Entscheidung bis Dienstag
Nachdem es zunächst geheißen hatte, die Spitzen der Linken würden am Montag bekannt geben, ob die Partei mit einem eigenen Kandidaten ins Rennen um die Köhler-Nachfolge geht oder nicht, soll nun offenbar bis Dienstag eine Entscheidung getroffen werden. Es gibt Beratungsbedarf, die Meinungen in der Bundespräsidentenfrage gehen auseinander. Auf der Seite der Skeptiker hatte sich bereits die Parlamentsgeschäftsführerin Dagmar Enkelmann zu Wort gemeldet. Auch Parteivize Halina Wawzyniak sprach sich nun im Tagesspiegel gegen einen eigenen Bewerber aus: „In dieser Frage sollten wir uns nicht verkämpfen.“ Dagegen war Parteichef Klaus Ernst vor ein paar Tagen noch mit den Worten zitiert worden, man werde höchstwahrscheinlich eine Frau nominieren. Schon macht abermals der Name der Freitag-Herausgeberin Daniela Dahn die Runde. Fraktionsvize Dietmar Bartsch sagte der Mitteldeutschen Zeitung, man werde „alle Optionen sehr ernsthaft prüfen“. In die Diskussion werden sich bis Dienstag auch die Landesvorsitzenden und Fraktionsspitzen der Länder einmischen. Von dort gab es auch schon Signale: Thüringens Linkenchef Knut Korschewsky hatte erklärt, aus seiner Sicht „brauchen wir keinen eigenen Kandidaten“. Sachsen-Anhalts Fraktionsvorsitzender Wulf Gallert sagte, „wir wissen, dass ein Kandidat der Linken kaum als Sieger aus dieser Abstimmung hervorgehen kann.” Bodo Ramelow aus Thüringen hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet und sich gegen eine vorauseilende Ablehnung von Joachim Gauck ausgesprochen: „Wenn Herr Gauck den Willen hätte, mit uns ernsthaft zu reden, müssten wir uns dem Gespräch stellen.“ Mit Blick auf einen möglichen dritten Wahlgang gibt es in der Linken die Überlegung, dem früheren Stasi-Beauftragten dann zuzustimmen, um einer möglichen schwarz-gelben Pleite nicht im Wege zu stehen. In der letzten Abstimmungsrunde der Bundesversammlung reicht die einfache Mehrheit, dann, so Bodo Ramelow im Tagesspiegel, stellten sich für ihn „manche Fragen aber nochmal anders“. Auch Bartsch hat sich inzwischen so geäußert: “Wenn Christian Wulff im ersten Wahlgang keine Mehrheit erhält, dann muss die Linke alles dafür tun, dass der Kandidat der Regierung keine Mehrheit bekommt. Dafür werde ich ab sofort werben.” (tos)
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Tom hat ja “meinen” Vorschlag aufgegriffen am Ende seiner neuer Zusammenfassung von heute. Daniela Dahn wäre sicherlich für alle Seiten in der Linken akzeptabel und sie könnte Gauck inhaltlich herausfordern. Gut, wenn wir morgen unsere Kandidatin haben!