Schweine sind keine Mörder
Soldaten als das bezeichnen zu bezeichnen, was sie sind, nämlich Leute, die dazu ausgebildet werden, anderen Leuten das Licht auszuknipsen, die zudem noch mit Gerät ausgerüstet sind, dessen Zweck darin besteht, die Soldaten bei dieser Tätigkeit zu unterstützen, und die genau das zurzeit in einem nicht nur umgangssprachlichen, sondern für viele Zivilisten sehr tödlichen Krieg in Afghanistan unter Beweis stellen, das bewegt in Deutschland gern die Blockwarte an der Heimatfront (siehe auch hier). Weil sich zurzeit auch die andere Seite des Komisskopp-Daseins häufiger zeigt, nämlich das „Fallen“, kann es jeder, der die Bundeswehr für das hält, was sie ist, mit der Polizei und der Volksseele zu tun bekommen. Letztere wohnt in der Bildzeitung und ist gerade auf 180 – wegen einer linken Abgeordneten, die was tut? Sie „verhöhnt unsere Soldaten“. Und zwar mit einem lustigen Plakat der Jugendorganisation jener Linken, über das die Volksseele nicht lachen kann – siehe oben. „Die Verunglimpfung“ ist für Bild deshalb besonders schlimm, weil sie „ausgerechnet von der jüngsten Volksvertreterin” im Bundestag kommt, und diese, was bestimmt zusätzlich strafverschärfend wirkt, auch noch die Nachrückerin für Oskar Lafontaine ist. Zum Glück wurde die Angelegenheit noch kurz vor der Wahl in Nordrhein-Westfalen ans Licht gebracht. Deutschlands Sicherheit wird schließlich nicht nur am Hindukusch, sondern auch im Düsseldorfer Landtag verteidigt. (tos)
Yvonne Ploetz zum “Plakat-Skandal” (mehr)
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Auf diese Weise wird über die Homepage der BILD-Zeitung das Plakat immerhin publiziert und insofern schon mal eine Botschaft transportiert. Das nützt der Sache und der Diskussion und schadet der Partei überhaupt nicht. Außerdem bekommt Yvonne Ploetz als Parlamentsneuling darüber eine ganze Menge Aufmerksamkeit für das Thema. Im Grunde genommen hat sie durch das bloße Aufhängen eines Plakates an ihrem Büro eine Debatte angestoßen, welche zum Beispiel bei Twitter ganz gut abläuft. Vor allem regen sich diejenigen Typen aus CDU und FDP über so ein harmloses Plakat auf, die gleichzeitig zu 346 toten Kindern in Afghanistan im letzten Jahr, davon über die Hälfte laut UNO von den ISAF-Truppen getötet, natürlich überhaupt nichts sagen haben. Erst heute – zeitgleich zu dieser Inszenierung eines Pseudo-Skandals – hat die BILD-Zeitung zu einem wirklichen Skandal wieder einmal nichts geschrieben, nämlich, dass vier afghanische Schüler zwischen 11 und 17 Jahren durch ISAF-Truppen getötet wurden. Hier übrigens der Link zu der dpa-Meldung: http://www.scribd.com/doc/28446515/2009-wurden-346-afghanische-Kinder-getotet-mehr-als-Halfte-von-ihnen-durch-die-NATO & zum SPIEGEL-Artikel: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,690139,00.html
Ich hoffe, Yvonne Ploetz lässt es hängen und hat auch noch ein paar Exemplare in Reserve, die sie wieder aufhängen kann, falls die Niebel-Reservisten von der FDP oder andere potentielle Plakatschänder, wie etwa Kerstin Müller, vorbei kommen und es abreißen sollten.
In der Regierungserklärung zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan kam zum Ausdruck, “Merkel sieht Mandat über jeden Zweifel erhaben”. Ich schon, was hat die deutsche Bundeswehr da zu suchen. Drogenbarone zu beschützen? Mit der gleichen Argumentation kann man fragen, warum ist die Bundeswehr nicht in Dafur? Was ich auch vermisse, was ist eigentlich das Ziel der Bundeswehr in Afghanistan? Je früher die Bundeswehr dieses Land verlässt umso besser.