Ausgerechnet Bananen

Ausgerechnet Bananen

Dass Parteien von den Programmen der Konkurrenz nichts halten, kann man im politischen Geschäft voraussetzen. Diese Erkenntnis bedarf keiner Bekräftigung. Union und FDP hielten es dennoch für angebracht, mal öffentlich vorzuführen, wie sie das neue Programm der Linken finden, und setzten im Bundestag eine Aktuelle Stunde auf die Tagesordnung. Man kann bezweifeln, dass es sich dabei um ein, wie es die Bundestags-Geschäftsordnung verlangt, Thema von allgemeinen Interesse im Sinne der parlamentarischen Arbeit handelt – die SPD verzichtete aus diesem Grunde auch weitgehend auf ihre Redezeit, nicht ohne aber wenigstens abzumerken, dass der demokratische Sozialismus eigentlich ihr gehöre.

CDU, CSU und FDP dagegen zogen eine Farce durch, die bei der Linken – die einzige Fraktion, die im ansonsten weitgehend leeren Plenarsaal beinahe vollständig anwesend war – für allerhand Stimmung sorgte. Ein verspäteter Hauch von Oktoberfest breitete sich im Berliner Reichstag aus, vor allem, wenn aus dem neuen Programm zitiert wurde. Da wurde aus den Reihen der Linken mit Diether Dehm an der Spitze gerufen, geklatscht, einmal sogar gesungen – es fehlte eigentlich nur noch die La-Ola-Welle.

Die meisten Reden dieser Parlamentsstunde sind kaum der Erwähnung wert und waren unfreiwilliges Politkabarett. Joachim Pfeiffer von CDU, der die Marktwirtschaft fortwährend als „erfolgreichschstes Syschtem“ lobte, behauptete im Nebensatz, in der DDR habe es wie in der Sowjetunion und in China  „Massenvernichtung von Menschen“ gegeben. 20 Jahre habe man auf Auto und Telefon warten müssen. Andere Redner – vor allem aus der Union – referierten über Zwangsadoptionen, Folter, Todesstrafe, Mauer, Stacheldraht, Schießbefehl; immer mit dem Zusatz: „Und das wollen Sie wieder einführen!“ Ein Liberaler palaverte über Marx, der seine Familie nicht habe durchbringen können. Ein anderer, aus dem Erzgebirge stammend, berichtete, fast den Tränen nah, wie er seinerzeit vom Konsum zur HO gelaufen ist, um ein paar Bananen zu ergattern. Natürlich fehlten auch Lafontaines Haus, Ernsts Porsche und Wagenknechts Hummeressen nicht. Das alles hat mit dem Linke-Programm nichts zu tun, aber egal. Da war die Anmerkung der Grünen-Abgeordneten Kerstin Andreae, die Linke habe wirtschaftspolitische Vorstellungen aus dem 19 Jahrhundert vorgelegt, vergleichsweise streng sachbezogen.

Für die Linke sprach mit Stefan Liebich einer jener Abgeordneten, die einige Programmpassagen kritisch sehen. Kein schlechter Schachzug, denn an dem Reformer Liebich konnten sich die losgelassenen Linksparteihasser nicht ganz ungehemmt austoben. Liebich erklärte anhand einiger Programmpassagen, warum Deutschland angesichts der Krise und der Krisenbewältigungsversuche der Regierung eine Partei braucht, die über den Kapitalismus hinausdenkt. Obwohl es den ja hier, wie eine Unionsabgeordnete erklärte, gar nicht gibt, sondern statt dessen die soziale Marktwirtschaft, die etwas ganz anderes sei.

