Lötzsch kandidiert

Lötzsch kandidiert

Gesine Lötzsch will wieder für das Amt der Linken-Vorsitzenden kandidieren und damit „das Katz- und Mausspiel beenden“. Bekannt gegeben hat die Parteichefin dies zunächst gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio, dann auch in einer schriftlichen Erklärung. Sie wolle „Klarheit für die Mitglieder“ schaffen, „die dieser Debatte überdrüssig sind“. Die Diskussion dürfte Lötzsch damit freilich erst richtig anfachen. Denn nun müssten auch andere Aspiranten aus der Deckung kommen, zudem steht die Frage des Procedere zur Klärung an. Die Entscheidung hängt zudem mit weiteren Personalien zusammen. „Über Parteivorsitzende soll in Zukunft nicht mehr in Hinterzimmern entschieden werden, sondern auf der offenen Bühne des Parteitags. Das ist demokratisch und transparent“, wird Lötzsch zitiert – zwei Tage nach dem Ende eines Parteitags. Auf Forderungen, die Wahl der Linkenspitze vorzuziehen, hatte Lötzsch gestern noch mit dem Hinweis reagiert, sie “empfinde es als Missachtung des Parteitages, wenn jetzt dieser Erfolg nicht in die Gesellschaft getragen wird, sondern mutwillig beschädigt wird.”

Eine Wiederwahl von Lötzsch und Ernst galt trotz aller Kritik (und vieler Gegner)  nie völlig ausgeschlossen. Schon im August war berichtet worden, die beiden könnten eine zweite Amtszeit anstreben. Mit dem letztlich erfolgreichen Abschluss der Programmdebatte in Erfurt dürften Lötzsch und Ernst in er Tat einiges an Boden gutgemacht haben. Lötzschs Formulierung, sie “möchte denen Mut machen, die als Parteivorsitzende kandidieren wollen und immer noch zögern”, lässt sich als Aufforderung an Klaus Ernst interpretieren. Der hatte eben noch erklärt, er wolle über eine nochmalige Kandidatur entscheiden, „wenn es soweit ist“. Ernst wiederholte dies am Dienstag gegenüber der Süddeutschen Zeitung: “Ich respektiere die Entscheidung von Gesine Lötzsch. Ich selbst werde mich, wie angekündigt, zu gegebener Zeit äußern.” Begeistert klang das nicht. Und auch Fraktionschef Gregor Gysi wird mit eher dürren Worten zitiert: “Ich habe das zur Kenntnis genommen.”

Für die Linkenspitze sind schon länger mehrere Namen im Gespräch, das Gremium, um das es geht, besteht im Übrigen nicht nur aus zwei Personen und manche der existierenden Doppelstrukturen bedürfen nach Ansicht vieler in der Linken einer Überprüfung. Auf die Agenda rücken mit Lötzschs Vorstoß nun zwei Fragen, die ohnehin schon seit längerem im Raum standen: die nach einem Termin der Vorstandswahl im kommenden Jahr und die nach einer möglichen Urabstimmung. Die Erklärung der Linken-Vorsitzenden zu ihrer Kandidatur ist so interpretiert worden, dass sie sich „lieber auf dem Parteitag wählen lassen“ wolle, „statt wie von Klaus Ernst vorgeschlagen, eine Wahl durch alle Parteimitglieder durchzuführen“. Für eine Befragung der Basis hat sich nicht nur Mecklenburg-Vorpommerns Landeschef Steffen Bockhahn ausgesprochen, sondern unter anderem auch Linken-Schatzmeister Raju Sharma und Thüringens Fraktionschef Bodo Ramelow. Der hat heute mit Blick auf die Personaldebatten auf eine weitere Dimension hingewiesen, die nun wieder stärker in den Vordergrund rückt: Auf dem Erfurter Parteitag sei eine Vorlage behandelt worden, nach der „in Zukunft deutlich weniger Bundestagsabgeordnete gleichzeitig Mitglied im Parteivorstand/geschäftsführenden Parteivorstand sein sollen“. Der Antrag fand zwar eine große Mehrheit, verfehlte allerdings die satzungsändernde Zweidrittelmehrheit.

