Bedauern und Bedenken

Nach dem Rücktritt von Margot Käßmann von der EKD-Spitze ertrinkt
die Republik in Krokodilstränen. So unentrinnbar das allgegenwärtige Bedauern ist, so schlecht ist das Gefühl, das man dabei hat. Als ob sich nicht auch viele freuen würden, dass Käßmann über ein paar Gläser Wein gestürzt ist. In einigen Kommentaren klang es ja an – vor der Demission, wenn davon die Rede war, dass sie im Amt kaum zu halten sei, und danach, wenn der moralische Sockel ins Spiel gebracht wurde, von dem sie fahrend gefallen sei. Fast heilsam der Kommentar von – ausgerechnet – Alice Schwarzer, die den Rücktritt falsch nannte. Die Linkspartei blieb schon eher im allgemeinen Sound, allerdings war das nicht nur wegen der Nähe der Positionen zum Afghanistan-Krieg erwartbar.

Respekt und Bedauern wurden geäußert, der religionspolitische Sprecher des Parteivorstandes, Bodo Ramelow, würdigte die „mutige Stimme“ Käßmanns. Der religionspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Raju Sharma, nannte die Kooperation mit der EKD-Ratsvorsitzenden „vertrauensvoll und ausgesprochen konstruktiv“. Wenn die Linkspartei in vier Jahren mal wieder eine Kandidatin für das Bundespräsidentenamt sucht, könnte sie sich ja an Käßmann erinnern. Die Entscheidung fiel das letzte Mal zwar auf Peter Sodann, aber es ging das Gerücht, dass auch der Kontakt mit der damaligen Hannoverschen Landesbischöfin gesucht wurde. Käßmann bestritt dies seinerzeit, vielleicht aus Rücksicht auf ihre Stellung innerhalb der EKD. Das wäre beim nächsten Mal nun nicht mehr so zwingend. Und wenn man es sich recht überlegt, könnte die 51-Jährige ja sogar zur gemeinsamen Kandidatin eines rot-rot-grünen Lagers werden. Ein Jahr nach der nächsten Bundestagswahl. (tos)

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Ein Kommentar zu “Bedauern und Bedenken”

  1. klaus sagt:

    Das wäre eine klasse Idee!!

    Ich glaube nicht, daß Frau Käßmann wegen ein paar Glas Wein aus ihrem Amt gefeuert wurde, wahrscheinlich war gar kein Alkohol im Spiel und alles nur ein Vorwand.

    Es war ihre Haltung zum Afghanistankrieg der Bunderregierung. So weit ist es mit der Demokratie in unserem Land schon gekommen: “Nichts ist gut in Afghanistan” was ja den Tatsachen entspricht, werś nicht glaubt, soll bitte dahinfahren, darf man nicht mehr sagen.

    Gestürzte aller Länder vereeinigt eucht, und bildet eine Gegenbewegung. Was uns monentan geboten wird ist die reine Diktatur!

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