Bisky verteidigt Ernst
Unterstützung hat der wegen der Gehalts-Debatte und der Reisekosten-Affäre in öffentlicher Kritik stehende Linksparteichef Klaus Ernst jetzt von seinem Amtsvorgänger Lothar Bisky erhalten. Wie Bisky dem Neuen Deutschland sagte, gebe es keinen Grund, dass Parteivorsitzende weniger verdienen als Fraktionschefs. Letztere bekämen in der Regel doppelt so viel wie einfache Abgeordnete, “ohne dass ein Hahn danach kräht”. Parteivorsitzende hätten wegen ihrer zahlreichen Verpflichtungen höhere Aufwendungen als andere Politiker; zudem beuge eine gleichgestellte Bezahlung einer Tendenz vor, Vorstände gegenüber Fraktionen nachrangig zu betrachten. Anderenfalls könnten nur noch Leute Parteivorsitzende werden, die es sich finanziell leisten können. Klaus Ernst dürfe, so Bisky, nicht für seine Entscheidung bestraft werden, seinen Posten bei der IG Metall aufzugeben. Zu Ernsts Reisekosten sagte Bisky, es absurd zu glauben, Ernst habe “irgendwo fünf Euro gewinnen wollen”. Zudem gebe es in allen Abgeordnetengesetzen Grauzonen bei diesem Thema. Ungeachtet dieser Rückendeckung aus den eigenen Reihen wird Ernst in der Linken weiter auch attackiert. So forderten die beiden baden-württembergischen Kreisverbände Sigmaringen und Ravensburg den Rücktritt Ernsts als Parteichef. Man befürchtet anderenfalls eine Beslastung für den Landtagswahlkampf 2011. (wh)
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Befremdlich, was sich manche Linke Kreisverbände in Baden-Württenberg ausdenken! Da sind wohl noch ein paar alte Rechnungen offen,anders kann ich mir die politisch abstruse Forderung nach einem Rücktritt von Klaus Ernst nicht erklären. Interessanterweise hat KEINE andere Bundestagsfraktion bisher Klaus Ernst öffentlich angegriffen, weil alle Fraktionen um die Fallen der Abrechnungspraktiken für Reisekosten für Bundestagsabgeordnete wissen, alle Abgeordnten da mal Fehler machen, nicht um sich zu bereichern, sondern weil die Materie einfach selbst für Insider schwer zu händeln ist. Und wenn dann manche Linke auf das Einkommen von Klaus Ernst schielen, so spricht das eher für Sozialneid, denn für politische Vernunft. Ich finde, Lothar Bisky hat alles zur Sache notwendige gesagt. Ansonsten, wen es interessiert, Klaus Ernst hat im letzten ZDF Sommerinterview ( http://www.youtube.com/watch?v=EMmYK4jTbPM )glaubhaft und seriös selber zu der Sache Stellung genommen, die im Übrigen zuerst durch den Spiegel aufgebauscht wurde, Sommerloch eben und wenn es gegen Die Linke geht, ist das dem Spiegel immer eine Schlagzeile wert.
Genosse Klaus Ernst mit einem Gehalt von 17000 Euro ist ja so arm, dass er keinen versierten Steuerberater in Anspruch nehmen kann.Den Kapitalismus anprangern aber selber rausholen was rauszuholen geht.Klaus Ernst sollte abdanken.
Sozialneid.
Wenn ein Manager gut verdient dann wird das von der Linken angeprangert.
Ist ja auch der Klassenfeind.
Wenn ein Genosse jedoch den grossen Reibach macht ist das in Ordnung.
Wer für die gute Sache kämpft soll auch gut verdienen.SED und Honecker lassen grüßen.Gut bürgerlich und finanziell abgesichert den Klassenfeind bekämpfen.Arme Schlucker und Hartz-Empfänger brauchen auch nicht selber nachdenken, dass macht schon die Partei-Elite. Gute Nacht Deutschland.