Lötzschs erneute Kandidatur erfolgt übrigens unmittelbar vor der für Dienstagnachmittag erwarteten Entscheidung der Bundestagsfraktion, ob sie eine Doppelspitze bekommt oder nicht. Auch von der Antwort auf diese Frage hängt ab, welche Namen künftig auf welcher Position die Linke repräsentieren werden. Am Dienstagvormittag hat der Arbeitskreis I der Fraktion mit 13 zu 2 Stimmen die Abgeordnete Kirsten Tackmann als nächste Leiterin vorgeschlagen – bisher amtierte Fraktionsvize Dietmar Bartsch auf diesem Posten. (tos, Foto: Linke)

Drucken Drucken

41 Kommentare zu “Lötzsch kandidiert”

  1. Heinz sagt:

    So wie es aussieht hat sie keine schlechten Chancen.

  2. Micha sagt:

    Finde ich gut.

  3. Mümmel Treitinger sagt:

    Gut – v.a. die Art und der zweite Teil der Begründung (Transparenz).
    Mutig – halt die erste die sich da offen reden traut

    Find ich doch positiv.

  4. Bravo Gesine, meine Unterstützung hast Du. Ich hoffe das eine Mitgliederbefragung statt findet.
    Klaus Lederer hat die Diskusion ausgelöst, wie könntes es anders sein,
    es war wieder einmal das FDS.
    Dietmar Bartsch wäre keine gute Lösung. Er spaltet die Partei
    (Internas an Spiegel-Online).

  5. Karl Sorgen sagt:

    Mümmel Treitinger
    richtig ist es-weil es die einzige Möglichkeit war auf den nicht überraschenden neuerlichen Bruch aller Absprachen genau so zu reagieren-und zweifellos ist Gesine eine ehrenwerte Genossin- aber wie das in andere Ideen-beide Flügel zu integrieren oder auch die Generationsprobleme anzugehen passt -bleibt abzuwarten. Es ist wohl eher eine taktische Entscheidung…

  6. tos sagt:

    die Agentur schreibt es so: “Ernst ließ Unmut über Lötzschs Schritt kurz nach dem Programmparteitag in Erfurt am vergangenen Wochenende durchblicken. ‘Das Signal von Erfurt war klar. Die Basis will, dass wir jetzt Politik machen’, sagte er. ‘Im Interesse der Partei liegt es nun, unser Programm in den Vordergrund zu stellen.’”

  7. js. sagt:

    Schön, dass die Vorsitzende selbst die Personaldebatte (wieder)eröffnet hat. Da braucht sich jetzt niemand mehr zu schämen.

  8. peter sagt:

    Mutig Gesine Lötzsch ,

    jetzt bitte nicht mehr Hinterhältige Personaldiskusionen, sonder offen sagen wer noch kandidieren will, die Mitglieder und Sympathisanten
    sind diese Hinterhältigkeiten leid.

  9. Karl Sorgen sagt:

    Mümmel Treitinger
    ein Wort zur Lage in Lybien–hätte ich von dir übrigens schon erwartet…
    http://www.spiegel.de/
    http://www.globalpost.com/dispatch/n…gaddafi-sodomy
    auch wenn es ein schwieriges Thema ist…

  10. Micha sagt:

    “Schön, dass die Vorsitzende selbst die Personaldebatte (wieder)eröffnet hat. Da braucht sich jetzt niemand mehr zu schämen.”

    Wie hätte Sie sonst auf die medialen Schreihälse Lederers, Gallert und Ramelows reagieren sollen.

    Und natürlich auch auf Gysis wegloben von Sahra Wagenknecht. Der sich die weder als gleichberechtigte Fraktionsvorsitzende, noch als Stellvertreterin vorstellen mag.

    Auch Sie hat das Recht zu sagen: Ich will kämpfen und ich kandidiere.

  11. Mümmel Treitinger sagt:

    @Karl
    Ich find die NATO-Intervention in Libyen komplett falsch und traue der Übergangsregierung und den ihr nahestehenden Milizen nicht einen Miilmeter über den Weg.
    Das ist aber bekannt.

