Letzter Arbeitstag

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Oskar Lafontaine legt zum 1. Februar sein Bundestagsmandat nieder.
Der Saarländer kennt sich damit aus – es ist bereits der dritte Verzicht auf die Abgeordnetenwürde in seiner politischen Karriere. Dem Linken-Chef ist neuerdings wieder eine besondere Neigung zur „Flucht aus der Verantwortung“ nachgesagt worden, der Vergleich seines angekündigten Rückzugs mit dem Rücktritt von 1999 weist freilich ins Leere. Aber der Reihe nach: 1994 war Lafontaine im Wahlkreis Saarbrücken I direkt ins Bonner Parlament gewählt worden. Da zeitgleich die Landtagswahlen im Saarland stattfanden, bei denen der damalige SPD-Mann als Ministerpräsident bestätigt wurde, legte er am 17. November 1994 sein Bundestagsmandat nieder. Ihm folgte damals die SPD-Politikerin Elke Ferner. Vier Jahre später zog Lafontaine wieder in den Bundestags ein, die Sozialdemokraten bildeten mit den Grünen die Regierung und der SPD-Vorsitzende wurde Finanzminister. Der Fortgang der Geschichte ist bekannt, der Streit mit Kanzler Gerhard Schröder eskalierte bald und führte zum Rücktritt Lafontaines von allen Ämtern. Am 16. März 1999 schied er zum zweiten Mal außerhalb des Turnus aus dem Bundestag aus, Nachrückerin war seinerzeit Gudrun Roos. Nun verzichtet Lafontaine abermals auf sein Mandat, und wieder ist der Grund ein anderer – die Gesundheit, Lafontaine erklärte, der Krebs sei ihm „ein Warnschuss“ gewesen. Seinen Platz im Bundestag nimmt nun Yvonne Ploetz ein: „Wenn ich schon mal die Chance habe, in die Politik einzusteigen“, sagt die 25-Jährige, „dann mache ich das.“ (tos, Foto: Bundesarchiv)

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