Rot-grünes Werben

Bei der SPD wächst zu Ostern die Hoffnung auf ein Wunder. Andrea
Nahles jedenfalls glaubt, „an ein Comeback von Rot-Grün“. In Berlin reicht es seit langem wieder in einer Umfrage für eine solche Konstellation, in Nordrhein-Westfalen ist eine Koalition aus SPD und Grünen erklärte „Erstoption“ beider Parteien. Einerseits naheliegend, andererseits auch wieder nicht nach den Erfahrungen der Grünen mit der SPD. Deshalb wird nun Landschaftspflege betrieben, ein „sozial-ökologische Projekt“ soll neuen Gemeinsinn stiften und über die Erinnerung an Schröder-Regierung und Clement-Koalition hinweghelfen.

Auch ist verstärktes Werben zu beobachten. Statt dem jeweils anderen die Enttäuschungen der jüngeren Zeit vorzuhalten – in Thüringen floh die SPD nach rechts, im Saarland taten es die Grünen – gibt es kleine Präsente. SPD-Fraktionschef Olaf Scholz hat zum 30. Geburtstag der Grünen im Januar eine Rede gehalten, an die sich auch Vertreter vom linken Flügel gern erinnern. Und NRW-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft schenkte den Landesgrünen einen Sack Holzspäne – die symbolisch geschredderte Dachlatte von Holger Börner. Auf die Probe gestellt wird die wiederentdeckte Freundschaft am 9. Mai. Wenn es für Rot-Grün nicht reicht, was wahrscheinlich ist, werden die Grünen womöglich die „Zweitoption“ (Sylvia Löhrmann im Focus) ziehen und mit der CDU koalieren. Oder die SPD geht in eine große Koalition. (vk)

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