Google bleibt draußen

Gerade erst sind die saftigen Preise bekannt geworden, welche die NRW-CDU dafür verlangt, dass Firmen auf ihrem Parteitag Werbestände aufbauen dürfen. Solches Sponsoring ist bei den alteingesessenen Parteien seit etlichen Jahren üblich; die Linkspartei blieb bisher aus einsehbaren Gründen davon verschont. Nun hat der Internetkonzern Google offenbar bei der NRW-Linken wegen einer Präsentation auf dem Landesparteitag am kommenden Sonnabend in Duisburg vorgefühlt. Marketingtechnisch gut gedacht von dem Unternehmen – wegen der bevorstehenden Landtagswahl, der Auseinandersetzung um eine rot-grün-rote Regierungsoption und um das Wahlprogramm der Linken dürften der Publikums- und der Medienandrang erheblich sein. Die Linkspartei lehnte aber dankend ab.

Der Landesvorstand habe sich gegen das Angebot entschieden, teilte Landesvize Ralf Michalowsky mit. Einen kleinen Seitenhieb auf die Rüttgers-CDU konnte er sich nicht verkneifen: “Bei der Auswahl der angebotenen Infostände sind wir wählerisch.” Begründet wird die Absage mit dem Umgang mit Daten bei Google. Man könne nicht einerseits für mehr Datenschutz eintreten und andererseits den betreffenden Firmen eine Plattform bieten. Google wird von Politikern der Linken unter anderem wegen des umstrittenen Programms Google Street View kritisiert, mit dem die Privatsphäre von Bürgern verletzt werde. Auch Programme wie Google Mail und der Internetbrowser Google Chrome sind wegen des Umgangs mit Nutzerdaten umstritten. (wh)

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6 Kommentare zu “Google bleibt draußen”

  1. klaus sagt:

    Richtige Entscheidung! Gratuliere!

    Ich hoffe, daß es bald noch mehr Menschen geben wird, die Aufstehen, und und sich die Konzerndiktatur ausgeführt durch ihre Bundestagsmarionetten wie Merkel und Koch nicht mehr bieten lassen.

  2. spa sagt:

    schlechte entscheidung!
    man hätte einen google-stand dazu benutzen können, in eine diskussion mit google zu treten und das vorhandensein des stands als publicity gebrauchen, um die eigenen standpunkte zur netzpolitik darzustellen. hätte man kreativ werden müssen, die interessierte netzgemeinde hätte das sicher positiv registriert.

    lt: derwesten.de gehört zur begründung auch, dass “googeln” alleine, ohne gmail etc. datenschutzrechtlich unbedenklich sei. das ist falsch, denn google speichert die IP-Adressen jeder Suchanfrage.

  3. Lesender Arbeiter sagt:

    @spa ist ein sponsorenstand auf einem parteitag wirklich eine hilfreiche plattform, um mit einem konzern „in eine diskussion“ zu treten? und zu welchem ergebnis würde man eine solche debatte führen wollen? die absage ist in ordnung, sie hätte allerdings – mehr publicity entsteht in dem fall bestimmt nicht mehr – dann auch jetzt schon dazu genutzt werden müssen, die „eigenen standpunkte zur netzpolitik darzustellen“. wie heißt es auf der webseite der ag digitale demokratie? man wolle „eine Leerstelle in der Linkspartei füllen“. die netzgemeinde dafür anzusprechen, wäre auch jetzt eine günstige gelegenheit – günstiger als eine debatte am sponsorenstand.

  4. spa sagt:

    @lesendarbeitender: es geht nicht darum, was günstiger ist, sondern dass man daraus hätte etas machen können, den stand als auslöser nutzend. es geht auch um mediale wirkung etc. – zum beispiel hätte man am stand eine kleine plitische fragegrunde machen können, die live als stream zu sehen wäre. oder irgendsowas in der art. den spieß praktisch umdrehen: google hätte sicher zeigen wollen, dass alles gaaaaaaaanz harmlos ist…. durch abrenzen (mit diesen goggle-schmuddelkindern reden wir nicht) bringt nichts weiter.

  5. David sagt:

    Wenn die Anfrage kein Fake war, dann wohl ein Vershen eines Google-Praktikanten. Google braucht keinen Stand bei der Linkspartei. Die Partei ist in NRW so unbedeutend, auch der Besucherandrang wird sich bei einem Landesparteitag wohl in Grenzen halten …

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