Masochisten sei das komplette Video der Debatte empfohlen, die mehreres deutlich machte: Antikommunismus war zu Zeiten von Strauß und Adenauer schon mal niveauvoller und unterhaltsamer. Der Bundestag hat in Zeiten der Krise erstaunlich viel Zeit für Dinge, die ihn eigentlich nichts angehen. Selten, vielleicht sogar noch nie wurde im Bundestag so viel linke Programmatik zitiert – eine schöne Werbung, für die sich Liebich artig bedankte. Und schließlich: Wenn mit Petra Pau eine Vizepräsidentin von der Linken die Sitzung leitet, die sich nicht vorwerfen lassen will, für die eigene Partei ihre Neutralität zu verletzen, kann sich ein CDU-Redner ungerügt und lediglich ganz sachte ermahnt „über den ganzen Scheiß, den Sie da beschlossen haben“, aufregen.

Fazit: Eine Debatte „auf einem Niveau irgendwo zwischen Vorschule und Guido Knopp“, ein „erschreckendes Zeugnis für die Debattenkultur im Bundestag“, „kalter Krieg im Kindergarten“. So steht es in einem Bericht auf der Homepage des Nachrichtensenders n-tv – völlig zutreffend. (wh)

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68 Kommentare zu “Ausgerechnet Bananen”

  1. Miller H sagt:

    Die stellvertretende Parteivorsitzende kann den eigenen Beschluss zur Drogenpolitik nicht erklären, sondern bedient sich der Financial Times, um die Seriosität des Beschlusses glaubhaft zu machen.

    Es sind letztlich Verhaltens- und Argumentationsmuster, wie man sie aus der Pubertät kennt: Erklärungsversuche in Halbsätzen, ansonsten Verweise auf das Handeln Anderer mit vermeintlich untadeligem Leumund („die Anderen tun das doch auch“).

    Dieser pubertäre Modus operandi ist in der Linkspartei gegenwärtig weit verbreitet. Er ist untrügliches Zeichen für das Ringen um Emanzipation und Anerkennung, gepaart mit genauso viel Verunsicherung und Selbstzweifel.

  2. Jens Raabe sagt:

    in diesem Zusammenhang sind insbesondere auch die Gesichtszuckungen wie das ständige Zukneifen Ihres linken Auges auffällig… Ich möchte jetzt hier nicht wiedergeben was meine medizinisch gebildete Freundin dazu sagte…

    Peinlich sind ihre Auftritte allemal.

  3. Miller H sagt:

    @jens raabe: Pubertät ist nicht peinlich, kein Makel, sondern notwendig, mithin alternativlos. Der Modus, in dem die Vizevorsitzende den Beschluss zur Drogenpolitik rechtfertigt, ist wie gesagt kein Einzelfall, sondern symptomatisch für die Partei in ihrem gegenwärtigen Findungsprozess. Daher verbietet sich auch die Suche nach individuellen Erklärungsmustern – will sagen, sie führt zu nichts, egal wie es um die medizinische Bildung von Freundinnen bestellt ist.

  4. Jens Raabe sagt:

    Miller H

    Diese Einschätzung teile ich nicht! Es gibt gute Beispiele in unserer Partei die zeigen, dass unser Findungsprozess ohne Gesichtszuckungen und ohne “eine Linke die sich auf Ebene der Finacial Times Deutschland befindet, befindet sich garantiert auf der richtigen Ebene…” blabla… stattfinden kann.
    Diese Leute schaffen es dann auch ohne Intriegen und ohne Falschspielerei.

  5. @ mal ein “Meta-”Statement: Bischen merkwürdig finde ich, dass nach dem Parteitag einige Namen gar nicht mehr hier auftauchen, aber dafür etliche neue oder sind es nur neue nics?

  6. roter Ritter sagt:

    Peinlich Peinlich – Reiner Populismus, was CDU/CSU und FDP da veranstalten. Die Grüne enttäuscht aber am meisten !

    Danke Diether -, nächstes Mal bitte: “Was sollen wir denken sieben Tage lang?” ;)

  7. Calvados sagt:

    @ Jens Raabe

    Da haben Sie in einem Nebenthread den Aries gerade noch für seinen unsachlichen Privatkrieg gegen Sahra Wagenknecht gerügt, und schon führen Sie hier Ihren eigenen Privatkrieg gegen Halina Wawzyniak weiter.

