Stell dir vor …
… es ist Wahl, und keiner geht hin. In fünf Brandenburger Kreisen
konnte man am Sonntag die Landräte erstmals direkt bestimmen. Die Neuerung hatte im Vorfeld für ziemlich große Diskussionen gesorgt. Die Kritiker können sich nun bestätigt sehen: Keiner der Bewerber erhielt die nötige Mehrheit. Ende Januar finden Stichwahlen statt, entscheidend wird dabei sein, dass dann ein paar mehr Leute den Weg zu den Urnen finden. Denn am Sonntag ging in keinem der Kreise mehr als ein Drittel der Berechtigten überhaupt zur Wahl. Mit erheblichen Folgen: Im Barnim verfehlte Amtsinhaber Bodo Ihrke die Mehrheit mit 48,7 Prozent zwar nur knapp – doch selbst ein paar Prozent mehr hätten dem SPD-Kandidaten nicht gereicht: Er wäre am erforderlichen Quorum von 15 Prozent aller Wahlberechtigten gescheitert. Wiederholt sich das bei den Stichwahlen am 24. Januar, fällt das Recht, die Landräte zu bestimmen, an die Kreistage zurück. Wahlmüdigkeit? Winterwetter? Unkenntnis über die Rolle der Landräte? Die Brandenburger Linke hatte vor den Wahlen gewarnt: „Bitte nehmen Sie an der Wahl unbedingt teil. Bei einer geringen Wahlbeteiligung besteht die Gefahr, dass die Direktwahl wieder abgeschafft wird!“ Für die Partei, deren Kandidat in Spree-Neiße kurz vor den Landratswahlen mit MfS-Vorwürfen konfrontiert worden war, lief es am Sonntag übrigens nicht so gut: Lediglich im Barnim schaffte es Margitta Mächtig in die Stichwahl. (vk)
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