Rot-roter Umtrunk
Der erste rot-rote Stammtisch in Magdeburg hat stattgefunden – am Dienstag Abend trafen sich in einer Szenekneipe des sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt auf Einladung der Linken etwa 20 Politiker von SPD und Linkspartei. Darunter Bundestags- und Landtagsabgeordnete sowie Basismitglieder. Die Landes- und Fraktionschefs waren offenbar nicht anwesend; vorerst wird auf unterer Ebene sondiert. Viel ist gemunkelt worden über die Kontaktanbahnung ein gutes halbes Jahr vor der Landtagswahl, doch die Teilnehmer hängen die Sache bewusst tief. Man habe gemeinsame Positionen etwa in der Bildungs- und Sozialpolitik ausgelotet, teilte einer der Initiatoren, der Linksabgeordnete Stefan Gebhardt, danach erwartungsgemäß mit. Überhaupt liegt der Wert nicht in neuen Erkenntissen, sondern im Durchbrechen von Barrieren. Die sind in der SPD durchaus noch da; nicht umsonst lässt Landeschefin Katrin Budde Skepsis durchblicken und wehrt sich gegen jede Vorfestlegung auf Konstellationen nach der Wahl. Auch SPD-Spitzenkandidat Jens Bullerjahn lehnt jegliche Koalitionsaussage ab – ebenso einen Regierungschef der Linken. Die Landes-CDU tut das, was sie in solchen Situationen immer tut: vor der rot-roten Gefahr warnen und von der SPD ein klares Bekenntnis verlangen. Dafür ist dann bald wieder Gelegenheit, denn im Herbst soll ein zweites Treffen folgen. (wh)
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