@büttner managergehälter werden auch von der linken nicht prinzipiell oder pauschal als zu hoch angesehen, sonder nur dann kritisiert, wenn sie entweder im keinen verhältnis zum unternehmen stehen oder sie das 20fache des im unternehmen oder betrieb üblichen überschreiten. beides trifft bei ernst nicht zu.
um mal konkret zu werden: von den 17.000 sind wohl ca. 13.000 zu versteuern, was bei ihm bedeuten müsste, dass vielleicht 7 bis 8.000 übrigbleiben, dann müssen noch partei- und fraktionsabgaben bezahlt werden, was grob gepeilt 1.500 ausmachen müsste. die anderen ca. 4.000 sind für arbeitskosten gedacht, z.b. seine beiden wahlkreisbüros und sonstige kosten der arbeit. abgeordnete können zumindest in ihrer funktuon als parlamentarier keine weiteren arbeitsbedingten kosten absetzen, dafür bekommen sie nämlich diese knapp 4.000 euro pauschale.
davon bleibt ohne frage genug übrig um recht anständig leben zu können und sicher auch die kosten eines vermutlich recht reparaturanfälligen alten porsches leicht bezahlen zu können – großer reibach sieht aber ganz anders aus und wird ganz woanders gemacht.
@helmrodt
ManagerInnen bekommen ihr Geld von privaten Unternehmen. Wieviel ein Unternehmen seinen ManagerInnen bezahlt ist Sache der Eigentümer. PolitikerInnen beziehen ihre Gehälter von den SteuerzahlerInnen und prahlen dann damit, dass sie mit Freuden den Spitzensteuersatz abführen. Was hat beispielsweise die Gouvernante Wagenknecht ausserhalb ihrer Parlamentstätigkeit je gearbeitet ??? … nichts. Oder die Frau Nahles ? … sie hat studiert und ist anschliessend in die Politik. Die SteuerzahlerInnen haben ihr Studium bezahlt und bezahlen jetzt ihr Abgeordnetengehalt. Superschlaues Leben … finden Sie nicht ?
@patrizia finden Sie nicht auch, dass der unterschied der bezahlung eines managers der privatwirtschaft und eines politikers auch dadurch zum ausdruck kommt, das z.b. ein bundestagsabgeordneter ca. 7600 brutto im monat (brutto) erhält, während für so manchen der oft gescholtenen manager das eher der tagesgessatz ist? oder z.b. die “entschädigung” eines landtagsabgeordneten in berlin von ca. 3200 im monat für so manche manager eher der stundensatz ist?
Es geht meiner Meinung nicht um die Höhe der Bezüge, die sind im Prinzip nur Nebensächlichkeiten. Nein, es geht um die Einstellung einiger meiner ParteigenossInnen. Sie sollen ja soviel erhalten, dass sie in ihrem doch recht anstrengenden Job auch gut leben können. Aber Doppelbezahlungen, wie sie leider auch bei Linken Abgeordneten scheinbar gang und gäbe sind vertragen sich nicht mit meinem linken Selbstverständnis. MdB zu sein, nebenher noch einen Job bei der Gewerkschaft (wie Ernst und Dreibus z.B. es jahrelang hatten, von Lafontaines Doppelbezügen ganz zu schweigen) finde ich höchst zweifelhaft. Der Tag hat nur 24 Stunden und MdB ist ein Vollzeitjob – so sehen es zumindest die MdBs. Entweder es stimmt, dann ist jede Doppelbeschäftigung Betrug am Wähler oder am Arbeitgeber, oder es stimmt nicht, dann sollten die Linken das endlich mal offen aussprechen und nicht in diesem geschlossenen System der Politprofis kritiklos mitmischen. Mit solchem Verhalten tragen wir jedenfalls nichts dazu bei, die Parteien- und Politikerverdrossenheit in diesem Land aufzubrechen.
Die “einfachen” Mitglieder könnten aber auch überlegen, ob sie ihre Zeit am Infostand oder beim Flugblattverteilen nicht auch abrechnen wollen. Aber so eine Linke wäre des Namens nicht würdig, ich fänd sie zum Kotzen.
Ich gebe der Stellungnahme des Leserbrief-Schreibers
Büttner inhaltlich recht. Es wird vermutlich auch
nichts passieren, falls Ernst geht. Austauschbar ist ein jeder von uns.
Und das ist auch sicher gut so! Schützt vor Großmut!