    Die Sendung hatte einen halbsatirischen Hintergrund, und HW hat sich offensichtlich entschlossen, den satirischen Impuls des Interviewers aufzunehmen und zurückzuspielen. In dem Statement mit der FTD wird das ja nun überdeutlich. Ansonsten wüßte ich nicht, was da nun inhaltlich so schlimm gewesen sein soll. Über den Stil mag man streiten In eher “hippen” großstädtischen (etwa Berliner) Milieus kommt das sicher ganz gut an, mit Blick auf einen anderen – vielleicht (?) größeren – Teil der potentiellen Wählerschaft wäre es vielleicht besser gewesen, sie hätte sich etwas zurückgenommen. Aber da kann man auch konstruktive Kritik äußern, anstatt – wie Sie es leider zu oft tun – alle Leute mit abweichender Meinung für entweder dumm oder schlecht oder gekauft oder (neuerdings) krank zu erklären.

    Wenn ich mir dann noch überlege, was ich mir von Ihnen anhören mußte, als ich ein Statement von Ulla Jelpke mal als “fahrlässig” bezeichnete… da sind Sie ja gleich angesprungen, als hätte ich die Ihnen strömungspolitisch nahestehende UJ persönlich beleidigt. Finden Sie nicht, daß es ein gewisses Gefälle gibt zwischen Ihrem Anspruch an den Unterhaltungsstil anderer und dem, was Sie hier selbst gelegentlich vorführen? Ich meine, man gewöhnt sich ja mit der Zeit an vieles, aber das mit dem “medizinischen” Argument war selbst für hiesige Verhältnisse so einer der Tiefpunkte.

    P.S. – Die “Financial Times Deutschland” ist – im Gegensatz zu ihrem britischen Mutterblatt – übrigens keine ausgesprochen wirtschaftsliberale Zeitung. Nicht umsonst schreibt da regelmäßig der Linkskeynesianer Lucas Zeise, der ja gelegentlich auch auf PDL-Veranstaltungen auftritt (ich weiß nicht, ist er bei Euch vielleicht sogar Mitglied?).

  8. Also ich denke, ich bin relativ unverdächtig, einem Halina-Fanclub anzugehören, aber ich kann an dem Interview nichts Anstößiges finden. Sie befindet sich auf einem völligen Minenfeld, was die Thematik angeht; trotzdem hält sie die m.E. auch richtige Position des Parteitags, nicht zwischen harten und weichen Drogen zu unterscheiden, durch. Dabei wirkt sie eben nicht, wie ein verkokster Hippie (ohne dem genossen das zu bescheinigen: genau hierauf zielte der entsprechende satirische Beitrag in der “heute-show”, was ja erst einmal nicht schlecht ist. Wenn der “relative Reporter” etwas recherchiert hätte, wüsste er sogar, dass Halina eine passionierte Joggerin ist, wahrscheinlich mit 10. 000 m- Zeiten, an die ich wohl nie mehr herankomme, insofern ist das m.E, auperordentlich konstruktiv, wenn gesundheitsbewusste GenossInnen dieses Thema vertreten, das macht sie unverdächtig, hier ein “Privatinteresse” zu verfolgen, oder verantwortungslos mit dem Thema umzugehen. Die Fragen waren ja nur Stammtischniveau, und sollten dazu verleiten, vermeintlich neue spektakuläre Statements zu provozieren. In so einer Situation auf eine andere Quelle zu verweisen, ist weder schlimm, noch bedienten sich etwa Gysi oder Lafontaine dieses Mittels nicht nicht. ich sehe auch nicht, dass die diesen beschluss nicht erklären könnte, darauf zielte der Beitrag ja auch gar nicht. Und zuletzt: So spektakulär ist die Position “Zum Leben gehören Drogen”; sie wurde systematisch schon vor knapp zehn Jahren von Günther Amendt in “Drogenpolitik” entwickelt. Wer nur etwas den Konsum leistungssteigernder Mittel in der Wirtschaft (also ökomisch jetzt gemeint), bei StudentInnen, SchülerInnen, in Fitnesscentern (ausgerechnet da, ja), vom Kassenschlager viagra mal ganz abgesehen einschätzen kann, wird sich diesem Thema unaufgeregter nähern können; dazu müsste Jens’ Partnerin doch gerade mit medinischer Ausbildung wichtiges Sachbezogenes sagen können.