  12. Mümmel Treitinger sagt:

    Und noch der Focus (was nicht heißt, dass ich dieses Magazin für den Locus irgendwie schätze): http://www.focus.de/politik/deutschland/parteien-linke-chefin-loetzsch-will-an-ihrem-posten-festhalten_aid_678029.html

  13. Heinz sagt:

    Es gibt wohl zwei “Konzeptionen” für die Parteführung. Gysi sprach ja davon auf dem Parteitag. Endweder zwei Zentristen, wie Ernst und Lötzsch und einen für die Reformer und einen für die Revoluzzer, die Ramelow ja so rausposaunt.

  14. Dr. No sagt:

    Der Parteitag ist keine 48 Stunden rum. Dinge wie die Freigabe harter Drogen waren okay, aber sie müssen erklärt werden und vieles andere auch. Der Parteitag war gut, das Medienecho für unsere Verhältnisse nicht das Schlechteste. Wenn sich jetzt die Flügel gegeneinander in Stellung bringen, geht der ganze Mist von vorne los. Dann das Gezanke um den 2. Fraktionsvorsitz. Und parallel machen CDU/FDP/Grüne/SPD einen auf staatstragend. Ich könnte sie alle auf den Mond schießen – Die ganze Bagage mitsamt ihrer Käseglocke unter der sie sitzen. (Hallo ihr humorlosen Mitleser vom Verfassungschutz, ja genau sie meine ich: Das mit dem Mond war natürlich im übertragenen Sinne gemeint. Nu kriegen Sie man nicht so rote Ohren, machen sie lieber Feierabend!)

    Hätten sich unsere 30 oder 40 roten Kardinäle und -innen nicht über die Weihnachtstage einschließen können und irgendwann wäre weißer Rauch aufgestiegen und es hätte geheißen: Habemus Chefin oder Habemus Chef? Aber nein. Wieder einmal wird das persönliche Interesse über das der Partei gestellt.

    Gesine Lötzsch hat Anfang des Jahres einen sehr guten Artikel geschrieben – unter einer hundsdämlichen Überschrift. Ich bin Wessi und ich habe Wahlkampf gemacht und ich bin sicher, dass Gesine uns Prozente gekostet hat. Die Frau weiß einfach nicht, wie der Westen der Republik tickt. Sie hat gute Ideen, aber die falschen Worte und vor allem hat sie kein Gefühl fürs Timing.

  15. js. sagt:

    Ja, soll sie sich doch melden, sollen sich doch alle melden, kommentieren und und und. Nur, es ist doch abstrus, sich immer dann zu beklagen, wenn’s gerade jemand aus dem anderen Lager ist, der es macht, und es immer dann ganz supertoll, total richtig, konsequent und angemessen zu finden, wenn’s gerade aus dem eigenen Lager kommt – echt Kitaniveau.

  16. Wie hieß das noch nach dem Parteitag? “Ab Montag streiten wir nicht mehr.” Danke, Gesine, dass du den Streit schon am Dienstag wieder auf Hochtour bringst -.-

  17. V sagt:

    Gut, damit hat sich das nervtötende Nachfragen der Lohnschreiber in ihrem Fall erstmal erledigt.
    Ich finde nicht, dass sich das aktuelle PV-Duo allzu große Schnitzer erlaubt hat. Vielmehr war es so, dass eher lächerliche Fauxpas massiv aufgebauscht wurden. Wenn man mal von Ernsts Dreifachgehalt absieht. Dass aus der Partei selber noch beim Aufbauschen geholfen wurde, wirft eher ein schales Licht auf jene Helfer.
    Aber natürlich wäre Lafo die Optimalbesetzung als PV.
    Außer Wagenknecht würden es die linken Frauen neben ihm natürlich schwer haben, nicht medial ausgeblendet zu werden, aber die wird ja noch in der Fraktionsspitze gebraucht.