Das er ein Gesamtgehalt von über 17050 Euro, mtl., bezieht
kann sicher nicht mit Massstäben gewerkschaftlicher und/oder
wirtschaftlicher Natur relativiert werden. Imposanter wird
die Zahl, wenn sie in alter DM-Währung ausgedrückt wird:
das waren damals schlappe 33346.90 D-Mark. Für viele
von uns, die immer noch gern umrechnen, sicher nicht
ganz uninteressant.
Ob ein Abgeordneter, gleich welcher Partei, aber insbesondere
der Partei, die sich für sozial schwächer gestellte Menschen angeblich
stark macht, eine solche Menge Geld monatlich wert ist,
sei die Frage.
Ob ein arbeitender Mensch überhaupt so viel verdienen muss,
wo andere gerade mal weniger als 400E im Monat verfügbar
haben, ist die nächste Frage!
Mal zwei Zitate zur Debatte: “Ein Linker muß nicht arm sein, er muß gegen Armut sein” – Gregor Gysi und “Ein Linker muß nicht in zerrissen Hosen rumlaufen und in einer Einzimmerwohnung leben” – Oskar Lafontaine.
Auch für die Angestellten der Partei Die Linke, auch deren Vorsitzende sind lohnabhängig Beschäftigte, gilt der gewerkschaftliche Grundsatz: “Gleicher Lohn für gleiche Arbeit”, d.h. das Einkommen hat sich am Einkommen vergleichbarer Angestellter auszurichten.
Und bei dem Vergleich verdienen die Vorsitzenden der Linke einen Appel und ein Ei.
Einen Parteivorsitzenden in einem Stressjob mit Schleudersitzvorrichtung kann man seriöserweise einkommensmässig nicht mit einem HartzIV Bedürftigen vergleichen oder mit einem Niedrigstlohnbezieher.
Letzere müssen mehr Geld bekommen, ohne Frage, aber warum Erstere weniger bekommen sollen, dafür kenne ich kein logisches Argument.
Entsprechend stellte sich heute der Linke Parteivorstand hinter Klaus Ernst: “Die Kritik an den Zulagen aus Ernsts Partei- und Fraktionstätigkeit – es geht um 3500 Euro aus der Parteikasse und 1913 Euro für seine stimmberechtigte Mitgliedschaft im Fraktionsvorstand – wies Lötzsch ebenfalls zurück. Die derzeitige Regelung stamme aus der vorigen Legislaturperiode. Sie habe damals für Lothar Bisky und Oskar Lafontaine gleichermaßen gegolten.” http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Spitze-der-Linkspartei-stellt-sich-hinter-Ernst_aid_888864.html
@ DL die frage lautet eher, ob jemand nur 400 bekommen muss, während ein anderer “so viel” bekommt. antwort: nein, müsste er nicht, wenn die übereinkunft der mehrheitsgesellschaft das nicht so wollte (zur erinnerung: auch bei der letzten bt-wahl wurden mehrheitlich die parteien gewählt, die hartz 4 grundsätzlich, bzw. innerparteilich mehrheitlich, richtig finden)
davon abgesehen würden sich nicht viele dafür qualifizierte finden, wenn politikerjobs nicht wenigstens anständig bezahlt werden würden. jahrelanger extremstress (7 tagewoche, 16h-arbeitstag) benötigt anreize.
@Helmrodt
Also ich weiss jetzt nicht wie Sie auf die Höhe der ManagerInnensaläre kommen.
Es gibt bei Ihnen in Deutschland bestimmt eine Menge von ManagerInnen, wahrscheinlich die Mehrheit, deren Salär unter dem eines Bundestagabgeordneten liegt. Die wenigen Spitzenmanager die eine Million € oder mehr Jahreseinkommen haben, dürften ausgesprochen dünn gesät sein. Wieso Sie sich darüber mokieren ist seltsam. Fussballspieler, zugegeben ich kenne mich da nicht wirklich aus, beziehen ähnlich hohe Saläre und kein Mensch regt sich darüber auf. Ausserdem ist es, wie geschrieben, die Sache der Eigentümer, welche Entlohnung sie bereit sind ihren Angestellten zu bezahlen. Dass dies in der Schweiz für die meisten Spitzenkräfte, darunter auch sehr viele deutsche StaatsbürgerInnen, ein mehr an Einkommen bedeutet ist offensichtlich, weil Spitzenkräfte sich nicht einfach vermehren oder austauschen lassen, im Gegensatz zu Abgeordneten. SteuerzahlerInnen sind zuerst einmal für ihre VolksvertreterInnen zuständig, weil sie deren Salär bezahlen und nicht für Menschen die ihre Brötchen in der Privatwirtschaft verdienen.