    Zum FTD, ich hatte jahrelang genau diese Haltung wie Jens, hatte die Zeitung allerdings auch nie gelesen. Auf das Drängen einer befreundeten Unternehmensberaterin habe ich das dann ‘mal gemacht und war nicht schlecht erstaunt. Es ist natürlich kein sozialistisches Blatt, aber es finden sich eine Reihe kritischer, kompetenter Beiträge zu sach- und Wirtschaftsfragen. Insbesondere natürlich natürlich Zeise, der ja auch für die junge welt schreibt und mit dem Sarah im Landtagswahlkampf NRW auch mehrere Lesetermine zusammen hatte.

  9. sorry, der richtige Titel lautet: No Drugs. No Future. Drogen im Zeitalter der Globalisierung. Hatte ich falsch in Erinnerung, muss ‘mal was für’s Gedächtnis nehmen :-)

  10. Jens Raabe sagt:

    calvados

    Jepp… ich sehe da einen Unterschied. Sie nicht… war mir klar.

    Halina ist bei jeder Intrige mit dabei – sich für keine dämliche Pose zu schade.

    Im übrigen habe ich Ihnen schon mehrfach erklärt was ich von Ihrer angeblichen Sympathisanten-Rolle halte.

    Sie entwickeln immer dann besondere Ablenkung wenn es um Palästina geht und entsprechende persönliche Animositäten bei Leuten die da eine Palästinenser-freundliche und/oder Israel kritische Haltung zeigen. Hatte U.Jelpke sich mit einer Intrige gegen Halina oder jemand anderen in der PDL hervorgetan? NEIN

    Und ja – Halina ist inzwischen ein rotes Tuch für mich. Ihr rumlavieren und ihre allzu offensichtlichen Unwahrheiten im Falle des Boykottaufrufes JW haben für mich das Fass zum Überlaufen gebracht. Letzthin habe ich den rechten Flügel hier gefragt – weil gegenteiliges behauptet wurde – wann und wo denn vom linken Flügel je vergleichbare Aktionen ausgingen? Nix kam… nur Abwiegeln. Keine Butter bei die Fisch.

    Und zum Schluß… So tief wie die selbst erklärten Antisemitistenjäger vor nicht einmal sechs Monaten hier gesunken sind – kann ich gar nicht sinken. Denken Sie ich hab das vergessen?

  11. @ Siisy Fuss: Lassen Sie mal etwas Luft aus den aufgeblasenen Wangen. Insgesamt haben den Aufruf keine 500 unterschrieben, davon bekennende Nicht-Mitglieder und Anonyme schon mitgezählt. Es ist – rechtlich mindestens grenzwertig – das offizielle PDL-Logo verwendet worden. Ganz ausgeräumt konnte auch nie die Feststellung von Uwe Ness widerlegt werden, dass es zu Unterschriften gekommen ist, bei denen die diesen zugeordneten Personen gar nichts von ihrem Glück wussten. Ihre inhaltliche Diffamierung der jw will ich hier nicht noch einmal aufgreifen, das habe ich, als das Thema akut war, ja nun in verschiedensten Zusammenhängen gemacht, die von mir angefragten Belege zu den dr jw angedichteten Linie dieses Blattes habe ich von niemandem bekommen, von niemandem der Unterzeichner, von keinem der 14 Unterzeichner des SALZ-Pamphlets, nicht von Angela Klein, nicht von der LIMA, nicht von Horst Blume, nicht, immer noch fanz schnell nachprüfbar hier im BLOG (wie auch alle Diskussionsbeiträge von mir, da ich immer mit Klarnamen schreibe) – also es geht nicht um die Interpretation der Belege, sondern um diese selbst, wohlgemerkt. Dass mich das dann nicht sonderlich überzeugt, schreiben Sie einfach meiner bürgerlichen Attitüde der Kenntnis korrekten Argumentierens zu.

