Die nächste Runde
Beim Spiegel ist das Thema Klaus Ernst inzwischen ganz hinten unter „Personalien“ gelandet. Was freilich nicht heißt, dass die Saison schon zu Ende wäre. Kronzeugen der Karteileichenaffäre der bayerischen Linken wie Ulrich Voß und Franc Zega halten sich weiterhin gern bereit. Der eine erklärt in der Süddeutschen, er könne „nicht beweisen, aber auch nicht mit Sicherheit ausschließen, dass da manipuliert wurde“, fordert aber trotzdem den Rücktritt Ernsts. Der andere behauptet gegenüber dem Focus, es sei „erklärtes Ziel eines großen Teils der Partei (…), Klaus Ernst als Parteichef zu stürzen“. Das Magazin lässt sich die Angelegenheit sogar eine Umfrage kosten und die ergibt dann überraschenderweise auch das richtige Ergebnis: 62 Prozent der Deutschen halten den Linkenchef angeblich für untragbar, unter den Wählern der Partei sollen es noch 37 Prozent sein. Was heißt das? Dass eine Mehrheit der Genossen und immerhin 38 Prozent der Bundesbürger trotz aller Vorwürfe Klaus Ernst für repräsentabel halten, weit mehr also, als die Linke je bei Wahlen erreicht hat. Und wie viele Deutsche waren eigentlich vorher der einen oder der anderen Meinung? Hörte man nicht gerade noch, dass Klaus Ernst bei den meisten gar nicht als Politiker bekannt sei? Nun gut: Das hat sich in den vergangenen Wochen sicher geändert. Und der Spiegel hat schon die nächste Runde im großen Klaus-Ernst-Sommer eingeläutet: Diesmal wird es um „die dubiosen Spesenabrechnungen“ des Linkenchefs gehen. Mehr als „angeblich“ weiß man zwar bisher nicht. Aber die bloße Mutmaßung, Ernst könnte etwas Falsches getan haben, hat ja auch bei der Karteileichenaffäre gereicht. (vk)
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Das ist schon hochinteressant. Wenn ich es richtig verstehe: Der Spiegel kritisiert Klaus Ernst habe in seiner Eigenschaft als stelv. Parteivorsitzender Dienstfahrten über die Partei abgerechnet. Gleichzeitig habe er ja einen Dienstwagen der IG Metall und die Fahrbereitschaft des Dt. Bundestages nutzen können.
Na, was hätte den der SPIEGEL geschreiben wenn Klaus Ernst seinen Dienstwagen oder die Fahrbereitschaft für Parteitermine genutzt hätte?
Der SPIEGEL ist längst auf dem Niveau der britischen Boulevardpresse angelangt…