Report fährt Titanic
Was die verschiedenen Report-Redaktionen der ARD von der Linken
bzw. vormals von der PDS halten, weiß man längst; jedenfalls nichts Gutes. Nun hat zu Wochenbeginn Report Mainz einen Beitrag über die neuen NRW-Abgeordneten der Linkspartei gesendet. Gefilmt wurde in der Endphase des Wahlkampfs, und gefragt wurden die Kandidaten nach so wahlentscheidenden Themen wie: War die DDR ein Unrechtsstaat? Oder: Was halten Sie von der Stasi? Die Redaktion wollte nichts wissen, sie wollte die These bestätigt haben, dass die meisten Linkskandidaten Kommunisten, DDR-Nostalgiker, Extremisten sind. Abgesehen davon, dass Spitzenkandidaten der Linken in der Lage sein müssten, auch auf solche Fragen ein paar druck- bzw. sendereife Antworten zu geben (ebenso auf die Frage, ob Rote-Hilfe-Mitglieder mit der RAF sympathisieren), zeugt das Report-Strickmuster von einer famosen Einfalt. Erst recht, wenn – wie das Neue Deutschland berichtet – einer der optischen Kronzeugen für die vermeintliche Verrücktheit der Linken gar kein Linker ist. In dem Beitrag ist mehrfach ein Mann zu sehen, der begeistert ein DDR-Fähnchen schwenkt und lauthals das Lied “Die Partei hat immer recht” anstimmt. Dieser Mann ist, so das ND, Günther Jansen, ein Aktionskünstler und Aktivist des Titanic-Projekts “Die Partei”. Der Querulant von der Polit-Spaßguerilla wollte die Linke nach eigenem Bekunden ein wenig aufmuntern – vielleicht auch ärgern -; die TV-Leute filmten ihn, schnitten ihn in den Beitrag, fragten ihn aber nichts. Wozu auch? Dann hätte sich die Sache ja als Irrtum herausstellen können. Wo doch der Verrückte so schön ins erhoffte Bild passte. Dass “Die Partei” eine Parteiveranstaltung kapert, ist übrigens nicht neu. Letztes Jahr machte sich “Die Partei”-Chef Martin Sonneborn sogar auf einer Pressekonferenz von H. P. Kerkelings Horst-Schlämmer-Partei breit. (wh)
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Naja, der Fahnenschwenker war eben die “folkloristische” Zugabe des Report Magazins. Die grottendümmlichen Antworten auf die grottendümmlichen Fragen haben aber die befragten linken “Spitzen”-kandidatInnen selber gegeben, sie wurden nicht gezwungen. Die Antworten waren peinlich und blamabel ohne Ende, da änder leider auch der “Aktionskünstler” nichts dran!
Zugegeben waren die Antworten der Kandidaten alles andere als gut. Wir wissen aber nicht, unter welchen Bedingungen die Fragen gestellt wurden und in welchem Zusammenhang. Unter den entsprechenden Umständen kriegt man fast jeden, der nicht 100%iger Politprofi ist, dazu irgend einen Blödsinn von sich zu geben.
Ich bin mir sicher, wenn man den durchschnittlichen CSU-Landtagsabgeordneten in Bayern fragt, ob der 8. Mai für ihn ein Tag der Befreiung ist, wird man ähnlich relativierende Aussagen bekommen, und dann wäre es recht schnell möglich, das Bild einer rechtsextremen Partei zu stricken. Aber natürlich wird so etwas nicht geschehen.