  12. @ jens: bezüglich des FDS teile ich Deine Meinung völlig. Ich denke, dass es keine Butter zum Fisch gab, liegt daran, dass das FTS in dieser Angelegenheit noch nicht einmal Margarine anzubieten hätte. Hinsichtlich halina geht es mir auch so, dass mir die meisten ihrer Positionen (also außer der Drogenpolitik) fremd sind. Was mich irritiert, deshalb warte ich etwas ihre Entwicklung ab: Es hätten viel mehr GenossInnen sich enthalten müssen, wenn es um eine ernstgemeinte Stimmabgabe gegangen wäre, das haben sie sich dann wegen zukünftiger Pöstchen offensichtlich nicht geraut, ich glaube nicht, dass das FDS nur aus 3,4 % der Delegierten bestand. Angesichts dieser – nennen wir es ‘mal höflich wohl nicht ganz ernst gemeinten Zustimmung gerade in der FDS-Prominenz, war mir Halinas Verhalten dann schon sympathischer. Mit der Problematik , vertretende Vorsitzende einer Partei zu sein, deren Grundsatzprogramm sie nicht zustommen kann (wer käme auf die Idee, einen Atheisten in eine Landessynode zu schicken [liebes FDS, bite, bitte spart Euch das geschreibsel, dass ich jetzt die Partei doch mit einer Religion gleichsetze, auch Michael Wendl bitte]) geht sie allerdings etwas nassforch um auf Ihrem BLOG nach meiner Ansicht. Sie vergleicht die jetzige Situation mit der programmlosen Zeit, in der es ja auch keine Rolle gespielt hätte, dass sie einem Programm nicht zugestimmt hätte; das sehe ich anders, nämlich dass genau der Parteitag einen qualitativen Unterschied macht – und, liebes FDS, nein, das ist keine Rücktrittsforderung! Insofern will ich sie nun nicht zum Sündenbock des FDS machen, deren andere vertreter sich zurzeit ja beeilen, besonders wohlfeile Statements anzugeben – dem Braten traue ich (noch) nicht.

  13. Micha sagt:

    Ok, ein Interview auf Piratenpartei oder Schulsprecher-Niveau. Mag nicht jedermanns Geschmack sein.
    Aber da gibt es Schlimmeres.

    Ich konnte jedenfalls herzlich drüber lachen, denn die Postbearbeitung durch neo paradise war doch symphatisch.

  14. Zur Einordnung der Sendung:

    ““neoParadise” am Donnerstag – Der Inhalt
    Gefühlt 20 Jahre waren sie verschwunden, aber wie einst Gandalf in Herr der Ringe Teil 2 kehren Joko & Klaas am Wendepunkt der Gezeiten zurück. “NeoParadise“ heißt die neue Show-Wundertüte, die wieder all das vereint, was die beiden Quatschköpfe auszeichnet. Tiere, Titten und Gewalt.

    Zur großen Einweihungsparty erscheinen: Die Beatsteaks, die endlich ihr Erfolgsgeheimnis lüften, Thees Uhlmann, der uns erklärt, worauf man beim Laichen besonders achten muss und auf der Bühne Flo Mega mit einer ganz speziellen Version seiner aktuellen Knaller-Single “Zurück”.

