinne der Unternehmen, daß würde sie zumindest nicht ganz so in Panik versetzen, man verhindert doch keine Abwanderung, indem man mit Enteignung droht.
@Eckerf.
Heinz Kessler wurde leider aus der Partei ausgeschlossen. Aber es gab ja immer wieder Rehabilitierungen in der Geschichte…
Passt auch zum Thema:
Zwei unter einem Dach
In diesem Monat stellt die Partei Die Linke
(PDL) auf der Beratung ihres obersten Gremiums
in Erfurt – dort tagte im Oktober 1891 auch
die deutsche Sozialdemokratie zu August Bebels
und Wilhelm Liebknechts Zeiten – wichtige programmatische
Weichen. Als von Parteien unabhängige
marxistische Zeitschrift mischen wir
uns bekanntlich aus Prinzip nicht in die Angelegenheiten
anderer Linker ein, stellen aber die
Tatsache in Rechnung, daß die PDL derzeit die
einflußreichste antifaschistisch-demokratische
Kraft und die größte Friedenspartei des Landes
ist. Obwohl sie keine systemverändernde Rolle
spielt, besitzt ihr Handeln durchaus Gewicht,
auch wenn sie sich bereits vor Jahren in SPDgeführte
Landesregierungen hat einbinden lassen.
Die PDL verfügt über eine zahlenmäßig
starke Bundestagsfraktion und spielt derzeit
– in einer hinteren Reihe – im Bundesrat mit.
All das dürfte Grund genug sein, sich für ihre
weitere Entwicklung und ihr politisches Profil
zu interessieren, zumal ein bedeutender Teil
sowohl unserer Leser als auch der Mitglieder
des RF-Fördervereins zum engeren oder erweiterten
Spektrum der PDL gehört.
Die Partei Die Linke hat ihre Programmdebatte
mit einem Kompromißpapier eingeleitet und
dürfte sie wohl auch mit einem Kompromiß zwischen
ihren konträren Tendenzen zum Abschluß
bringen.
Wir haben wiederholt antikapitalistische Formulierungen
dieses Dokuments, dessen Entwurf
von Vertretern divergierender PDL-Strömungen
ausgearbeitet wurde, den RF-Lesern nahegebracht,
uns aber zugleich von anderen Passagen
distanziert und das Fehlen unverzichtbarer
Aussagen oder Wertungen bedauert.
Ein dem RF verbundener namhafter Leipziger
PDL-Genosse machte uns mit der Ansicht vertraut,
seine Partei bestehe ja eigentlich aus zwei
Parteien. Dabei hatte er nicht ihre Verschmelzung
aus PDS und WASG im Auge, sondern ließ
sich bei dieser Lageeinschätzung von der Überzeugung
leiten, daß die PDL in eine linkssozialistische
und eine in rechtssozialdemokratischen
Gewässern navigierende Gruppierung zerfalle.
Bei deren unverkennbarer Hinwendung zur SPD
spiele das Forum Demokratischer Sozialismus
(fds) die Rolle des Regisseurs. Doch die einen
wie die anderen befänden sich derzeit „unter
einem Dach“.
Dieses Urteil eines Insiders scheint den Nagel
auf den Kopf zu treffen. Tatsächlich begegnet
man in der PDL und ihrem Umfeld Verfechtern
von Standpunkten, die sich wie Feuer und Wasser
voneinander unterscheiden. Dabei muß man
natürlich die Tatsache in Betracht ziehen, daß
Mitglieder wie Anhänger der Partei – ihre Kommunistische
Plattform, der parteinahe Jugendverband
solid, die Studentenorganisation SDS
und eine Anzahl aktiver Zirkel sind hier ausgenommen
– Marx und Engels, von Lenin ganz
zu schweigen, seit vielen Jahren nicht mehr zu
Rate gezogen haben. Das führte auch bei erfahrenen
Mitstreitern zu ideologischen Substanzeinbußen.
Um so anerkennenswerter ist es, daß sich nicht
wenige Genossen ihren klaren Blick und eine eindeutige
Klassenoption zu bewahren vermochten.
Offenbar wollte Oskar Lafontaine gerade auf die
geschilderten Defizite aufmerksam machen, als
er sich in die Rednerliste einer Konferenz unter
dem Motto „Marx-is-muss“ eintragen ließ.
