Nochmal Neokommunismus

Bei den Linken verschärft sich der Streit über das neue Programm, berichtet heute die Süddeutsche. „Die Reformer rütteln am Vermächtnis von Oskar Lafontaine.“ Das Forum Demokratischer Sozialismus habe den Entwurf „einer nahezu vernichtenden Kritik unterzogen“, ein Papier, auf das sich die Süddeutsche noch exklusiv stützte ist inzwischen öffentlich. Es wird sicher noch Gegenstand einer längeren Betrachtung werden. Zunächst aber fällt eines auf: Es ist darin die Rede von einem „im Grunde neokommunistischen“ Politikverständnis. Das Wort fiel vor ein paar Wochen schon einmal, aus dem Mund von SPD-Parlamentsgeschäftsführer Oppermann. Wir hatten damals gefragt, was der damit überhaupt meint. Eine Antwort gab es nicht, aber wir können hier unsere Vermutung wiederholen: Nicht nur Oppemann, sondern auch das Forum Demokratischer Sozialismus hatten Pietro Quaroni im Sinn, den früheren italienischen Botschafter in Moskau und Bonn, der 1969 in der Zeit über den Kalten Krieg meinte: „Es liegt durchaus im Bereich des Möglichen, dass es uns beiden gelingt, und dann wäre das Ergebnis des Wettbewerbs, dass wir beide ruhig weitermachen: wir mit unserem Neokapitalismus und Ihr mit Eurem Neokommunismus. Die Schwierigkeit heute ist nur, dass der Neokapitalismus zwar bereits eine Tatsache ist, aber wie sieht es mit dem Neokommunismus aus? Das fragen wir uns, und das möchten wir gerne wissen.“ Wir auch. Immer noch. (tos)

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2 Kommentare zu “Nochmal Neokommunismus”

  1. Matthias Helmrodt sagt:

    Das ist doch nicht so schwierig: Neokommunismus ist eine Neuauflage kommunistischer Politik bzw. Ideen. Das Neo bedeutet nicht, dass da was neues dahinter steckt oder das man aus Fehlern gelernt hätte. Vgl. auch Neoliberalismus oder Neofaschismus.

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