    Außerdem gibt’s alles zu Jokos spektakulärem Eishockey-Crash-Krankenhausaufenthalt vergangene Woche. Wie konnte es dazu kommen, wie ist er doch noch mal dem Tod von der Schippe gesprungen und welche Körperteile sind mit einer Titaniumlegierung ersetzt worden?
    Dazu jede Menge neue Rubriken, neue und alte Gesichter, obskure Einrichtungsdetails, Zauberdimensionsportale, Palina in Action und vor allem Live-Publikum.”

    http://blog.zdf.de/neoparadise/2011/10/05/neoparadise-am-donnerstag-der-inhalt/

  15. Jens Raabe sagt:

    Joachim

    Ich habe im Prinzip nichts gegen Halinas Enthaltung. Ich sehe es in diesem Punkt – auch was den Rest des FDS betrifft, genau wie du. Hier zeigt sich für mich nur wieder das Halina weniger clever ist als Ihre Mitstreiter.

    Mich hat Ihre Begründung geärgert weil der Text um den es ihr angeblich geht – also “Freiheit und Sozialismus” – genau der Titel der dämlichen Boykottseite ist. Ihr Mitwirken dort und vor allem das was durch Frl. Block nun bekannt wurde – ist ja nur das letzte Vorkommnis in einer ganzen Reihe von Falschspielerei.

    Mich verwundert nur wie sie immer um Konsequenzen herum kommt. Es scheint ja auch niemanden wirklich zu interessieren was da so alles läuft. Sei es um ein missbräuchlich gebrauchtes Logo, um falsche “Unterschriften” , die Realisierung dieser Seite durch Mitarbeiter eines Schatzmeisters, Finanzierung (?) usw.

    Halinas Rosenkrieg gegen D.Dehm ist mir auch noch unangenehm in Erinnerung und Ihre Statements zu angeblichem Antisemitismus in der PDL…

    Ich bin Linker aber ob ich bei der nächsten Bundestagswahl die Linke wähle wenn solche Falschspieler wieder auf einer Liste auftauchen – das weiß ich noch nicht!

    Übrigens – Deine Beobachtung zum Abtauchen einiger User – teile ich!

    Halina traut sich auch nicht mehr her – hat angst ja oder nein sagen zu müssen.

  16. @ jens: also ganz verschwinden wird das FDS sicher nicht von heute auf morgen. Letztlich benötigen die linkssozialistischen Kräfte Zustimmung von genügend Anteilen der Bevölkerung. dazu liefert das Programm eine ganz gute Basis, aber die Zeit ist letztlich recht knapp. Wenn man bedenkt, wie lange die GRünen gebraucht haben, um sich endgültig zu etablieren, war der Aufstieg der PDL nahezu kometenhaft. Aber – hier in Düsseldorf z.B. – berichtet keine einzige Tageszeitung über die PDL-Fraktion, alle Anträöge werden abgelehnt. Die wichtigste (vom Verbreitungsgrad her), die Rheinische Post berichtet kaum von der Landes- oder Bundes-PDL, So wie die Piraten hoch- wird die PDl runtergeschrieben. Es bleibt abzuwarten, was sich die Partei da einfallen lässt. Mein BLOG wird von mehr Berlinern und Saarländern als Düsseldorfern besucht, was mich natürlich ärgert. Ich nutze die Online-Foren der Tageszeitungen, um Positionen zu verdeutlichen, aber der Tag hat halt auch immer nur 24 Stunden, von denen ich – wie Du ja auch – ja auch noch einige zum Arbeiten, Schlafen, Hobbies (wenig geworden) brauche. Neben dem bürgerlichen Lager konstituieren sich jetzt weitere Zusammenhänge um die Sozialistische Kooperation, was das Geschäft auch nicht gerade erleichtert, aber ich möchte die auch nicht unbedingt bekämpfen.