Manche schrillen Töne aus höheren PDL-Etagen
auf Länder- wie auf Bundesebene haben bei
vielen der Sache treuen Genossen und Stammwählern
ein zunehmendes Gefühl der Beklommenheit
hervorgerufen. Immer öfter wird die
Frage gestellt, was wohl werden soll, wenn die
„alte Garde“ im Osten, die den Sozialismus in der
vom Feind umlauerten und keineswegs fehlerlos
geführten DDR allen Stürmen zum Trotz jahrzehntelang
aufgebaut, gestaltet und verteidigt
hat, in absehbarer Zeit nicht mehr zur Verfügung
steht. Denn stromlinienförmige Anpasser und
karrierebewußte Aufsteiger haben bereits etliche
Schlüsselpositionen in ihren Besitz gebracht
oder befinden sich in den Startlöchern, um weitere
lukrative Posten zu ergattern. Scheinsozialisten
dieses Schlages verhehlen nicht, daß sie
auf eine „biologische Lösung“ warten, um die
„linkssozialistische Partei“, von der unser Leipziger
Freund sprach, loswerden zu können. Leuten
vom fds-Kaliber steht augenscheinlich der Sinn
nach einer Liaison mit der SPD auf antikommunistischer
Grundlage. Mit anderen Worten: nach
einem „Vereinigungsparteitag“ unter umgekehrten
Vorzeichen. Allerdings ist das insofern eine
Rechnung ohne den Wirt, als es auch unter jüngeren
PDL-Mitgliedern in West wie Ost weiterhin
zum Kampf für sozialistische Ziele Entschlossene
gibt, die sich wohl kaum widerstandslos
an die Wand drücken lassen.
Zwei Parteien unter einem Dach? Die These unseres
Leipziger Professors scheint zu stimmen.
Ein Grund mehr für alle standhaft gebliebenen
Sozialisten und Kommunisten in der PDL, die
Augen offen zu halten. Ihnen wünschen wir die
erfolgreiche Verteidigung des auch durch sie
repräsentierten reichen Erbes der revolutionären
deutschen Arbeiterbewegung auf dem Erfurter
Parteitag und in aller Zukunft. Möge das Vermächtnis
von August Bebel und Wilhelm Liebknecht
in ihnen weiterleben! Klaus Steiniger Rotfuchs 10/2011
Die Idee mehr Mitarbeitermitbestimmung in großen Unternehmen durchzusetzen ist ja an sich gut, wenn das mit der Produktionsplanung vernünftig gehandhabt wird.
Viele werden ab einer bestimmten Größe wahrscheinlich dann eher nicht weiter wachsen wollen und so auch anderen Unternehmen die Teilhabe am Markt ermöglichen, man könnte den Monopolisimus so schon mal etwas in seine Schranken weisen.
Wobei man genau austarieren muß ab wann sie angewendet werden sollte, damit ihre Umsetzung nicht motivationshemmend ist.
Momentan aber geht es tatsächlich darum die paar Unternehmen die noch da sind zu halten und ich glaube das ist der Bevölkerung auch bewußt.
Man sollte also für Deutschland keine extra harten Regeln einführen, wenn man es nicht benachteiligen will, weil man sonst tatsächlich den Arbeitern bei VW schadet.
Wenn in Deutschland ab einer bestimmten Unternehmensgröße Mitarbeitermitbestimmung herrscht und in Frankreich nicht, gehen die Autobauer nach Frankreich.
Unternehmen wandern ab, wenn sie woanders bessere Bedingungen vorfinden, deswegen muß man die Bedingungen möglichst überall gleich gestalten.
Gleiche gute hohe Löhne in Europa wären sehr gut, gleich gute hohe Löhne weltweit wären die Lösung.
Wenn Mitarbeitermitbestimmung, dann zumindest innereuropäisch, am besten aber global, dann ist die Idee gut.
Wenn man sie jetzt einfach nur für Deutschland einführt, erhöht sie die Arbeitslosigkeit.
Wie könnte diese Zeit der erzwungenen Einigkeit wohl vorbei sein? Auf der einen Seite ist da die Wirtschaftskrise mit dem nie dagewesenen Klassenkampf der Herrschenden, auf der anderen Seite sind da die Regierungslinken, die trotz der jetzt kommenden Angriffe regieren wollen. Solange die Krise noch nicht da ist und die Regierungslinken noch regieren wollen können wir uns noch nicht trennen, sobald sie da ist wird die Menge der Linken die Kürzungsprogramme in Höhe von 211 Milliarden Euro sozial gerecht gestalten wollen an einer Hand abzählbar sein – dann will die Spaltung gar niemand mehr und wir kämpfen endlich gemeinsam. Hoffentlich.
@Heinz,
nein, kann ich nicht, selbst wenn ich gewitzt sein sollte. Also, legen Sie mal los.
Simon
den muss man nicht verstehen…oder?
Beispiel: “mit dem nie dagewesenen Klassenkampf der Herrschenden”
worüber streiten oder kämpfen die denn? Die Marke des Champus?
Auch der Rest…. NICHT ZU VERSTEHEN!!!