Dezernent in Saarbrücken

Dezernent in Saarbrücken

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Wieder eine Premiere für die Linke: In Saarbrücken hat sie seit Dienstag mit Harald Schindel den ersten Dezernenten in einer westdeutschen Landeshauptstadt. Was in ostdeutschen Großstädten keine Seltenheit mehr ist, könnte sich nun auch in den alten Bundesländern etablieren. Wobei an der Saarbrücker Konstellation zweierlei interessant ist: Mit Schindel zieht ein Vertrauter Oskar Lafontaines in die Stadtverwaltung ein – der Mann war Lafontaines Büroleiter in Berlin und hatte erheblichen Anteil am Landtagswahlkampf der Saar-Linken im vergangenen Jahr. Und die politische Allianz, der er seinen Posten verdankt, ist von einiger Delikatesse: Denn im Gegensatz zur Landesebene, wo Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Linkspartei und Grünen an letzteren scheiterten, bildeten diese drei Parteien nach einigem Hin und Her in der Landeshauptstadt (18, 11 bzw. 7 Sitze im Stadtrat) ein „Bündnis für Saarbrücken“. Das soll Mehrheiten für gemeinsame politische Projekte sichern und die Wahl von Kandidaten der drei Parteien in kommunale Positionen ermöglichen.

Wie das Neue Deutschland berichtet, will Schindel als Dezernent für Soziales, Bürgerdienste, Sicherheit und Sport (bisher von der CDU besetzt) zeigen, dass linke Kommunalpolitik möglich ist. Dazu gehören ein Sozialpass, kostenloses Schul-Mittagessen, Bettensteuer für Hotels. Sozialeinrichtungen sollen nicht geschlossen, Stellen in der Verwaltung sollen nicht abgebaut werden. Das sind ehrgeizige Ziele, und man darf gespannt sein, wie Lafontaines Mann in Saarbrücken mit den Sachzwängen der Politik zurechtkommt. Zumal Rolf Linsler, der Landesvorsitzende und Chef der Linksfraktion im Saarbrücker Stadtrat, jüngst in der Saarbrücker Zeitung beklagt hat, dass es in der rot-rot-grünen Stadtkoalition „rumpelt“. Er forderte die Bündnispartner auf, sich an die im Koalitionsvertrag festgelegten Vereinbarungen zu halten: „Und daran muss von Seiten der SPD und der Grünen noch gearbeitet werden.“ (vk, Foto: Linke/Flickr)

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2 Kommentare zu “Dezernent in Saarbrücken”

  1. Der Harald ist übrigens ein Freund klarer Haltepunkte.

    Die Koalitionspartner SPD und Grüne sind erpresserische Koalitionspartner mit dem Bedürfnis, den linken Koalitionspartner vorzuführen. Wie gut, daß die Saarbrückener Linke nicht an der rot-rot-grünen Koalition festkleben. Wenn SPD und Grüne wissen, daß man nicht um jeden Preis koalieren muß und will, läßt sich linke Politik durchsetzen – und anscheinend nur dann.

    Wenn ein Partner gegen ureigenste Politikintereessn koaliert, zeigen die Brandenburger (Berliner) Linke auf Landtagsebene. Aber das ist fast schon ein alter Hut. Die Linken dort werden sich wohl auf Talfahrt begeben. Gut, daß es die Saarbrücker Linke gibt. Ein Lichtblick.

    Anderes Negativ-Beispiel: Die Frankfurter Grünen sind nichts anderes mehr als eine FDP mit kleinem, verblassenden Touch gegen sauren Regen. Wenn die Linke bei den nächsten Kommunalwahlen in Frankfurt am Main alles richtig machen, werden die Frankfurter Grüne richtig rasiert. PPP-Murks, den die Frankfurter Grünen gutheißen, ist grüner PPP-Murks. Mehr will ich hier nicht schreiben. Grüne und CDU werden in Frankfurt eine richtige Denkzettelwahl erleben, wetten? Kommunalwahlen in Frankfurt sind am 27. März 2010.

    Beste rotsockige Grüße
    Bernhard

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