Tag der Befreiung
Die einen nennen es Kapitulation, die anderen Befreiung, wieder
andere schnöde Kriegsende – die Bewertung des 8. Mai 1945 ist in Deutschland sehr unterschiedlich. Da bisher ein Gedenken des geschichtsträchtigen Tages im Bundestag nicht vorgesehen war, hat die Linksfraktion die Initiative ergriffen und einen entsprechenden Tagesordnungspunkt für den 7. Mai beantragt – ein Freitag. Es wird laut Parlamentspräsident Norbert Lammert (CDU) vor Eintritt in die Tagesordnung eine kurze Ansprache geben. Dagmar Enkelmann, Parlamentarische Geschäftsführerin der Linken, findet diese Entscheidung auch in Zusammenhang mit dem Widerstand gegen Neonazis kürzlich in Dresden wichtig, das für nicht wenige Aktivisten jetzt juristische Folgen haben könnte. Außerdem will die Linkspartei den 8. Mai als gesetzlichen Gedenktag etablieren – als Tag der Befreiung. Die Bundesregierung wird aufgefordert, einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen. In ihrem Antrag weist die Fraktion darauf hin, dass der 8. Mai in Mecklenburg-Vorpommern bereits offizieller Gedenktag ist. Die Linke verweist auf die Rede Richard von Weizsäckers vom 8. Mai 1985: „Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.“ (wh)
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