Rrrrrrrreaktionen

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Demosthenes war ein bedeutender griechischer Redner – wenn nun
nach dem angekündigten Rückzug Oskar Lafontaines zwischen beide Vergleiche angestellt werden, ist das sicher nicht ehrenrührig. Wie die Zeitungen ihre ersten Reaktionen sonst noch betiteln: siehe oben. Sozialdemokraten und Grüne haben die Ankündigung des Saarländers, sich aus gesundheitlichen Gründen auf die Landtagsarbeit in Saarbrücken zu konzentrieren, zum Anlass genommen, giftige Grüße an die Linkspartei auszusenden. Hannelore Kraft öffnete prompt die „Tür für die Rückkehr von Gewerkschaftern und ehemaligen Sozialdemokraten“. Immer wieder kommt der Hinweis auf den Richtungskampf, den die Linkspartei nun zu entscheiden habe – die „Reformer“ werden als „verlässliche Partner“ gelobt (Niels Annen im Handelsblatt), eine Kooperation 2013 wird unter der Bedingung in Aussicht gestellt, dass die Linke jetzt die „notwendigen programmatischen Weichen“ stellt (Claudia Roth auf Bild.de).

Mit solchen Klauseln kommt man zwar in die Zeitung, auf ihrer Basis lässt sich aber keine Kooperation begründen. Die Offerten sind wohl auch kaum ernst gemeint, sie dienen eher dazu, den Strömungskonflikt in der Linken zu befeuern – auf dass diese sich im „Stellungskrieg“ verliert (Die Welt) und sich ihre „tiefe Krise“ verstärkt (Spiegel). In der Linkspartei selbst, das ist keine Überraschung, herrscht Bedauern über den Schritt Lafontaines und es werden Wünsche für die nun anstehenden Debatten um Programm und Personal ausgesprochen: Man müsse sich „zusammenraufen“; nach vorne schauen, die Erfolgsgeschichte fortschreiben, den „Klärungsprozess“ nicht „auf Sieg oder Niederlage“ führen und sich zeitnah auf neue Namen an der Parteispitze verständigen. Natürlich werden auch wortreich die Verdienste Lafontaines gewürdigt – bis hin zum Vorschlag aus Rheinland-Pfalz, dem Saarländer im Mai in Rostock den Ehrenvorsitz anzutragen. (tos)

ein paar Reaktionen aus der Linkspartei:

Matthias Höhn (Landesvorsitzender Sachsen-Anhalt)
Klaus Lederer (Landesvorsitzender Berlin)
Thorsten Hild (Büroleiter von Lafontaine)
Steffen Bockhahn (Landesvorsitzender MV)
Alexander Ulrich (Landesvorsitzender Rheinland-Pfalz)
Kathrin Senger-Schäfer (Landesvorsitzende Rheinland-Pfalz)
Bodo Ramelow (Fraktionsvorsitzender Thüringen)
Forum Demokratischer Sozialismus
Rico Gebhardt (Landesvorsitzender Sachsen)
Katharina Schwabedissen und Wolfgang Zimmermann (NRW-Linke)
Diether Dehm und Giesela Brandes-Steggewentz (NDS-Linke)

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