Oskar ohne Mandat?
Eine Woche vor dem Parteitag der Linken ist weiter offen, ob Oskar Lafontaine überhaupt mit einem Delegiertenmandat nach Rostock reisen wird. Schon länger ist bekannt, dass ein Mitglied der Ortsgruppe Wallerfangen die Delegiertenwahl des Kreisverbands Saarlouis angefochten hat. Bei der war Lafontaine mit 68 Prozent der Stimmen zu einem von vier Delegierten bestimmt worden. Bei der Wahl seien jedoch „undemokratische, parteirechtswidrige“ Methoden angewandt worden, bemängelt Gilbert Kallenborn, der deshalb die Landesschiedskommission bemühte. Wann sich diese mit dem Fall beschäftigt, ist offen, berichtet nun der Spiegel. Die Bundesschiedskommission, die das letzte Wort hätte, habe sich aber bereits mit dem Fall vertraut gemacht und sei intern zu der Einschätzung gekommen, dass die Anfechtung wohl berechtigt sein könnte. Inzwischen ist in der Sache auch Saar-Landesgeschäftsführer Thomas Lutze in Erklärungsnot geraten. Gegenüber der Saarbrücker Zeitung räumte er ein, er habe Kallenborn zur Rücknahme seiner Anfechtung gegen die Delegierten-Wahl Lafontaines bewegen wollen – offenbar verbunden mit der Warnung, andernfalls „erlebst du mich von der anderen Seite“. Kallenborn wollte deshalb gerichtlich gegen Lutz vorgehen, dieser hat sich inzwischen entschuldigt: „Es tut mir ehrlich leid.“ In einem anderen Verfahren standen sich Lutze und Kallenborn bereits vor Gericht gegenüber. Der saarländische Landeschef Rolf Linsler erklärte Ende April, man erwäge ein Ausschlussverfahren gegen Kallenborn. Dieser wiederum fordert den Rücktritt von Lutze. (vk)
Drucken
Ein Kommentar zu “Oskar ohne Mandat?”