    :)

  18. roterstern sagt:

    Es ist zum Mäusemelken… Kaum sollte über Inhalte Politik kommuniziert werden, geht die Führung selbst in vorderster Front an die Töpfe.Ich nehme zur Kenntnis: Da kennt jemand wohl nur seinen Weg zum Amte. Warum sollte sich das ändern….

    Ich finde es richtig – jetzt wo die Katze das Mausen nicht lassen kann – die Chance zu nutzen, dass nicht die Funktionäre und Funktionärinnen verschiedener Kreise und Strömungen im stillen Kämmerlein zu tiefster Nacht Mehrheiten aus Notwendigkeiten heraus ausdealen, sondern die Mitglieder eine neue Parteiführung mit einer Urabstimmung legitimieren.Damit wären auch die künftigen Vorsitzenden endlich mal gestärkt und nicht Ausdruck von innerparteilichen Verlegen- und Notwendigkeitslösungen. Innerparteiliche Demokratie soll noch nie geschadet haben.

  19. Zbig sagt:

    @Fabian Herzog

    darf man diesen Beitrag als “Haltet den Dieb” verstehen?

  20. thomas sagt:

    die lötzsch muß weg, die ist verbrannt, dachte sie sieht das selbst ein.

    oskar und sahra wäre die traumbesetzung, experimente kann sich die linke bis 2013 nicht leisten, die bundestagswahl wird schwierig genug.
    die medien sind wie hyänen, die möchten mit macht die linken versenken.

  21. Clara sagt:

    Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn Gesine Lötzsch an die Partei gedacht hätte und angesichts unserer Umfragewerte nicht wieder angetreten wäre.
    Auf jeden Fall sollten auch andere Kandidaten zur Auswahl stehen.
    Sahra Wagenknecht, Caren Lay, Diana Golze und Cornelia Möhring fallen mir da ein.
    Jan van Aken ist bei den Männern mein Wunschkanditat.
    Oskar Lafontaine wäre aber vielleicht für die Partei auch richtig gut.
    Man kann ihm halt so schlecht widersprechen, weil man vor ihm überdimensional viel Respekt hat.
    Bodo Ramelow hat mir die letzte Zeit öfter mal gut gefallen, ihn würde ich mittlerweile auch wieder in Betracht ziehen. Allerdings muß Kritik an der israelischen Regierung dann auch weiterhin erlaubt sein.

  22. Dr. No sagt:

    Gesine hat die Büchse der Pandora aufgemacht, jetzt darf sie sich auch nicht beschweren. Ich bin ähnlicher Meinung wie clara:

    Sahra Wagenknecht und Bodo Ramelow sollten die Partei führen.
    Damit wäre eine Quotierung in 3 facher Hinsicht erreicht: (Mann/Frau Ost/West Rechter/Linker-Flügel) und wir hätten 2 Top-Leute an der Spitze, die die Leute ansprechen. Nicht alle mögen beide, aber alle mögen einen von beiden.

    Dietmar Bartsch ist ein Trickser und wir brauchen auch jemand mit West-Vergangenheit an der Spitze sonst werden wir eine Art CSU nur auf der anderen Seite des Spektrums. Bartsch könnte als Geschäftsführer gut sein, aber nicht als Parteichef. (Caren Ley macht gegen die Steffi Lemke in den Elefantenrunden zu wenig Punkte). Jan van Aken ist ein Top-Mann, sein Image ist aber eher das eines außenpolitischen Fachmanns, nicht das eines Parteichefs.

    Bartschs letzter Kommentar auf der Homepage der linksfraktion “Die Linke hats erfunden” war sehr gut. Vielleicht begräbt er ja mit Oskar das Kriegsbeil noch, aber Oskar hat in seinem Leben zu viel einstecken müssen, als dass so ein Zerwürfnis einfach zu kitten wäre. Dietmar müsste da sehr auf ihn zugehen.

    Oskar sollte den Elder Statesman machen, aber mit Bundestagsmandat. Er kann in Talkshows die “big points” für uns holen, die Stimmung im Lande zu unseren Gunsten drehen, er kann im Hintergrund befrieden, Ziele vorgeben, wichtige Personalentscheidungen mit bestimmen, aber an vorderster Front kämpfen, das sollte er sich nicht antun – und wir ihm auch nicht.