@patrizia in der öffentlichen diskussionen um managergehälter in dland geht es um die hohen gehälter in dax-unternehmen, der finanzbranche etc, also dort, wo mit millionen als vergütungen jongliert wird. ob es eine solche diskussion in der schweiz gibt, weiß ich nicht, könnte mir aber vorstellen, dass dies in der insgesamt reicheren schweiz nicht so sehr das ganz große thema ist.
in dland geht es dabei n.m.E. um zwei elemente. a) um eine gefühlte ungerechtigkeit die wahrgenommen wird, auch wenn durch ein paar millionen weniger boni die armut um nullkommanichts gelindert würde und b) um anreize bei managergehältern, die mit zur finanzkrise beigetragen haben.
beides hat seine berechtigung, auch a), das ist so wie mit der gefühlten sicherheit: ist relevant, auch wenn dadurch nicht die kriminalitat sinkt.
ich selbst bin da relativ leidenschaftslos und glaube nicht, dass sich durch änderungen, z.b. begrenzung von managergehältern etwas signifikant ändern würde, dazu ist der kapitalismus einfach zu tricky.
beim vgl. zwischen managern unterhalb der im fokus stehenden manager mit millionenbeträgen mit bt-abgeordneten haben sie – glaube ich – unrecht. nehmen wir das typische bild eines schraubenfabrikanten im mittelstand, das obere management lässt sich da nicht mit 7600 euro “abspeisen”.
vielleicht ist der managerbegriff aber bei ihnen auch anders besetzt? in dland bezeichnet er zumindest im allgemeinen verständnis die oberste eben in unternehmen, nicht den mittelbau auch wenn oft auch dort der managerbegriff einzug gehalten hat.
Als ich glaube da definieren Sie etwas falsch. ManagerInnen gibt es auf der unteren Führungsebene, z.B. im Projektmanagement, Gruppenmanagement, Abteilungsmanagement usw., es gibt eine Mittlere Managementebene und noch das Spitzenmanagement. Diese, nach Möglichkeit flach gehaltene Hierarchie, hat sich international fast überall durchgesetzt.
Um bei Ihrem Beispiel zu bleiben, die Führungsebene eines mittelständischen Unternehmens ist im Normalfall auch nur für dieses Unternehmen tätig … und das oft mehr als 60 Stunden die Woche. Bei international tätigen Unternehmen werden selbstverständlich auch die Wochenenden hin und wieder für Flugreisen geopfert.
Wie oft ist der Bundestag bei Gesetzesberatungen voll besetzt ?
Wieviele Abgeordnete sind bei Anwesenheit geistig abwesend, weil sie nur die Zeit absitzen ?
Wieviel Bundestagsabgeordnete, sprich VolksvertreterInnen, sind der Bevölkerung, die sie bezahlt, namentlich bekannt ?
Und was heisst der “Kapitalismus ist tricky” … in Unternehmen arbeiten Menschen,- eine absolute Mehrheit der arbeitsfähigen Bevölkerung -, und diese Menschen möchten natürlich ein möglichst hohes Einkommen haben … sie werden es nicht glauben, auch wenn das so ist, sind doch die allermeisten Angestellten mit ihrem Einkommen zufrieden und sie stehen hinter ihrem Unternehmen!
Jetzt frag ich mich, wo ist die gefühlte Ungerechtigkeit. Wenn ich jetzt einmal von den Einzelfällen in der Finanzbranche absehe, ist diese nicht wahrnehmbar. Ausserdem handelt es sich um Privatunternehmen – in welchem die Einkommen frei ausgehandelt werden können. Niemand muss in so einem Unternehmen arbeiten. Wieso sollte sich also jemand ungerecht behandelt fühlen ?
