Rrrreaktionen

Am Abend musste eine Nachrichtenagentur vor lauter Ruhe sogar zurückziehen: Die für später angekündigte neue Zusammenfassung vom Linken-Parteitag in Rostock entfalle, hieß es. Eine schon früher gesendete Meldung habe den letzten Stand des Delegiertentreffens bereits vollständig widergegeben. Was nicht heißt, dass in der Stadthalle der Hansestadt wenig passiert wäre. Aber eben zu wenig von jenem Geschmack, der die immergleiche Soße dominiert: zerstrittene Linke im politischen Abseits und so weiter. Den Kommentatoren der meisten Zeitungen gelingt trotzdem, was sie glauben, dass es von ihnen erwartet wird. Zwei der drei Blätter, die als linke gelten, fragen sich in ihren Montagsausgaben hingegen, ob die ruhigen Tage von Rostock denn auch vorteilhafte waren. Die Junge Welt titelt „Kaschierte Konflikte“, das Neue Deutschland ärgert sich über den „spannungsfreien“ Parteitag „nichts entschieden (wurde), was zuvor nicht bereits entschieden worden war, und nichts thematisiert, was die Parteitagsregie, die Managementkurse als perfekt bezeichnen mögen, nicht thematisiert haben wollte“. Und die Tageszeitung schaut von der Ostseeküste nach Düsseldorf und meint: „Rot-Grün-Rot in Düsseldorf würde die Flügellogik aufsprengen, die die Partei prägt und oft auch lähmt.“ Was sonst noch so an Meinungen auf dem Markt ist – eine kleine Übersicht. (vk)

Mitteldeutsche Zeitung: Die Erben von Lafontaine und Bisky wollen regieren – wie in Berlin und Brandenburg, so im Rest der Republik. (mehr)
Ostsee-Zeitung: Der völlig auf Total-Opposition angelegte Kurs der Linkspartei, mit dem man zwar Landesparlamente in Ost und West entern kann, bedeutet in seiner Konsequenz, dass die Linke als politische gestaltende Kraft ausfällt, ja ausfallen will. (mehr)
Ostthüringer Zeitung: Ab heute muss geklärt werden, was die Linke auf Dauer sein will und mit wem: Sand im Getriebe. Oder Mini-Schwungrad im links von der Mitte verorteten Spektrum. (mehr)
Märkische Oderzeitung: Die entscheidende Frage ist, ob das neue Führungsduo es schafft, die Konflikte zu bündeln und die Partei nicht im Chaos versinken zu lassen. (mehr)
Neue Westfälische: Lafontaine ist weg. Doch hat er genügend Erben an der Spitze installiert, um indirekt weiter präsent zu sein. (mehr)
Focus: Die Linke hält sich für die einzige wirklich vereinigte Ost-West-Partei. In Wahrheit ist sie aber so gespalten wie keine andere. (mehr)
Die Welt: Nach seinem offiziellen Rückzug auf dem Parteitag der Linkspartei hinterlässt Oskar Lafontaine einige offene Rechungen und neue Konfliktlinien. (mehr)
Frankfurter Allgemeine: Die Muskelprotzerei in Rostock hat ein Wochenende lang davon abgelenkt, dass die Linkspartei dieser Tage eigentlich in Düsseldorf zu zeigen hätte, ob sie imstande ist, Wahlerfolge für Politik zu nutzen. (mehr)

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