Zwei Parteitage

Wenn sich die Linken treffen, wird gern über die Regierungsfrage gestritten. So auch an diesem Wochenende bei Landesparteitagen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Dass die Presseberichte über die Delegiertenversammlungen in Duisburg und Neumünster sich fast ausschließlich auf die Frage Koalieren oder Opponieren beschränkten, hängt wohl mit der bevorstehenden Wahl an Rhein und Ruhr zusammen. Dabei ist es durchaus von Belang, wo man seine Nachrichten herbekommt: „Linke streiten um Regierungsbeteiligung mit SPD“, heißt es hier. Und dort: „Linkspartei will an die Macht“. Wer mehr erfahren will, muss nachlesen. Wenn es denn etwas zum Nachlesen gibt.
Aus Duisburg wird man ganz ordentlich bedient. Zusammenfassungen der Reden von Bärbel Beuermann, Klaus Ernst und Wolfgang Zimmermann gibt es auf der Seite der NRW-Linken. Beschlossen wurden ein Zukunftsinvestitions- und ein Dringlichkeitsprogramm; letzteres beinhalte „die wichtigsten Positionen, die wir nach unserem Einzug in den Landtag nach dem 9. Mai durchsetzen wollen“, hieß es. Es handelt sich wohl auch um eine Reaktion auf die erregten Kommentare zum eigentlichen Wahlprogramm. “Mit uns wird es kein Dönerkombinat und kein VEB Pommes geben”, wies Zimmermann zuletzt noch einmal die polemische Kritik an den angeblich überzogenen Forderungen der Linken zurück. Der Bundestagsabgeordnete Schäfer zeigte sich denn auch etwas optimistischer, was eine mögliche Kooperation mit SPD und Grünen angeht: ein Bündnis werde nicht länger durch “Forderungsmaximalismus” blockiert. Immerhin geht es um die reele Chance, die schwarz-gelbe Mehrheit im Bundesrat zu kippen.
Die beiden in Duisburg beschlossenen Papiere sind Sonntagmittag auf der Website der Partei allerdings nicht zu finden gewesen. Auch das Twittern zur Landtagswahl ist noch nicht recht in Gang gekommen. In Schleswig-Holstein ist es bis zu den nächsten Wahlen im Jahr 2014 zwar noch ein wenig hin, aber beim Parteitag in Neumünster standen landespolitische Themen im Vordergrund – stets verbunden mit der Frage, wie man die Forderungen erreichen will. „So lange die desaströsen Finanzverhältnisse im Land so sind, ist die Linke gut beraten, Opposition zu machen“, wird Landessprecher Björn Radke zitiert. Das sehen manche Kreisverbände ein wenig anders. „Wir in Lübeck sind keine reine Oppositionskraft, weil wir gestaltend mitwirken“, so Ragnar Lüttke. Die Anträge zum Parteitag finden sich hier und hier. Eine Berichterstattung oder gar die Reden lassen sich online leider nicht entdecken. Twitter oder ein Liveblog sind im Nordwesten offenbar unbekannt. Das können andere Landesverbände deutlich besser. (vk)
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Bevor man über die Twitter-Bereitschaft schimpft, sollte man vielleicht überdenken, ob man in der Lage ist, die Suchfunktion richtig zu nutzen.
Exemplarisch, da sehr ausführlich, sei hier mal http://twitter.com/Florian_Jansen angebracht.
Grüße
Der Anführer der verlorenen Jungs hat recht, bei http://twitter.com/Florian_Jansen gab es eine ausführliche Berichterstattung vom Parteitag. Der ist inzwischen zu Ende und es gibt folgende Mitteilung: Man habe sich “auf eine Fokussierung auf die Programmdebatte” verständigt. “Die Personaldiskussionen der letzten Wochen seien mit dem breit aufgestellten Personaltableau auf Bundesebene weitgehend überwunden.”