    Wenn Gesine weitermacht, sehe ich für die Linke im Westen rabenschwarz.

  23. merz sagt:

    Hier diskutieren so viele kluge Leute. Hat denn schon einer ‘ne Idee WARUM Gesine zum jetztigen Zeitpunkt ihren Hut in den Ring geworfen hat? Nun funktioniert die Linke ja etwas anders als andere Parteien, aber normalerweise wäre diese frühe Positionierung ein pol. Selbstmord. Warum wagt sie dann trotzdem diesen Schritt. Opfert sie sich? Aber für wen? Oder wollte sie einfach mal das Heft in die Hand bekommen.

  24. tos sagt:

    kleiner Nachtrag: Dietmar Bartsch, so meldet es eine Nachrichtenagentur, habe im SWR erklärt, es stünden jetzt zunächst die Entscheidungen zur Fraktion an. Danach werde es “sehr zeitnah” Entscheidungen über Kandidaturen in der Partei geben. “Im übrigen werden auch meine Entscheidungen keine lange Zeit mehr dauern.” http://bit.ly/vueng8

  25. Mümmel Treitinger sagt:

    @Merz
    Weil am selben Tag eine Beschluss zur Fraktionsführung gefällt wurde?

  26. Karl Sorgen sagt:

    Dr. No
    diesmal sehe ich es etwas anders als du-
    wahrscheinlich weil ich die Gefühle hier im Osten wahrnehme und du die im Westen. Bei Sahra stimme ich dir persönlich grundsätzlich zu- aber leider haben bestimmte interessierte Kräfte hier im Osten über Gerüchte und das bewußte Schüren von niedrigen Emotionen das Bild vermittelt, sie sei eine egoistischen, unsolidarischen Millionärsgattin( sie würde ja zu wenig spenden) die ihre Rolle einzig der Protegierung durch Oskar zu verdanken habe und im Grunde genommen die verbohrte Kommunistin geblieben wäre, die sich nun nur anpassen würde-weil es ihrer Karriere zur Zeit besser dienen könnte-aber letzlich sich nicht wirklich für das Schicksal der kleinen Leute interessiere… und dies hat Wirkungen erzielt.
    Deshalb nehme ich an, dass bei einer Mitgliederentscheidung im Osten Gesine bessere Chancen hätte und sie dann wohl nach Gysis Ideen eine der beiden Zentristen sein könnte.
    Auch bei Bodo sehe ich nach seinem jüngstem Schlingerkurs die Sache etwas anderes und Bartsch würde tatsächlich extrem spalten …

  27. Dr. No sagt:

    @karl sorgen

    ja, das kann ich mir gut vorstellen was du da sagst. Sahra kommt in der Tat sehr intellektuell rüber, nicht als “Kümmerin”. “Präzise wie ein Uhrwerk”,so war mal ein Pressekommentar über einen ihrer vielen Auftritte.

    Aber dass sie sich verbiegen würde nur um Karriere zu machen – das stimmt mit Sicherheit nicht. Sie ist eine konsequente Logikerin, das schließt ein Verbiegen nach der Wetterlage aus. Diese extreme Konsequenz ist aber in der Tat gar nicht so gut für eine Parteichefin. Alls alleinige Spitze wäre sie keine gute Wahl.

    Bodo Ramelow hat einen guten Wahlkampf gemacht und ein gutes Ergebnis geholt. Der kann wirklich der erste linke Ministerpräsident werden – aber dafür müssen wir ihn stärken, auch wenn er manches Mal sehr unglücklich agiert hat. Eigentlich ist jemand, der aus nichtigem Anlass die Rücktrittskeule schwingt, schon verbrannt, aber auch wir dürfen ja mal ein Auge zudrücken.

