Zweiter Versuch
Die Linke will die Stasi zurück – diese Erkenntnis hat der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz aus dem durchaus diskutierenswerten Grußwort gewonnen, das die Linksabgeordnete Ulla Jelpke kürzlich an ein Treffen ehemaliger Mitarbeiter der Auslandsaufklärung der Staatssicherheit geschickt hatte. Jelpke hatte darin würdigende Worte für deren „mutigen Einsatz für den Frieden“ gefunden. Weil sie auch von einer „unvoreingenommenen Analyse des Scheiterns des ersten Sozialismusversuches“ gesprochen hatte, wurde Vaatz hellhörig. Der einstige DDR-Bürgerrechtler schlussfolgerte messerscharf, „dass die Linkspartei nunmehr einen zweiten Sozialismusversuch anstrebt“. Herzlichen Glückwunsch, kann man da nur sagen, denn andere Menschen müssen dafür stundenlang Programmpapiere studieren. Ob man, wie Vaatz es tut, Ulla Jelpke auch noch die Absicht andichten kann, in diesem zweiten Sozialismusversuch hätte die Stasi wieder ihren Platz, darüber mögen Leute entscheiden, die etwas von Logik verstehen. Vaatz versteht davon offenbar wenig. Für seine Ebene der Politagitation reicht es völlig aus, ein bisschen „Böse Stasi, guter BND“ zu rufen. Immerhin enthält die Erklärung von Vaatz auch eine tröstliche Botschaft: Politischer Fundamentalismus ist auf alle Parteien gleichmäßig verteilt. (wh)
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Der Bausoldat Vaatz aus der DDR hat sich ja dann auch freiwillig zu Übungen bei der Bundeswehr gemeldet.