Denkfabrik, nicht Bewegung

Gut einen Monat nach der Gründung des Instituts Solidarische Moderne zeichnen sich erste Umrisse der zukünftigen Arbeit der Denkfabrik ab. Die politischen Fragestellungen waren im Gründungsaufruf skizziert, nun geht es um die Organisation als solcher. Man stehe „noch ganz am Anfang“, heißt es jetzt von der ersten Vorstandssitzung, die Ende Februar stattfand. Der große Zuspruch zeige, „wie groß das Bedürfnis nach alternativen Ideen und Politikansätzen ist“. Nun müssten sich „neue Arbeits- und Diskussionsformen entwickeln, auf die sich alle Mitglieder und Interessierten einlassen können“. Dabei will das Institut „nicht als soziale Bewegung agieren“, es werde keine regionalen Untergliederungen geben. Das wirft die Frage nach der Beteiligung der zahlreichen Interessierten auf. Auf Facebook oder über den Newsletter werden mehrere tausend Menschen erreicht. „Trotz der breiten Verankerung“ will sich das Institut jedoch „klar als Anreger politischer Ideen und Konzepte positionieren“. Dafür wurden „drei Kriterien“ formuliert: Die Denkfabrik soll „Anstöße für ein gesellschaftliches Reformprojekt geben, das mittelfristig trägt“; zur „Vertrauensbildung” zwischen verschiedenen Akteuren beitragen und „einen neuen Politik- und Wissensstil“ entwickeln, um „der Vereinzelung kritischer politischer Akteure und WissenschaftlerInnen“ entgegenzuwirken. Im September ist eine „Summer Factory“ geplant – eine mehrtägige Veranstaltung, auf der diskutiert und erste konkrete Konzepte des Instituts präsentiert werden sollen. An der Vorbereitung sollen sich alle Institutsmitglieder beteiligen können. Ende Juni findet die erste Mitgliederversammlung statt. (tos)

Drucken Drucken

2 Kommentare zu “Denkfabrik, nicht Bewegung”

  1. Amos O. sagt:

    Die folgenden Zeilen sollte
    jeder sich gut durchlesen, der beabsichtigt in den nächsten
    Jahren links-politisch aktiv zu sein.

    Das Buch des Israeli Shlomo Sand “The Invention of the jewish people”
    wurde in Frankreich ein Bestseller; und wird in Israel diskutiert wie
    auch Avraham Burgs Abrechnung mit dem Zionismus. Nichts dergleichen
    hier oder in der besten aller linken Welten in den Denkfabriken RLS/SM. In der Partei DIE LINKE begeht jeder poltischen Selbstmord oder wird rausgemobbt, der es wagt öffentlich sich auf die Seite Finkelsteins zu stellen oder Noam Chomsky und Ted Hondich, S. Sand zu zitieren oder nur daraufhin zuweisen, dass sich heute unter Zionismus etwas anderes beobachten lässt als vor 40 Jahren oder das was sich die Gründergeneration
    Israels darunter vorgestellt hat.

    Die Aktivitäten gewisser organisierter Gruppen in und bei DIE LINKE
    richtet sich nicht gegen wirkliche Antisemiten, sondern sie dienen vor
    allem dazu, politisch mißliebige Meinungen in der Linkspartei zu
    unterdrücken. Personen werden diffamiert und ausgegrenzt, die
    kritische Positionen zu den Ereignissen in Palästina und zur
    Israelischen Politik in die innerlinke Debatte einbringen wollen, die
    nicht durch den massenmedialen Mainstream gedeckt sind und von BRD-
    Regierungspositionen abweichen. Die Fakten, die Verhältnisse vor Ort
    spielen für die pseudolinken Sturmtruppen dabei keine Rolle. So soll
    ganz klar gesagt werden:
    BAK Shalom und LAK Shalom Sachsen pflegen einen manipulativen Umgang
    mit dem Begriff des Antisemitismus. Sie veröffentlichen ihre
    provokanten Positionen ausschließlich um ihr gruppeninternes
    Abgrenzungsritual nach Außen zu befriedigen und alle “Abweichler” von
    den massenmedial konsensgebügelten Israel-Regierungspositionen zu
    orten, zu markieren, wenn nötig zu diffamieren. Am wichtigsten scheint
    für die Unterstützer wie für das unbedarfte Fußvolk allein das Droh-
    und Abschreckungspotential des BAK Shalom (für welche Zwecke auch
    immer) zu sein.

    Die jahrelangen Verläufe der Konflike lassen den Schluss
    gerechtfertigt erscheinen, dass es gar nicht um Ausgleich oder
    Verständigung geht, dies nicht angestrebt wird, sondern fremdbestimmt
    übergeordnete Strategien (von welchen Kräften organisiert sei dahin
    gestellt) hier ihr Unwesen treiben dürfen.

    Dabei gäbe es hier soviel zu arbeiten, zu erforschen, debattieren.
    Verhindert wird der Ausgleich und die Weiterentwicklung durch das
    persönliche linke Trauma in einem Deutschland leben zu müssen,
    das nun zu seiner eigentlichen Bestimmung, zu seinem Wesen
    zurückkehren darf.

    Und für heutige Israelis sind möglicherweise nicht nur aktuelle
    Massaker und Kriegsverbrechen und die gewaltförmige Besatzung ein
    identitätsbelastendes Trauma sondern auch der Mythos des Israelischen
    Volkes überhaupt.

    Amos Orenstein

Kommentiere:

| Kommentare werden moderiert |