Nicht nur Theater
Die Linksfraktion geht zwei Tage in Dortmund in Klausur. Das nicht öffentliche Treffen der Bundestagsabgeordneten findet in Nordrhein-Westfalen statt, soll also doch vor allem öffentliche Wirkung entfalten. Dabei könnte das geplante nachmittägliche Ausschwärmen helfen: An mindestens 26 Ruhrgebiets-Orten werden am Donnerstag Linken-Politiker stehen und „für die arbeitsmarktpolitischen Konzepte“ der Partei werben. Oskar Lafontaine ist nicht dabei. Aber die „heiße Phase“ des Straßenwahlkampfs beginnt ohnehin erst einen Tag später mit einem Auftritt von Gregor Gysi. Die eigentlich Klausur will sich unter anderem mit drohenden Theaterschließungen befassen, drei Bühnenmenschen aus der Region sind als Gäste erwartet. Daneben steht auf der Agenda, was sich auch im Wahlkampf ganz oben auf der Liste findet: Gute Arbeit, die Gesundheitspolitik und die Lage der Kommunen. Am Donnerstag wird NRW-Chef Wolfgang Zimmermann über den Stand vor der Wahl am 9. Mai berichten. Die Rheinische Post sieht „die Euphorie der Teilnehmer (…) von einer neuen Umfrage gebremst. Forsa sieht die Linkspartei nur noch bei fünf Prozent.“ Die Zahl ist weniger einschneidend, als es auf den ersten Blick aussieht: Zwar hat die Partei bei anderen Instituten zuletzt stets 6 bis 7 Prozent erhalten, Forsa allerdings sah die Linke auch bei vorigen Umfragen immer etwas niedriger bei 5 bis 6 Prozent. Man möge die Fehlertoleranz solcher Befragungen beachten, warnen Experten. Und der Mainzer Politikwissenschaftler Jürgen Falter glaubt, dass das Ergebnis der Linkspartei am 9. Mai eher nach oben von den Umfragewerten abweichen wird: „Bei Parteien, die von der Bevölkerung als extremistisch wahrgenommen werden, ist damit zu rechnen, dass sich ein Teil der Wähler vorher nicht zu erkennen gibt.“ (tos)
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