Doppelt Spitze? Folge 56
Neues von der beliebten Politnovela „Wie hältst Du es mit der Doppelspitze?“ Jetzt hat sich auch Sachsens Linksfraktionschef André Hahn zur zweifachen Besetzung des Geschäftsführerposten geäußert. Die Lösung halte er für „kontraproduktiv“, so Hahn, er setze bei dem Thema „auf eine weise Entscheidung des Parteitages“. Worin diese bestehen könnte, sagte er allerdings nicht. Zumal alles, was das Personalpaket an irgendeiner Stelle wieder aufschnürt, auch an Stelle zu Verschiebungen führen könnte. Aufhorchen lässt zudem: Der Landesverband ist mit Caren Lay unter den beiden Nominierten für die Bartsch-Nachfolge vertreten, Lay war Hahns einstige Rivalen im Rennen um die Fraktionsspitze in Dresden. Wenig Begeisterung klingt auch aus dem Nordosten an: Die Nachfolge-Querelen sehen für den früheren Landeschef in Mecklenburg-Vorpommern, Peter Ritter, „nicht gerade nach einem geordneten Verfahren aus“. Zur Personaldebatte sagte Ritter, die Mitglieder hätten angesichts der Proporz-Lösung „nicht gerade euphorisch“ reagiert. Die Basis wolle nun Klarheit „wer wie lange die Partei wohin führen will oder darf“. Für die Doppelspitze Gesine Lötzsch und Klaus Ernst hat sich der Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf ins Zeug gelegt. Man solle dem Duo „vorurteilsfrei eine Chance geben“ – was vor allem als Unterstützung für den Bayern gelten darf, der nicht nur, aber eben auch im Osten auf Skepsis stößt. Wolf persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass man mit Ernst „gut zusammenarbeiten“ kann. Mit Blick auf die Satzung schlug Wolf eine Übergangslösung vor. So könnte die eigentlich 2010 auslaufende Übergangsregelung verlängert werden, ohne die Doppelspitze dauerhaft in der Satzung festzuschreiben. (tos)
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