Besonders oft
In dieser Woche traf es unter anderem das Wahlkreisbüro von Gregor Gysi in Berlin – wieder einmal. Vor ein paar Wochen wurden die Scheiben im Büro von Linken-Vize Halina Wawzyniak eingeschmissen. Und auf das Eutiner Büro von Linken-Schatzmeister Raju Sharma gab seit dem Einzug vor gut einem Jahr bereits sieben Attacken. Über das Ausmaß der Serie von Anschlägen gibt es nun eine Untersuchung der Linksfraktion im Bundestag. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, wurden demnach zwischen Anfang 2010 und Mitte 2011 bundesweit 116 Fälle gezählt, in denen Linken-Büros mit Steinen beworfen oder verwüstet wurden, Autos in Brand gesteckt und Politiker bedroht wurden. Häufig stehen Rechtsradikale hinter den Attacken – deren Zahl insgesamt wächst. Dabei ist die Linkspartei allerdings besonders häufig betroffen: Im Nordosten, wo bereits von einer Anschlagserie die Rede ist, zählte das Innenministerium im vergangenen Jahr laut Frankfurter Rundschau 44 Übergriffe, im ersten Halbjahr 2011 waren es bereits 30, wobei die Linke so oft Ziel von Attacken wurde wie alle anderen Parteien zusammen. Ein ähnliches Bild ergab sich in Thüringen. Dort bilanzierte die Landesregierung 34 Anschläge auf Partei- und Politikerbüros zwischen Februar 2010 und März 2011, die Hälfte davon betraf die Linke. Bundesweite Zahlen liegen offenbar nicht vor – vor einem Jahr teilte die Bundesregierung auf Anfrage des SPD-Politikers Sönke Rix mit, dass eine „Auswertung der dem Bundeskriminalamt von den Ländern gemeldeten politisch motivierten Straftaten“ nicht möglich sei, da im Erfassungssystem Angriffsziele wie „Parteibüro“ nicht extra ausgewiesen werden. (vk, Foto: Linke)
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