Eine “Einzelmeinung”
Der Antrag der Kreisverbände Ravensburg und Sigmaringen der Linkspartei, Klaus Ernst aufzufordern, “als Vorsitzender der Linken mit sofortiger Wirkung zurückzutreten“, ist gescheitert. Im 46-köpfigen Landesausschuss baden-württembergischen Partei fand das Ansinnen nur eine Stimme. In Stuttgart war von einer „querulatorischen Einzelmeinung“ die Rede. Hintergrund sind womöglich falsch abgerechnete Reisekosten von Ernst, in den Medien hat die Angelegenheit aber längst größere Ausmaße genommen – man liest über den „umstrittenen Lifestyle“ des Linkenchefs (hier) und vom „Champagner-Sozialist“ (hier). Und während ostdeutsche Landespolitiker sich eher distanziert äußern (hier), Stefan Liebich die Debatte “unschön” findet, “weil sie sich nicht mit unserer Politik befasst” (hier), hat Lothar Bisky seinen Nachfolger in Schutz genommen (hier). Andernorts fragt man sich bereits: „Was passiert, wenn Ernst geht?“ Und wieder andere kritisieren die “Hetze gegen Ernst” (hier). Der Ravensburg Linkenpolitiker Jürgen Angelbeck, hatte sich bereits vor einigen Tagen in einer Art Offenem Brief an den Linkenchef gewandt und „nach Offenheit und plausiblen Antworten“ verlangt. Als Kreis-Vize hatte Angelbeck bereits im März vergeblich versucht, den Mitgliederentscheid zur Doppelspitze über die Bundesschiedskommission zu stoppen. (vk)
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