Hoffentlich ist es …
… Beton. So lautete in den 90ern ein Slogan von Springer & Jacoby.
Die Agentur ist inzwischen pleite. Im Parteienstreit zwischen der Linken und der SPD hat der einst beworbene Baustoff immer noch Konjunktur. Erst wies Sigmar Gabriel den Vorschlag von Klaus Ernst für einen „Oppositionsgipfel“ mit dem Hinweis zurück, die Linke solle erst einmal „den inneren Kampf zwischen Reformern und Betonkommunisten“ austragen. Worauf der Linken-Chef antwortete, ihm scheine es, „als ob an der SPD-Spitze nach wie vor Betonköpfe dominieren“. Ernst mag damit Recht haben. Doch derweil fragt man sich, was ein „Oppositionsgipfel“ überhaupt bringen sollte. Einen ebenso medienwirksamen wie folgenlosen Auftritt wie unlängst erst von Rot-Grün, nun erweitert um die Linkspartei? „Wenn wir in wichtigen Fragen mehr Geschlossenheit zeigen, dann können wir auch etwas für die Leute im Land durchsetzen“, sagt Ernst. (Über seine Bemerkung, wegen des Verhaltens der SPD fehle der Opposition die Führung, kann man nur den Kopf schütteln.) „Warum machen wir nie was zusammen im Bundestag? Kann man ja mal versuchen“, fragt sich Gregor Gysi. Und Gesine Lötzsch erklärt: „Eine Perspektive für Rot-Rot-Grün kann sich nur entwickeln, wenn es Inhalte gibt, für die man gemeinsam streiten kann und will.“ Auf diesem Weg passiert derzeit zwar einiges – aber in den Parteizentralen spielen die Diskussionsrunden von rot-rot-grünen Politikern bisher nur eine nachrangige Rolle. Solange das so bleibt, also eine inhaltliche Verständigung überhaupt nicht versucht wird, ist auch der Ruf nach einem „Oppositionsgipfel“ nichts anderes als der Versuch, den berühmten Ball wieder in die Hälfte des Gegners zurückzuspielen. Lange Zeit hat die Linke die SPD vor sich hergetrieben. Die Gauck-Debatte und das öffentliche Echo auf die Enthaltungen der Linken haben den Sozialdemokraten nun wieder etwas Oberwasser verschafft. Politisch betrachtet kann man auch in diesem ertrinken. Mit einem Klotz aus dem Beton der gegenseitigen Blockade am Bein. (vk)
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