Reg-Nr: HA II 39219
Mit Vorwürfen gegen Gerd-Rüdiger Hoffmann hatte im vergangenen Herbst eine Stasi-Debatte um die Brandenburger Linkspartei begonnen, die das rot-rote Bündnis in Potsdam auf eine harte Probe stellte und eine Reihe von erinnerungspolitischen Prozessen in Gang setzte. Nun hat der Focus neue Erkenntnisse über Hoffmanns frühere MfS-Mitarbeit veröffentlicht. Der 57-Jährige war demnach nicht nur als Jugendlicher IM, sondern womöglich bis Ende 1989 in Diensten des Mielke Ministeriums. Der Focus zitiert aus Unterlagen der Birthler-Behörde, nach denen Hoffmann seit 1981 in der Hauptverwaltung Aufklärung, Abteilung II/5 registriert gewesen sei. Für das Blatt wirft dies „ein neues Licht auf die Geschehnisse“ im vergangenen Herbst. Neues Licht? Hoffmann hatte sich ja auch bisher eher zögerlich und gemessen an den Parteiregeln viel zu spät zu seiner Biografie bekannt. Es entstand viel politischer Schaden – der im Lichte der Focus-Recherche aber jetzt nicht größer wird, als er ohnehin schon ist. Die Brandenburger Linke hat Beschlüsse erneuert, sich öffentlich mit den Stasifällen auseinandergesetzt. Hoffmann trat nach entsprechendem Drängen aus der Fraktion aus – behielt aber sein Landtagsmandat, obwohl ihn die Linke zur Niederlegung aufgefordert hatte. Er amtiert weiter im Vorstand der Brandenburger Luxemburg-Stiftung. Vor ein paar Wochen wurde in Oberspreewald-Lausitz sein Nachfolger an der Spitze des Kreisverbandes gewählt. (vk)
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