@patrizia:
Jetzt merke ich es endlich. Ich habe Dich für einen Troll gehalten, dabei bist Du eine richtig gute Satirikerin! Jeden armseligen Büroleiter zum Manager hochzujubeln ist ja schon recht lustig (früher nannte er sich „leitender Angestellter“ und fand sich auch schon ziemlich cool dabei), aber das hier ist der wahre Hammer: „Diese, nach Möglichkeit flach gehaltene Hierarchie“ – das muß Satire sein, das kann kein Mensch ernst meinen. Jedenfalls keiner, der schon mal in ein größeres Unternehmen hineingeguckt hat.
Als ich bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt arbeitete (Eine staatliche Behörde! Pfui!), da gab es unter mir niemanden (Ingenieure haben keine Unterstellten), und über mir gerade mal vier Hierarchieebenen – dann kam schon der Bundeswirtschaftsminister. Inzwischen hat man noch eine Ebene eingespart, indem die Labore aufgelöst und durch Arbeitsgruppen ersetzt wurden. Nicht schlecht für eine Behörde mit zweitausend Mitarbeitern, die ziemlich verantwortungsvolle Aufgaben hat. Mein Vater arbeitete damals bei T-Systems, einem Tochterunternehmen der privatisierten deutschen Telekom, ebenfalls als Ingenieur. Er zählte über sich zwölf Hierarchieebenen, dann kam er endlich bei Ron Sommer an. Der berühmte Coca-Cola-Mann hatte, als er die Leitung des Unternehmens übernahm, erst mal eine neue Unternehmensstruktur geschaffen, bei der u.a. Entwicklung, Service und Verkauf völlig getrennt wurden, wobei der Verkauf natürlich das Wichtigste war (klar, bei Coca Cola Deutschland gibt’s ja gar nichts anderes). Allein dadurch wurden schon mal ein bis zwei Hierarchieebenen neu geschaffen (und jede Menge Chaos erzeugt, von dem sich der Konzern nie erholt hat, was aber kaum auffällt, weil die Konkurrenz den gleichen Mist veranstaltet: Hauptsache neue Kunden gewinnen, die alten kann man ruhig in den Arsch treten). Ansonsten läuft das in den meisten Konzernen so: Alle fünf Jahre wird die neueste Mode umgesetzt und in der Innenverwaltung alles neu ausgewürfelt, wobei sorgfältig darauf geachtet wird, daß Hierarchien nur in den unteren Gehaltsgruppen abgebaut werden.
Das alles ist keine Frage von Ungerechtigkeit, sondern von Blindheit und Dünkel, wie er die Absolventen der WiWi-Fakultäten seit langer Zeit charakterisiert. Vor fünfzig Jahren hat noch alles die Koofmichs verachtet, heute können sie sich als Herren der Welt aufspielen. Das liegt freilich nicht am Bösen im Menschen und auch nicht an der Schlechtigkeit der Welt, sondern daran, daß in einer hoch entwickelten Industrie aufgrund des hohen Investitionsaufwandes nicht mehr so hohe Profitraten erzielt werden können (der Marxist sagt: Die organische Zusammensetzung des Kapitals verschiebt sich). Also wird in die Finanzsphäre ausgewichen, durchaus mit Billigung und Unterstützung der Politik, die sich nicht aus dem internationalen Rattenrennen um die günstigsten Anlagemöglichkeiten heraushalten kann. So kommen BWLer und Finanzjongleure zu einem Ansehen, von dem ihre Vorvorgängergeneration nicht mal träumen konnte.
@patrizia
ja, es gibt auch den facility manager, der arbeitet im facility management. auf deutsch etwa erweiterter hausmeister. aber der ist nicht gegenstand der diskussion.
auf den mythos der flachen hierarchien möchte ich jetzt nicht eingehen, da gibt es inzwischen gute literatur zu.
zur abgeordnetenarbeit: wenn abgeordnete nicht im plenum sichtbar sind, dann liegen sie nicht faul rum (von außnahmen mal abgesehen), sondern haben termine oder arbeiten in den bt-ausschüssen, arbeitsgruppen der fraktionen etc. dort wird eh die meiste fachdiskussion zu einzelnen themen gemacht. oder sie arbeiten im büro. wenn die immer anwesend sein müssten, kämen die nicht mehr zum arbeiten….
das plenum ist dann eher dort ort, an dem das für die öffentlichkeit noch einmal auf aufbereitet wird, damit es in die tagesschau passt. anders wäre es auch kaum möglich, denn eine halbe stunde für einen gesetzesantrag würde nicht ausreichen, diesen hinreichend zu diskutieren und sich eine meinung zu bilden.
aber wir kommen vom thema ab.
