Ossis und Wessis

In der Linken wird gern über Basisdemokratie, irgendwelche Probleme mit abgehobenen Funktionären und die Frage der „inneren Einheit“ diskutiert. Das Neue Deutschland liefert jetzt Zahlen, aus denen man sich mehr als einen Reim auf all das machen kann: In den alten Ländern haben bisher nicht einmal ein Drittel der Mitglieder über die Doppelspitze abgestimmt, in selbige drängen aber zu 80 Prozent „biografische Wessis“. Oder umgekehrt: Die Ossi-Basis stimmt zwar fleißig über die neue Führung ab, aus den neuen Ländern kandidieren aber gerade einmal acht Linke für den Vorstand. Wie erklärt man das? Vier Vorschläge zur Wahl: a) Im Westen wird zwar viel über Basisdemokratie gestritten, wenn es dann wirklich einmal die Möglichkeit dazu gibt, haben die Genossen aber etwas anderes vor. b) Die gescholtenen Realos aus dem Osten sind gar nicht so postengeil, wie es ein verbreitetes innerparteiliches Ressentiment glauben machen will. c) Die geringe Beteiligung beim Mitgliederentscheid im Westen entspricht dem real existierenden Grad der Begeisterung für die nominierten Kandidaten. d) Die Zusammenhänge, die hier hergestellt werden, sind allesamt an den Haaren herbeigezogen und spielen nur dem politischen Gegner in die Hände. Und? Stimmen Sie jetzt ab! Die Wessis bekommen etwas mehr Zeit. Und den Ossis wird versprochen, dass dies keine heimliche Verlosung von Vorstandsämtern ist. (tos)

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6 Kommentare zu “Ossis und Wessis”

  1. Lesender Arbeiter sagt:

    normalerweise geht doch nur paketabstimmung. also ja zu a,b,c und nein zu d.

  2. tos sagt:

    @lesenderarbeiter: schlage vor, du initiierst eine alternative abstimmung, das ist möglich, wenn dies mindestens in vier bundesländern gefordert wird oder sich vier leser von lafontaines-linke.de gemeinsam dafür aussprechen.

  3. Olaf sagt:

    JedeR der oder die in einem Kreisverband vor Ort in NRW aktiv ist, weiß, dass wir gerade 110% Aktivität in andere Dinge stecken.
    Das die Bundesspitze Bundesparteitage eine Woche nach der Landtagswahl legt und damit die Antragsfristen mitten in den Wahlkampfendspurt, dass eine wichtige Kreisvorsitzenden-Beratung in den Wahlkampfendspurt gelegt wird und dass die Veröffentlichung eines 1. Programmentwurfes in den Wahlkampf in NRW gelegt wird, dass alles zusammen ist eine absolute Unverschämtheit und grenzt an Ausgrenzung und Sabotage eines ganzen Landesverbandes. Soll sich niemand beschweren, dass die Beteiligung aus NRW so gering ist und bitte nicht davon sprechen, dass Basisdemokratie nicht geschätzt würde.

    Schöne Grüße

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