    Also: Prinzip Hoffnung, die ja bekanntlich zuletzt stirbt. In der Tat treten ja nun einige Funktionäre, Wagenknecht, Dagdelen, Lafontaine, Gysi wieder wahrnehmbarer auf, auch die Rede von Liebich, Bartschs lezte Interviews fand ich durchaus konstruktiv. Für andere Qualifizierte ist es schwerer, sich in den Medien zu präsentieren, weil sie ihre fachliche Qualifikation eben durch aufwändige unf fundierte Anlysen gewinnen, da bleibt nicht immer die Zeit für dann auch noch effektives und umfangreiches Marketing, ich denke da z.B, nur an Pflüger, Troost, Paech – inhaltliche Schwergewichte, die sich überwiegend publizistisch betätigen, wovon die Partei inhaltlich natürlich außerordentlich profitiert, aber erst in einem zweiten Schritt Prozente gewinnen würde. Die NDS berichtet zumindest PDL-Sympathisierend, Jahnke vom Informationsportal Globalisierung kanzelt die PDL – aus meiner Sicht entgegen seiner eigentlichen Analysen – umstandslos ab. Die “großen alten Theoretiker” – Altvater, Huffschmidt, Deppe, von Oertzen sind schon tot oder haben doch zumindest schon deutlich mehr als die Hälfte ihrer Lebenserwartung überschritten; Butterwege wirkt deutlich jünger als er ist; Negt hat parteipolitisch einen Knall – kanzelt Lafontaine ab, und lässt sich als Schröders Freund bezeichnen; die Umweltbewegung arbeitet sich nur an den Grünen ab, ohne zu schnallen, dass die PDL mittlerwiele der kompetentere und verlässlichere Bündnispartner ist.

    Also: schau*n mer mal. Man wächst ja mit seinen Aufgaben.

  17. Jens Raabe sagt:

    Joachim

    Was du über die Medien schreibst ist ja unser Problem. Daran wird sich durch die Eigentumsverhältnisse auch nichts ändern. Ich glaube das nach der Wende und dem zu Tage tretenden Tugenden des nun entfesselten Kapitalismus ein Fenster aufgestoßen wurde für Wahlerfolge unserer Partei. Fenster deshalb weil es noch Menschen (enMass) gibt die zwischen den Zeilen lesen können, die Bedingungen noch halbwegs reell einschätzen können. (wollen)
    Auch weil sie zwar sicherlich keine Fans der DDR aber immer noch erkennen können, dass die heutige Propaganda über die DDR eben Propaganda ist. Die Kommunismuskeule zieht eben gerade im Osten nicht so sehr was den Westdeutschen doch eigentlich verwundern müsste – blieb er doch von “allem Bösen” verschont und durfte im “freien Westen” leben während der scheinbar nicht traumatisierte Ossi doch die Gewaltherrschaft der bösen Kommunisten ertragen musste.

    Leider haben wir in Regierungsbeteiligung (zumindest in Berlin und nun auch in Brandenburg) versagt! (Ne nicht wir sondern das FDS) Das Fenster schließt sich – ich denke unaufhörlich – und die Bevölkerung noch zu begeistern wird ungleich schwerer werden. Es ist eben nicht leicht die Jugend zwischen Big Brother und Reality-Soaps, Facebook-Pseudofreundschaften und Twitter”Romanen” noch für die gerechte Sache zu mobilisieren. Und selbst wenn nun 1% auf die Straße gehen schwingt in Ihrem Hinterkopf die Verblösungsindustrie erzeugte Sichtweise mit welches sich in Formulierungen äußert wie „Auch die Reichen seien schließlich nur Teil des Systems… Eine einzelne Person oder einzelne Bevölkerungsgruppe zu verteufeln wäre falsch.” (Wolfram Siener/Sprecher von OcupyFrankfurt) und in der beruhigenden Erkenntnis der bürgerlichen Presse mündet, dass diese erbosten Jugentlichen ja auch nur am System teilhaben wollen.

    Danke FDS – Danke!

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