@Sissy fuss, @helmrodt
Jede, jeder hat eine eigene Definition von Satire. Ich will die Ihre sicher nicht korrigieren. Vielleicht beschäftigen sie sich zuerst einmal mit der Definition des Wortes “managen” bevor Sie so eine enge Auslegung des Wortes “Manager” vornehmen. “Flache Hierarchien” oder auch “Lean Management” hat sich überall durchgesetzt. Informieren Sie sich einfach. Dies gilt auch für die Tätigkeit von Ingenieuren. Im Projektmanagement z.B. hat die verantwortliche Person sehr häufig eine Hochschulausbildung in den Ingenieurwissenschaften durchlaufen.
Welche Personen sind also jetzt Gegenstand der Diskussion ?
Monsieur Ackermann vielleicht ?
Der verdient als Vorstand der Deutschen Bank etwas weniger als 10 Millionen € brutto im Jahr. Davon dürften ihm, wenn ich jetzt das deutsche Steuerrecht richtig auslege, etwas mehr als 5 Millionen € netto bleiben.
Die Aktionäre, als Eigentümer der Bank, dürften diese Entlohnung kaum als überzogen ansehen. Wenn doch, bleibt der Protest über das geltende Aktionärsrecht; wobei es hier, zugunsten des Mitspracherechts von Kleinaktonären, schon lange juristischen Handlungsbedarf gibt. Dies gilt auch für das sehr ähnlich formulierte Schweizer Aktionärsrecht.
Aber wo ist jetzt “die gefühlte Ungerechtigkeit” ? Die deutschen SteuerzahlerInnen haben mit dem Privatunternehmen Deutsche Bank nichts zu tun. Ganz im Gegenteil, sie profitieren von den hohen Steuerzahlungen der dort Beschäftigten. Der berühmte deutsche Hartzler muss ja auch bezahlt werden und er wird aus Steuereinnhamen bezahlt oder ist das falsch ?
Und wenn Sie neidisch auf das Gehalt eines Monsieur Ackermann schauen dann informieren Sie sich einmal, was ein durchschnittlicher Bundesligaspieler verdient und was ein Spitzenfussballer mit und ohne Werbeeinnahmen verdient. Ist das jetzt gerecht oder ungerecht, verdient oder unverdient ?
Bleiben noch die hart arbeitenden ParlamentarierInnen. Vom Studium direkt ins Parlament, bei Wahlen sich immer die besten Listenplätze sichern und wenn man nichts versteht holt sich frau/mann einen Expertenstab. Sieht die gefühlte Gerechtigkeit aus
Was haben “bürgerliche” Medien, Spießer und “Scharflinke” gemeinsam? Das Diffamieren, Verleumden und das mit Häme übergießen der LINKEN.
Soll der Parteivorsitzender der LINKEN in Sack und Asche bzw. im Einheits-Gleichheit Mao-Look rumlaufen und einen Trabi fahren???
Jeder Linke der aus der Masse herausragt (z.Bs. weil er einen Porsche fährt), würde von diesen moralinsauren Spießern anscheinend am liebsten “pol potiert” werden.
@ Patrizia:
Einkommen in der Privatwirtschaft sind Privatsache. Sehr gerne. (Die Mafia sieht das wahrscheinlich ähnlich)
1) Das gilt dann aber auch für das unternehmerische Risiko.
Daher geht es in der Diskussion über Vorstandsgehälter in Deutschland vorwiegend um Unternehmen, die von der Bankenrettung profitiert haben. Oder anders: Warum soll ich das Gehalt von Herrn Ackermann bezahlen?
Denn auch die Deutsche Bank hat von der Bankenrettung profitiert, sie hatte nämlich umfangreiche Forderungen gegenüber der Hypo Real Estate, die Steuerzahler besichert haben.
2) Herr Ackermann soll ruhig so viel verdienen wie er will. In den USA hat Obama eine einfache Lösung angeregt, alles was eine bestimmte Einkommenshöhe überschreitet wird wegbesteuert. Dann können sich kriminelle Finanzhehler nicht mehr auf Kosten der Steuerzahler bereichern.