Reden über Geld

Über Gehälter leitender Mitarbeiter wird gern geredet, es wird nach Transparenz verlangt – ob es nun um Parteien, Unternehmen oder öffentlich-rechtliche Einrichtungen geht. Im Zuge der Debatte über die Reform der Rundfunkgebühren sind die Gehälter der Rundfunk-Intendanten und -Direktoren ins Gerede gekommen. Nachdem der WDR dieser Tage offengelegt hat, dass seine Intendatin Monika Piel 308.000 Euro verdient (mit Zulagen sogar 352.000 Euro), zogen andere Anstalten nach: SWR, NDR, RBB, Saarländischer Rundfunk und Radio Bremen. Die Summen können sich sehen lassen; bei den großen Anstalten bekommen die führenden Leute Einkünfte, die über dem Niveau von Bundesministern und auch der Bundeskanzlerin liegen. Einige gebührenfinanzierte Häuser allerdings zieren sich noch, obwohl klar sein dürfte, dass am Ende auch sie zur Offenlegung genötigt sein werden – allein schon wegen der stärker werdenden öffentlichen Erwartungshaltung. Für den Mitteldeutschen Rundfunk, in dessen Staatsvertrag keine Veröffentlichungspflicht enthalten ist, steht nun immerhin eine Erörterung des Problems im Verwaltungsrat an. Darauf will sich aber Thüringens Linksfraktionschef Bodo Ramelow nicht verlassen: Er will eine entsprechende Initiative im Erfurter Landtag einbringen, denn wenn man über Gebühren rede, “gehören die Gehälter mit zur Debatte”. Bei Krankenkassen und Aktiengesellschaften sei eine Offenlegung der Führungsgehälter schließlich bereits Pflicht. (wh)

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