    Auch Lötzsch/Ramelow wäre ein mögliches Gespann. Vielleicht bleibt Sahra wirklich besser unsere Spezialistin für Wirtschaft und Finanzen so wie Jan van Aken für die Außenpolitik und Neskovic für Justiz

  28. Jens Raabe sagt:

    Ich wollt mich ja in diese Personaldiskussion nicht einmischen aber…

    Dr. No

    “Bodo Ramelow hat einen guten Wahlkampf gemacht und ein gutes Ergebnis geholt. Der kann wirklich der erste linke Ministerpräsident werden – aber dafür müssen wir ihn stärken, auch wenn er manches Mal sehr unglücklich agiert hat. Eigentlich ist jemand, der aus nichtigem Anlass die Rücktrittskeule schwingt, schon verbrannt, aber auch wir dürfen ja mal ein Auge zudrücken.”

    Jeder andere hätte vergleichbare wenn nicht bessere Ergebnisse in Thüringen erreicht! Ramelow in höheren Ehren in der Partei oder als Ministerpräsi – das sei Gott vor! Mit seinem Glauben und seinen Erpressungen hat er die gesamte Partei in Geiselhaft genommen. Kleinbürgerlicher und Rückwärtsgewandter gehts in einer linken Partei ja schon fast nicht mehr! Er ist ein egomanischer Selbstdarsteller und absolut ungeeignet – selbst für den Posten den er jetzt inne hat.
    Ehrlich – da ist mir Bartsch ja noch lieber…

  29. Karl Sorgen sagt:

    Dr. No
    wie gesagt ich persönlich wünsche es mir ausdrücklich anders-aber mein Gefühl über die Stimmung ist eine andere und bei Bodo bin ich mir nicht ganz sicher, an deinen Argumenten ist etwas dran, allerdings besteht zwischen Anhängerschaft in der Partei und der Wählerschaft der Unterschied, daß die kirchlichen Bindungen bei den ersteren im Osten vermutlich extrem kleiner sind–und da müßte er seine Privatsache-Glauben-
    deutlicher trennen von der Parteipolitik und ich glaube schon das die Piraten den Säkularismus zum Thema erklären werden und damit Anziehungkraft für zahlreichen atheistisch erzogenen Jugendlichen im Osten
    behalten werden-und du kennst ja unsere demografischen Probleme hier…

  30. Dr. No sagt:

    @jens raabe

    Nun ja, ich bin Wessi, kenne die Thüringer Verhältnisse nicht so. Aber es wundert mich schon: Ist dir Frau Lieberknecht oder Herr Matschie lieber? Manchmal frage ich mich: Machen wir Selbstbeschäftigung oder sogar Selbstzerstörung?

    Mit dem Egomanen-Vorwurf gehe ich generell vorsichtig um. Der wird im politischen Geschäft gerne als Holzhammer verwendet. Jeder der da als Matador herumwerkelt ist irgendwie besessen und sicher auch ein Stück selbstverliebt. Sonst wären die Leute nicht da wo sie sind sondern würden irgendwo eine stinknormale Arbeit machen und in den Pausen Emails schreiben, so wie ich gerade.

  31. Micha sagt:

    Ich finde das ja lustig: Ungefragt alle möglichen Kandidaten aufzurufen. Die werden sich schon beizeiten melden. Der Job ist ja nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig. Bei dieser Partei schon gar nicht.

  32. Dr. No sagt:

    @Micha

    eines zeigt doch die Debatte schon: Egal wen man jetzt nun gut findet oder schlecht, wir machen uns Gedanken. Es ist fast so wie die Diskussion über den Trainer bei einem Fussballverein. Was bedeutet, dass dieser Blog hier im Prinzip so eine Art Fanclub-Seite ist. Zwinker! Wir dürfen uns alle nicht so ernst nehmen, dann wird alles gut.

    @Karl Sorgen

    Religion ist Privatsache. Die Linke ist eine säkulare Partei. Strikte Trennung von Staat und Kirche. Aber sie ist auch keine antiklerikale Partei. Jemand der sich zu seinem Glauben bekennt, egal welcher Religion, ist ebenso willkommen wie ein Atheist. Er darf nur nicht nach Weihwasser riechen oder dieses anderen aufschwatzen wollen (ihr wisst was ich meine).

