Ein bisschen Taktik

Dass die SPD in Sachsen-Anhalt, wo im März 2011 gewählt wird, keinen  Ministerpräsidenten von der Linken mittragen will, ist inzwischen bekannt. Das Muster kannte man auch schon aus Christoph Matschies Thüringer Wahlkampf. Jetzt hat Sachsen-Anhalts SPD-Vorsitzende Katrin Budde aber erstmals klar und ohne alle rhetorische Bemäntelung die Strategie ihrer Partei erklärt. In einem Interview für Deutschlandradio Kultur sagte sie, man müsse die rot-rote Option offenhalten, denn ansonsten “hat man auch schon in den Koalitionsverhandlungen mit der CDU verloren”. Ein bisschen Taktik, mehr nicht. Und wenn die SPD schwächer abschneide als die Linke – was bei Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt schon mehrfach passiert ist und worauf die letzten Umfragen erneut hindeuten -, wenn sie also “tatsächlich im Osten als die schlechtere soziale Partei angesehen” werde, dann komm eine rot-rote Koalition erst recht nicht in Frage, sondern “dann muss die SPD sich noch länger erholen in Sachsen-Anhalt”, so Budde. Erholen? Vielleicht noch einmal vier Jahre an der Seite der CDU? Viel Spaß auch. Ebenso bei den nächste Woche beginnenden so genannten Stammtischgesprächen zwischen Vertretern der SPD und der Linken in Sachsen-Anhalt, die Möglichkeiten der Zusammenarbeit sondieren sollen. Falls Budde diese Gespräche nie wollte, hat sie das jetzt noch einmal deutlich durchblicken lassen. (wh)

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