Er kann es nicht lassen
Wenn ein Oskar Lafontaine eine Ankündigung macht, gerät man bei Springer in Erregung: Der Linkenchef „kann es einfach nicht lassen“ und „droht seinen Gegnern mit einem politischen Comeback“. Obwohl der doch „unbeliebtester Politiker Deutschlands“ ist, wie Bild die seltsamen Ergebnisse des Politbarometers interpretiert. Der Anlass ist ein üblicher: Eine Zeitung hat mit einem Politiker gesprochen und daraus wird eine Nachricht, auch wenn etwas wirklich Neues gar nicht zu vermelden ist. Der Saarländer hatte in der Sächsischen Zeitung Fragen zu seinem Gesundheitszustand beantwortet und erklärt, sich „wie bisher auch auf Bundesebene in die grundsätzlichen politischen Debatten“ einzuschalten.
„Kampfansage“, schreibt der Spiegel und die Rheinische Post meint, „seine Partei wird es freuen“. Zumindest insofern, dass es in den vergangenen Wochen zum guten Ton in der Linken gehörte, die Verdienste Lafontaines zu loben und zu betonen, wie sehr man sich ein weiteres Engagement des scheidenden Vorsitzenden wünsche. Als Noch-Chef der Programmkommission neben Lothar Bisky wird der 66-Jährige demnächst noch einmal stärker ins bundespolitische Rampenlicht rücken – wenn Ende März der Entwurf für ein Grundsatzprogramm der Linken vorgelegt wird. Die designierte Doppelspitze hat sich bereits entsprechend geäußert: „Wir brauchen“, sagte Klaus Ernst, „Lafontaines Rat nach wie vor.“ (tos)
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