Front gegen Sarrazin
Eines muss man Thilo Sarrazin lassen: Das Marketing für sein Montag
erscheinendes Buch Deutschland schafft sich ab läuft bestens. Der Mann ist in den Schlagzeilen, und jeden Tag liefert der Bundesbanker ein neues Provokationshäppchen, über das sich die politische Öffentlichkeit zu recht aufregt. Mancher hatte ja schon vorgeschlagen, Sarrazin einfach zu ignorieren. Aber ganz im Gegenteil ballt sich nun eine ziemlich breite Protestfront zusammen, nachdem der einstige SPD-Politiker seinen bisherigen Thesen auch noch die von speziellen jüdischen, baskischen und sonstigen Genen hinzufügte, von denen angeblich der Bildungsstand und die Leistungsbereitschaft bestimmter Bevölkerungsgruppen abhängen. Linksparteivize Katja Kipping hat deshalb ein eine parteiübergreifende Initiative des Bundestages vorgeschlagen, mit der Sarrazin zum Rücktritt aufgefordert werden soll – oder Bundesbankvorstand, Bundesregierung und Bundespräsident zu seiner Abberufung, falls der Delinquent hartnäckig bleibt. Ein Rassist und Volksverhetzer, so Kipping, die sich insbesondere an SPD und Grüne wendet, sei im Vorstand der deutschen Zentralbank nicht tragbar. Inzwischen mehren sich die Anzeichen dafür, dass der Berliner SPD-Landesverband den früheren Finanzsenator loswerden will. Am 6. September will der Landesvorstand darüber reden, ob ein neues Parteiordnungsverfahren eingeleitet wird. Kritik kommt auch aus diversen anderen politischen Himmelsrichtungen. Der Zentralrat der Juden spricht bei Sarrazin von Rassenwahn, FDP-Chef Westerwelle erklärte, Sarrazin leite Wasser auf die Mühlen des Rassismus und Antisemitismus. Selbst CDU-Hardliner Roland Koch nannte Sarrazins Äußerungen unerträglich. Der amtierende SPD-Fraktionschef Joachim Poß forderte Sarrazin zum Parteiaustritt auf, und Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast kritisierte das Schweigen von Wirtschafts- und Bankenwelt zu Sarrazins Tiraden. Insofern sollte eigentlich – wenn es nur um die Sache und nicht um Parteienkämpfe geht – einer Initiative wie der von Katja Kipping vorgeschlagenen nichts im Wege stehen. (wh)
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Dieser Sarrazin- Hype nervt. Der Mann ist doch einfach ein Troll! Jeder Mailforum-Nutzer weiß, daß es nur eine Strategie gibt, die Trolls zum Schweigen bringt: Ignorieren. Einfach null Reaktion. Wer antwortet, hat schon verloren. Der Mann kriegt doch nur Werbung durch die moralische Empörung, die ohnehin nichts nützt. Wer Sarrazin blöd findet, nimmt ihn eh nicht ernst wer Sarrazins dämliche Kleinbürger-Ressentiments teilt wird sich durch allgemeine Aufregung nicht von seiner Meinung abbringen lassen.