  33. Gregor Mohlberg sagt:

    Liebe GenossInnen der strömungsübegreifenden Personaldebatte-Strömung,

    nein ihr braucht uns einfache Mitglieder nicht überzeugen und uns irgendwelche Statements in irgendwelchen Presseerzeugnissen vorlegen… Und NEIN ihr werdet dadurch weder wichtiger noch toller… Noch irgendwas!!!

    Ihr könnt es einfach machen wie wir. Auch wenn ihr es nicht glaubt, die meisten von uns führen Personaldebatten – oft sogar auch noch über euch ;-) – tagtäglich mit ihren MitgenossInnen vor Ort, mal bei nem Kaffee, mal bei nem Bier, mal wenn man sich zufällig beim spazieren gehen mit den Kindern im Park trifft oder auch mit nichtlinken Freund auf Partys oder beim entspannenden Bahnenschwimmen. Wir leben noch!!! in und mit der Partei.

    Hört endlich auf uns mit diesem Rumgezänke zu verarschen. Es steht euch nicht gut zu Gesicht und beleidigt uns als jeweils eins von 60.000 gleichberechtigten Mitgliedern. Als wenn man zu blöd wäre sich eine Meinung zu bilden oder gar schon eine kluge zu haben ;-) tstststs

    Gruß
    Gregor Mohlberg

    PS: Kandidieren ist nicht verboten! Heraus damit, wer sich traut ;-)

    PS2: Für den nächsten Parteitag in Freiburg!!!

  34. Clara sagt:

    Personaldebatten sind nervig, weil man zwangsläufig jemanden verletzt dabei.
    Vielleicht sollten wir das Ganze jetzt tatsächlich vorziehen, damit wir uns nicht 6 Monate mit diesem Thema beschäftigen.

  35. Clara sagt:

    http://www.fr-online.de/wirtschaft/oskar-lafontaine–deutsche-bank-verstaatlichen-,1472780,11070526.html

    Gutes Interview, dadurch stehen wir nicht mehr ganz als durchgeknallt da.
    Vielleicht wäre es tatsächlich das beste, wenn er wieder Chef wird.
    Und vielleicht auch tatsächlich mit Sahra Wagenknecht zusammen, die beiden haben sich beim Programm durchgesetzt, jetzt können sie auch den Kopf dafür hinhalten, dann wirkt sich das vielleicht doch nicht ganz so schädlich aus.
    Besser wäre aber ein moderateres Programm und dann die beiden als Chefs.
    Und für Gesine Lötzsch braucht man dann auch dringend einen Posten in vorderer Reihe, die Stelle des Parteibildungsbeauftragten wird meines Erachtens unterbewertet.
    Sie hat ja auch einiges richtig gemacht.
    Das Ego eines einzelnen sollte nicht vor dem Erfolg der Partei stehen, sie ist genauso viel wert, auch wenn sie keine Chefin mehr ist.

  36. Dr. No sagt:

    @Clara

    EIn Interview mit Oskar Lafontaine. In der Frankfurter Rundschau. Wo richtige Fragen gestellt werden. Wo Oskar die Möglichkeit hatte, zu Sachthemen zu antworten. Ich habe mich drei Mal in den Arm zwicken müssen. Ich dachte ich träume.

  37. Clara sagt:

    http://www.n-tv.de/politik/Gysi-bleibt-Einzelkaempfer-article4613351.html

    Hier muß man Gesine Lötzsch wieder in Schutz nehmen, finde ich.

    Zitat:
    Unter ihrer Führung hatte die Linke mit Querelen über die Haltung zu Israel oder zum Mauerbau Schlagzeilen gemacht und war in den Umfragen von rund 12 auf 6 bis 7 Prozent abgestürzt.
    ————

    Wie sie sich in Bezug auf die Gazaflotte verhalten hat fand ich 100% richtig, damit war ich damals sehr zufrieden.
    Den Mauerbau hätte sie ruhig ausgiebiger beschimpfen dürfen, hat ihn aber auch nicht verteidigt wie von manchen behauptet wird.

Kommentiere:

| Kommentare werden moderiert |