Ein Viertel weniger

Eine kleine Meldung der Frankfurter Allgemeinen soll hier vor dem Vergessen gerettet werden: Der saarländische Landesverband der Linkspartei hat nach einer Prüfung der Genossenkartei und Mahnverfahren an säumige Beitragszahler seine Mitgliederzahlen korrigiert. Statt 3.500 wie noch Ende des vergangenen Jahres zählt die Saar-Linke jetzt nur noch 2.600 Mitglieder. Das ist etwa ein Viertel weniger – und entspricht damit den im Tätigkeitsbericht des bis Mai 2010 amtierenden Vorstands beklagten Zahlen. Im Westen zahlten demnach mehr als 26 Prozent der Mitglieder keine Beiträge. Das Thema war bereits von Kritikern der Urabstimmung zur Doppelspitze angesprochen worden, sie hatten die Stimmberechtigung von Nichtzahlern in Frage gestellt. Im Saarland soll die Prüfung nun fortgesetzt werden, um den durchschnittlichen Beitragssatz, der mit der Aktion von 2,60 Euro auf 4,85 Euro im Monat erhöht werden konnte, zu verbessern. Der liegt immer noch unter dem 2008 berechneten West-Durchschnitt von 5,59 Euro. (vk)

Drucken Drucken

5 Kommentare zu “Ein Viertel weniger”

  1. hohlhippe sagt:

    Wahrscheinlich kann man davon ausgehen, dass das Phänomen der “Schattenmitglieder” auch in anderen West-Landesverbänden existiert – z.B. Bayern.
    Der Delegiertenschlüssel für die Bundesparteitage wird damit zur Pharse!

  2. hohlhippe sagt:

    Die Pharse soll naatürliche eine Farce sein!
    Tschuldigung

  3. Was das Beitragszahlverhalten und die damit verbundenen Stimmrechte angeht, scheint jeder Schwimm- oder Tennisverein besser organisiert zu sein, als die West Linke. Was hat eine Partei von nichtzahlenden Karteileichen? Bessere Zahlen für die Öffentlichkeit? Oder Stimmvieh, was man manchmal braucht, um Minderheitsmeinungen auf Parteiversammlungen durchzusetzen? Bei der SPD gab es früher Mitgliedsbücher, in denen die Beitragszahlmärkchen eingeklebt wurden. Sie waren zu parteiinternen Wahlen vorzulegen und wurden von einer Wahlprüfungskomission geprüft. Wer nicht gezahlt hatte, war nicht stimmberechtigt. Könnte Die Linke West was von lernen, gerade im chaotischen NRW Landesverband, wo mit absoluter Sicherheit mindestens 25% der Mitgliedschaft mangels Beitragszahlung überhaupt nicht stimmberechtigt sind. Im Prinzip ist alleine schon von daher die Aufstellung der Landtagskandidaten und die Landesvorstandswahl rechtsungültig. Wenn da jemand aus der Mitgliedschaft von Die Linke NRW vor einem ordentlichen Gericht Klage einreichen würde, gäbe es aber ein gewaltiges Heulen und Zähneklappern!

  4. Olaf sagt:

    Als Mitglied im geschäftsführenden Vorstand eines NRW-Kreisverbandes muss ich dieser Darstellung entschieden widersprechen. Der Anteil zeitweise nicht-zahlender Mitglieder liegt bei um die 1 Prozent. Diese Fälle sind zumeist den besonderen finanziellen oder psychischen Situationen der Einzelpersonen geschuldet und nicht übertragbar auf die Zahlungsmoral im Allgemeinen.
    Dass in Ost-Verbänden die Durchschnittsbeiträge höher sind hat andere Gründe. Ich vermute, dies liegt unter anderem an der großen Zahl Neumitglieder in den West-Verbänden. Denn wer einer Partei beitritt, der wird nicht mit Maximal- sondern eher mit Minimalbeträgen einsteigen und sich zunächst abwartend verhalten, gegebenenfalls später seinen Beitrag erhöhen, wenn er von der Verwendung der Gelder überzeugt ist.
    Im Übrigen sehe ich – im Unterschied zu früheren SPD-Methoden – in Zeiten der Online-Mitgliedschaft die Problematik, dass der persönliche Kontakt zu den Mitgliedern abnimmt. Hier sollten wir uns weitere Gedanken um die Mitgliederbetreuung machen.

    Diese Verallgemeinerung und Verunglimpfung “chaotischer Landesverband” usw. finde ich dagegen völlig daneben.

    Grüße

Kommentiere:

| Kommentare werden moderiert |