Namensschilder
Zwei Wochen vor dem Rostocker Parteitag gilt die neue Führung der Linken als ausgemacht: Gesine Lötzsch und Klaus Ernst touren bereits als künftige Vorsitzende und erklären in Interviews und bei Auftritten, was von ihnen als Duo künftig zu erwarten sein wird. Nach dem erfolgreichen Mitgliederentscheid dürfte der Doppelspitze auch keine größere Hürde mehr im Weg liegen. Das „klare Votum“ war bei den Spitzen der Linken begrüßt worden, Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch sprach von einem „Endpunkt der Strukturdebatte“. Die Belegung der Zimmer im Karl-Liebknecht-Haus steht also fest – nur die Namensschilder fehlen noch. Verbreitet ist freilich die Hoffnung, dass der in nächtlicher Januar-Runde abgemachte Personalvorschlag auch in Rostock Zustimmung findet. Eine gewisse Nervosität ist dabei zu spüren: Als unlängst Bodo Ramelow erklärte, er „warte auf den richtigen Zeitpunkt“ für eine Kandidatur zum Parteivorsitz, setzte es umgehend eine Ermahnung durch den rheinland-pfälzischen Landesvorsitzenden Alexander Ulrich. Politiker der Linken sollte die neue Spitze „solidarisch mittragen“, eine neue Personendebatte sei „völlig deplatziert“. Und Bartsch beschied trocken, Ramelow habe sich „für Thüringen entschieden“, werde aber „auch künftig eine wichtige Rolle spielen“. Eine solche und zwar schon jetzt traut sich Heinz Josef Weich zu – ein weithin unbekannter Überraschungsbewerber für den Parteivorsitz. (tos)
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